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Blick auf den Finanzmarkt Deutsche Aktien tendieren wenig verändert

 ·  Die deutschen Aktien zeigen sich zum Wochenstart kaum bewegt. Im Blick haben die Anleger auch den Auftakt der Berichtssaison in den Vereinigten Staaten.

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Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag mit moderaten Verlusten in die neue Handelswoche gestartet. Der Dax verliert 0,1 Prozent auf 6051 Punkte zu. Der marktbreite Frankfurter Allgemeine Zeitung-Index gibt leicht auf 1355 Punkte nach. „Es ist das alte Lied: Die Euro-Krise bleibt im Fokus und man wartet wieder einmal ab, ob und wann die Politiker endlich mal eine tragfähigen Lösung auf die Beine stellen“, sagt ein Händler.

Zunächst warten Börsianer am Montag auf das Treffen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, die sich vor dem nächsten EU-Sondergipfel Ende Januar abstimmen wollen. Dabei geht es auch um die Umsetzung des von beiden Ländern angestoßenen „Fiskalpaktes“, mit dem die Euro-Länder sowie weitere EU-Staaten zu mehr Haushaltsdisziplin verpflichtet werden sollen.

Darüber hinaus läutet an diesem Abend nach amerikanischen Handelsschluss Alcoa die Berichtssaison für das vierte Quartal ein. „Die anlaufende Berichtssaison könnte die Aufmerksamkeit künftig wieder etwas mehr auf die sich aufhellende amerikanischen Wirtschaft lenken“, sagte Marktanalyst Cameron Peacock von IG Markets.

Zu den größten Gewinnern am deutschen Aktienmarkt zählen am Morgen zunächst BMW mit einem Plus von 0,8 Prozent. Der Konzern hatte zuvor einen Rekord-Absatz für das vergangene Jahr bekanntgegeben. Auf der Verliererseite stehen dagegen
Heidelbergcement, die 1,8 Prozent nachgeben. Dialog Semiconductor verzeichnen einen Aufschlag von 3,8 Prozent. Der Umsatz ist 2011 nach vorläufigen Zahlen binnen Jahresfrist um gut drei Viertel auf 527 Millionen Dollar gestiegen, wie der Konzern mitteilte.

Deutsche Anleihen tendieren wenig verändert

Die Kurse deutscher Staatsanleihen tendieren kaum verändert. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 4 Basispunkte auf 138,80 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future gewinnt einen Basispunkt auf 125,01 Prozent.

Experten rechnen auch im weiteren Handelsverlauf mit einer knapp behaupteten Tendenz. Beachtung finden dürfte vor allem das Merkel-Sarkozy-Treffen in Berlin zum weiteren Vorgehen in der europäischen Schuldenkrise. Datenseitig ist zudem die deutsche Industrieproduktion von Interesse. Nach dem kräftigen Plus des Vormonats könnte der November einen Rückgang aufweisen, schreiben die Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen in einer Vorschau.

Der Primärmarkt für Staatsanleihen der Euroländer wird nach Einschätzung von Experten in der kommenden Woche Fahrt aufnehmen. Nach Angaben der Analysten von HSBC Trinkaus werden fünf Staaten bei Rückzahlungen in gleicher Größenordnung zusammen rund 17 Milliarden Euro emittieren. Darunter befinden sich drei neue Anleihen aus den Niederlanden, Deutschland und Spanien.

An den Finanzmärkten dürften sich die Augen allerdings vor allem auf die Auftritte der großen Krisenländer Spanien und Italien richten. Spanien emittiert am Donnerstag ein neues Papier mit 3,5-jähriger Laufzeit und erhöht gleichzeitig die Volumina von zwei weiteren Anleihen mit mittlerer Laufzeit. Am Freitag schließlich stockt Italien Anleihen auf. Welche Anleihen in welchem Umfang betroffen sind, wird das Schatzamt erst am Dienstag bekanntgeben.

 

Schwacher Euro verschnauft um 1,27 Dollar

Behauptet um die Marke von 1,27 Dollar zeigt sich der Euro am Montagmorgen, nachdem er im asiatisch dominierten Handel mit 1,2666 Dollar auf den niedrigsten Stand seit Spätsommer 2010 gefallen war. Während des Übergangs aus dem asiatisch in den europäisch geprägten Handel steht die Gemeinschaftswährung wieder bei 1,2716 Dollar und damit auf dem Stand aus dem späten New Yorker Handel vom Freitag. Händler sprechen von einer abwartenden Haltung der Anleger vor dem Treffen von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy zur Euro-Krise. „Die Erwartungen an konkrete Pläne sind allerdings gering“, so Antje Praefke, Devisenanalystin der Commerzbank.

