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Blick auf den Finanzmarkt Deutsche Aktien starten schwach

 ·  Auch zum Wochenanfang halten Konjunkturpessimismus und Schuldenkrise die Anleger in Atem. Der Dax rutschte im frühen Geschäft um rund 1 Prozent ab. Griechenlands Zukunft in der Euro-Zone bleibt Börsianern zufolge ein wichtiges Thema für den Markt.

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Anhaltende Sorgen um die Euro-Zone haben die wichtigsten deutschen Aktienindizes am Montag belastet. Der Dax gab in den ersten Handelsminuten 0,9 Prozent auf 6203 Punkte ab. In der Vorwoche hatte der Leitindex nach einer Berg- und Talfahrt noch ein Plus von 0,5 Prozent behauptet. Für den M-Dax ging es zum Wochenauftakt um 0,4 Prozent auf 10.129 Punkte bergab und der technologielastige Auswahlindex Tec-Dax sank um 0,7 Prozent auf 735 Punkte.

Die Anleger warten gespannt auf den am Donnerstag beginnenden EU-Gipfel. Aktienhändler Markus Huber von ETX Capital sprach noch von Hoffnungen auf wenigstens kleine Fortschritte, das Wachstum in Europa zu stimulieren und auf Hinweise bezüglich einer möglichen Bankenunion. Insgesamt verfestigten sich aber nach den Wahlen in Griechenland und wegen der Probleme im spanischen Bankensystem die Sorgen um die Eurozone.

Deutsche Anleihen gewinnen zum Start

Die deutschen Staatsanleihen sind am Montag mit Gewinnen in die neue Handelswoche gegangen. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg am Morgen um 0,2 Prozent auf 141 Punkte. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 34 Basispunkte auf 101,9 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future legt 13 Basispunkte zu auf 99,485 Prozent. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sank leicht auf 1,55 Prozent.

Der Wochenauftakt dürfte zumindest fundamental ruhig ausfallen. Weder aus dem Euroraum noch aus den Vereinigten Staaten werden marktbewegende Konjunkturdaten erwartet. Damit dürfte die Stimmung an den Aktienmärkten die Richtung vorgeben. Am Primärmarkt für Euro-Anleihen wird Deutschland Zerobonds (Bubills) über 12 Monate begeben.

Euro knapp über 1,25 Dollar

Der Euro hat sich zum Wochenstart knapp über der Marke von 1,25 Dollar gehalten. Am Montagmorgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,2530 Dollar und damit in etwa so viel wie zum Wochenausklang. Ein Dollar war zuletzt 0,7980 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagmittag auf 1,2539 (Donnerstag: 1,2670) Dollar festgesetzt.

Der Wochenauftakt dürfte zumindest fundamental ruhig ausfallen. In den großen Industrieländern stehen keine entscheidenden Konjunkturdaten an. Damit dürfte der Euro vor allem von der Stimmung an den Aktienmärkten getrieben werden. Die Vorgaben der asiatischen Börsen fielen schwach aus.

Asiatische Aktienmärkte machen überwiegend Verluste

Die asiatischen Börsen haben am Montag mehrheitlich an ihre jüngsten Verluste angeknüpft. Als Grund sahen Experten die anhaltenden Wachstumssorgen, die insbesondere bei den konjunktursensiblen Bergbauwerten auf die Kurse drückten. Nach den zuletzt durchgängig schwachen Konjunkturzahlen sei die Frage, wie viele Jahre das unterdurchschnittliche Wachstum anhalten werde, sagte ein Aktienstratege. Der MSCI Asia Apex 50, der die Aktienkurse der 50 größten Unternehmen Asiens exklusive Japan abbildet, verlor 0,9 Prozent auf 756 Punkte. Der japanische Nikkei-225-Index gab in der letzten Handelsstunde um 0,4 Prozent auf 8762 Punkte nach.

In China fiel die Entwicklung uneinheitlich aus: Während der CSI 300 Index, der die Aktien der 300 größten Unternehmen vom chinesischen Festland mit einer Börsennotierung in Shanghai oder Shenzhen enthält, um 0,9 Prozent auf 2490 Punkte sank, legte der Hang-Seng-Index in Hong Kong um 0,2 Prozent auf 19.041 Punkte zu. Der Kospi-Index in Seoul verlor 1,2 Prozent auf 1825 Punkte. In Singapur ging es für den FTSE Straits Times Index um 0,4 Prozent auf 2816 Punkte nach unten, wogegen der Sensex in Mumbai um 0,8 Prozent auf 17.104 Punkte vorrückte - hier half die Nachricht über geplante Stützungsmaßnahmen für die Landeswährung, die sich daraufhin vom Rekordtief vor dem Wochenende erholen konnte. Zudem könnte es Ausländern laut Regierungskreisen in Zukunft erlaubt werden, mehr indische Wertpapiere zu kaufen als bisher.

