Nach der angekündigten Hilfe für die angeschlagenen spanischen Banken ist der deutsche Aktienmarkt am Montag sehr freundlich in die Handelswoche gestartet. Der Dax stieg im frühen Handel um 2,4 Prozent auf 6280 Punkte. Der M-Dax kletterte um 2,2 Prozent auf 10 345 Zähler und der Tec-Dax gewann 1,8 Prozent auf 758 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index legt 2,3 Prozent auf 1369 Punkte zu.
Es werde von vielen Marktakteuren positiv gesehen, dass sich die Politiker schneller als gedacht auf eine zumindest vorübergehende Rettung des spanischen Bankensektors geeinigt hätten, sagte Händler Markus Huber von ETX Capital. Ein Börsianer warnte jedoch zugleich vor zu viel Euphorie: „Die Erfahrungen von Griechenland, Portugal und Irland hinterlassen einen sauren Nachgeschmack. Auch Spanien trägt jetzt das Stigma des Eingeständnisses, seinen Banken nicht alleine helfen zu können.“ Positiv seien zudem die chinesischen Außenhandelsdaten vom Wochenende aufgenommen worden, sagte ein Experte. Die chinesischen Exporte waren im Mai stärker als erwartet gestiegen. Auch der Euro profitierte von den Spanien-Hilfen deutlich. Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,2631 Dollar und damit knapp eineinhalb Cent höher als am Freitagabend.
Deutsche Anleihen verlieren kräftig nach Hilfsangebot für Spanien
Die deutschen Staatsanleihen haben am Montag mit deutlichen Kursabschlägen auf das Hilfsangebot für das große Euro-Sorgenkind Spanien reagiert. Am Morgen sank der richtungsweisende Euro-Bund-Future um 0,6 Prozent auf 142,7 Punkte. Zuvor hatten die asiatischen Aktienmärkte mit deutlichen Gewinnen reagiert. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 64 Basispunkte auf 103,31 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 18 Basispunkte auf 100,11 Prozent.
Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg spürbar um sieben Stellen auf 1,4 Prozent.
Die viertgrößte Euro-Wirtschaft Spanien dürfte schon bald finanzielle Hilfen des Rettungsschirms EFSF erhalten. Am Wochenende stellten die Finanzminister des Währungsraums bis zu 100 Milliarden Euro für den angeschlagenen Bankensektor in Aussicht. Ein Antrag Spaniens steht noch aus. Anders als bei Griechenland, Irland und Portugal soll das Geld nicht mit staatlichen Spar- und Reformauflagen verknüpft sein. An den Finanzmärkten reagierte der Euro mit deutlichen Gewinnen. Sichere Anlagen wie die deutschen Staatspapiere wurden hingegen belastet.
Euro profitiert stark von Hilfsangebot an Spanien
Der Euro hat zu Wochenbeginn spürbar von dem Hilfsangebot an das große Sorgenkind Spanien profitiert. Am Montagmorgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,2640 Dollar und damit eineinhalb Cent mehr als am Freitagabend. Ein Dollar war zuletzt 0,7911 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagmittag noch deutlich niedriger auf 1,2468 (Donnerstag: 1,2595) Dollar festgesetzt.
Die viertgrößte Euro-Wirtschaft Spanien dürfte schon bald finanzielle Hilfen des Rettungsschirms EFSF erhalten. Am Wochenende stellten die Finanzminister des Währungsraums bis zu 100 Milliarden Euro für den angeschlagenen Bankensektor in Aussicht. Ein Antrag Spaniens steht noch aus. Anders als bei Griechenland, Irland und Portugal soll das Geld nicht mit staatlichen Spar- und Reformauflagen verknüpft sein. Die Finanzmärkte reagierten erleichtert auf das Hilfsangebot, nachdem die ungewisse Lage des spanischen Bankensektors in den Wochen zuvor stark belastet hatte.
Asiatische Aktienmärkte verzeichnen deutliche Gewinne
Die Bitte Spaniens um Finanzhilfen und starke chinesische Exportdaten haben den asiatischen Aktienmärkten am Montag deutliche Gewinne beschert. Auch der Euro schaffte es nach den positiv aufgenommenen Nachrichten wieder über die Marke von 1,26 Dollar, und die Ölpreise legten deutlich zu. Am Wochenende hatte Spanien dem internationalen Druck nachgegeben und war als viertes Land der Eurozone unter den europäischen Rettungsschirm geflüchtet. Zur Lösung seiner Bankenkrise kann Madrid auf Notkredite von bis zu 100 Milliarden Euro bauen. Die dürfte laut Börsianern vor allem Unternehmen helfen, die Kredite spanischer Banken in Anspruch genommen haben, und zeigte die Handlungsbereitschaft der Politik. Zudem steigerte China im Mai die Ausfuhren deutlich stärker als erwartet. Allerdings konnte die Industrieproduktion im Mai zum zweiten Mal in Folge nicht über 10 Prozent wachsen, was zuvor fast drei Jahre lang nicht mehr vorgekommen war. Auch der Einzelhandelsumsatz sank zum zweiten Mal in Folge.