Generell bleibe die Situation bullish für den Dollar, so Praefke. „Gute amerikanische Daten und schwache Daten aus der Euro-Zone, diese Kombination sollte den Dollar nach oben treiben“, erwartet die Analystin. Die Spekulation auf eine weitere quantitative geldpolitische Lockerung in den Vereinigten Staaten lasse nach den günstigen amerikanischen Arbeitsmarktdaten weiter nach. Im Dezember waren außerhalb der Landwirtschaft 200.000 neue Stellen geschaffen worden, erwartet worden war ein Zuwachs von 150.000 Stellen. Sollten nach den schwachen deutschen Auftragseingängen auch die Zahlen zur Industrieproduktion schwach ausfallen, könnte das den Euro weiter belasten.

Auch die technische Situation spreche für den Dollar. „Kurzfristig ist der Dollar zwar etwas überkauft“, so ein Händler. Nach der Verschnaufpause sei aber ein Test des Bereichs zwischen 1,2640 und 1,2625 Dollar wahrscheinlich, also der Euro-Tiefs von Ende August und Mitte September 2010.

Der Yen-Handel wird vom Feiertag in Japan gebremst. „Sollte der Euro zum Yen weiter nachgeben, könnte die japanische Notenbank als nächstes zu Gunsten des Euro intervenieren statt zu Gunsten des Dollar“, so ein Marktteilnehmer. Japan ist generell nicht an einem zu festen Yen interessiert, damit die Exporte nicht belastet werden.

Aktienbörsen in Asien mehrheitlich leichter

Die wichtigsten asiatischen Aktienmärkte haben am Montag uneinheitlich tendiert. Während die Indizes mehrheitlich leichte Verluste aufwiesen, gewann die Schanghaier Börse stark hinzu. Insgesamt belasteten die Sorgen um die Konjunktur in der Eurozone die Kurse etwas. Eine bessere Konjunktur in den Vereinigten Staaten bedeute nicht notwendigerweise eine feste Erholung, sagte ein Fondsmanager in Singapur. In China hingegen hellte sich die Stimmung nach Daten zur Kreditversorgung der Wirtschaft deutlich auf. In den vergangenen Tagen und Wochen hatte die Besorgnis um die Liquiditätsversorgung insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen die Märkte umgetrieben. Am Markt hieß es nun, dass es mittlerweile belastbare Indizien für einen Wendepunkt in Bezug auf die geldpolitische Lockerung gebe. Da sei sehr positiv für Aktien.

Der Tokioter Aktienmarkt blieb am Montag wegen eines Feiertags geschlossen. Der MSCI Asia Apex 50 - der die Aktienkurse der 50 größten Unternehmen Asiens exklusive Japan abbildet - sank zuletzt um 0,8 Prozent auf 739,24 Punkte. In Hongkong verlor der Hang-Seng zuletzt 0,5 Prozent auf 18.500,19 Punkte. Der Shenzhen CSI 300 Index in Shanghai, der die Aktien der 300 größten festlandchinesischen Aktien mit Börsennotierung in Shanghai und Shenzhen enthält, legte hingegen um 2,8 Prozent auf 2.354 Punkte zu. In Singapur gab der FTSE Straits Times Index bislang um 1 Prozent auf 2.687 Punkte nach. Der Sensex 30 in Mumbai verlor 0,45 Prozent auf 15.778 Punkten.

 

In Schanghai steigen China Shenhua Energy um 5,5 Prozent und Citic Securities um 2,3 Prozent. Bank of Communications legen um 0,9 Prozent zu. Nach den Kursverlusten der vorigen Woche sei die Erholung zu erwarten gewesen, heißt es aus dem Handel.

Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss an der Wall Street

Knapp behauptet präsentierten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Freitag im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator fiel um 0,74 Punkte auf 2355,43 Zähler.

Motorola Mobility Holdings legten nach Beendigung des regulären amerikanischen Handels vorläufige Geschäftszahlen für das vierte Quartal vorgelegt. Der Mobiltelefonhersteller beendete die Schlussperiode 2012 bereinigt um Einmaleffekte nach eigenen Aussagen knapp profitabel. Im Vorjahr hatte der Konzern einen Gewinn von 80 Millionen Dollar oder 0,27 Dollar je Aktie erwirtschaftet. Zugleich sprach das Unternehmen, das von Google übernommen wird, von einem steigenden Wettbewerb bei mobilen Endgeräten und höheren Patentkosten. Der Aktienkurs fiel um 0,4 Prozent auf 38,30 Dollar.

Deutlicher talwärts ging es für Lululemon Athletica, das Papier des Sportbekleidungsanbieters verbilligte sich um 1,8 Prozent auf 52,72 Dollar. Hintergrund des Kursrutsches war der Rücktritt von Unternehmensgründer Chip Wilson aus dem Vorstand des Konzerns zum 29. Januar. Wilson wird aber weiter dem Verwaltungsrat angehören.

Einen regelrechten Einbruch verbuchten IPC - The Hospitalist Company, die um 14,6 Prozent auf 38,99 Dollar nachgaben. Die Gesellschaft senkte ihren Ausblick und verfehlte zudem mit den nach der Schlussglocke vorgelegten Geschäftszahlen die Markterwartungen.