Nachbörse Nyse: Gewinnmitnahmen bei Facebook nach guter Woche

Leichter präsentierten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Donnerstag im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator fiel um 2,08 Punkte auf 2583,45 Zähler.

Die vergangene Woche war mit Blick auf die Kursentwicklung die beste für Facebook seit dem Börsengang des sozialen Netzwerks. Auch im nachbörslichen Geschäft war das Papier bei hohen Umsätzen zunächst weiter gefragt, eher Gewinnmitnahmen einsetzten. Bis 19.59 Uhr Ortszeit verlor der Wert auf nasdaq.com 0,1 Prozent auf 33,03 Dollar. Gehandelt wurden über 15 Millionen Stück. Im regulären Handel hatte die Aktie 3,8 Prozent zugelegt, nachdem die Analysten von Nomura die Papiere zum Kauf empfohlen hatten. Die Experten nannten ein Kursziel von 40 Dollar.Zynga kletterten bis 19.59 Uhr Ortszeit um 1,3 Prozent auf 6,07 Dollar. Umgegangen waren hier 620.000 Stück, was im Handel ebenfalls als viel eingestuft wurde. Im regulären Geschäft waren die Titel um 4,8 Prozent gestiegen. Analysten hatten sich optimistisch über die künftigen Nutzerzahlen geäußert. Die Gesellschaft ist eng mit Facebook verzahnt, weil sie Spiele für das Netzwerk produziert. Der Nasdaq-100-After-Hours-Index wurde zuletzt mit 2583 Punkten festgestellt, nachdem der Nasdaq-100 bei 2586 Zählern aus der Sitzung gegangen war.

Vorschau Wall Street: Anleger blicken nach Europa

Die amerikanischen Börsen haben eine kurvenreiche Woche hinter sich und dürften auch auf der letzten Etappe des zweiten Quartals kaum in ruhigeres Fahrwasser kommen. Der Blick der Anleger an der Wall Street bleibt fest gen Osten gerichtet - auf die andere Seite des Atlantiks, wo sich am Donnerstag und Freitag die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union abermals um eine Beruhigung der Schuldenkrise bemühen. Ein starker Impuls ist zugleich aus der Heimat zu erwarten: Das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten entscheidet voraussichtlich über das Paradestück der ersten Amtszeit von Präsident Barack Obama, die Gesundheitsreform. Als Index des Misstrauens der Investoren gegenüber der europäischen Schuldenkrise legen die Risikoaufschläge vor allem auf spanische Staatsanleihen derzeit immer weiter zu. Italiens Ministerpräsident Mario Monti dringt deshalb auf eine nachhaltige Lösung beim EU-Gipfel, nicht zuletzt aus der Ahnung heraus, sein Land werde als eines der nächsten unter den Druck der Märkte kommen. Den Anlegern warf er kürzlich „zunehmende spekulative Angriffe“ vor. Investoren betrachten das Ringen zwischen Politik und Markt dagegen als natürliches Spiel der Kräfte: „Wir fangen an, uns gegen Spanien und Italien warmzulaufen, die mit ihrer Finanzierung Probleme bekommen“, sagt John Mauldin, Chef der Investmentberatung Millenium Wave Investments in Dallas. „Europa kann sich dagegen wehren, wenn es etwas unternimmt.“ Andererseits schwanken die Börsen so kräftig, dass sich die Anleger mit Prognosen schwer tun: „Wir haben einfach keine Kontrolle darüber, was auf dem Kontinent geschieht“, sagt David Joy, Chef-Marktstratege bei Ameriprise Financial in Boston, die 571 Milliarden Dollar verwalten. „Das macht die jetzige Phase besonders schwierig.“

Der breit aufgestellte Index S&P 500 hat in der vergangenen Woche seine zweitstärkste Tages-Talfahrt des Jahres erlebt und mit einem Minus von 0,6 Prozent zur Vorwoche geschlossen - was allerdings immer noch ein Plus von 1,5 Prozent im Monat bedeutet. Der Dow gab vergangene Woche 0,9 Prozent ab, die Technologiebörse Nasdaq legte dagegen 0,7 Prozent zu. Wegen einer Entscheidung des Obersten Gerichts steht während des Auftakts zur nächsten Berichtssaison vor allem die Gesundheitsbranche im Fokus der Anleger. Das Urteil über die Rechtmäßigkeit des heftig umstrittenen Gesetzeswerkes ist auch ein Urteil über die geschäftlichen Perspektiven von Versicherern wie Centene oder Aetna und zahlreicher Kliniken. Zudem legen Adidas-Rivale Nike am Donnerstag und Bayer-Partner Monsanto am Mittwoch ihre Quartalsbilanzen vor. Vor dem traditionellen Auftakt der Quartalsberichte mit Alcoa am 9. Juli haben sich zuletzt die Gewinnwarnungen gehäuft. Denn die Zeichen für die amerikanische Konjunktur zeigen noch immer nicht stabil nach oben. Mehr Aufschluss dazu sollen die jüngsten Daten zum Verbrauchervertrauen am Dienstag und vom Immobilienmarkt am Montag geben.

