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Blick auf den Finanzmarkt Deutsche Aktien fester

 ·  Die deutschen Aktien profitieren am Dienstag von positiven Vorgaben. Als Impuls gelten die überraschend festen Börsen in Asien. Für weitere Impulse dürften neben dem üblichen Blick auf die Anleihemärkte insbesondere die ZEW-Konjunkturerwartungen und am Nachmittag ein ganzer Strauß von amerikanischen Konjunkturdaten sorgen.

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Der Dax steigt um 0,4 Prozent auf 6595 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index legt 0,5 Prozent auf 1431 Zähler zu. Marktteilnehmer warten außerdem auf Kommentare von amerikanischen Notenbankchef Ben Bernanke, wenn er im Rahmen des halbjährlichen Berichts zur Geldpolitik vor dem Bankenausschuss des amerikanischen Senats aussagt. Die Anleger hofften auf Hinweise auf weitere Stimulierungsmaßnahmen, sagte Händler Markus Huber von ETX Capital. Ferner legt mit Goldman Sachs eine weitere amerikanischen Großbank ihre Bilanz vor.

Hierzulande gab es negative Nachrichten aus der Industriebranche. So senkte der Motorenbauer Deutz seine Prognose für das Geschäftsjahr und begründete dies mit der Euro-Schuldenkrise und der anhaltend schwachen Marktsituation in China. Die Nachfrage habe sich im Verlauf des zweiten Quartals abgeschwächt und auch der Auftragseingang im Juli habe bisher unter den Erwartungen gelegen. Ganz überraschend aber war dies Börsianern zufolge nicht gekommen, nachdem der amerikanische Motorenherstellers Cummins schon in der vergangenen Woche seine Ziele gesenkt hatte. Deutz legen um 1,8 Prozent zu auf 3,519 Euro zu.

Vossloh steigen ebenfalls um 1,7 Prozent. Der Verkehrstechnikkonzern hat am Vortag bekanntgegeben, dass Knorr-Bremse-Hauptgesellschafter Heinz Hermann Thiele seinen Anteil am Unternehmen nunmehr auf 20,22 Prozent aufgestockt hatte. Vossloh selbst hatte das Engagement als Finanzinvestition als Ausgleich zu seinem Fahrzeuggeschäft bewertet.

Rentenmarkt etwas leichter

Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Dienstag leichter. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 18 Basispunkte auf 144,86 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 6 Basispunkte auf 127,85 Prozent.

Nach Darstellung von HSBC Trinkaus sind die Umsätze dünn. Die am Montag gehandelten knapp 418.000 Bund-Kontrakte seien ein „vorläufiger Negativrekord“. Am 28. Mai wurden letztmals noch weniger Kontrakte umgesetzt. „Dem fehlenden Volumen zum Trotz strebt das Zinsbarometer dennoch scheibchenweise gen Norden“, beschreibt die Bank die jüngste Entwicklung. Das Rekordhoch des Bund-Future von Anfang Juni bei 146,89 Prozent rücke immer näher. Der Future präsentiere sich „stabil auf höchstem Niveau“. Erst mit einem Fall unter die Unterstützungszone bei 143,26/143,09 Prozent trübe sich die Lage etwas ein.

Euro gewinnt etwas hinzu

Angesichts von Spekulationen über eine weitere Lockerung der amerikanischen Geldpolitik festigt sich der Eurokurs am Dienstagmorgen etwas. Die Gemeinschaftswährung notiert mit 1,2280 Dollar rund einen amerikanischen Cent über dem EZB-Referenzkurs von 1,2177 Dollar. Schon im späten amerikanischen Geschäft - der Euro handelte in New York zuletzt bei 1,2270 Dollar - hatten Anleger wieder zugegriffen, nachdem schwache amerikanischen Konjunkturdaten die Spekulationen auf ein neues Anleihekaufprogramm (QE3) angeheizt hatten.

„Die deutlich negativ überraschenden Daten zu den amerikanischen Einzelhandelsumsätzen im Juni bestätigen die allfällige Erwartung: Fed-Chairman Ben Bernanke könnte heute vor dem amerikanischen Kongress den Eindruck vermitteln, dass die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Runde quantitativer Lockerung (QE3) gestiegen ist“, fassen die Analysten der Commerzbank zusammen.

Hoffnung auf Wirtschaftsstimuli beflügelt Aktienkurse in Asien

Hoffnungen auf wirtschaftliche Stimuli in China und den Vereinigten Staaten geben den asiatischen Aktienmärkten am Dienstag Auftrieb. In Tokio gewinnt der Nikkei-225-Index am ersten Handelstag nach dem langen Feiertagswochenende 0,7 Prozent auf 8.789 Punkte. Die Tokioter Börse war am Montag feiertagsbedingt geschlossen. In Seoul steigt der Kospi um 0,9 Prozent auf 1.834 Punkte. Der Shanghai-Composite legt um 0,6 Prozent auf 2.160 Punkte zu. In Hongkong steigt der Hang-Seng-Index (HSI) um 1,8 Prozent auf 19.455 Punkte.