Der MSCI Asia Apex 50, der die Aktienkurse der 50 größten Unternehmen Asiens exklusive Japan umfasst, stieg um 2,4 Prozent auf 764,5 Punkte. In Tokio notierte der Nikkei-225-Index in der letzten Handelsstunde 2 Prozent höher bei 8631,4 Punkten. Auch an den chinesischen Börsen ging es bergauf: Der Shenzhen CSI 300, der die Aktien der 300 größten Unternehmen vom chinesischen Festland mit einer Börsennotierung in Shanghai oder Shenzhen enthält, stieg um 1 Prozent auf 2550 Punkte, während der Hang-Seng-Index in Hongkong um 2,35 Prozent auf 18.937,5 Punkte vorrückte. Der südkoreanische Kospi gewann 1,5 Prozent auf 1863 Zähler. Der FTSE Straits Times Index in Singapur legte um 1,5 Prozent auf 2780,3 Punkte zu, und in Mumbai ging es für den Sensex um 0,8 Prozent auf 16.857,6 Zähler hoch.
Nachbörse Nyse: Facebook legen weiter zu
Fester präsentierten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Freitag im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator stieg um 2,28 Punkte auf 2561,49 Zähler.
Die Facebook-Aktie hat am Freitag im nachbörslichen amerikanischen Handel leicht zugelegt und damit das Plus von 3 Prozent im regulären Handel untermauert. Bis 19.57 Uhr Ortszeit New York ging es auf nasdaq.com um weitere 0,7 Prozent nach oben auf 27,29 Dollar. Hinter der jüngsten Stimmungsaufhellung stünden neue Internetdaten des Branchendienstes comScore, hieß es im Handel. Die in der kommenden Woche zur Veröffentlichung anstehenden Zahlen zeigten angeblich, dass Werbung auf den Facebook-Seiten effektiver sei als bislang vermutet. Nur minimal bewegt zeigten sich Johnson & Johnson. Der Gesundheitskonzern hatte für das zweite Quartal eine Sonderbelastung von 600 Millionen Dollar im Zusammenhang mit der Beilegung eines Rechtsstreits über die Vermarktung von Produkten angekündigt.
Spanien-Finanzspritze beruhigt Wall Street
An der Wall Street dürfte der Auftakt der neuen Handelswoche von kollektiver Erleichterung geprägt sein. Europas bis zu 100 Milliarden Euro schwere Hilfen für die Rettung von Spaniens maroden Banken mildern an der New Yorker Börse die Furcht vor einem Flächenbrand in der krisengeschüttelten Euro-Zone. „Das ist ein entscheidender Schritt, um eine Ansteckung zu verhindern“, sagte Tim Speiss von Eisner Amper’s Personal Wealth Advisors. Die Summe sei überraschend hoch und lindere an den Aktienmärkten zumindest kurzfristig die Euro-Angst. Nach langem Zögern hatte sich Spanien am Samstag zu einem Notruf an internationale Geldgeber durchgerungen. Der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone macht der Finanzsektor zu schaffen, der die Folgen einer geplatzten Immobilienblase schmerzhaft zu spüren bekommt. Spanien hatte sich damit in der Schuldenkrise zuletzt zu einem neuen Brandherd neben Griechenland entwickelt. Experten begrüßten die Entscheidung für Spanien-Hilfen noch vor der am kommenden Sonntag anstehenden Wahl in Griechenland, die über den Verbleib des Landes in der Währungsgemeinschaft entscheiden könnte. So sei Spanien besser gewappnet, sollte das griechische Votum die Märkte in Panik versetzen. Die Spanien-Hilfen dienten zur Beruhigung, sagte Peter Cardillo von Rockwell Global Partners.
Doch nicht nur die Lage in Europa lässt die amerikanischen Investoren immer noch etwas nervös auf die nächsten Tage blicken: Nach der besten Handelswoche in diesem Jahr ist es paradoxerweise auch die Möglichkeit einer Rally, die ihnen Sorge bereitet. Analysten sprechen von der Furcht der Händler, einen neuen Aufwärtstrend zu verpassen. Analysten wie Natalie Trunow von Calvert Investment Management gehen davon aus, dass die Händler schlechte Nachrichten aus Europa schon eingepreist haben. Auch Amy Wu von RBC Capital Markets sieht das so: „Am Markt werden eigentlich seit Anfang des Jahres schlechte Nachrichten erwartet.“ Entsprechend habe man sich in dieser Richtung gut abgesichert. „Jetzt macht die Rally den Leuten Angst“, sagt sie: „Man will nicht derjenige sein, der seinem Boss erklären muss, warum man die Rally verpasst hat.“ Neben der weiteren Entwicklung in Spanien und Griechenland stehen kommende Woche insbesondere amerikanische Konjunkturdaten wie die Inflationsrate und die Anträge auf Arbeitslosenhilfe im Fokus. In der vergangenen Woche verzeichnete der Dow Jones Index ein Plus von 3,6 Prozent, der breiter gefasste S&P-500 stieg um 3,7 Prozent und der Index der Technologiebörse Nasdaq legte um 4 Prozent zu. Für den S&P bedeutete das den kräftigsten Anstieg binnen einer Woche in diesem Jahr.
