Der Dax notiert bei 6.707 Punkten 0,3 Prozent höher. Für den marktbreiten FAZ-Index geht es um 0,4 Prozent auf 1453 Punkte nach oben. Entscheidend bleibt laut Börsianern weiter die Entwicklung am amerikansichen Arbeitsmarkt, von dem am Nachmittag mit den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe neue Signale kommen. Im weiteren Verlauf folgen die Frühindikatoren, der Philly-Fed-Index sowie Immobiliendaten. Am viel beachteten Anleihemarkt werden Spanien und Frankreich aktiv.
Geschäftszahlen sorgen für Bewegung. So verteuern sich Adva Optical um 5 Prozent auf 5,25 Euro. Als Antrieb sehen Händler insbesondere die überraschend hohe Profitabilität und den entsprechend deutlich über den Erwartungen liegenden Überschuss des Glasfaserkabel-Spezialisten.
Delticom fallen dagegen um 8,5 Prozent. Der Online-Reifenhändler hat seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr zusammengestrichen. Zudem hätten die zwischen April und Juni erzielten Erlöse die durchschnittliche Markterwartung verfehlt, sagt ein Händler.
Für die Titel der Deutschen Bank geht es um 1,1 Prozent nach unten. Der Branchenprimus reagiert einem Pressebericht zufolge auf die schwachen Aussichten im Investmentbanking mit dem Abbau von gut 1.000 Stellen abbauen, berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Finanzkreise.
Anleihenmarkt knapp behauptet
Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Donnerstag knapp behauptet. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 8 Basispunkte auf 145,26 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 6 Basispunkte auf 127,97 Prozent.
Trotz der Erholung des Aktienmarktes zeigen die Renten-Futures keine Korrekturlust. „Der freundliche Grundton beim Bund-Future dürfe weiter anhalten, wenngleich ein Angriff auf das Allzeithoch bei 146,89 heute wohl nicht auf der Tagesordnung steht“, meinen die Analysten von HSBC. Auf der Unterseite sollten Anleger dagegen das jüngste Tief bei 144,62 Prozent beachten.
Euro vor Bundestagsvotum zu Spanien bei 1,23 Dollar
Der Euro notiert am Donnerstag vor der Sondersitzung des Bundestags zur Spanien-Hilfe knapp unter der Marke von 1,23 Dollar notiert. Im frühen Handel kostete die Gemeinschaftswährung 1,2284 Dollar und damit etwas mehr als am Vorabend. Am Donnerstagnachmittag wird der deutsche Bundestag über die Finanzhilfe für den spanischen Bankensektor abstimmen. Eine Mehrheit im Parlament gilt als sehr wahrscheinlich. Unterdessen wird Spanien am Vormittag versuchen, neue Staatsanleihen mit Laufzeiten von bis zu sieben Jahren zu versteigern. Die Auktion findet in einem denkbar ungünstigen Umfeld statt: Am Mittwoch war der Risikoaufschlag zehnjähriger spanischer Anleihen zu deutschen Papieren auf einen neuen Rekordstand gestiegen.
Zahlen amerikanischer Unternehmen treiben Kurse in Asien
Die Ergebniszahlen amerikanischer Unternehmen führen am Donnerstag zu Käufen an den asiatischen Börsen. Vor allem die Quartalszahlen von Technologieunternehmen brachten die Kurse etwa in Japan nach oben. So steigern sich Advantest um 4,5 Prozent und Dainippon Screen Mfg. um 5,1 Prozent. Der Nikkei gewinnt 0,9 Prozent auf 8.807 Punkte. Die Stärke des Yen hält die Gewinne am Tokioter Aktienmarkt etwas im Zaum. Analysten urteilen, die Märkte preisten nun allmählich die Möglichkeit einer weiteren Runde Quantitativer Erleichterungen in den Vereinigten Staaten ein.
Der australische S&P ASX 200 gewinnt 1,3 Prozent. Hier steigern sich vor allem die Rohstoffwerte, angeführt von BHP Billiton, die sich um 1,9 Prozent verteuern. Der südkoreanische Kospi legt um 1,7 Prozent zu, wobei in erster Line Technologie-, Schiffsbau- und Chemiewerte gekauft werden. Samsung Electronics stehen ganz oben auf den Kauflisten und legen um 3,4 Prozent zu. In China rücken der Hongkonger HSI 1,6 Prozent und der Shanghai Composite 1,1 Prozent vor.
