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Medienschau Amerikanische Notenbank lockert Geldpolitik nur leicht

 ·  Die EZB freundet sich mit dem Gedanken an eine Leitzinssenkung an, Ungarn nimmt sein Zentralbankgesetz zurück und die Deutsche Bank bleibt auf ihrer Vermögensverwaltung sitzen.

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Unternehmensnachrichten

Deutsche Bank bleibt auf Vermögensverwaltung sitzen

Die Deutsche Bank ist mit dem geplanten Verkauf ihrer Vermögensverwaltung gescheitert. Das Institut und das amerikanischen Finanzunternehmen Guggenheim wurden sich nicht einig. Der Geschäftsbereich, der auf Immobilienanlagen spezialisiert ist, war der letzte Teil, an dem Guggenheim Partners zuletzt überhaupt noch Interesse gezeigt hatte. Die Verhandlungen über den Verkauf von anderen Teilen des Asset Managements hatten die Unternehmen bereits im Mai beendet.

Die Deutsche Bank hatte ursprünglich auch ihr Publikumsfondsgeschäfts in Amerika (DWS Americas), das globale Vermögensverwaltungsgeschäft für institutionelle Kunden (DB Advisors) und für Versicherungsgesellschaften (Deutsche Insurance Asset Management) an Guggenheim verkaufen wollen.

Die im November angekündigte strategische Überprüfung des Geschäftsbereichs erklärte die Bank nun für beendet. Über weitere aktuelle Entwicklungen will sie erst im September berichten, wenn sie die langfristige Strategie für die Gesamtbank vorstellt. (dpa-AFX)

Tom Tailor übernimmt Bonita

Der Hamburger Freizeitmode-Spezialist Tom Tailor übernimmt den Hersteller Bonita. Damit will der Filialist in das Modesegment für Damen und Herren ab 40 einsteigen. Der Kaufpreis liegt den Angaben zufolge bei rund 220 Millionen Euro. Er setzt sich demnach zusammen aus einer Barvergütung von 150 Millionen Euro und Aktien. (dpa-AFX)

Keine Fusion von E-Plus und O2

Die niederländische Telefongesellschaft KPN und der spanische Telekomkonzern Telefonica werden ihre deutschen Töchter E-Plus und O2 vorerst nicht fusionieren. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten hätten einer Vereinbarung im Wege gestanden. Telefonica hatte vor wenigen Wochen angekündigt, ihre deutsche Tochter O2 möglicherweise an die Börse zu bringen. (dpa-AFX)

Chinesische Konzerne an Thyssen-Krupp-Werk in Brasilien interessiert

Der geplante Verkauf des Thyssen-Krupp-Werks in Brasilien weckt laut einem Pressebericht das Interesse chinesischer Stahlhersteller. Die beiden größten Stahlkonzerne des Landes, Hebei und Baosteel, hätten Interesse an dem neuen Werk signalisiert, berichtet die „Financial Times Deutschland“ (Donnerstag) unter Berufung auf informierte Kreise. Der Prozess stehe jedoch noch ganz am Anfang. Bisher sei es nicht einmal zu einer Prüfung der Bücher (Due Diligence) gekommen. Der Konzern lehnte auf Nachfrage der Zeitung einen Kommentar zu möglichen Käufern oder Partnern ab. (dpa-AFX)

Finnische Regierung will Nokia nicht mit Aktienkäufen stützen

Die finnische Regierung will dem Handyriesen Nokia nicht mit Aktienkäufen unter die Arme greifen. „Das geht uns nichts an“, sagte Ministerpräsident Jyrki Katainen. Die Regierung hält Anteile an Unternehmen, die als besonders wichtig für die nationalen Interessen gelten, wie etwa Firmen aus der Holz- und der Chemiebranche. Zudem ist der Staat Mehrheitseigner an der angeschlagenen Fluggesellschaft Finnair und an dem Energiekonzern Fortum. (Reuters)

JPMorgan hat Verlustpositionen großteils abgebaut

Die Großbank JPMorgan Chase hat nach Informationen des Wirtschaftssenders CNBC den überwiegenden Teil ihrer problematischen Handelspositionen inzwischen abgebaut. Londoner Händler der Bank waren Wetten am Kapitalmarkt eingegangen und hatten dabei mehrere Milliarden Dollar verloren. Die Bank selbst schweigt, wie es derzeit um die Investments steht. CNBC berichtete unter Berufung auf eingeweihte Personen, JPMorgan habe mittlerweile 65 bis 70 Prozent seiner Positionen im Kreditindex CDX IG 9 abgebaut, der eine zentrale Rolle bei dem Desaster spielt. Unklar ist, welche Verluste die Bank dabei in Kauf nehmen musste. (dpa-AFX)


