Für den Dax geht es um 0,2 Prozent auf 7659 Punkte nach unten. Der marktbreite FAZ-Index verliert 0,1 Prozent auf 1646 Zähler. Zu den größeren Verlierern zählen die Titel von Thyssen-Krupp mit einem Minus von 0,6 Prozent. Die Deutsche Bahn hatte laut „Süddeutscher Zeitung“ beim Landgericht Frankfurt Schadenersatzklage gegen den Stahlkonzern und andere Unternehmen des sogenannten Schienenkartells eingereicht. Ein Bahn-Sprecher wollte den Bericht auf Anfrage von dpa-AFX nicht kommentieren. Die Absprachen hatten jahrelang überhöhte Preise für Gleise und Weichen zur Folge. Einem Börsianer zufolge ist eine Klage zwar erwartet worden. Nach der jüngsten Kursrally seien die Papiere aber generell anfällig für Gewinnmitnahmen.
Auch bei den Titeln der Commerzbank machen die Anleger Kasse, sagten Börsianer. Der Aktienkurs des Finanzinstituts sinkt um 1,7 Prozent. Die Aktien der Deutschen Börse steigen um 1,5 Prozent. Die amerikanische Rohstoffbörse Intercontinental Exchange (ICE) befindet sich laut Presseberichten mit dem Börsenbetreiber NYSE Euronext derzeit in Übernahmegesprächen. Wie das „Wall Street Journal“ und die Nachrichtenagentur Bloomberg berichteten, bietet sich die NYSE der ICE zum Kauf an. Die Papiere der NYSE Euronext hatten im nachbörslichen amerikanischen Handel bereits um bis zu 21 Prozent zugelegt. Ein Börsianer sieht nach den Meldungen die Spekulationen um weitere Fusionen oder Übernahmen in der Branche wieder angeheizt.
Rheinmetall, die unter einer Verkaufsempfehlung der amerikanischen Bank Citigroup leiden, geben 2,3 Prozent nach. Das Unternehmen stehe wegen des anhaltend schwachen Rüstungsmarkts sowie der nachlassenden Dynamik im europäischen Autosektor vor einem schwierigen Jahr, schrieb Analyst Jeremy Bragg in einer Branchenstudie.
Deutsche Anleihen tendieren fester
Die deutschen Staatsanleihen sind am Donnerstag fest in den Handel gegangen. Beobachter nennen die schwachen Aktienmärkte Japans als Grund. Diese reagierten auf eine abermalige Lockerung der japanischen Geldpolitik mit Verlusten. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 15 Basispunkte auf 144,29 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 7 Basispunkte auf 127,23 Prozent.
Euro schwächer, Yen trotz lockerer Geldpolitik fester
Der Euro gibt am Donnerstag nach, hält sich aber über der Marke von 1,32 Dollar. Der japanische Yen legte unterdessen zu, obwohl die Notenbank Japans ihre Geldpolitik abermals lockerte. Am Morgen kostete ein Euro 1,3215 Dollar und damit etwas weniger als am späten Vorabend.
In einem vielbeachteten, wenngleich erwarteten Schritt lockerte die Bank of Japan ihre bereits sehr expansive Geldpolitik zum vierten Mal in diesem Jahr. Zugleich kündigte sie an, im Januar ihr derzeitiges Inflationsziel zu prüfen. Japans designierter Regierungschef Shinzo Abe drängt darauf, das Ziel von aktuell ein auf zwei Prozent zu verdoppeln, um durch eine noch größere Geldschwemme die Konjunktur anschieben zu können. Dass das Inflationsziel nicht bereits jetzt angehoben wurde, stieß offenbar einigen Marktteilnehmern bitter auf. Der Yen legte in der Folge zu.
Monetäre Lockerung der Bank of Japan verpufft an asiatischen Aktienmärkten
An den asiatischen Märkten sorgt die jüngste Entwicklung der amerikanischen Haushaltsgespräche für eine Stimmungseintrübung. Die Unsicherheit über die sogenannte Fiskalklippe sorgt an den Börsen überwiegend für Verkäufe, nachdem es in den vergangenen Tagen fast permanent nach oben gegangen war mit dem Kursen. Die Ausweitung des Anleiheaufkaufprogramms der Bank of Japan beflügelt in diesem Umfeld weder den Aktienmarkt in Tokio noch die Nachbarbörsen.
Der Nikkei-Index verliert 1 Prozent auf 10.054 Punkte. Gewinnmitnahmen spielen dabei wohl die Hauptrolle, nachdem der Markt zuletzt von Hoch zu Hoch geeilt war. Der südkoreanische Kospi liegt kaum verändert. Am Mittwoch war die Börse wegen der Präsidentenwahlen geschlossen geblieben. Park Geun-hye, die Tochter des früheren Präsidenten Park Chung-hee, trug den Wahlsieg davon. Die Wahlen beeinflussen die Börse kaum, wie es heißt. Trotzdem klettern Papiere von Hyundai Engineering & Construction um 3,9 Prozent. Anleger hoffen auf Maßnahmen der Regierung, um den Bausektor anzukurbeln.
