Angela Merkel unterstrich während ihres Besuchs in Kanada erneut den politischen Willen der EU-Regierungen, alles Nötige zur Stabilisierung des Euro tun zu wollen. Das hatte bereits den asiatischen Börsen Auftrieb gegeben.
Der deutsche Leitindex stieg bis zur Mittagszeit um 0,31 Prozent auf 7.017,18 Punkte. Bereits am Vortag hatte er die 7.000er-Marke erstmals wieder seit April dieses Jahres kurzfristig überwunden. Der M-Dax rückte um 0,86 Prozent auf 11.189,09 Punkte vor. Der TecDax gewann 0,95 Prozent auf 793,42 Punkte. Der breite FAZ-Index legte derweil um 0,37 Prozent auf 1512,37 Punkte zu. Der Kurs des Euro profitierte ebenfalls von den Aussagen Merkels und stieg auf 1,2371 US-Dollar.
„Nach langer Zeit ist endlich wieder etwas Ruhe in die Märkte eingekehrt“, kommentierte Händler Markus Huber von ETX Capital. Dabei verwies er auf die Aussage von EZB-Chef Draghi vor etwas mehr als zwei Wochen, dass seinerseits alles getan werde, um den Euro zu erhalten. Die Worte der Kanzlerin runden nun laut einem Marktstrategen das Bild ab und schüren die Hoffnung auf weitere geldpolitische Lockerungen seitens der Europäischen Zentralbank (EZB). Bevor sich das Augenmerk erneut auf anstehende Konjunkturdaten aus den USA am Nachmittag richtet, blieb es am Markt recht ruhig. Nachrichten gab es nur wenige nach dem Ende der Berichtssaison.
Bankenwerte mit an der Dax-Spitze
Die Titel der Deutschen Bank waren Spitzenwert im deutschen Leitindex mit plus 2,52 Prozent auf 26,46 Euro. Die Aktien der Commerzbank stiegen um 2,04 Prozent. „Die Politik Merkels wird zukünftig wohl etwas italienischer ausfallen, also mehr Unterstützung für die Euro-Südländer. Und die Banken haben die Anleihen dieser Länder“, begründete Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank die Kursgewinne.
Die Allianz-Aktie profitierte von überraschend starken Halbjahreszahlen des Schweizer Versicherers und Konkurrenten Swiss Life und stieg um 0,84 Prozent. Schwächster Dax-Wert war wegen eines drohenden Streiks des Kabinenpersonals das Papier der Lufthansa mit minus 1,48 Prozent. Bei den Tarifverhandlungen zwischen der Fluglinie und der Gewerkschaft UFO sei wohl keine Einigung erzielt worden, was die Aktie belastet, sagten Händler. Aus Kreisen der Gewerkschaft hieß es, dass am frühen Nachmittag vermutlich ein Scheitern der Verhandlungen erklärt werde.
Eine negative Studie drückte auf die Aktie der Deutschen Post, die an vorletzter Stelle um 1,01 Prozent nachgab. UBS-Analyst Dominic Edridge hatte das Papier des Logistikunternehmens auf „Neutral“ abgestuft und dies damit begründet, dass sich die Konjunktur zunehmend eintrübe. Die im zweiten Quartal beeindruckende Entwicklung der Sparte DHL Express könnte sich, wenn es auf den Höhepunkt der Versandsaison zugeht, abschwächen und das Briefgeschäft stärker als erwartet unter Druck geraten.
alles Nötige für wen spricht sie eigentlich
Michael Radloff (melursus)
- 17.08.2012, 17:46 Uhr
Merkel und die EUdSSR
Teito Klein (Pandora0611)
- 17.08.2012, 15:16 Uhr
