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Marktbericht Google-Patzer drücken die Nasdaq

 ·  Die Hoffnung auf Fortschritte bei der Lösung der Euro-Krise hat die Aktien-Anleger in Europa bei Laune gehalten. Eine schwache Bilanz von Google drückt dagegen die Kurse an der Nasdaq.

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Der Dax schloss 0,6 Prozent fester bei 7437 Zählern, der marktbreite FAZ-Index 0,5 Prozent höher bei 1591 Zählern. „Die Anleger am deutschen Aktienmarkt wollen vom EU-Gipfel einfach gute Nachrichten hören“, sagte ein Börsianer. „Tatsachen wie die noch immer bestehende Uneinigkeit zwischen Deutschland und Frankreich werden einfach ignoriert.“

Neben der Bankenunion bewegten aber auch Griechenland und Spanien die Gemüter. Börsianer warten darauf, ob das Treffen Neues zu einem möglichen Hilfsantrag Spaniens oder zu weiteren Finanzhilfen für Griechenland bringen wird. Sollte Spanien um Hilfe bitten, könnte das die Kurse stützen, sagte Aktienstratege Heinz-Gerd Sonnenschein von der Postbank.

Kaufempfehlung hilft Wincor Nixdorf

Infineon setzten ihren Höhenflug der vergangenen Tage fort und verzeichneten ein Plus von 3,3 Prozent auf 5,39 Euro. Seit Montag haben die Papiere bereits gut neun Prozent zugelegt. Händler verwiesen auf Erholungseffekte und die am Donnerstag vermeldete Erhöhung des Stimmrechtsanteils von Vermögensverwalter Blackrock. Infineon hat im vergangenen Montag mehr als zehn Prozent verloren. Bergab ging es vor allem Ende September, als das Unternehmen erklärt hatte, es rechne mit einem schwachen Weihnachtsquartal.

Eine Kaufempfehlung bescherte den Aktien von Wincor Nixdorf ein Plus von mehr als 11 Prozent. Die Bank of America/Merrill Lynch hat die Papiere auf „Buy“ von „Neutral“ hochgestuft. In der Analysteneinschätzung werde auf ein neues Bezahlsystem von Wincor für Mobiltelefone hingewiesen, das auf der Android-Software von Google basiere und Wincor den Weg in neue Geschäftsfelder ebne, zitierten Händler aus dem Kommentar.

Nokia nach Quartalszahlen im Plus

Auf internationaler Ebene sorgten einige Quartalsberichte für Enttäuschung. In Paris fiel der Kurs von Remy Cointreau um bis zu 8,4 Prozent, nachdem der Spirituosen-Hersteller im zweiten Quartal ein rückläufiges Umsatzwachstum vermeldet hatte. Akzo Nobel verloren nach tiefroten Quartalszahlen vier Prozent. Der BASF-Konkurrent hat wegen hoher Abschreibungen auf sein schwächelndes Geschäft mit Wandfarben (“Dulux“) in Europa einen Milliardenverlust verbucht.

Zunächst deutlich im Plus lagen die Aktien des angeschlagenen Handy-Riesen Nokia. Der Fehlbetrag pro Aktie fiel im dritten Quartal nicht ganz so hoch aus wie von den Analysten erwartet. Der Kurs stieg um bis zu 10,2 Prozent auf 2,42 Euro, den höchsten Stand seit mehr als sechs Wochen. Aus dem Handel gingen sie allerdings nur ein Prozent höher.

Auf keinen grünen Zweig kamen die Aktien der ältesten Bank der Welt, der italienischen Banca Monte dei Paschi di Siena. Moody’s stufte die Kreditwürdigkeit des drittgrößten Geldhauses des Landes auf Ramschniveau herab. Nach Einschätzung der Ratingagentur benötigt das ehrwürdige Finanzinstitut mehr staatliche Hilfe als die bereits beantragten 1,5 Milliarden Euro. Die Aktie fiel um 6,4 Prozent auf 0,23 Euro.

Google drückt die Nasdaq ins Minus

Die Investoren an Wall Street tun sich am Donnerstag schwer, treibende und belastende Faktoren präsentieren sich in bunter Mischung. So haben der Index der Frühindikatoren und der Philadelphia-Fed-Index die Erwartungen übertroffen. Andererseits bremsen die zuvor veröffentlichten Arbeitsmarktdaten, in der vergangenen Woche haben unerwartet viele Amerikaner Arbeitslosenhilfe beantragt.

Überzeugende Quartalsausweise einiger großer amerikanischer Unternehmen treten darüber in den Hintergrund. Die Nasdaq leidet unter den Quartalszahlen von Google. Offenbar versehentlich hat dieser während des laufenden Börsenhandels seine Zwischenbilanz für das dritte Quartal vorgelegt. Zwar stieg der Umsatz, doch hat Google weniger pro Klick verdient  Zudem nagen gestiegene Kosten am Gewinn. Der Aktienkurs fiel um mehr als 9 Prozent.

Die Zeile in der Mitteilung „Zitat von Larry steht noch aus“ deutet auf einen Patzer hin. Larry Page ist einer der beiden Gründer und der amtierende Firmenchef von Google. Bis zur Klärung der Umstände wurde der Handel mit der Aktie ausgesetzt.

Der Nasdaq Composite gibt um 0,8 Prozent auf 3079 Punkte nach. Der Dow-Jones-Index verliert leicht auf 13565 Punkte. Der S&P-500 verliert 0,2 Prozent auf 1458 Stellen.

Morgan Stanley überrascht positiv

Unter den vorbörslich veröffentlichten Quartalszahlen überraschten dagegen die von Morgan Stanley und Travelers positiv. Morgan Stanley ist zwar aufgrund der Neubewertung eigener Schulden tief in die roten Zahlen gerutscht, hat aber bereinigt um diesen Effekt besser als erwartet abgeschnitten. Die Aktie zeigt sich dennoch um 1,2 Prozent schwächer. Der Versicherer Travelers sah sich im dritten Quartal mit geringeren Schadensforderungen konfrontiert als befürchtet. Das Ergebnis je Aktie lag daher deutlich über dem Analystenkonsens. Der Kurs steigt um 3,8 Prozent.

Dagegen hat der Tabakkonzern Philip Morris im dritten Quartal unter der Konjunkturschwäche der Eurozone und ungünstigen Wechselkursen gelitten. Das Unternehmen sah sich gezwungen, seine Ertragserwartungen zurückzuschrauben. Das drückt den Kurs der Aktie um 2,7 Prozent.

American Express, deren Kurs um 2,5 Prozent fällt, hat mit dem Umsatz im Quartal die Analystenschätzungen verfehlt. Verizon hat die Erwartungen des Marktes getroffen und auch den Ausblick bestätigt. Die Aktie gewinnt 1,7 Prozent.

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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