In Hongkong machen Bankentitel Boden gut. Papiere von Standard Chartered gewinnen 2,9 Prozent und von HSBC 1,4 Prozent. Credit Suisse hatte die Einschätzung für den europäischen Bankensektor angehoben.
Nachbörsliche Kurse und Meldungen aus Amerika
Knapp behauptet präsentierten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Mittwoch im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator fiel um 1,42 Punkte auf 2689,57 Zähler.
Einen deutlichen Kursschub hat die Aktie des Börsenbetreibers NYSE Euronext von der Fusionsfantasie mit der auf Derivatehandel spezialisierten Intercontinental Exchange erhalten. Informierten Personen zufolge könnte der Deal schon am Donnerstag verkündet werden. Die NYSE-Aktie schoss nachbörslich um 21,2 Prozent nach oben auf 29,15 Dollar. Das ICE-Papier verteuerte sich um 1,2 Prozent auf 12,9,90 Dollar.
Ein zurückhaltender Ausblick der Möbelhauskette Bed Bath & Beyond (BB&B) bescherte der Aktie Verluste. Bed Bath & Beyond rechnet im vierten Quartal mit einem Gewinn je Aktie von 1,60 bis 1,67 Dollar und für das Gesamtjahr weiter mit 4,48 bis 4,54 Dollar. Die aktuellen Schätzungen liegen dagegen bei 1,75 oder 4,62 Dollar. Die zugleich vorgelegten Drittquartalszahlen waren gemischt ausgefallen. Der Umsatz lag knapp unter, der Gewinn knapp über den kursierenden Schätzungen. Der Kurs fiel um 3,8 Prozent nach auf 57,95 Dollar.
Aufwärts ging es dagegen mit dem Kurs des Elektronik-Auftragsfertigers Jabil Circuit nach einem über den Erwartungen ausgefallenen Quartalsergebnis. Sowohl Umsatz als auch Ergebnis waren im ersten Quartal des Fiskaljahres besser ausgefallen als von Analysten prognostiziert. Die Aktie legte um 5,6 Prozent zu.
Ein Kursdebakel erlebten die Papiere von Amicus Therapeutics. Das Unternehmen hatte gemeinsam mit Glaxo-Smith-Kline von einem Misserfolg bei einem in der Studienphase befindlichen Medikament gegen die seltene Fabry-Krankheit berichtet. Der Kurs halbierte sich daraufhin auf 2,87 Dollar.
Wall Street legt nach Rally Rückwärtsgang ein
Nach den deutlichen Zuwächsen der vergangenen beiden Tage haben die amerikanischen Börsen am Mittwoch einen Rückschlag verbucht. Die Anleger zeigten sich angesichts neuer Spannungen in den amerikanischen Haushaltsverhandlungen verunsichert, obwohl sie grundsätzlich weiter fest auf eine Einigung setzten. Von dem trüben Umfeld konnte sich unter anderem die Aktie der Opel-Mutter General Motors absetzen: Börsianer reagierten erfreut auf den geplanten Rückkauf von Aktien im Staatsbesitz und trieben den Kurs fast sieben Prozent in die Höhe.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 0,7 Prozent nach und schloss auf seinem Tagestief von 13.251 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,8 Prozent auf 1435 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,3 Prozent auf 3044 Punkte.
Auch positive Konjunkturdaten konnten die Anleger nicht weiter aus der Deckung locken. Die Baugenehmigungen in den Vereinigten Staaten stiegen im November auf das höchste Niveau seit fast viereinhalb Jahren. Dies wurde als ein weiterer Beleg für eine Erholung am lange schwächelnde Immobilienmarkt gesehen.
Auf Unternehmensseite standen unter anderem die Papiere von Oracle mit einem Aufschlag von rund vier Prozent im Blickpunkt. Der SAP-Rivale konnte seinen Umsatz mit Software für Firmenkunden im abgelaufenen kräftig steigern und so einen Gewinnsprung von 18 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar hinlegen.
Die Fedex -Aktie gewann ein Prozent. Der Paketdienst steigerte seinen Umsatz im abgelaufenen Quartal stärker als von Experten erwartet und bekräftigte seine Jahresprognose. Der Gewinn sank allerdings wegen Belastungen durch Hurrikan „Sandy“ und sparsamer Kunden um zwölf Prozent. Die Aktien der Knight Capital Group legten fünf Prozent zu, weil der Aktienhändler der Übernahme durch einen Makler zustimmte. Eine fatale Computerpanne im August hatte Knight fast in die Knie gezwungen.
Amerikanische Staatsanleihen gefragt
Amerikanische Staatsanleihen sind am Mittwoch mit leichten Aufschlägen gehandelt worden. Die zuletzt steigenden Zinsen lockten Investoren an. Zudem sorgte eine laut Finanzministerium solide Nachfrage beim Verkauf siebenjähriger Schuldscheine für Kauflaune. Das zehnjährige Papier gewann 4/32 auf 98-11/32. Die Rendite lag bei 1,81 Prozent. Die dreißigjährige Anleihe legte 6/32 zu auf 95-8/32 und rentierte mit 2,99 Prozent.
