Home
http://www.faz.net/-gw7-72zsw
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Marktbericht Deutsche Aktien kaum bewegt

 ·  Nach gemischten Konjunkturdaten haben die deutschen Aktien fast unverändert geschlossen. Es trete die Unsicherheit in den Vordergrund, ob die Maßnahmen der Notenbanken ausreichten, heißt es.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Im Sog schwacher asiatischer Konjunkturdaten startete der Dax deutlich im Minus. Bis zum Handelsschluss dämmte er die Verluste dann aber auf minus 0,02 Prozent bei 7.389 Punkten ein. Der marktbreite FAZ-Index ging ebenfalls kaum verändert mit 1578 Zählern aus dem Handel.

In China hatten Umfragen unter Einkaufsmanagern einen abermaligen Produktionsrückgang im September signalisiert. Hinzu kamen schwache japanische Exporte und die deutlich eingetrübte Stimmung französischer Einkaufsmanager, gleichwohl sie sich in Deutschland verbesserte.

Gemischte Konjunkturdaten

Obendrein waren die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten aus den Vereinigten Staaten etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Am späten Nachmittag hätten dann der besser als gedacht ausgefallene Philly Fed Index die Stimmung etwas aufgehellt, sagte Analyst Gregor Kuh von IG.

Spannende Nachrichten gab es vom Börsenparkett. Talanx will nun doch schnell an die Börse. Der Versicherungskonzern hat seinen erst vergangene Woche zu den Akten gelegten Börsengang nach „ermutigenden Rückmeldungen aus dem Kapitalmarkt“ wieder aufs Schild gehoben. Die Angebotsfrist beginnt bereits am morgigen Freitag.

Daimler unter Druck

Daimler ist nicht mehr ganz so optimistisch für 2012 mit rechnet mit einem Rückgang des Gewinns bei Mercedes-Benz. Als Grund wird die Abschwächung des Wachstums in China, der Wettbewerbsdruck und die Schwäche in der EU genannt. Analysten befürchteten zuvor eher Probleme im Lkw-Bereich. „Das steht im Widerspruch zur guten Entwicklung der neuen A-Klasse“, so Albrecht Denninghoff von Silvia Quandt.

Möglicherweise verkauften sich die hochpreisigen Modelle der S-, E- und C-Klasse in Europa doch schlechter als gedacht. Die Daimler-Aktie geriet unter Druck und verlor 2 Prozent auf 39,22 Euro. Schwächster Wert waren allerdings Commerzbank, die um 4 Prozent nachgaben.

Billigfliegerbeschluss hilft Lufthansa

Dagegen stieg der Kurs der Lufthansa-Aktie um 1,8 Prozent auf 10,97 Euro. Zum einen wurde das Plus mit dem anhaltenden Ölpreisrückgang begründet. Zum anderen hat der Vorstand die Gründung einer Billigflugtochter beschlossen. Mit ihrer Hilfe will die Lufthansa in Europa endlich wieder Gewinne einfliegen.

Licht und Schatten sieht ein Marktteilnehmer im Zukauf des Anbieters von biologischen Saatgutbehandlungsprodukten Becker Underwood durch BASF. Strategisch sei dieser eher kleine Zukauf sinnvoll. Allerdings greife BASF dafür auch tief in die Tasche. Für einen Umsatz von 240 Millionen Dollar zahle der Chemiekonzern gut eine Milliarde Dollar, also das Vierfache des Umsatzes. An der Börse wird der Zukauf positiv gewertet, die Aktie schloss mit einem Plus von 0,7 Prozent bei 67,44 Euro.

Moderate Verluste an Wall Street

Die amerikanischen Börsen geben leicht nach. Die schwachen Konjunkturdaten aus Asien und Europa und die enttäuschenden Zahlen vom Arbeitsmarkt drücken etwas auf die Stimmung. Dass sich allerdings das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im September stärker als erwartet aufhellte und bei den Frühindikatoren negative Überraschungen ausblieben, begrenzt die Verluste.

Der Dow Jones Industrial sinkt um 0,1 Prozent auf 13.568 Punkte. Für den breiter gefassten S&P 500-Index geht es um 0,2 Prozent auf 1.458 Punkte abwärts. An der Technologiebörse Nasdaq verliert der Composite Index 0,3 Prozent auf 3.172 Punkte.

Adobe gefragt

Unter den Einzelwerten rücken die Aktien von Adobe Systems nach den am Vorabend nach Börsenschluss veröffentlichten Zahlen zum dritten Geschäftsquartal in den Fokus. Der Software-Konzern verfehlte beim Gewinn vor Sonderposten zwar die Analystenerwartungen leicht und blieb auch für das vierte Quartal mit seiner Umsatzprognose hinter den Schätzungen der Analysten zurück. Die Aktie legte dennoch weiter zu und stieg nach einem Plus von 1,7 Prozent am Vortag nun um 1,9 Prozent.

Unterdessen drückt die angeschlagene Bank of America laut einem Pressebericht beim Stellenabbau aufs Tempo. Bis Ende des Jahres soll die Zahl der Beschäftigten unter 260.000 sinken, schrieb das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf interne Dokumente. Die Aktie gibt im Einklang mit dem an diesem Tag schwachen Bankensektor insgesamt etwas mehr als 1,1 Prozent ab.

Die Papiere des Sportartikelherstellers Nike konnten nicht von der Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 8 Milliarden Dollar profitieren. Sie gaben um marktkonforme 0,4 Prozent nach.

Der Kurs von Bed Bath & Beyond fällt um 7,7 Prozent. Der Sanitärhändler enttäuschte die Anleger mit seinem Quartalsgewinn. Oracle sinken um 0,7 Prozent. Der SAP-Konkurrent wird nach Börsenschluss seine Zahlen zum ersten Geschäftsquartal bekannt geben.

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Emittenten-News
Anzeige
Für die Inhalte sind die Emittenten verantwortlich
Weitersagen
Finanzmärkte aktuell
Name Wert Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  F.A.Z.-Anleih… --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
  Bund Future --  --
Wertpapiersuche