Mit einem steigenden Ölpreis legen auch die Aktienkurse von Ölunternehmen quer durch die Region zu. Die Aktie der australischen Woodside Petroleum gewinnt 6,2 Prozent. Gegen den Trend fällt der Titel der japanischen All Nippon Airways um 2,1 Prozent. Das Unternehmen hat den Emissionspreis für eine Kapitalerhöhung festgelegt und will damit 175 Milliarden Yen erzielen. Ursprünglich waren 200 Milliarden Yen geplant.
Nachbörsliche Kurse und Meldungen aus Amerika
Fester präsentierten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Mittwoch im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator stieg um 0,58 Prozent auf 2641,14 Zähler.
Die Aktien von Ebay waren nach positiv aufgenommenem Zahlenausweis gesucht. Die Titel des virtuellen Auktionshauses kletterten um 5,1 Prozent auf 42,52 Dollar. Das Unternehmen meldete zum vierten Mal in Folge einen steigenden Vierteljahresgewinn, der Umsatz erhöhte sich um fast ein Viertel und die Markterwartungen wurden zudem übertroffen.
Die Anteilsscheine des Computerherstellers IBM verteuerten sich um 2,8 Prozent auf 193,60 Dollar. Im abgelaufenen Quartal verdiente der Konzern trotz niedrigerer Umsätze mehr. Erneut kam dem Konzern damit die Strategie zugute, sich auf höhermargige Geschäfte zu konzentrieren. Besonders gut am Markt kam die angehobene Jahresprognose für das Betriebsergebnis an. Diese rangierte zudem über den Markterwartungen.
Der Aktienkurs des Halbleiterkonzerns Qualcomm stieg um 5,8 Prozent auf 59,29 Dollar, obwohl die Gesellschaft mit ihrem Ausblick unter den Marktvorgaben blieb. Auch die Zweitquartalszahlen fielen leicht schwächer als erwartet aus. Analysten hoben aber die positive Entwicklung im Lizenzgeschäft hervor.
Die Geschäftszahlen von American Express überzeugten Anleger nicht besonders, der Aktienkurs des Kreditkartenanbieters sank um 0,5 Prozent auf 57,98 Dollar. Gewinnseitig lag das Unternehmen knapp über den Vorhersagen. Der Kurs des Bettenherstellers Select Comfort schoss nach äußerst positiven Quartalszahlen um 17,1 Prozent auf 25,50 Dollar in die Höhe.
Bilanzen und Hoffen auf Fed treiben Wall Street an
Amerikanische Anleger haben am Mittwoch optimistische Schlüsse aus Unternehmensbilanzen gezogen und dem Handel Gewinne beschert. Im Sog von Schwergewichten wie Intel und Honeywell legten auch andere Tech- und Industriewerte zu. Verhaltene Aussagen der Konzerne zur Konjunkturentwicklung entmutigten die Investoren nicht, sondern führten zu neuen Wetten auf weitere Konjunkturstützen der Notenbank. Das gab dem Markt zusätzlichen Halt.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsende mit einem Plus von 0,8 Prozent bei 12.908 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1372 Punkten, ein Aufschlag von 0,7 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,1 Prozent und ging mit 2942 Punkten aus dem Handel.
Bei einer Anhörung vor dem Finanzausschuss des amerikanischen Repräsentantenhauses untermauerte Fed-Chef Bernanke die grundsätzliche Bereitschaft der Notenbank zum Handeln, sollte die konjunkturelle Lage dies nötig machen. Der Markt „will wirklich, wirklich“ eine dritte Runde groß angelegter Anleihenkäufe (QE3), sagte Kim Forrest von der Fort Pitt Capital Group.
Intel kappte seine Prognose. Positiv bewerteten Börsianern allerdings die Entwicklung der Bruttomargen. Die Aktie gewann 3,3 Prozent. Aufwärts ging es mit einem Plus von 6,7 Prozent auch für Honeywell. Der Mischkonzern hatte einen Gewinn über Erwartungen von Experten vorgelegt.
Technologiewerte wurden aber auch durch EMC angetrieben. Das Datenspeicher-Unternehmen hatte vorläufigen Daten zufolge einen Gewinn im zweiten Quartal vermeldet und den Chef seiner Tochter VMware ersetzt. Die Aktie verteuerte sich um 9,4 Prozent.
Finanzwerte schwächelten. So verlor die Bank of America nach einem Rückgang bei den Einnahmen fast fünf Prozent. Ein Lichtblick kam vom schwächelnden amerikanischen Immobilienmarkt. Die Zahl der Baubeginne von Wohnungen stieg im Juni so stark wie seit über drei Jahren nicht mehr. Sie legten um 6,9 Prozent auf eine Jahresrate von 760.000 zu.
