Überaus optimistisch interpretierter Unternehmenszahlen führen an den Börsen trotz konjunktureller Eintrübungen zu deutlichen Kursgewinnen. Wenn Anlageberater und Anleger Kursgewinne haben wollen, so reden sie sich die Lage schön. Die Markttechnik hilft. Denn nachdem in den vergangenen Wochen immer mehr auf fallende Kurse gesetzt hatten, reicht alleine schon die Korrektur dieser Positionen, um die Kurse zu treiben.
Das gilt vor allem für die Finanzwerte. Sie profitieren von massiven Subventionen in Form von Staatsgarantien, unglaublich tiefen Zinsen, der Verlagerungsmöglichkeit maroder Papiere auf gutgläubige Zentralbanken, gelockerten Bilanzierungsregeln und nicht zuletzt vom optisch „positiven“ Eindruck, den so genannte „Stresstests“ mit großer Wahrscheinlichkeit hinterlassen werden. Tatsächlich jedoch werden die vielfach als Farce bezeichnet, da die Annahmen dieser „Tests“ viel zu harmlos seien, um sie ernst nehmen zu können.
Grundsätzlich richten sich optimistische Erwartungen auf die Gewinnausweise der Unternehmen in den kommenden Tagen. Sie sollten ihre Erträge aufgrund von Basiseffekten, der kurzfristigen Wirkung keynesianischer Ausgabenprogramme auf Pump, starken Kostensenkungen und vor allem auch starker Subventionen im Finanzbereich deutlich steigern können, so der Konsens. Kurzfristig mag das zutreffen, nachhaltig ist es nur in Ausnahmefällen. Denn deflationäre Effekte sind wegen hohen Schulden kaum zu vermeiden.