 

Wirtschaftsnachrichten

Amerikanische Notenbank lockert Geldpolitik nur leicht

Die amerikanischen Notenbank hat zur Stützung der schwächelnden Konjunktur ihre „Operation Twist“ ausgeweitet und weitere Maßnahmen signalisiert. Ein eigentlich bis Ende Juni befristeter Anleihen-Tausch werde bis zum Ende des Jahres fortgesetzt, teilte die Federal Reserve nach der Sitzung ihres Offenmarktausschusses (FOMC) mit. Um die Wirtschaft zu unterstützen; werde man Anleihen mit einer verbleibenden Laufzeit von sechs bis dreißig Jahren kaufen und Anleihen mit einer Restlaufzeit von bis zu drei Jahren im gleichen Umfang verkaufen. Die Maßnahme hat ein Volumen von 267 Milliarden Dollar. Das zum Monatsende auslaufende Programm hatte ein Volumen von 400 Milliarden Dollar.

Notenbankchef Ben Bernanke machte auf eine Pressekonferenz zudem klar, dass die Fed angesichts der eingetrübten amerikanischen Konjunkturaussichten in Europa zu einer abermaligen quantitativen Lockerung (QE3) bereit sei. Vor allem die zuletzt sich verschlechterte Lage in Europa belaste die Konjunkturaussichten in den Vereinigten Staaten. Die Fed will mit dem Tauschprogramm Abwärtsdruck auf die langfristigen Zinsen ausüben und so für günstigere Finanzmarktbedingungen sorgen.

Zur wirtschaftlichen Entwicklung äußerte sich die amerikanischen Notenbank skeptischer als noch im April. Zudem senkte sie ihre Wachstumsprognosen im Vergleich zum April merklich. Das Beschäftigungswachstum habe sich in den vergangenen Monaten abgeschwächt, und die Arbeitslosigkeit bleibe auf hohem Niveau. Im April hatte sie noch von verbesserten Bedingungen am Arbeitsmarkt gesprochen. Die Wirtschaft wachse derzeit „moderat“.

Zudem bestätigte die Notenbank ihr Versprechen, ihren Leitzins bis Ende 2014 auf dem derzeit „außergewöhnlich niedrigen Niveau“ zu belassen. Die Aktienmärkte reagierten zuerst mit Verlusten auf die Meldungen, erholten sich dann jedoch rasch wieder. Die Entscheidungen der Fed hatten somit keine nachhaltigen Auswirkungen auf die Aktienmärkte.

EZB könnte Leitzinssenkung diskutieren

Die Europäische Zentralbank wird bei ihrer Sitzung am 5. Juli wahrscheinlich über die Senkung des Leitzinses diskutieren. Das sagte EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeure in einem Interview mit der Financial Times. Es gebe kein Hindernis für eine Senkung des geldpolitischen Schlüsselsatzes aus Inflationssicht, sagte der Währungshüter weiter. Ein solcher Schritt könne das Vertrauen der Finanzmärkte stärken, die sich derzeit „in Unordnung befinden“.

Coeure schlug auch vor, dass die EZB ihre Anforderungen an die Qualität der Sicherheiten, die Banken bei Repo-Geschäften hinterlegen müssen, nochmals reduzieren könnte. „Wir haben den Punkt noch nicht erreicht, an dem die Sicherheiten knapp werden, aber die Puffer sind hier und da belastet“. Es gebe eine anhaltende Diskussion darüber, wie die Spannungen gelindert werden können.

