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Blick auf den Finanzmarkt Deutsche Aktien sehr schwach

 ·  Die starke Unsicherheit nach den Wahlen in Griechenland und Frankreich setzt die Kurse am deutschen Aktienmarkt stark unter Druck. Der Dax fällt um 2,2 Prozent auf 6420 Punkte. Für den marktbreiten FAZ-Index geht es gleich stark auf 1417 Punkte abwärts.

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Nachdem die beiden ehemals großen griechischen Parteine, die konservative Nea Dimokratia (ND) und die sozialdemokratische Pasok keine Mehrheit mehr im Parlament haben, sehen Thomas Gitzel und Oliver Schlumpf, Analysten der VP Bank, eine mögliche Regierung der beiden Parteien auf wackeligen Beinen stehen. Der Gegenwind der Extremisten sei groß. Neue ehrgeizige Sparprogramme dürften nicht mehr durchsetzbar sein. Die Reformen verlieren den Experten zufolge den Rückhalt in der Bevölkerung und gefährden den sozialen Frieden.

Anleger flüchten nach Wahlen in Bundesanleihen

Investoren suchen weiter Sicherheit und flüchten in deutsche Bundesanleihen. Nach den Wahlen in Griechenland, die keinen Gewinner hervorgebracht haben, ist der Bund-Future auf ein Allzeithoch in den Handel gestartet. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 27 Basispunkte auf 142,32 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 9 Basispunkte auf 125,70 Prozent.

„Momentan ist noch unklar, ob sich in Griechenland eine Koalition finden wird, die in die Verhandlungen mit der Troika und dem IWF treten wird“, heißt es im Handel. Diese Verunsicherung sorge dafür, dass Anleger zunächst in die sicheren Werte innerhalb der Eurozone investierten, dies seien in allererster Linie Bundesanleihen.

Spannend werde, wie sich die Renditen der Europeripherie zum Wochenstart entwickelten. Im frühen Handel zeige sich, dass die Renditen in Italien und Spanien leicht anzögen. „Sollten die Investoren den Staatsanleihen der Mittelmeeranrainer abermals den Rücken zudrehen, kommen schwierige Zeiten auf uns zu“, erwartet ein Anleihehändler.

Am Primärmarkt für Staatsanleihen der Eurozone bleibt es in der Woche vom 7. bis 11. Mai vergleichsweise ruhig. Von den großen Krisenländern Spanien und Italien tritt nach derzeitigem Stand nur Italien am Freitag mit der Versteigerung von Geldmarktpapieren in Erscheinung. Auch Kupon- und Rückzahlungen stehen nach Angaben des Bankhauses HSBC Trinkaus nicht auf der Agenda. Lediglich vier Staaten bringen ein relativ überschaubares Gesamtvolumen von neun Milliarden Euro an den Markt. Die einzige neue Anleihe ist dabei eine fünfjährige Bundesobligation. „Angesichts eines ziemlich leeren Daten- und Auktionskalenders dürfte der Anleihemarkt in der kommenden Woche keinen nennenswerten Richtungsschwenk vollziehen“, sagt Commerzbank-Chefökonom Jörg Krämer. Am Geldmarkt wollen Italien, Frankreich, Belgien, Holland, Griechenland und Slowenien insgesamt ein Volumen von etwa 23 Milliarden Euro platzieren.

Euro rutscht in Fernost auf Drei-Monats-Tief

Der Euro ist am Montag im fernöstlichen Handel zum Dollar auf ein Drei-Monats-Tief gerutscht. Die Wahlergebnisse in Griechenland und Frankreich haben Sorgen geschürt, dass am Sparkurs in der Euro-Zone gerüttelt werden könnte. Solange nicht klar sei, wie es in Griechenland weitergehe, werde der Euro unter Druck bleiben, sagte Devisenstratege Masafumi Yamamoto von Barclays. Die europäische Einheitswährung büßte mehr als 0,3 Prozent auf 1,2983 Dollar ein. Am Freitag war die Gemeinschaftswährung in New York bei 1,3082 Dollar aus dem Handel gegangen. Zum Yen stagnierte die amerikanische Währung bei 79,82 Yen. Der Schweizer Franken notierte bei rund 0,925 Franken je Dollar und bei etwa 1,2 Franken je Euro.

Wahlen in Europa lassen Kurse in Asien fallen

Nach den Wahlen in Frankreich und Griechenland dominieren am Montag die Sorgen um die Stabilität der Eurozone das Marktgeschehen in Asien. Sowohl in Paris als auch in Athen könnte eine Abkehr von den bisherigen Sparanstrengungen bevorstehen, so die Befürchtung der Anleger. Dazu gesellt sich der schlechter als erwartet ausgefallene Arbeitsmarktbericht der Vereinigten Staaten vom Freitag. Die Aktienkurse geben kräftig nach, ebenso der Euro und der Ölpreis.

