Unternehmensnachrichten
Banken rüsten sich für Bankrott - Auch Deutsche macht „Testament“
Um einer neuerlichen Finanzkrise vorzubeugen, haben neun internationale Großbanken auf Anweisung der amerikanischen Finanzmarktregulierer ihr „Testament“ gemacht. Die Institute skizzierten in Notfallplänen, wie sie im Falle ihres eigenen Scheiterns möglichst schnell und schonend abgewickelt werden können. Auch die Deutsche Bank musste sich entsprechende Gedanken machen.
Insgesamt sind 125 Banken bis Ende 2013 verpflichtet, einen Notfallplan vorzulegen. Besonders große Institute hatten ihre Dokumente bereits bis zum Montag einreichen müssen.
Neben der Deutschen Bank gehörten die britische Barclays sowie die Schweizer Häuser Credit Suisse und UBS zu den ausländischen Finanzfirmen, die ihr „Testament“ machen mussten. Aus den Vereinigten Staaten reichten Bank of America, Citigroup, Goldman Sachs, Morgan Stanley sowie JP Morgan Chase ihre Unterlagen ein. (dpa)
Bank von England gerät im Zinsskandal unter Druck
Im Skandal um Zinsmanipulationen gerät nun auch die britische Notenbank Bank of England (BoE) unter Druck. Die Großbank Barclays teilte am Dienstag unter Berufung auf einen internen Vermerk von 2008 mit, BoE-Vize Paul Tucker habe nicht auf einer höheren Übermittlung des Libor-Zinssatzes bestanden. Der damalige Chef des Investmentbankings, Bob Diamond, habe sich diese Äußerung bei einem Gespräch mit Tucker notiert.
Die BoE wollte sich nicht zu dem Bericht äußern. Barclays war vergangene Woche zu einer Strafe von fast einer halben Milliarde Dollar verdonnert worden, weil es die ermittelnden Behörden als erwiesen ansahen, dass das Institut Marktzinsen manipuliert hat. Diamond, der zuletzt als Vorstandschef des Geldhauses agierte, nahm am Dienstag seinen Hut. (Reuters)
Manchester United beantragt Börsengang in den Vereinigte Staaten
Der englische Fußball-Rekordmeister Manchester United hat am Dienstag einen Antrag auf eine Erstemission (IPO) bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC gestellt. Die Notierung ist demnach an der New York Stock Exchange geplant. mit einem Volumen von bis zu 100 Millionen Dollar geplant. Ursprünglich wollte der Club an die Hongkonger Börse. Auch das danach ins Auge gefasste Ziel Singapur scheiterte. (Reuters)
Regulierer gehen Manipulationsverdacht gegen JP Morgan nach
Die US-Großbank JP Morgan Chase gerät wegen ihrer Handelstätigkeit auf dem amerikanischen Energiemarkt unter Druck. Die Aufsichtsbehörden gehen dem Verdacht der Marktmanipulation in Kalifornien und dem Mittleren Westen nach. Am Montag reichte die Bundeskommission zur Energieregulierung (FERC) bei einem Bundesgericht einen Antrag auf Herausgabe von E-Mails des Geldhauses ein. Die Behörde geht zudem dem Verdacht nach, JP Morgan habe ihr gegenüber falsche Angabe gemacht. Eine Sprecherin von JPMorgan erklärte, das Institut habe im Einklang mit dem Gesetz und den Vorgaben der Aufsichtsbehörden gehandelt. (Reuters)
S&P warnt Schweizer Kantonalbanken vor Rating-Abstufung
Der Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat acht mit „AA+“ und besser eingestufte Kantonalbanken und die mit „A“ bewertete Migros Bank vor einer Rückstufung ihrer Kreditwürdigkeit. Die Banken verdienen ihr Geld zu einem großen Teil mit Hypotheken und ein Einbruch auf dem Markt für Häuser und Eigentumswohnungen könnte ihnen Probleme bei ihren Krediten einbringen, warnte die Ratingagentur. Sie nahm den Ausblick auf negativ von stabil zurück. In der Schweiz gibt es in allen größeren Kantonen „Staatsbanken“, die ganz oder teilweise im Besitz der öffentlichen Hand stehen und mit einer Staatsgarantien ausgestattet sind. Eine unmittelbare Gefahr einer Immobilienkrise besteht nach Einschätzung von S&P in der Schweiz indessen nicht. (Reuters)
Wirtschaftsnachrichten
IWF-Chefin rät EZB von Zinssenkung ab
Im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise rät IWF-Chefin Christine Lagarde der Europäischen Zentralbank zu verstärkten Anleihen-Käufen anstelle einer Zinssenkung. Nicht allen Euro-Ländern würde dies weiterhelfen.Die EZB dürfte am Donnerstag den Leitzins unter ein Prozent senken. Davon geht nach den jüngsten Äußerungen von EZB-Chefökonom Peter Praet die große Mehrheit der geldpolitischen Beobachter aus. (dpa)
Schweden erwägt Wachstumspaket
Die schwedische Regierung will die laue Wirtschaft mit einem Wachstumspaket ankurbeln. Dabei gehe es um ein Paket in Höhe von in etwa einem halben Prozentpunkt gemessen an der Wirtschaftsleistung. Die Mitte-Rechts-Regierung werde ihre Vorschläge für den Haushalt im Herbst präsentieren. Diese würden hauptsächlich aus Hilfen für Forschung und Entwicklung, Infrastruktur-Maßnahmen und niedrigen Unternehmenssteuern bestehen.
