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Blick auf den Finanzmarkt Deutsche Aktien praktisch unverändert

 ·  Wenig verändert notieren die deutschen Aktien am Donnerstag vor den Notenbank-Sitzungen in Frankfurt und London. Experten erwarten am Mittag sowohl von der Bank von England als auch von der Europäischen Zentralbank (EZB) eine weitere Lockerung der Geldpolitik. Der EZB-Leitzins dürfte laut vorherrschender Meinung um 0,25 Prozentpunkte und damit unter sein bisheriges Rekordtief von 1,0 Prozent fallen.

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Wenig verändert notieren die deutschen Aktien am Donnerstag vor den Notenbank-Sitzungen in Frankfurt und London. Der Dax liegt mit 6562 Punkten knapp unterhalb des Vortagesschlusskurses. Der marktbreite FAZ-Index mit 1424 Punkten knapp darüber.

Darüber hinaus könnte der Einlagensatz sinken, also die Verzinsung für überschüssige Mittel, die Banken bei der EZB als Reserve vorhalten. Diese Maßnahme würde auf den nach wie vor verspannten Interbankenmarkt zielen und die Kreditinstitute animieren, sich gegenseitig mehr Geld zu leihen. Der Satz liegt allerdings bereits bei nur noch 0,25 Prozentpunkten. Gründe für die erwarteten Maßnahmen sind der global eingetrübte Konjunkturausblick und die eskalierende Krise im Euroraum. Zudem scheint die Geldflut, mit der die EZB versucht hat, die Krise zu bekämpfen, kaum bei Unternehmen und Haushalten anzukommen. Im späteren Tagesverlauf könnte die Bekanntgabe neuer Wirtschaftsdaten aus den Vereinigten Staaten frische Impulse liefern. Ferner kehrt Irland mit der Emission von Geldmarktpapieren erstmals seit dem Herbst 2010 an den Finanzmarkt zurück.

Rentenmärkte leicht im Plus

Nachdem der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, am Mittwoch auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Wochen gestiegen war, legt er am Donnerstag nochmals um 22 Basispunkte auf 142,54 Prozent zu. Der Bobl-Future steigt um 5 Bassispunkte auf 126,74 Prozent.

Aus technischer Sicht würde laut HSBC nur ein Fall des Bund-Future unter die Zone um 140/139 Prozent den Kontrakt stärker unter Druck bringen. In dieser Zone lägen der seit April 2011 gültige Aufwärtstrend und die 200-Tage-Linie. Eine wichtige Widerstandszone reiche vom Hoch von Mitte Juni bei 143,09 Prozent bis zur 38-Tage-Linie bei 143,12 Prozent.

Euro vor EZB-Zinsentscheidung über 1,25 Dollar

Der Euro notiert vor der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) wenig verändert bei 1,2523 Dollar. „Die EZB-Zinsentscheidung wird dem Euro wohl kaum Impulse nach oben geben“, heißt es im Morgenkommentar der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

Wenig Bewegung an Asiens Aktienmärkten

Ohne Impulse und weiter in Erwartung richtungweisender Entscheidungen der großen Notenbanken zeigen sich die asiatischen Aktienmärkte am Donnerstag mit leichten Verlusten. Die amerikanischen Börsen hatten am Vortag wegen des Nationalfeiertages geschlossen, so dass von dort nicht die üblichen Vorgaben kamen. „Es fehlt die Marktenergie, weil die Anleger nicht groß spekulieren wollen, bevor aus dem Ausland wichtige Nachrichten kommen“, sagt Hiroichi Nishi, Händler bei SMBC Nikko Securities.

In Japan verliert der Nikkei-Index 0,3 Prozent auf 9080 Punkte. Auch der Kospi in Seoul bewegt sich kaum. Verluste bei den Autotiteln verhindern hier Aufschläge, nachdem die Gewerkschaften mit einem Streik gedroht haben. Die Aktien von Hyundai Motor verlieren 1,5 Prozent und die von Kia Motors 0,7 Prozent. In Australien steht der S&P ASX 200 knapp im Minus, nachdem die Preise für Öl und Metalle wieder etwas gefallen sind und die entsprechenden Aktien deshalb nachgegeben. Die Papiere von Rio Tinto verlieren 0,6 Prozent, die von Newcrest Mining 0,7 Prozent und Oil Search 1,9 Prozent.

Die größten Verluste verzeichnen die chinesischen Aktienmärkte, wo es für den Hongkonger HSI um 0,3 Prozent und den Shanghai Composite um 1,2 Prozent nach unten geht. Hier belasten vor allem Verluste bei den Aktien von Kohle- und Stahlkonzernen sowie Sorgen um die heimische Konjunktur.

Das kleine Minus in Japan und Australien ist erst das zweite in den vergangenen sieben Sitzungen. Einige Teilnehmer sorgen sich jedoch, dass die Stimmung kippen könnte, wenn die EZB mit ihren Entscheidungen nicht die Erwartungen erfüllt.

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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