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Blick auf den Finanzmarkt Deutsche Aktien fester

17.02.2012 ·  Die Hoffnung auf eine stärkere Weltkonjunktur gibt den Aktienkursen am Rosenmontag Auftrieb. Stimuliert wird der Aktienmarkt von der Senkung der Mindestreservesätze durch die chinesische Notenbank.

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Positive Impulse aus China und die Hoffnung auf eine Entscheidung für weitere Griechenland-Hilfen geben dem deutschen Aktienmarkt am Montag weiteren Auftrieb. Bereits die Börsenstimmung in Übersee war deshalb freundlich. Der Dax gewinnt 0,6 Prozent auf 6889 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index steigt um 0,6 Prozent auf 1536 Zähler.

Auftrieb kommt einerseits aus China, denn dort lockert die Regierung abermals ihre Geldpolitik und senkt den Mindestreservesatz für Geschäftsbanken. Andererseits werde auf eine Verbesserung der Situation in Griechenland gehofft, sagt Marktstratege Stan Shamu von IG Markets. Nachdem Athen Zug um Zug wichtige Forderungen der öffentlichen Geldgeber erfüllt hat, wird mit einer Freigabe des zweiten Hilfspakets über insgesamt 130 Milliarden Euro durch die Finanzminister der Eurozone gerechnet.

Rentenmarkt tendiert schwächer

Die deutschen Staatsanleihen verzeichnen am Montag Kursverluste. Händler verweisen auf die gute Börsenstimmung in Asien als Belastungsfaktor. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 30 Basispunkte auf 138,12 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 12 Basispunkte auf 124,85 Prozent.

Die Augen der Anleger sind auf Brüssel gerichtet, wo die Euro-Finanzminister eine endgültige Entscheidung über abermalige Finanzhilfen für Griechenland treffen wollen. Nachdem Athen Zug um Zug wichtige Forderungen der öffentlichen Geldgeber erfüllt hat, wird mit einer Freigabe des zweiten Hilfspakets über insgesamt 130 Milliarden Euro gerechnet. Doch selbst dann würde ein „fader Beigeschmack“ bleiben, heißt es bei der Landesbank Hessen-Thüringen. Helaba-Experte Ulrich Wortberg verweist insbesondere auf den Umstand, dass das Vertrauen in den Reformwillen Griechenlands tief erschüttert ist.

Am Primärmarkt für Euro-Staatsanleihen steht in den Tagen vom 20. bis 24. Februar eine vergleichsweise ruhige Woche an. Die einzige neue Anleihe stelle eine zweijährige Bundesschatzanweisung dar, die am Mittwoch mit einem Volumen von fünf Milliarden Euro versteigert werde, hieß es im Wochenausblick der Düsseldorfer Bank HSBC Trinkaus. Auch der Geldmarkt bleibe mit einem Volumen von 15 Milliarden Euro aus Frankreich, Spanien und Holland im Verlauf der Woche „unterdurchschnittlich aktiv“.

Hoffnung auf Ende des griechischen Dramas treibt Euro

Der Euro startet fester zu Dollar und Yen in die neue Woche. Den Wechselkursanstieg der als Maß für den Risikoappetit geltenden Gemeinschaftswährung begründen Devisenhändler mit der geldpolitischen Lockerung in China und der Hoffnung auf ein Ende des Gezerres um einen Schuldenschnitt und ein zweites Rettungspaket für Griechenland.

Dessen ungeachtet betont Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen, dass der heutige Tag von einem hohen Ereignisrisiko geprägt sei und die Volatilität an den Devisenmärkten wohl durchaus ausgeprägt sein werde. „Eine sich abzeichnende Lösung würde aber zu einem Anstieg der Risikobereitschaft beitragen und den Euro tendenziell stützen“, sagt er. Bei Kursen jenseits von 1,3235 Dollar entstehe charttechnisches Potenzial bis 1,3307/20 Dollar. Dort leiste nicht nur der gleitende 100-Tage-Schnitt Widerstand, sondern auch das markante Hoch vom 9. Februar. Unterstützungen macht Wortberg bei 1,3170 und 1,2973 Dollar aus. Demgegenüber ist die Agenda der makroökonomischen Kennziffern dünn bestückt, noch dazu wird in den Vereinigten Staaten der Feiertag „President’s Day“ gefeiert.

Ölpreis in Asien nach iranischem Lieferstopp auf Rekordhoch

Nach dem Stopp iranischer Erdölexporte nach Großbritannien und Frankreich ist der Ölpreis in Asien mit fast 105 Dollar pro Barrel auf den höchsten Stand seit neun Monaten gestiegen. In Singapur kletterte der Preis zur Mittagszeit um 1,75 auf 104,99 Dollar. Zuvor hatte er mit 105,21 Dollar den höchsten Stand seit Mai erreicht. In London wurde die Sorte Brent 1,52 Dollar höher mit 121,10 Dollar das Barrel gehandelt.

