Unternehmensnachrichten
Siemens senkt Gewinnprognose
Der Elektrokonzern Siemens hat wegen Problemen im Windkraftgeschäft und hohen Abschreibungen auf seine Telefonnetztochter NSN seine Gewinnprognose gekappt. Statt einem Gewinn von 6 Milliarden Euro aus dem fortgeführten Geschäft rechnet Siemens nun im Geschäftsjahr nur noch mit einem Überschuss von 5,2 bis 5,4 Milliarden Euro. Analysten hatten bereits damit gerechnet. Die Ziele für den Auftragseingang und den Umsatz bleiben dagegen bestehen. Der Beteiligungsverlust bei dem seit Jahren kriselnden Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks belief sich in dem vergangenen Quartal auf 640 Millionen Euro. Die anhaltenden Probleme bei der Anbindung von Nordsee-Windparks ans Stromnetz sorgte für eine Belastung von 278 Millionen Euro. Schon im ersten Quartal hatte Siemens hier gut 200 Millionen Euro abschreiben müssen.
Der Auftragseingang sank zwischen Januar und März unerwartet deutlich um 13 Prozent auf 17,88 Milliarden Euro. Hier machten sich fehlende Großaufträge bemerkbar. Der Umsatz legte von 17,84 Milliarden auf 19,23 Milliarden Euro zu. Analysten hatten mit einem weniger starken Plus gerechnet. Das Ergebnis der mittlerweile vier Kerngeschäftsfelder Industrie, Energie, Gesundheit, sowie Infrastruktur und Städte, das Siemens als Sektorenergebnis ausweist, brach von 3,7 Milliarden Euro im Vorjahr auf 1,93 Milliarden Euro ein. Unter dem Strich standen nach 2,8 Milliarden Euro vor einem Jahr nur noch 1,02 Milliarden Euro. Analysten hatten mit einem Rückgang in dieser Größenordnung gerechnet. (dpa-AFX)
Apple verdoppelt Gewinn im zweiten Quartal
Apple hat den Gewinn im zweiten Quartal auf 11,6 Milliarden Dollar oder 12,30 Dollar je Aktie nach sechs Milliarden Dollar im Jahr zuvor nahezu verdoppelt. Der Umsatz legte von Januar bis März auf 39,2 Milliarden Dollar von 24,7 Milliarden Dollar zu. Allein der Absatz des iPads, dessen dritte Version Apple im Berichtszeitraum auf den Markt brachte, legte um 151 Prozent auf 11,8 Millionen Stück zu. Das iPhone verkaufte sich rund 35 Millionen Mal, ein Plus von 88 Prozent. Mit dem Zwischenbericht übertraf Apple die Erwartungen von Analysten. Sie hatten bei einem Umsatz von 36,8 Milliarden Dollar einen
Gewinn je Aktie von 10,04 Dollar prognostiziert. (Reuters)
SAP im ersten Quartal mit Überschuss unter Erwartungen
Europas größter Softwareanbieter SAP hat im ersten Quartal die Gewinnerwartungen enttäuscht. Der Überschuss erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal von 403 auf 444 Millionen Euro. Am Markt war ein etwas höherer Gewinn erwartet worden. SAP bekräftigte die Jahresziele. Im Gesamtjahr will das Unternehmen den Umsatz des Vorjahres mit Software und software-bezogenen Dienstleistungen von 11,35 Milliarden Euro währungsbereinigt um 10 bis 12 Prozent übertreffen. Der bereinigte Betriebsgewinn soll währungsbereinigt zwischen 5,05 und 5,25 Milliarden Euro liegen. (dpa-AFX)
Kontron verdient zum Jahresauftakt deutlich weniger
Kontron hat trotz stabiler Umsätze zum Jahresstart deutlich weniger verdient und auch die Marktschätzungen verfehlt. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen brach im ersten Quartal auf 4,2 Millionen Euro nach 7,4 Millionen Euro im Vorjahr ein, wie der Hersteller von Computern für die industrielle Fertigung mitteilte. Der Umsatz stieg leicht auf 131,5 Millionen Euro. Analysten hatten bei den Einnahmen zwar weniger erwartet, beim Ebit dagegen mit 5,9 Millionen Euro deutlich mehr.