New Yorker Börsen erholen sich von Ausverkauf

Nach dem jüngsten Ausverkauf haben die Anleger am Freitag den amerikanischen Börsen wieder mehr Vertrauen geschenkt. Experten bezeichneten die Erholung als eine Reaktion auf die massiven Verluste vom Vortag. „Der Markt war gestern überverkauft“, sagte Janna Sampson von Oakbrook Investments. Zudem stützten Schnäppchenjäger den Markt. Nach der Herabstufung von 15 Großbanken durch die Ratingagentur Moody’s standen vor dem Wochenende vor allem Finanzwerte im Fokus. Daneben schauten die Börsianer auch nach Rom, wo Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande sowie die Regierungschefs von Italien und Spanien, Mario Monti und Mariano Rajoy, über das weitere Vorgehen in der Schuldenkrise berieten. Die vier größten Wirtschaftsnationen der Eurozone verständigten sich auf ein Wachstumsprogramm in Höhe von 120 bis 130 Milliarden Euro, um die Krisenländer dauerhaft zu stabilisieren. Der Dow Jones Index schloss 0,5 Prozent höher auf 12.640 Punkte. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 12.574 und 12.674 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 stieg 0,7 Prozent auf 1335 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,2 Prozent auf 2892 Punkte. Am Donnerstag waren alle drei Indizes 2 Prozent eingebrochen. Im Wochenvergleich sank der Dow um 0,9 Prozent und der S&P-Index um 0,6 Prozent, während der Nasdaq-Index sich um 0,7 Prozent verbesserte. In Frankfurt ging der Dax am Freitag mit einem Minus von 1,3 Prozent auf 6263 Punkten aus dem Handel.

Zu den von Moody’s herabgestuften Banken gehörten die amerikanischen Geldhäuser Morgan Stanley, JP Morgan, Citigroup sowie Bank of America. Einige Anleger hatten mit noch schlechteren Bewertungen gerechnet. Die Erleichterung trieb die Aktien in die Höhe. Für die Papiere von JP Morgan ging es 1,4 Prozent, für die Titel von Morgan Stanley 1,3 Prozent, für die Aktien der Bank of America 1,5 Prozent und der Citigroup 0,6 Prozent nach oben. Zu den größten Verlierern zählten dagegen die Anteilsscheine von Ryder Systems mit einem Abschlag von rund 13 Prozent. Der Logistikkonzern hatte zuvor angesichts einer sinkenden Nachfrage nach seinen Dienstleistungen die Quartalsprognose gesenkt. Gefragt waren die Dividendenpapiere von Facebook mit einem Aufschlag von knapp 4 Prozent. Die Aktie wird vermutlich in den Russell-3000-Index, einen der weltweit größten Aktienindizes, aufgenommen. In ihm sind die 3000 Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung in den Vereinigten Staaten gelistet.

Amerikanische Anleihen verlieren überwiegend

Die amerikanischen Staatsanleihen haben am Freitag überwiegend Verluste verbucht. Die Renditen stiegen über fast alle Laufzeiten hinweg. Händler nannten die steigenden Kurse am Aktienmarkt als Belastung. Nach den deutlichen Verlusten an der Wall Street am Donnerstag habe die Risikobereitschaft der Anleger zum Wochenschluss wieder etwas zugenommen. Im Gegenzug hätten sich Investoren von den als sicher geltenden Staatsanleihen getrennt.

Einzig zweijährige Anleihen stagnierten bei 99 28/32 Zählern. Ihre Rendite lag unverändert bei 0,31 Prozent. Fünfjährige Anleihen fielen um 3/32 Punkte auf 99 12/32 Punkte. Sie rentierten mit 0,75 Prozent. Richtungsweisende zehnjährige Anleihen verloren 15/32 Punkte auf 100 23/32 Punkte. Ihre Rendite betrug 1,67 Prozent. Longbonds mit einer Laufzeit von dreißig Jahren sanken um 1 13/32 Punkte auf 104 31/32 Zähler. Sie rentierten mit 2,75 Prozent.

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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