In Tokio geht es für den Nikkei nach einer feiertagsbedingten Pause von zwei Handelstagen um 2,8 Prozent auf 9.120 Punkte abwärts und damit auf den tiefsten Stand seit Mitte Februar. Der südkoreanische Kospi sackt um 1,8 Prozent auf 1.954 Punkte ab. Am chinesischen Markt verliert der Shanghai Composite 0,3 Prozent auf 2.446 Zähler, während der australische S&P/ASX 200 um 1,8 Prozent auf 4.315 Stellen nachgibt.

Zyklische Werte aus den Rohstoff- und Exportsektoren sowie Finanztitel zählen zu den stärksten Verlierern. In Australien fallen die Kurse von BHP Billiton und Fortescue Metals jeweils um fast 4 Prozent, während es in Hongkong für Petrochina um 2,7 Prozent und für CNOOC um 3,6 Prozent abwärts geht. Am japanischen Markt sinken Honda Motor um 3,9 Prozent und Nomura um 5 Prozent.

Wall Street schaut gebannt auf Wahlen in Europa

Die Wahlergebnisse aus Europa werden in der neuen Woche wohl das wichtigste Thema an den amerikanischen Börsen. Die Händler interessiert vor allem, wie es mit der Haushaltspolitik in Frankreich und Griechenland weitergeht. „Es gibt das Potential für Instabilität und Unsicherheit in Europa“, sagt John Praveen von Prudential International Investment Advisors. Derzeit würden die Märkte vom Schlimmsten ausgehen.

Zuletzt hatten das Ausklingen der Berichtssaison und unerwartet schlecht Arbeitsmarktdaten für Katerstimmung an der Wall Street gesorgt und der Börse die bislang schlechteste Woche des Jahres beschert. In der kommenden Woche richten die Anleger ihre Aufmerksamkeit vor allem auf den von Reuters und der Universität Michigan ermittelten Index des Verbrauchervertrauens am Freitag.

Zum Ende der Berichtssaison stellen noch ein paar große Namen ihre Zahlen vor: Der Unterhaltungskonzern Walt Disney und Netzwerkausrüster Cisco Systems präsentieren am Dienstag beziehungsweise Mittwoch ihre Bilanzen. Ebenfalls für Mittwoch werden die Zahlen der Kaufhauskette Macy’s erwartet, von denen sich Händler Hinweise auf die Stimmung der amerikanischen Konsumenten erhoffen.

Nachbörsliche Kurse und Meldungen aus Amerika

Die Aktien von Georgia Gulf gaben deutlich nach, nachdem Westlake Chemical sein Übernahmeangebot zurückgezogen hat. Der geplante Zukauf werde nicht weiter verfolgt, hieß es nach Gesprächen mit dem Georgia Gulf-Management. Im Vorfeld hatte Georgia Gulf die Kaufangebote von Westlake Chemical wiederholt zurückgewiesen. Für die Aktie von Georgia Gulf ging es um 3,6 Prozent auf 30,65 Dollar abwärts, während die Westlake-Papiere um 1,2 Prozent auf 57,37 Dollar anzogen.

Um 5 Prozent auf 31,18 Dollar sanken die Papiere der American International Group (AIG), nachdem das Finanzministerium den Verkauf von weiteren Aktien des Versicherers angekündigt hatte. Ein dritter Verkauf sei geplant, Umfang und Angebotspreis müssten aber noch festgelegt werden, hieß es in einer Mitteilung. Aktuell besitzt das Finanzministerium noch 1,248 Milliarden AIG-Aktien, was rund 70 Prozent der ausstehenden Stammaktien entspricht.

Kursgewinne am amerikanischen Anleihenmarkt

Die Sorge um eine sich verlangsamende Wirtschaftsentwicklung treibt die Anleger in amerikanische Anleihen. Nach der Veröffentlichung der neuesten Arbeitsmarktdaten am Freitag sind die amerikanischen Anleihen gestiegen. Die Rendite der richtungweisenden zehnjährigen Anleihen fiel dabei unter die Marke von 1,9 Prozent. In den Vereinigten Staaten waren im vergangenen Monat weniger Jobs geschaffen worden als erwartet. „Außerdem stagnierten die Stundenlöhne, was bedeutet, dass die Dynamik beim Konsum, dem Wachstumsmotor der Wirtschaft, nachlässt“, sagte ein Marktbeobachter.

Zweijährige Anleihen kletterten um 1/32 Punkte auf 99 31/32 Punkte. Sie rentierten mit 0,254 Prozent. Fünfjährige Anleihen stiegen um 6/32 Punkte auf 100 14/32 Punkte. Sie rentierten mit 0,784 Prozent. Richtungweisende zehnjährige Anleihen zogen um 15/32 Punkte auf 101 02/32 Punkte an, ihre Rendite lag bei 1,88 Prozent. Schatzanweisungen mit einer Laufzeit von dreißig Jahren stiegen um 29/32 Punkte auf 100 31/32 Punkte. Sie rentierten mit 3,074 Prozent.

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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