 

Aktienkurse in Tokio schließen fester

Geldpolitische Lockerungen in China haben der Börse in Tokio am Montag zu festeren Kursen verholfen. Zeitweise deutlichere Gewinne wurden jedoch wieder eingebüßt. Im Vorfeld des im späteren Tagesverlauf anstehenden EU-Gipfels zum zweiten Rettungspaket für Griechenland hätten einige Anleger eine vorsichtige Haltung eingenommen, hieß es dazu im Handel. Der Nikkei gewann 1,1 Prozent oder 101 Punkte auf 9.485, während der breitere Topix Prozent 1 oder 9 Punkte auf 819 zulegte.

Vor allem Aktien von auf den chinesischen Markt ausgerichteten Unternehmen waren gesucht. Komatsu verteuerten sich um 3 Prozent auf 2.423 Yen, Hitachi Construction Machinery um 4,6 Prozent auf 1.694 Yen und Fanuc um 1,1 Prozent auf 14.410 Yen. Daneben ging es auch für andere Exportwerte und konjunktursensible Titel nach oben. Canon gewannen 1,1 Prozent auf 3.590 Yen, Sony 3,6 Prozent auf1.681 Yen und Toyota Motor 2 Prozent auf 3.350 Yen.

Mitsubishi Corp. stiegen um 4,8 Prozent auf 1.970 Yen. Das größte Handelshaus Japans will mit rund 6 Milliarden Dollar mehr Geld in die Entwicklung seiner Erdgasaktivitäten in British Columbia stecken als erwartet. Die Größe des Projektes mache Hoffnungen auf gute Geschäftsaussichten bei dem Unternehmen, so ein Händler.

 

Aktienkurse in China profitieren von Mindestreservesenkung

Die Börsen in Schanghai und Hongkong zeigen sich am Montagnachmittag (Ortszeit) mit freundlichen Kursen. Die jüngste Senkung der Mindestreserveanforderungen für chinesische Banken dürfte die Realwirtschaft ankurbeln und die Liquidität am Markt erhöhen, heißt es aus dem Handel. Der Shanghai Composite gewinnt 0,8 Prozent auf 2.376 Punkte, während der HSI in Hongkong um 0,7 Prozent auf 21.638 Punkte zulegt. Immobilienwerte und Bankentitel führen die Gewinnerseite an. China Vanke steigen um 1,4 Prozent und China Everbright Bank 1 Prozent.

Nachbörsliche Kurse und Meldungen aus Amerika

Gut behauptet präsentierten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Freitag im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator stieg um 0,72 Punkte auf 2584,96 Zähler.

Anleger preisten die Übernahmefantasie bei den Titeln von Brocade aus. Medienberichten zufolge wurden die Übernahmeverhandlungen zwischen dem Netzwerkausrüster und Blackstone beendet. Blackstone begründete die Einstellung der Gespräche mit dem zuletzt stark angestiegenen Aktienkurs von Brocade, wie Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise berichtete. Der Kurs von Brocade brach im regulären Handel um mehr als 10 Prozent ein, reduzierten das Minus bis zur Schlussglocke dann aber auf nur noch 2,2 Prozent. Nachbörslich ging es um weitere 1,2 Prozent auf 5,61 Dollar talwärts.

Die Regulierungsbehörden des amerikanischen Bundesstaates Maryland genehmigten am Freitagabend die Übernahme von Constellation Energy Group durch Exelon. Die Transaktion hat einen Umfang von rund 8 Milliarden Dollar. Während Exelon um 0,3 Prozent auf 39,39 Dollar zulegten, ging es für Constellation Energy um 0,4 Prozent auf 36,53 Dollar nach oben.

Vereinigte Staaten feiern „President’s Day“

Mäßige Unternehmenszahlen und die Hängepartie um das zweite Rettungspaket für Griechenland haben die New Yorker Anleger bislang nicht verschreckt: Nach noch nicht einmal zwei Monaten im neuen Jahr hat der S&P-500-Index bereits acht Prozent zugelegt und den Stand übertroffen, den ihm Analysten erst für Ende des Jahres zugetraut haben. Die Gelassenheit der Investoren könnte in der kommenden Woche jedoch dahin sein. Bereits am Freitag kam Nervosität auf. Wegen des „President’s Day“ bleibt die Wall Street am Montag geschlossen. Auf die bevorstehende und lang erwartete Entscheidung zu Griechenland können amerikanische Anleger also erst mit Verzögerung reagieren.