Dank starker Exporte und einer guten Inlandsnachfrage hat sich die schwedische Wirtschaft bisher gut geschlagen. Fürs laufende Jahr rechnet die Regierung indes nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozent - nach 3,9 Prozent im vergangenen Jahr. (Reuters)
Chinas Dienstleister wachsen im Juni langsamer
Das Wachstum in Chinas Dienstleistungssektor hat sich wieder verlangsamt. Der am Mittwoch veröffentlichte HSBC-Einkaufsmanagerindex für die Branche ging im Juni auf 52,3 Punkte von 54,7 Punkte zurück. Das war das geringste Wachstum in den letzten zehn Monaten. Im Mai war der Index noch auf den höchsten Stand seit 19 Monaten geklettert.
Die HSBC-Umfragedaten stehen im Gegensatz zu einer vor wenigen Tagen veröffentlichten amtlichen Erhebung. Der Einkaufsmanagerindex des Logistikverbandes CFLP legte im Juni auf 56,7 von 55,2 Punkten zu. Das war das stärkste Plus seit drei Monaten. Die Abweichung resultiert aus unterschiedlichen Befragungsmethoden. Allerdings liegt der Wert bei beiden Umfragen über der Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird. (Reuters)
Einigung über Spanien-Hilfe könnte sich verzögern
Die Bedingungen für die europäischen Milliardenhilfen für Spanien könnten Kreisen zufolge später als zunächst gedacht festgezurrt werden. Um mehr Zeit für Verhandlungen zu gewinnen, dürfte sich eine endgültige Einigung um wenige Tage bis zum 20. Juli verzögern, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen am Dienstag. Die Unterzeichnung eines entsprechenden Memorandums war ursprünglich für den 9. Juli zum Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel geplant. Ein Insider bestätigte, ein neues Treffen der Eurogruppe sei für den 20. Juli vorläufig angesetzt worden. Spanien könnte bis zu 100 Milliarden Euro erhalten, um seinen maroden Bankensektor zu sanieren. In dem Memorandum soll neben den Auflagen die Laufzeit und der Zins der Kredite festgelegt werden. (Reuters)
Amerikaner kaufen im Juni mehr Autos
Die großen amerikanischen Autobauer GM, Ford und Chrysler haben den Absatz auf ihrem Heimatmarkt im Juni teils kräftig gesteigert. Auch Volkswagen, Audi, Porsche und Daimler verkauften deutlich mehr Autos in den Vereinigten Staaten als vor Jahresfrist. Am deutlichsten fiel das Plus jedoch für den japanischen Hersteller Toyota nach besonders schwachen Vorjahreszahlen aus. Damit erholten sich die Autobauer von einem enttäuschenden Vormonat Mai.
Deutsche Autos bleiben in den Vereinigten Staaten weiter gefragt. VW verkaufte 34 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Tochter Audi steigerte den Absatz um 26 Prozent. Porsche schaffte ein Verkaufsplus von 18 Prozent, Mercedes-Benz von 12,5 Prozent. Mit einem Absatzzuwachs von lediglich 3,2 Prozent blieb BMW Schlusslicht. (Reuters)