Das Unternehmen begründete das schwächere operative Ergebnis mit einem „sehr starken“ Vorjahresquartal. Hauptsächlich sei aber eine unvorteilhafte Zusammensetzung des Umsatz-Margen-Mix für den Rückgang verantwortlich. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen weiter mit einem Umsatz von voraussichtlich 560 bis 590 Millionen Euro und einer leicht höhere Marge vor Steuern und Zinsen. (Dow Jones)
Facebook-Börsengang könnte sich etwas verzögern
Der Börsengang des weltgrößten Online-Netzwerks Facebook könnte sich verzögern. Der jüngste Milliarden-Zukauf und die Übernahme von Patenten könnten zu einem Aufschub von etwa einer Woche führen, erfuhr Reuters am Dienstag aus mit der Sache vertrauten Kreisen. Facebook müsse noch über die möglichen Auswirkungen der jüngsten Transaktionen mit der amerikanischen Börsenaufsicht diskutieren. Es werde aber nicht erwartet, dass Facebook deswegen einen neuen Antrag für den Börsengang stellen muss, hieß es. Der Sender CNBC berichtete am Dienstag, Facebook werde wohl erst Anfang oder Mitte Juni sein Börsendebüt geben. (Reuters)
Credit Suisse schafft kleinen Gewinn
Die Schweizer Großbank Credit Suisse ist im ersten Quartal mit einem Reingewinn von 44 Millionen Franken knapp an roten Zahlen vorbeigekommen. Das Finanzinstitut hatte Bewertungsverluste auf eigene Schulden von 1,55 Milliarden Franken zu verdauen. Der normalisierte Gewinn, dem nach Angaben der Bank vom Mittwoch eine höhere Aussagekraft zukommt, belief sich auf 1,335 Milliarden Franken. Analysten hatten mit einem Reinverlust von gut 400 Millionen Franken gerechnet.
Das Investmentbanking erholte sich. In diesem Bereich hatte die Bank im Vorquartal nach einem Einbruch bei den Einnahmen einen Verlust vor Steuern von 1,3 Milliarden Franken eingefahren. Die Einnahmen stiegen auf 4,14 Milliarden Franken und der Vorsteuergewinn erreichte 993 Millionen Franken. (Reuters)
Peugeots Umsatz sinkt
Der französische Autobauer PSA Peugeot Citroen hat in den ersten drei Monaten deutlich weniger Umsatz eingefahren. Auch im laufenden Quartal bleibe das Umfeld wegen des harten Wettbewerbs schwierig, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Der Umsatz sank zum Jahresauftakt um sieben Prozent auf 14,289 Milliarden Euro. Vor allem in Frankreich brach das Auto-Geschäft mit einem Rückgang von 14 Prozent auf 9,719 Milliarden Euro ein. Peugeot erwartet in diesem Jahr für den Fahrzeugmarkt in Europa weiterhin ein Minus von fünf Prozent, in Frankreich von minus zehn Prozent. (Reuters)
Air Liquide startet mit Umsatzplus ins Jahr 2012
Der französische Gasehersteller Air Liquide ist vor allem dank guter Nachfrage in den Schwellenländer mit einem Umsatzplus ins Jahr 2012 gestartet. Die Erlöse seien im ersten Quartal um 6,7 Prozent auf 3,78 Milliarden Euro geklettert. Bereinigt um Währungseffekte hätte das Plus 4,5 Prozent betragen. Analysten hatten mit einem etwas niedrigeren Umsatz gerechnet. Zum Zuwachs beigetragen hätten insbesondere China, Südamerika sowie der Nahe Osten. Aber auch in Nordamerika konnte Air Liquide im Auftaktquartal deutlich mehr umsetzen. In Europa stiegen die Erlöse hingegen nur leicht an. (dpa-AFX)
Amgen steigert Umsatz und Gewinn im ersten Quartal stärker als erwartet
Der Biotechnologie-Konzern Amgen hat Umsatz und Gewinn im ersten Quartal stärker gesteigert als von Analysten erwartet. Die Erlöse seien im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 9 Prozent auf 4,05 Milliarden Dollar geklettert. Experten hatten nur mit 3,94 Milliarden Dollar gerechnet.
