Unternehmensnachrichten
Wirecard mit mehr Umsatz und weniger Gewinn als erwartet
Der Zahlungsabwickler Wirecard hat im vierten Quartal mehr umgesetzt aber weniger verdient als von Experten erwartet worden war. Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 26,2 Prozent auf 26,0 Millionen Euro gestiegen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Analysten hatten hingegen mit 26,5 Millionen Euro gerechnet.
Im gerade angelaufenen Jahr will Wirecard einen Gewinn von 103 bis 115 Millionen Euro erwirtschaften. 2011 war ein Ebitda von 84,6 Millionen Euro erzielt worden (+15,4 Prozent). Experten rechnen bislang mit einem Jahresgewinn 2012 von 105 Millionen Euro.
Der Umsatz legte im vierten Quartal um rund 20 Prozent auf 92,3 Millionen Euro und im Gesamtjahr um 19,6 Prozent auf 324,7 Millionen Euro zu. Hier hatten die Markterwartungen bei 90,5 und 323 Millionen Euro gelegen. (dpa-AFX)
GfK verpasst Renditeziel
Die Marktforschungsfirma GfK hat im vergangenen Jahr wegen verschiedener Sonderlasten ihr Renditeziel nicht erreicht. Der Umsatz sei um gut sechs Prozent auf 1,374 Milliarden Euro gewachsen, das angepasste operative Ergebnis sei um drei Millionen auf 188 Millionen Euro gestiegen. Abschreibungen auf Software, Beraterhonorare und die Kosten für die Neubesetzung des Chefpostens hätten das Ergebnis mit mehr als elf Millionen Euro belastet.
Die GfK hatte für 2011 eine operative Rendite von 14,3 Prozent angepeilt, erreichte schließlich aber nur 13,7 Prozent. Einen Ausblick für das laufende Jahr will die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am 12. März geben. (Reuters)
Großbanken wollen Kreditaufnahme bei EZB verdoppeln
Einige der größten Banken der Eurozone wollen sich bei dem zweiten Dreijahrestender der Europäischen Zentralbank einem Zeitungsbericht zufolge deutlich mehr Kredite beschaffen als noch im Dezember. Drei Institutschefs, die nicht namentlich genannt werden wollten, sagten der „Financial Times“ (Dienstagausgabe), sie wollten ihre Teilnahme am 29. Februar verdoppeln oder sogar verdreifachen. Am 22. Dezember hatte die EZB den Banken wegen der Spannungen am Interbankenmarkt fast eine halbe Billion Euro für drei Jahre zur Verfügung gestellt. (Reuters)
ProSiebenSat.1 setzt für Wachstum auf Multimedia
Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 setzt für das weitere Wachstum auf Geschäfte außerhalb der klassischen Fernsehaktivitäten. Der Umsatz im Geschäftsbereich Diversifikation solle bis 2015 mehr als verdoppelt werden, sagte Christian Wegner, der neue Vorstand für New Media und Diversifikation, dem Handelsblatt. Damit will die Sendergruppe vom stagnierenden TV-Werbemarkt unabhängiger werden.
Im europäischen Spielemarkt will ProSiebenSat.1 eine führende Rolle spielen. „Wir sehen im Spielesektor große Wachstumsmöglichkeiten. Deshalb halten wir auch nach Übernahmemöglichkeiten Ausschau“, kündigte Wegner an. Der Konzern wolle aber nur expandieren, wenn die Bewertung stimmt. „Wir setzen eher darauf, kleinere Firmen zu einem guten Preis zu akquirieren und dann selbst groß zu machen“, sagt er der Zeitung. (Dow Jones)
Chinesischer Autobauer SAIC steigert Gewinn dank VW und GM
Der chinesische Autobauer SAIC hat dank seiner Partner General Motors und Volkswagen im vergangenen Jahr deutlich mehr verdient. Die große Nachfrage nach deutschen und amerikanischen Autos in China bescherte dem Unternehmen vorläufigen Zahlen zufolge einen Gewinnanstieg von mehr als 40 Prozent, wie SAIC am Dienstag mitteilte. Insgesamt verkaufte der Autobauer vier Millionen Fahrzeuge, ein Plus von zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. (Reuters)
Amerikanische Banken verschärfen Kreditvergabe an europäische Geldhäuser
Viele amerikanische Banken haben angesichts der europäischen Finanzkrise ihre Voraussetzungen für eine Kreditvergabe an die dortigen Geldhäuser verschärft. Einer am Montag veröffentlichten Umfrage der amerikanischen Notenbank zufolge haben 15 von 26 befragten Banken ihre Anforderungen im letzten Quartal 2011 angehoben, fünf von ihnen sogar erheblich. Die weiteren elf Kreditinstitute gaben an, keine Änderungen gemacht zu haben. Die Voraussetzungen gelockert hat keine Bank. (dapd)
Chinesischer Baukonzern CCC wagt Börsengang
Der Baukonzern China Communications Construction treibt seinen seit längerem erwarteten Börsengang in Shanghai nun doch voran. Allerdings verringerte der Konzern die Größe der Emission drastisch, wie am Dienstag aus Unterlagen an die zuständige Börsenaufsicht hervorging. Das staatlich kontrollierte Unternehmen will 1,6 Millionen Aktien in Schanghai an den Mann bringen und damit umgerechnet rund 600 Millionen Euro einsammeln. Das ist nur noch gut ein Viertel des ursprünglich angepeilten Umfangs. Eigentlich wollte Communications Construction bereits Ende 2010 den Sprung aufs Parkett wagen, stellte den Schritt wegen Börsenturbulenzen jedoch zurück. (Reuters)
Wirtschaftsnachrichten
25 von 27 EU-Ländern besiegeln Fiskalpakt
25 der 27 Staaten der Europäischen Union haben auf dem EU-Gipfel in Brüssel dem Fiskalpakt zugestimmt. Damit sollen die Finanzlage und die Wettbewerbsfähigkeit der Länder verbessert und das Ansehen der Gemeinschaftswährung wiederhergestellt werden. Tschechien und Großbritannien schlossen sich dem Abkommen nicht an. Zudem sind die EU-Staaten offenbar guter Hoffnung, mit Griechenland zu einer Einigung über Strukturreformen zu kommen, die dem geplanten neuen Hilfsprogramm den Weg ebnen würden. Außerdem wurde die vorgezogene Einführung des Euro-Rettungsfonds ESM gebilligt.