Aussicht auf Hilfsantrag Spaniens hat Wall Street angetrieben
Die Aussicht auf eine Entspannung der Euro-Schuldenkrise hat die amerikanischen Börsen am Freitag angetrieben. Kreisen hatten schon am Freitag vermutet, dass Spanien noch am Wochenende beim Euro-Rettungsfonds EFSF einen Hilfsantrag zur Stützung seiner angeschlagenen Banken stellen wolle. Viele Anleger hatten sich daraufhin erleichtert über diese Aussicht gezeigt und sich deshalb rangen zu Investitionen durchgerungen. Nach langem Zögern hatte Spanien am Samstag tatsächlich einen Notruf an die internationalen Geldgeber gestartet. Gleichzeitig jedoch bereiteten die wirtschaftlichen Folgen des Schuldendramas Sorgen: Die Krise scheint mittlerweile die Konjunkturlokomotive Deutschland abzuwürgen und verdarb Mc Donald’s die Geschäfte. Der Dow Jones Index schloss 0,75 Prozent fester mit 12.554 Punkten. Das war zugleich der Tageshöchststand, nach einem Tagestief von 12.398 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 0,8 Prozent auf 1325 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq um ein Prozent auf 2858 Punkte. Für diese Woche ergab sich damit beim Dow ein Plus von 3,6 Prozent, für den S&P von 3,7 und die Nasdaq von 4 Prozent. Für den S&P bedeutete dies zugleich den kräftigsten Anstieg binnen einer Woche in diesem Jahr. Der Dax in Frankfurt verlor 0,2 Prozent auf 6130 Zähler.
AmFreitag wurden Gerüchte laut, dass Spanien noch am Wochenende beim Euro-Rettungsfonds EFSF einen Hilfsantrag zur Stützung seiner angeschlagenen Banken stellen wolle. Investoren deckten sich daher vorsorglich ein, vor allem Papiere defensiver Branchen wie aus dem Bereich Telekom und Gesundheit legten zu. Für Beunruhigung sorgte die Nachricht, dass die deutsche Konjunktur schwächelt - die Exporte fielen im April zum ersten Mal in diesem Jahr. Zugleich brachen auch die Ausfuhren von amerikanischen Unternehmen in die EU im April um 11,1 Prozent auf 22,3 Milliarden Dollar ein. Zum Wochenende stachen wenige Einzelwerte hervor. Apple erwägt, den Verkaufsstart von Samsungs neuem Smartphone Galaxy S III per Gerichtsbeschluss zu stoppen. Die Aktie legte leicht zu. Zu den Verlierern gehörten Mc Donald’s mit einem Minus von 0,7 Prozent. Die weltgrößte Burger-Kette warnte, die Sparmaßnahmen in Europa belasteten das Ergebnis. Im Mai ging der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 3,3 Prozent zurück. Nach einer langen Durststrecke scheint es für den amerikanischen Ölkonzern Chesapeake langsam wieder bergauf zu gehen. Das Unternehmen plant den Verkauf von Unternehmenswerten im Wert von mehr als 4 Milliarden Dollar. Der Anteilsschein legte 2,8 Prozent zu. Papiere von Navistar stiegen um knapp 18 Prozent. Der Investor Carl Icahn hatte zuvor mitgeteilt, seinen Anteil an dem LKW-Bauer ausgebaut zu haben. Zudem teilte die italienische Fiat mit, am amerikanischen LKW-Markt interessiert zu sein - was Spekulationen schürte, Fiat könne an Navistar interessiert sein.
Amerikanische Anleihen uneinheitlich
Die Kurse von amerikanischen Staatsanleihen haben sich am Freitag im Handelsverlauf uneinheitlich entwickelt. Der amerikanische Aktienmarkt hingegen legte zu. Zuvor hatten sich die Anzeichen gemehrt, dass Spanien bald um finanzielle Unterstützung für seine angeschlagenen Banken bitten wird.
Zweijährige Anleihen verharrten unverändert bei 99 30/32 Punkten. Sie rentierten mit 0,278 Prozent. Fünfjährige Anleihen standen ebenfalls unverändert auf 99 18/32 Punkten. Sie rentierten mit 0,715 Prozent. Richtungsweisende zehnjährige Anleihen kletterten um 1/32 Punkte auf 101 1/32 Punkte. Ihre Rendite betrug 1,638 Prozent. Lang laufende Anleihen mit einer Laufzeit von dreißig Jahren fielen hingegen um 20/32 Punkte auf 104 22/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,766 Prozent.
