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Blick auf den Finanzmarkt Unsicherheit über amerikanische Geldpolitik drückt den Dax

 ·  Spekulationen auf eine mögliche Straffung der Geldpolitik in den Vereinigten Staaten haben den Dax am Freitag zum Handelsstart belastet. Der Leitindex notierte am Morgen 0,2 Prozent im Minus, nachdem er am Vortag bereits um 0,3 Prozent gefallen war. Kopfzerbrechen bereitete den Börsianern das am Donnerstagabend veröffentlichte Protokoll der amerikanischen Notenbank. Demnach sehen einige Mitglieder des für Geldpolitik zuständigen Offenmarktausschusses die Konjunkturhilfen zunehmend skeptisch. Das löste Spekulationen aus, ob und wann die Fed von ihrem bisherigen Kurs abweichen könnte.

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Vor dem amerikanischen Arbeitsmarktbericht hat der Dax am Freitag abermals leicht nachgegeben. Der deutsche Leitindex sank in den ersten Minuten um 0,2 Prozent auf 7739,4 Punkte. Nach einem starken Jahresauftakt hatte der Dax tags zuvor bereits etwas zurückgesetzt. Der M-Dax gab derweil um 0,2 Prozent auf 12.167 Punkte nach und entfernte sich damit wieder etwas von seinem gestrigen Rekordhoch. Der Tec-Dax fiel um 0,2 Prozent auf 852,6 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index verlor 0,2 Prozent auf 1666,3 Punkte.

„Die erste Euphorie ist mittlerweile verflogen und dem Dax fehlt ein bisschen die Richtung“, sagte Analystin Katrin Ehling von X-Trade Brokers. Die Einsicht, dass der nächste Streit im amerikanischen Kongress programmiert ist, habe die Anleger gezügelt. Ein zusätzlicher Stimmungsdämpfer kam Händlern zufolge aus den Vereinigten Staaten: Wie aus dem Protokoll der amerikanischen Notenbank hervorging, erwarten die meisten Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses der Fed, dass die monatlichen Anleihekäufe in diesem Jahr beendet werden. Die Anleger fürchteten nun, dass dem Aktienmarkt wieder ein Teil der Liquidität entzogen werden könnte, die die Kurse in den vergangenen Monaten so deutlich angetrieben hat.

Deutsche Anleihen verlieren nach schwachen amerikanischen Vorgaben

Am Markt für deutsche Staatsanleihen haben die Kurse am Freitag nach schwachen amerikanischen Vorgaben an die Verluste vom Vortag angeknüpft und weiter deutlich verloren. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future fiel am Morgen um 0,2 Prozent auf 143,3 Punkte. Zeitweise rutschte der Bund-Future im frühen Handel auf 143,02 Zähler und damit auf den tiefsten Stand seit Anfang November 2012. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg zuletzt um zwei Basispunkte auf 1,50 Prozent.

„Aufgrund der Vorgaben aus dem späten amerikanischen Handel wird sich die Talfahrt des Euro-Bund-Futures erst einmal fortsetzen“, sagte Dirk Gojny von der National-Bank in Essen. Die amerikanische Notenbank erwägt laut dem Protokoll der jüngsten Sitzung noch in diesem Jahr ein Ende der Anleihekäufe zur Stützung der amerikanischen Wirtschaft. Das habe die Kurse amerikanischer Anleihen belastet und für eine schwache Vorgabe gesorgt, so Gojny. Im weiteren Handelsverlauf wird sich das Interesse der Anleger abermals auf die Vereinigten Staaten richten. Der am Nachmittag zur Veröffentlichung anstehende offizielle Arbeitsmarktbericht der amerikanischen Regierung wird am Markt stark beachtet, und er dürfte für neue Impulse im Devisenhandel sorgen.

Euro stabilisiert sich nach Kursrutsch über der Marke von 1,30 Dollar

Der Euro hat sich am Freitag nach seinen kräftigen Kursverlusten vom Vortag vorerst stabilisiert. Am Donnerstagabend hatten noch Hinweise auf ein mögliches Ende der Anleihekäufe der amerikanischen Notenbank dem Dollar Auftrieb verliehen und den Euro im Gegenzug belastet. In der Nacht zum Freitag rutschte die Gemeinschaftswährung zeitweise auf 1,3017 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Mitte Dezember. Im frühen Handel erholte sich der Euro aber etwas, und erreichte zuletzt 1,3040 Dollar. Am Vortag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3102 (Mittwoch: 1,3262) Dollar festgesetzt.

Das Protokoll der letzten Sitzung der amerikanischen Notenbank macht deutlich, dass die Zentralbank ihre Stützungsmaßnahmen für die amerikanische Wirtschaft möglicherweise noch im laufenden Jahr einschränken wird. Die neue Sichtweise der amerikanischen Währungshüter habe die Märkte völlig überrascht und dem Dollar Auftrieb verliehen, hieß es von Händlern. Im weiteren Handelsverlauf wird sich das Interesse der Anleger abermals auf die Vereinigten Staaten richten. Der am Nachmittag zur Veröffentlichung anstehende offizielle Arbeitsmarktbericht der amerikanischen Regierung wird am Markt stark beachtet, und er dürfte für neue Impulse im Devisenhandel sorgen.