In dem Abkommen verpflichten sich die Länder, in ihren Verfassungen Schuldenbremsen nach dem deutschen Vorbild installieren. Bei Missachtung der Haushaltsregeln sind automatische Sanktionen vorgesehen.
Der tschechische Ministerpräsident Petr Necas hatte im Vorfeld des Gipfels seine Ablehnung deutlich gemacht. Er wollte nicht akzeptieren, dass nur Mitglieder der Eurozone über die Einhaltung der Regeln des Paktes und damit über Nicht-Euro-Staaten wachen sollen.
Die Staats- und Regierungschefs billigten zudem den künftigen Eurorettungsfonds ESM, der im Sommer in Kraft tritt und den provisorischen Euro-Fonds EFSF ablöst. Der Fonds soll über 500 Milliarden Euro verfügen, um finanziell angeschlagene Euro-Länder zu unterstützen. Allerdings wird bereits über eine Aufstockung des Fonds diskutiert. (Dow Jones)
China unterliegt abermals im WTO-Disput um Rohstoffexporte
Im Streit um Chinas Exportbeschränkungen bei begehrten Rohstoffen wie Zink und Magnesium bleibt die Welthandelsorganisation (WTO) bei ihrem Urteil, dass Pekings Vorgehen illegal sei. Die Berufungsinstanz der WTO bestätigte am Montag im Wesentlichen eine Entscheidung vom Juli 2011, gegen die China Beschwerde eingelegt hatte.
China müsse Exportzölle und -quoten für neun stark nachgefragte Rohstoffe - darunter auch Koks und das Aluminium-Erz Bauxit - „in Übereinstimmung bringen mit seinen WTO-Pflichten“, erklärte die WTO- Berufungsinstanz.
Das Urteil bestärkte nach Einschätzung von Beobachtern im Westen Hoffnungen, dass China eines Tages auch bei den sogenannten Seltenen Erden, die etwa für die Herstellung von Flachbildschirmen und Handys benötigt werden, Restriktionen fallenlassen könnte. Sie waren allerdings nicht Gegenstand der jetzigen WTO-Entscheidung. (dpa-AFX)
Japans Industrieproduktion überrascht im Dezember positiv
Die japanische Industrieproduktion hat im Dezember 2011 überraschend deutlich zugelegt. Wie die Regierung in einem ersten Ausweis mitteilte, stieg die industrielle Erzeugung gegenüber dem Vormonat um 4 Prozent. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten lediglich einen Anstieg um 2,9 Prozent vorhergesagt.
Für das letzte Quartal des alten Jahres hat die Regierung einen Rückgang des Ausstoßes um 0,4 Prozent zum Vorquartal gemeldet. Das Handelsministerium erwartet, dass sich das Wachstum der industriellen Erzeugung im Januar und Februar fortsetzt.
Die Lage auf dem japanischen Arbeitsmarkt bleibt unterdessen angespannt. Die Arbeitslosenquote stieg im Dezember auf 4,6 Prozent nach 4,5 Prozent im November, wie die Regierung am Dienstag bekanntgab. Zugleich stiegen die durchschnittlichen Ausgaben der japanischen Haushalte um 0,5 Prozent. (Dow Jones, dpa-AFX)
Juncker schließt staatlichen Forderungsverzicht für Griechenland nicht aus
Der Vorsitzende der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, schließt eine Einbeziehung staatlicher Gläubiger in einen Schuldenschnitt für Griechenland nicht aus. Im Deutschlandfunk sagte Juncker, die Gespräche mit den privaten Gläubigern müssten „nach Möglichkeit bis Ende der Woche“ die zu Ende gebracht werden. „Danach können wir überlegen, ob andere zu weiteren Hilfestellungen bereit sein müssen“, fügte er hinzu. (Dow Jones)
Gesundheitskosten gefährden Ratings von G20-Ländern
Steigende Gesundheitskosten gefährden der Ratingagentur Standard & Poor’s zufolge die Bonitätsnoten einiger G20-Länder. Sollten einige Industrienationen in Europa, aber auch Japan oder die Vereinigten Staaten die Ausgaben für ihr Gesundheitswesen nicht in den Griff kriegen, könnten sie ab 2015 heruntergestuft werden, teilte die Agentur am Montag mit. Ab 2020 könnte die Anzahl der Länder mit Ramschstatus steigen. Die Ausgaben für das Gesundheitswesen würden in Industrienationen aufgrund der alternden Bevölkerung in Zukunft deutlich steigen. Die Sozialsysteme würden dann überfordert, Reformen seien nötig, erläuterte S&P. (Reuters)