Das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) steigerte Amgen sogar um 20 Prozent auf 1,61 Dollar. Hier hatten die Schätzungen der Analysten mit 1,46 Dollar noch niedriger gelegen. Unter dem Strich legte der Gewinn noch um 2 Prozent auf 1,29 Milliarden Dollar zu. Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte das Unternehmen: Demnach soll der Umsatz 16,1 bis 16,5 Milliarden Dollar erreichen. (dpa-AFX)
LG Electronics macht dank Flachbildschirmen wieder Gewinn
Der südkoreanische Elektronikkonzern LG Electronics hat im ersten Quartal den Sprung zurück in die Gewinnzone geschafft. Grund war vor allem die gesteigerte Profitabilität im Geschäft mit Flachbildschirmen und Handys.
Nach einem Vorjahresverlust von 15,8 Milliarden Won erzielte der Samsung-Konkurrent unterm Strich einen Gewinn von 242,5 Milliarden Won oder umgerechnet 162 Millionen Euro und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Der Umsatz sank um 7,1 Prozent auf 12,2 Billionen Won. (Dow Jones)
ABB steigert Gewinn
Die weltweit steigenden Investitionen in Stromversorgung und Maßnahmen der Industrie zur Erhöhung der Produktivität haben dem Schweizer Elektrotechnikkonzern ABB einen gelungenen Jahresauftakt beschert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum legte der Konzernüberschuss um fünf Prozent auf 655 Millionen Dollar zu. Der Umsatz kletterte um sechs Prozent auf 8,91 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Überschuss von 692 Millionen und einem Umsatz von 8,96 Milliarden Dollar gerechnet. ABB profitierte insbesondere vom Bau neuer Hochspannungsleitungen, aber auch das Geschäft mit Fabriktechnik und Elektromotoren läuft weiterhin glänzend. Auch die Nachfragesituation der Öl-, Gas- und Bergbauindustrie sowie der Schifffahrtindustrie war im Berichtszeitraum robust. (Reuters)
Comdirect übertrifft im ersten Quartal Erwartungen
Die Direktbank Comdirect hat die Gewinnerwartungen in den ersten drei Monaten des Jahres übertroffen. Ein unerwartet stark gestiegener Zinsüberschuss verhalf der Commerzbank-Tochter zu einem Vorsteuergewinn von 29,2 Millionen Euro. Das waren 18 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, Analysten hatten der Bank nur 26,7 Millionen Euro zugetraut. Der Online-Broker profitierte von den im vergangenen Jahr gestiegenen Marktzinsen. Der Provisions-Überschuss blieb dagegen trotz steigender Börsenkurse hinter den Erwartungen zurück. (Reuters)
Wirtschaftsnachrichten
Irische Wirtschaft erholt sich
Die Geschäftstätigkeit in der irischen Wirtschaft hat sich so stark verbessert wie in den vergangenen vier Jahren nicht mehr. Der Frühjahrsausblick der Banken Chartered Accountants Ireland und KBS Bank kommt zu dem Ergebnis, dass erstmals wieder mehr Arbeitsplätze entstehen als wegfallen. Mit 14,3 Prozent scheint die Arbeitslosigkeit ihren Höhepunkt erreicht zu haben.
Die Unternehmen werden laut Studie in den kommenden zwölf Monaten mit einer schwachen Nachfrage kämpfen müssen. Die Erholung werde dennoch in den nächsten drei Jahren an Dynamik gewinnen. Die Firmen seien jedoch wegen der europäischen Krisenpolitik und ihrer Auswirkungen auf die irischen Finanzen höchst verunsichert. (Dow Jones)