Zudem läuft die Berichtssaison aus. „Die Bilanzen waren dieses Mal durch die Bank enttäuschender als sonst. Da ist auch nächste Woche kein Feuerwerk zu erwarten“, sagt Aktienstratege Robbert Van Batenburg von Louis Capital. Mehr als vier Fünftel der im S&P notierten Konzerne haben bereits ihre Ergebnisse veröffentlicht. Zwar haben 64 Prozent die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Daten von Thomson Reuters zufolge lag der Durchschnitt in den vergangenen vier Quartalen aber bei 70 Prozent. Firmen wie Wal-Mart, Home Depot, Kraft und Dell am Dienstag oder Hewlett-Packard am Mittwoch sowie der staatlich gestützte Versicherer AIG am Donnerstag werden diese Quote auch bei guten Berichten wohl schwerlich noch nach oben treiben können.

Von daher richtet sich die Aufmerksamkeit doch wieder auf Griechenland und die amerikanische Wirtschaft, von der zuletzt positive Signale kamen. Weitere Aufschlüsse bieten die wöchentlichen Daten zum Arbeitsmarkt am Donnerstag sowie der Eigenheimabsatz für Januar und das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan für Februar am Freitag. Das Hauptaugenmerk dürfte aber trotz des Feiertages auf dem Treffen der Eurogruppe am Montag liegen.

Aber auch technische Faktoren spielen in der neuen Woche eine Rolle. Dow-Jones-Index und Nasdaq kratzen an neuen Höchstwerten. Der Dow steht kurz davor, die Marke von 13.000 Punkte zu erreichen, die Nasdaq 3000 Punkte. Sollte der S&P-500, der am Freitag bei 1361 Zählern aus dem Handel gegangen ist, die Marke von 1370 Punkten durchbrechen, hätte er den höchsten Stand seit Juni 2008 erklommen.

Während einige Marktstrategen nur von kurzfristigen Entwicklungen sprechen, sehen andere nachhaltige Aufwärtstendenzen. Wenn der S&P auf 1370 oder 1380 Punkte klettert, stünden reale Faktoren dahinter, sagte Analyst Stephen Massocca von Wedbush Morgan. „Noch schaue ich mir das an, aber wenn es passiert, springe ich auf.“

Amerikanische Anleihen leichter

Der Griechenland-Optimismus hat den Notierungen der amerikanischen Staatsanleihen auch am Freitag zugesetzt. Bereits am Vortag waren die Kurse mit der Hoffnung auf eine kurzfristige Freigabe des zweiten Rettungspakets für Griechenland deutlich auf Talfahrt gegangen. Im späten New Yorker Handel fielen zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 2,000 Prozent um 7/32 auf 99-30/32 und rentierten mit 2,01 Prozent. Der mit 3,125 Prozent verzinste Longbond verlor 12/32 auf 99-11/32, seine Rendite stieg damit auf 3,16 Prozent.

Nachdem die Notenbanken des Euro-Systems und die Europäische Zentralbank (EZB) offenbar den Tausch von griechischen Staatsanleihen in ihrem Bestand gegen neue Griechenland-Titel abgeschlossen hatten, waren Anleger fest davon ausgegangen, dass am Montag eine Entscheidung zu Gunsten einer endgültigen Griechenlandrettung fallen wird. Gestützt wurden die Hoffnungen durch Verlautbarungen europäischer Spitzenpolitiker.

„In dem festen Glauben auf ein nahendes Ende des griechischen Schuldendramas werden Positionen, die auf steigende Notierungen setzen, vor dem langen Wochenende geschlossen“, ergänzte Rentenhändler Jason Rogan von Guggenheim Partners auch mit Blick auf den Umstand, dass das amerikanische Schatzamt in der kommenden Woche neue Schuldtitel im Umfang von 99 Milliarden Dollar emittiert. Am Montag bleiben die Märkte in den Vereinigten Staaten wegen des „President’s Day“ geschlossen.

Im Handel wurde aber auch auf am Markt umgehende Inflationssorgen verwiesen. Die Inflationsentwicklung in den Vereinigten Staaten war im Januar in etwa wie erwartet verlaufen, wobei der Teuerungsdruck in dem um Energie- und Nahrungsmittelpreise bereinigten Kernverbraucherindex zunimmt. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent. Auch wenn Volkswirte ein Plus von 0,3 Prozent prognostiziert hatten, war es noch immer der größte Preissprung seit September 2011.

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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25.05.2012 17:45 Uhr
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Dax 6.339,94 +0,38%
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25.05.2012
Name Kurs Prozent
DAX 6.339,94 +0,38%
FAZ-INDEX 1.377,69 −0,11%
TecDAX 752,47 +0,08%
MDAX 10.196,40 −0,34%
SDAX 4.817,28 +0,29%
REX 434,70 −0,15%
Eurostoxx 50 2.161,87 +0,25%
F.A.Z. EURO 69,61 +0,13%
Dow Jones 12.454,80 −0,60%
Nasdaq 100 2.527,05 −0,17%
S&P500 1.317,82 −0,22%
Nikkei225 8.580,39 +0,20%
EUR/USD 1,2515 −0,14%
Rohöl Brent Crude 106,90 $ +0,14%
Gold 1.569,50 $ +0,06%
Bund Future 144,35 € +0,25%