Überwiegend leichte Verluste an asiatischen Aktienmärkten

Aussagen über das voraussichtliche Ende von monatlichen Anleiherückkäufen durch die amerikanische Notenbank haben am Freitag die meisten asiatischen Börsen belastet. Der länderübergreifende MSCI Asia Apex 50, der die Aktienkurse der 50 größten Unternehmen Asiens exklusive Japan enthält, gab um 0,8 Prozent auf 916 Punkte nach. Die Börsen in Japan und der Volksrepublik China hingegen legten an ihrem ersten Handelstag im neuen Jahr zu. Der Nikkei-225-Index in Tokio übersprang zudem erstmals seit Anfang März 2011 zeitweise die Marke von 10.700 Punkten und erreichte bei 10.734 Punkten wieder den Stand, den er vor dem verheerenden Erdbeben samt Fukushima-Katastrophe gehabt hatte. Wie am Donnerstag aus dem Protokoll der amerikanischen Notenbank hervorging, erwarten die meisten Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses der Fed, dass die monatlichen Anleihekäufe in diesem Jahr beendet werden. Uneinigkeit habe nur darüber geherrscht, ob sie bis zum Schluss des neuen Jahres nötig sein würden. Das belastete in Hongkong den Hang Seng, der um 0,6 Prozent auf 23.254,5 Punkte sank.

In Seoul büßte der Kospi-Index 0,4 Prozent auf 2011,9 Punkte ein. In Mumbai drückte es leicht auf die Stimmung: Der Sensex gab um 0,2 Prozent auf 19.727,4 Punkte nach. Der FTSE Straits Times Index in Singapur verlor 0,1 Prozent auf 3222,5 Punkte. Der japanische Nikkei-225-Index dagegen legte an seinem ersten Handelstag im neuen Jahr kräftig um 2,8 Prozent auf 10.688,1 Punkte zu. Er holte damit die Rally der weltweiten Börsen vom Mittwoch im Anschluss an den Kompromiss im amerikanischen Haushaltsstreit nach. „Wir haben eine richtige Erleichterungsrally gesehen“, sagte ein Börsianer. „Aber es wird bald schon wieder härtere Zeiten geben, denn die amerikanischen Konjunkturdaten sind weiterhin recht gemischt.“ In China stieg der CSI 300 Index an seinem ersten Handelstag im neuen Jahr um 0,1 Prozent auf 2515,6 Punkte. Er enthält die Aktien der 300 größten Unternehmen vom chinesischen Festland mit einer Börsennotierung in Shanghai oder Shenzhen.

Nachbörse Nyse: Accuray, Coinstar und Progress unter Druck

Ein wenig leichter präsentierten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Donnerstag im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator fiel um 0,9 Punkte auf 2731,36 Zähler.

Bei den im nachbörslichen amerikanischen Geschäft am Donnerstag reger gehandelten Papieren haben Kursverluste überwogen. Einen regelrechten Absturz verzeichneten die Aktien des Medizintechnikunternehmens Accuray, die bis 19.59 Uhr Ortszeit New York auf nasdaq.com um 19,5 Prozent auf 5,46 Dollar nachgaben. Accuray hatte Restrukturierungsmaßnahmen angekündigt und in diesem Zusammenhang den Abbau von 13 Prozent der Arbeitsplätze. Zudem rechnet das Unternehmen mit deutlich niedrigeren Gewinnen. Coinstar verloren 3,1 Prozent auf 50,42 Dollar. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, dass Chief Financial Officer J. Scott Di Valerio Nachfolger des ausscheidenden Coinstar-Chefs Paul Davis wird. Die Aktien von Progress Software litten unter einem Rückgang des Umsatzes im vierten Quartal, wenngleich das Unternehmen den Gewinn steigern konnte. Der Kurs gab um 3,5 Prozent nach auf 20,15 Dollar.

Fed-Sorgen bremsen nach Neujahrsrally amerikanische Börsen aus

Anzeichen für wachsende Sorgen in der Fed-Führung über Risiken ihrer massiven Konjunkturhilfen haben die Anler an der Wall Street am Donnerstag verunsichert. Zwar dürfte die amerikanische Notenbank ihr Programm zum Kauf von Staatsanleihen bis auf weiteres fortsetzen. Doch zeigte das Protokoll zur jüngsten geldpolitischen Sitzung eine zunehmende Zurückhaltung in der Spitze der Federal Reserve gegenüber einer weiteren Aufblähung der Bilanz. Während einige Fed-Vertreter demnach die Notwendigkeit weiterer Hilfen betonten, meinten andere, dass die Staatsanleihen-Käufe vor Ende 2013 verlangsamt oder gestoppt werden sollten. Überraschend positive Zahlen vom kriselnden amerikanischen Arbeitsmarkt konnten die Abschläge aber in Grenzen halten. Zuvor war schon an den europäischen Börsen nach der Jubelstimmung zum Jahresauftakt Ernüchterung eingekehrt. Der Dow-Jones-Index der 30 Standardwerte schloss 0,2 Prozent tiefer bei 13.391 Punkten. Im Verlauf pendelte er 13.430 und 13.358 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verlor ebenfalls 0,2 Prozent auf 1459 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büßte 0,4 Prozent auf 3100 Punkte ein. In Frankfurt schloss der Dax 0,3 Prozent im Minus bei 7756 Punkten. Das sei nach den zuletzt satten Gewinnen des deutschen Leitindexes aber sicher keine ungesunde Entwicklung, sagte Marktstratege Johannes Bollongino von IG Markets.