Amerikanische Börsianer wappnen sich für die Berichtssaison

Der Fokus der Investoren an der Wall Street richtet sich in der kommenden Woche auf die beginnende Berichtsaison und lässt damit die Euro-Schuldenkrise vorerst in den Hintergrund rücken. Den Startschuss gibt am Montag nach Börsenschluss der Aluminium-Hersteller Alcoa. Am Freitag stellt die Bank JP Morgan Chase ihre Zahlen vor. „Ich denke, dass wir uns in diesem Monat den Euro-Entwicklungen lösen können und sich der Markt stattdessen nach den amerikanischen Fundamentaldaten richten wird“, sagt Fred Dickson, Chefanalyst bei D.A. Davidson & Co.

Zwar sind Auswirkungen der Euro-Schuldenkrise auf den Absatz von amerikanischen Unternehmen im Ausland ein Thema, jedoch rückt der Aufwärtstrend in der Wirtschaft nun in den Vordergrund. Allerdings warnen Experten vor zu großen Erwartungen. „Wir brauchen wirklich gute Nachrichten von den Bilanzen, um alle drei wichtigen Indizes über ihre bisherige Bandbreite zu heben“, sagt Dickson. Sie stießen an Widerstände, und um diese zu überwinden, benötige man grundsätzliche Neuigkeiten. So blieb der breit gefasste S&P-500-Index über das Jahr 2011 praktisch unverändert.

Ob dieser Impuls von Alcoa kommen kann, wird von Investoren bezweifelt. Der Kurswert des größten amerikanischen Herstellers von Aluminium ist seit April um die Hälfte gesunken. Zuletzt kündigte der von dem ehemaligen Siemens -Chef Klaus Kleinfeld geleitete Konzern an, Werke in Tennessee schließen und die Produktion in Texas zurückfahren zu wollen. Alcoa hat laut Analysten zunehmend mit der Konkurrenz aus China zu kämpfen. „Es gibt keinen Zweifel, dass die Entwicklung in China weiter einen Einfluss auf den Markt von Alcoa haben wird“, sagt der Analyst Charles Bradford von Bradford Research in New York. Die Zahlen von Alcoa gelten als wichtiger Indikator für die Konjunktur, da das Leichtmetall für die Automobil- und Luftfahrtindustrie sowie Verpackungen wichtig ist.

Ganz vergessen können die amerikanischen Börsianer Europa aber auch in der Berichtssaison nicht: Die Auktionen italienischer Anleihen am Donnerstag und Freitag werden auch Anleger an der Wall Street aufmerksam verfolgen. Das Land muss in den kommenden Monaten auslaufende Bonds im Volumen von mehreren Hundert Milliarden Euro refinanzieren. Bereits am Montag treffen sich Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy in Berlin, um über die Schuldenkrise zu sprechen.

Amerikanische Anleihen legen trotz guter Arbeitsmarktdaten zu

Trotz überzeugender Arbeitsmarktdaten haben die amerikanischen Anleihen am Freitag im späten Handel in New York zugelegt. Nach dem guten ADP-Bericht vom Vortag seien gute Daten möglicherweise schon eingepreist gewesen, so ein Händler. Auch gebe es Zweifel, ob sich die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt im weiteren Verlauf des Jahres fortsetzen werde. Zudem hätten auch die Sorgen bezüglich der Schuldenkrise in der Eurozone wieder zu verstärkten Käufen im „sicheren Hafen“ der Anleihen geführt.

Zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 2,000 Prozent stiegen um 9/32 auf 100-11/32 und rentierten mit 1,96 Prozent. Der mit 3,125 Prozent verzinste Longbond stieg um 27/32 auf 102-3/32. Die Rendite fiel auf 3,02 Prozent. Die 200.000 neugeschaffenen Stellen lagen über den Erwartungen der Volkswirte von 150.000 Stellen. Zudem fiel die Arbeitslosenquote überraschend auf 8,5 Prozent und notiert damit auf dem tiefsten Stand seit Februar 2009.

Allerdings rechnen nur wenige Ökonomen in den kommenden Monaten mit monatlichen Zuwächsen in der Größenordnung von 200.000 Jobs. Denn angesichts der hohen Verschuldung in den Vereinigten Staaten, des Sparkurses der Regierung und der weiter schwelenden Schuldenkrise in Europa gebe es genügend Gründe für Unternehmen und Verbraucher, um vorsichtig zu sein.

Gestützt haben das Sentiment zudem Aussagen von zwei Währungshütern. Diese haben sich dafür ausgesprochen, weitere Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes zu erwägen. Die amerikanische Zentralbank müsse darüber nachdenken, mit weiteren geldpolitischen Maßnahmen die Erholung der Wirtschaft zu beleben, sagte der Präsident der Fed Boston, Eric Rosengren. Rosengren hält den weiteren Ankauf von verbrieften Hypothekenpapieren für eine Möglichkeit, den darbenden Immobilienmarkt in Schwung zu bringen.

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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