Zur Lösung der Probleme in Südeuropa brachte der EZB-Direktor den vorübergehenden Euro-Rettungsschirm EFSF ins Spiel. Coeure forderte Spanien und Italien indirekt auf, beim EFSF den Kauf ihrer Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt zu beantragen. Er verstehe nicht, warum diese Möglichkeit, die schon vor einem Jahr geschaffen worden sei, bisher von keinem Land genutzt werde. Der Währungshüter verwahrte sich andererseits dagegen, dass die EZB selbst wieder am Markt für Staatspapiere tätig werde. „Wir glauben nicht, dass das Wertpapierankaufprogramm derzeit das beste Instrument ist“. Die EZB hat seit Wochen keine neuen Anleihen von Euro-Krisenstaaten auf ihre Bilanz genommen. (Dow Jones)

EU hat kein Geld für neue Wachstumsprogramme

Der für die Vergabe von EU-Fördermitteln zuständige Kommissar Johannes Hahn hat die Erwartungen an zusätzliche Hilfen für Südeuropa aus ungenutzten EU-Geldern gedämpft. „Es gibt keine Gelder, die irgendwo herumliegen und einfach woanders eingesetzt werden könnten“, sagte der österreichische EU-Kommissar der Zeitung „Die Welt“ (Donnerstag). Er nahm damit Bezug auf Pläne des französischen Präsidenten François Hollande, der ungenutzte Fördermittel von 55 Milliarden Euro einsetzen will, um Wachstum in den Krisenländern zu schaffen.

„Was Präsident Hollande vorgeschlagen hat, sind bekannte Ideen, die aber so leider nicht ganz funktionieren. Sie beruhen auf der Einschätzung, dass das Geld frei wäre und zur Verfügung steht. Das ist aber nicht so“, sagte Hahn. Die Fördermittel seien alle bereits EU-Ländern zugewiesen und müssten nun „nach und nach abgerufen werden“.

Zugleich kritisierte er die griechische Verwaltung, die das Förderangebot nicht ausreichend wahrnehme. Griechenland seien pro Jahr etwa 3,5 Milliarden Euro an Fördermitteln zugesagt. Dass diese auch genutzt würden, „ist auch ein Teil der Vereinbarung mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds“. „Es stimmt ja nicht, dass da nur harte Sparmaßnahmen drinstehen“, sagte Hahn. „Aber die Mittel müssten eben abgerufen werden. Daran hakt es - und daran, dass das Geld nicht nur beim Staat ankommt, sondern auch bei den Unternehmen, die Projekte realisieren.“ (dpa-AFX)

Schwäche von Chinas Industrie setzt sich fort

Die Talfahrt der chinesischen Industrie setzt sich weiter fort. Der Einkaufsmanagerindex der Großbank HSBC fiel im Juni auf Basis vorläufiger Daten den achten Monat in Folge und liegt mit 48,1 Punkten unter der Wachstumsgrenze von 50 Zählern. Wie HSBC mitteilte, lag der Index im Mai abschließend bei 48,4 Punkten. „Die Lage im Industriesektor Chinas hat sich weiter eingetrübt, auch wenn es scheint, dass sich der Abwärtstrend verlangsamt hat“, sagte der HSBC-Chefvolkswirt für China, Qu Hongbin.

Die Umfrage unter Einkaufsmanagern zeigt, dass die Firmen vor allem unter sinkenden Bestellungen aus dem Ausland leiden. Die Unternehmen berichten vom stärksten Rückgang der Neuaufträge seit dem Frühjahr 2009 und auch in China selbst beginnt sich der weltweite Abschwung widerzuspiegeln. (Reuters)

Ungarn nimmt Zentralbankgesetz zurück

Ungarn hat sich im Streit mit der EU über die Unabhängigkeit der Zentralbank den internationalen Anforderungen gebeugt. Die Regierung akzeptierte die Änderungsvorschläge für das umstrittene Zentralbankgesetz, wie die Notenbank am Mittwoch bekanntgab. Damit machte das Land nach monatelangem Gezerre den Weg für Verhandlungen über Finanzhilfen frei.

Die Bank und die Regierung hätten einen gemeinsamen Brief an Internationalen Währungsfonds (IWF), Europäischer Zentralbank (EZB) und die Europäische Kommission gesandt, um die Institutionen darüber zu informieren, sagte der für die Hilfsverhandlungen zuständige Minister des Landes, Mihaly Varga, der ungarischen Nachrichtenagentur MTI. Entsprechende Änderungen an dem Gesetz sollten am Donnerstag dem Parlament vorgelegt werden. Das Gesetz könnte dann innerhalb von zwei Wochen angenommen werden.

Varga zufolge sagte die Regierung zu, den für die Geldpolitik zuständigen Zentralbankrat bis zum Ende der Amtszeit von Notenbankchef Andras Simor nicht zu erweitern. Zudem würden die Befugnisse des Gremiums klargestellt. Weitere Details wollte Varga nicht nennen. Ein Vertreter des IWF in Ungarn war zunächst nicht zu erreichen. (Reuters)

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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