Die chinesischen Aktien werden auch von Eindeckungen nach Leerverkäufen nach oben getragen, nachdem sie zuletzt deutliche Verluste verzeichnet hatten. Die Enttäuschung über schwache chinesische Wirtschaftsdaten und die Angst vor einer Konjunkturschwäche sind der Erwartung gewichen, dass die chinesische Regierung geeignete Maßnahmen ergreifen wird, um einer negativen Entwicklung entgegenzuwirken.

Die Aktien des HSI-Schwergewichts HSBC steigen um 1,9 Prozent und zeigen sich damit unbeeindruckt davon, dass der amerikanische Senat der Bank vorwirft, sie habe das Finanzsystem für Terroristen, Drogenhändler und Geldwäscher geöffnet. Aktien japanischer Exportunternehmen leiden unter der Aufwertung des Yen. Die Kurse von Sony und Canon fallen um 2 Prozent und um 1,4 Prozent. In Seoul verlieren die Aktien von Hyundai Motors 1,8 Prozent, nachdem Hyundai Heavy Industries eine Beteiligung von 1,45 Prozent an dem Automobilhersteller verkauft hat.

Nachbörsliche Kurse und Meldungen aus Amerika

Knapp behauptet präsentierten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Montag im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator fiel um 0,95 Punkte auf 2576,10 Zähler.

Yahoo ist bei der Suche nach einem neuen Konzernlenker fündig geworden. Google-Veteranin Marissa Mayer soll den schwächelnden Internetsuchmaschinenbetreiber wieder nach vorn bringen, wie das Unternehmen am Montagabend nach der Schlussglocke mitteilte.
Für Google ist der Weggang Mayers dagegen ein herber Verlust. Der Aktienkurs von Yahoo stieg um 2,3 Prozent auf 16,01 Dollar. Weil sie in ihrer langjährigen Laufbahn bei Wettbewerber Google für eine Reihe von neuen Produkten verantwortlich zeichnete, wurde Mayer vom Wirtschaftsmagazin „Fortune“ bereits 2008 zu den 50 mächtigsten Frauen der Welt gezählt.

Ein schwacher Ausblick des Anbieters von Arbeitsbekleidung Cintas belastete den Kurs der Aktie, die um 1 Prozent auf 0,39 Dollar nachgab. Die Gesellschaft, die neben einheitlicher Arbeitsbekleidung auch andere Produkte zur Unternehmensausstattung liefert, erwartet für 2013 eine Umsatzspanne von 4,25 bis 4,35 Milliarden Dollar und ein Ergebnis zwischen 2,47 bis 2,55 Dollar je Schein. Analysten hatten jedoch im Konsens Erlöse von 4,34 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie von 2,54 Dollar in Aussicht gestellt. Für das abgelaufene vierte Quartal wurden die Markterwartungen dagegen getroffen.

Schwache Konjunkturdaten belasten amerikanische Börsen

Die Wall Street ist mit Verlusten in die neue Handelswoche gestartet. Grund für die Zurückhaltung der Anleger waren vor allem enttäuschende Konjunkturdaten. Die Einzelhändler mussten überraschend sinkende Umsätze hinnehmen, was als ein weiteres Zeichen für die Verunsicherung der Verbraucher gewertet wurde. Zudem sind die Anleger nach Angaben von Händlern aufgrund der Gewinnwarnungen mehrerer Firmen aus den vergangenen Tagen derzeit zurückhaltend.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,4 Prozent tiefer mit 12.727 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,2 Prozent auf 1353 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq 0,4 Prozent auf 2896 Stellen.

Aktien der Citigroup zogen 0,6 Prozent an. Die drittgrößte amerikanische Bank hatte zwar über einen Rückgang des Nettogewinns im abgelaufenen Vierteljahr berichtet. Die Geschäfte liefen aber besser als von den meisten Analysten erwartet. Der Aktienkurs der Biotechfirma Human Genome stieg um 4,5 Prozent auf 14,19 Dollar. Nach monatelangem Ringen ist für den britischen Pharmariesen Glaxo-Smith-Kline der Weg zur Übernahme frei. Er zahlt für Human Genome 3,6 Milliarden Dollar oder 14,25 Dollar je Aktie.

Renditen amerikanischer Staatsanleihen geben nach

Die amerikanischen Staatsanleihen haben am Montag ihre Auftaktgewinne am langen Ende etwas eingedämmt. Belastend wirkten die Aktienbörsen, die sich etwas von ihren frühen Verlusten erholen konnten. Dass die Kurse der festverzinslichen Wertpapiere dennoch zulegten, begründeten Experten mit den Sorgen über die weltweite Konjunkturentwicklung, die sich etwa in den überraschend gesunkenen Einzelhandelsumsätzen niederschlugen, sowie über die europäische Schuldenkrise. Dies halte die Nachfrage nach „sicheren Häfen“ aufrecht.

Zweijährige Anleihen stiegen um 1/32 Punkte auf 100 1/32 Punkte und rentierten mit 0,23 Prozent. Fünfjährige Anleihen legten um 4/32 Punkte auf 100 23/32 Punkte zu. Sie rentierten mit 0,60 Prozent. Richtungweisende zehnjährige Anleihen gewannen 8/32 Punkte auf 102 20/32 Punkte. Sie rentierten mit 1,46 Prozent. Schatzanweisungen mit einer Laufzeit von dreißig Jahren gewannen 11/32 Punkte auf 109 5/32 Punkte und rentierten mit 2,56 Prozent.

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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