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Marktbericht 7000er-Marke bleibt für Dax vorerst unerreichbar

 ·  Die Anziehungskraft der 7000er-Marke lässt langsam nach. Dazu enttäuschen die Kennzahlen der Telekom und der Commerzbank die meisten Anleger. Fresenius wird wohl einen neuen Versuch bei der Übernahme von Rhön-Klinikum wagen.

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Knapp daneben ist auch vorbei: Der Dax ist am Donnerstag einmal mehr an der psychologisch wichtigen Marke von 7000 Punkten gescheitert. Nach seinem knapp zehnprozentigen Anstieg in den vergangenen beiden Wochen stellen sich immer mehr Investoren die Frage, ob dieses Plus gerechtfertigt ist. Der deutsche Leitindex verabschiedete sich fast unverändert bei 6964,99 Punkten in den Feierabend. Der EuroStoxx50 notierte 0,1 Prozent fester bei 2434,31 Zählern. An der Wall Street lag der amerikanische Standardwerteindex Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 0,1 Prozent im Minus.

„Wenn man eine weitere Lockerung der Geldpolitik erwartet und realistische Chancen auf ein moderates Gewinnwachstum sieht, sind Aktien nicht besonders teuer“, sagte Investment-Stratege Richard Batty von Standard Life Investments. „Man sollte sich aber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.“ Die Politik wecke meist hohe Erwartungen, die sie dann enttäusche, betonte sein Kollege Henk Potts von Barclays Wealth Management. „Dies wird Anleger vorerst im Zaum halten.“ EZB-Chef Mario Draghi hatte mit seinem Bekenntnis zum Euro Ende Juli zunächst Spekulationen auf unbegrenzte Käufe von Anleihen kriselnder Staaten durch die Notenbank genährt. Die EZB will aber nur dann einspringen, wenn Staaten Hilfsanträge beim EU-Rettungsfonds stellen und sich den entsprechenden Spar- und Reformauflagen unterwerfen.

Telekom und Commerzbank auf Talfahrt

Durchwachsene Geschäftszahlen einiger Konzerne erhöhten den Druck auf die Aktienindizes. Im Dax kamen Deutsche Telekom und Commerzbank mit ihren Zwischenberichten bei den Anlegern nicht sonderlich gut an - auch wenn es bei beiden positive Signale gab, wie Börsianer betonten. So begrüßten sie bei der Telekom vor allem die stabile Dividendenrendite von derzeit rund sieben Prozent. Bemängelt wurde die mangelnde Phantasie für die Zukunft. T-Aktien rutschten um zwei Prozent auf 9,21 Euro ab. Die Papiere des Konkurrenten France Telecom verloren in Paris 0,7 Prozent.

Auch bei der Commerzbank machten Analysten Licht und Schatten aus: Die Stärkung der Kapitaldecke wurde durchweg positiv gewertet. Enttäuscht zeigten sich Börsianer aber über den zurückhaltenden Ausblick. Der Aktienkurs rauschte um 4,2 Prozent in den Keller auf 1,23 Euro.

Metro legten gegen den Trend zwei Prozent auf 23,80 Euro zu, nachdem der Konzern im Dauer-Streit mit Media-Saturn-Gründer Erich Kellerhals um das Sagen bei Europas größter Elektrohandelskette einen Punktsieg errungen hatte. Die Spekulationen um eine Herausnahme von Media-Saturn aus der Metro-Bilanz seien nun beendet, schrieb DZ Bank-Analyst Herbert Sturm in einem Kommentar. Damit könnten sich Anleger wieder auf die Fundamentaldaten konzentrieren. Viel Luft nach oben habe die Metro-Aktie allerdings nicht, da eine Gewinnwarnung nicht ausgeschlossen werden könne.

Fresenius an Rhön interessiert

Kräftig zulegen konnten dagegen Rhön-Klinikum, die sich im Nebenwerte-Index MDax um 3,9 Prozent auf 18,25 Euro verteuerten. Auslöser der Rally war eine Reuters-Meldung, der zufolge ein zweites Übernahme-Angebot von Fresenius immer wahrscheinlicher wird. „Positiv ist vor allem, dass Fresenius sich zunächst mit einer Mehrheit von 50 Prozent plus einer Aktie zufriedengeben würde“, sagte ein Händler. Danach wäre eine größere Mehrheit vermutlich rasch zu erwerben.
Beim Motorenbauer Deutz sorgten schwache Quartalszahlen und gesenkte Jahresziele am M-Dax-Ende für Kursverluste von 6,62 Prozent.

Im Technologie-Index TecDax verdunkelte sich für viele Anleger von SMA Solar der Himmel - da half auch eine leichte Anhebung der Prognose nichts. „Die Zahlen lagen unter den Erwartungen“, schrieb Equinet-Analyst Stefan Freudenreich in einem Kommentar. „Das Wachstum der Auslieferungen kann nicht mit dem des Konkurrenten Power One mithalten.“ SMA brachen um 7,7 Prozent ein, Power One gewannen an der Wall Street 2,3 Prozent.

Der EuroStoxx 50 legte um 0,20 Prozent auf 2437,04 Punkte zu. In Paris und London schlossen die Börsen ebenfalls freundlich.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,14 Prozent am Vortag auf 1,16 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,07 Prozent auf 134,40 Punkte. Der Bund-Future kletterte um 0,04 Prozent auf 142,76 Punkte. Der Euro-Kurs sank. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,2301 (Mittwoch: 1,2336) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8129 (0,8106) Euro.

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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