Hatte die Einigung im Haushaltsstreit in den Vereinigten Staaten am Mittwoch noch weltweit für Euphorie an den Börsen gesorgt, traten die Anleger nun auf die Bremse. Nach dem Fed-Protokoll richtete die Wall Street ihr Augenmerk nun auf den bevorstehenden Streit im Kongress über die Anhebung der Schuldengrenze. Analysten warnten nach der jüngsten Rally vor zu großem Optimismus. „Ich wäre vorsichtig, was große Aufwärtsbewegungen betrifft“, sagte Jeff Meyerson von Sunrise Securities. „Im Haushaltsstreit sind immer noch einige Wolken am Horizont zu erkennen.“ Dennoch zeigten sich Experten grundsätzlich zuversichtlich, dass die Börsen - auch dank der niedrigen Zinsen - ihren Aufwärtskurs bald wieder aufnehmen könnten. „Auf kurze Sicht rechne ich nicht mit vielen schlechten Nachrichten. Die meisten Hürden, wie etwa der Haushaltsstreit, sind überwunden, und in den nächsten Wochen dürfte die Stimmung an den Märkten recht positiv sein“, sagte Philippe Gijsels, Analyst bei BNP Paribas Fortis Global Markets. Abgefangen wurde der Kursrückgang in New York von Daten zum amerikanischen Arbeitsmarkt. Demzufolge wurden in der Privatwirtschaft im Dezember mit 215.000 Jobs deutlich mehr Stellen geschaffen als erwartet.

Bei den Einzelwerten standen in New York die Einzelhändler nach Umsatzzahlen aus dem wichtigen Dezembergeschäft im Mittelpunkt. So gewannen die Papiere von Costco ein Prozent, nachdem der vergleichbare Umsatz überraschend kräftig um 9 Prozent gestiegen war. Die Aktien von GAP kletterten um 2,3 Prozent. Die Bekleidungskette will laut „Wall Street Journal“ die Damenmodekette Intermix übernehmen, um in den Luxusmodemarkt zu expandieren. Die Titel von Family Dollar Stores brachen dagegen um rund 13 Prozent ein, nachdem der Quartalsgewinn geringer als erwartet ausgefallen war. Besonders gefragt waren Solarwerte. Starinvestor Warren Buffett will bis zu 2,5 Milliarden Dollar über seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway in ein Projekt des amerikanischen Unternehmens Sun Power stecken. „Wenn ein eher konservativ ausgerichteter Anleger wie Buffett in Solarprojekte einsteigt, ist das für die Branche ein gutes Zeichen“, sagte ein Händler. Die Aktien von Sun Power schossen rund 48 Prozent nach oben und zogen auch den Tec-Dax in Frankfurt mit. Der Technologieindex gewann 1,3 Prozent. SMA Solar und Solarworld kletterten um rund 12 beziehungsweise 15 Prozent, im M-Dax gewannen Wacker Chemie 5,1 Prozent.

Kursverluste bei amerikanischen Anleihen ausgeweitet nach FOMC Minutes

Die Kurse von amerikanischen Staatsanleihen sind am Donnerstag nach der Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls der amerikanischen Notenbank (Minutes) weiter gesunken. Nach dem kräftigen Minus vom Vortag infolge des Kompromisses im amerikanischen Haushaltsstreit hätten sich die Anleger zunächst zurückgehalten, sagten Händler. Für einen deutlicheren Druck auf die Kurse sorgte dann aber den Experten zufolge die Vorlage der Minutes. Die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses der Fed erwarten überwiegend ein Ende der monatlichen Anleihekäufe in diesem Jahr. Im Ausschuss sei man sich zuletzt jedoch uneinig gewesen, ob die Käufe bis zum Jahresende nötig sein werden oder schon früher beendet werden sollten.

Zweijährige Anleihen verharrten bei 99 23/32 Punkten. Sie rentierten mit 0,27 Prozent. Fünfjährige Papiere gaben um 6/32 Punkte auf 99 22/32 Punkte nach. Sie rentierten mit 0,81 Prozent. Richtungweisende zehnjährige Anleihen verloren 18/32 Punkte auf 97 16/32 Punkte. Ihre Rendite betrug 1,90 Prozent. Lang laufende Anleihen mit einer Laufzeit von dreißig Jahren rutschten um 1 8/32 Punkte auf 93 1/32 Punkte ab. Sie rentierten mit 3,11 Prozent.

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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