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Blick auf den Finanzmarkt Deutsche Aktien etwas fester

 ·  Der gute Start der amerikanischen Berichtssaison beschert dem deutschen Aktienmarkt am Mittwoch Gewinne. Da die Quartalszahlen und der Ausblick von Alcoa gemeinhin als Konjunkturindikator gälten, seien sie wegweisend und sollten auch den Dax beflügeln, heißt es.. In Asien legten die Kurse zu. In den Vereinigten Staaten stieg der Preis des Terminkontrakts auf den Leitindex Dow Jones.

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Der Dax rückt um 0,4 Prozent auf 7726 Punkte vor und machte damit einen Teil seines Vortagesverlustes wieder wett. Der marktbreite FAZ-Index steigt um 0,45 Prozent auf 1665 Punkte. Bankaktien setzen ihre Erholung weiter fort. Commerzbank gewinnen 2,7 Prozent, Deutsche Bank 1,6 Prozent.

ThyssenKrupp zählten mit plus 1,6 Prozent Euro ebenfalls zu den Favoriten. Es sei vor allem die gute Quartalsbilanz von Alcoa, die die Aktien des Industriekonzerns und Stahlherstellers stützten, sagt ein Händler. Mit plus 1,5 Prozent zeigen sich auch die Titel der Deutschen Telekom sehr fest. Laut „Financial Times“ planen die größten europäischen Telekomkonzerne den Aufbau eines gemeinsamen europäischen Netzwerks, um sich die Infrastruktur länderübergreifend zu teilen. Darüber sei bei einem privaten Treffen zwischen dem EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia und den Chefs der größten Telekomunternehmen gesprochen worden.

Lanxess werden einmal mehr von einem kritischen Analystenkommentar belastet und büßen 2,4 Prozent ein, nachdem sie tags zuvor bereits mehr als drei Prozent verloren haben. Händlern zufolge senkte die Citigroup ihr Anlageurteil für den Chemiekonzern auf „Sell“.

Gildemeister rücken um 2,4 Prozent vor. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Verweis auf die Zeitung „Nikkei“ berichtet, will der japanische Partner und Anteilseigner des Anlagenbauers, Mori Seiki, DMU-50-Maschinen in diesem Jahr in Japan herstellen, um Frachtkosten zu sparen. Es werde erwartet, dass sich die Aufträge in Japan für Gildemeister-Produkte in einigen Jahren verdoppelten. Das Ziel für das laufende Geschäftsjahr liege bei 250 Maschinen.

Rentenmarkt gibt nach

Die deutschen Bundesanleihen verzeichnen am Mittwochmorgen leichte Kursverluste. Weitere Impulse könnten im Tagesverlauf aktuelle Konjunkturdaten bringen. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 20 Basispunkte auf 143,23 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 8 Basispunkte auf 126,64 Prozent. Am Primärmarkt tritt im Tagesverlauf Deutschland auf und bietet fünfjährige Bundesobligationen im Volumen von 5 Milliarden Euro an.

Euro wenig verändert

Der Euro hat am Mittwochmorgen die Talfahrt des Vortags abgebremst. Investoren gehen davon aus, dass die Europäische Zentralbank auf ihrer Ratssitzung am Donnerstag dieser Woche die Leitzinsen für die Eurozone nicht weiter senken wird. Die Gemeinschaftswährung wurde zuletzt bei 1,3078 Dollar gehandelt.  Weitere Impulse könnten im Tagesverlauf aktuelle Konjunkturdaten bringen. „Es gibt nicht mehr die gleiche Besorgnis im Hinblick auf Abwärtsrisiken oder potenzielle Ansteckungseffekte” in Europa, sagt Sacha Tihanyi, Leitender Währungsstratege bei Scotiabank in Hongkong. „Der Euro wird nicht absacken, es besteht aber auch kein Grund, um übermäßig optimistisch zu sein”, ergänzte er.

Nachbörsliche Kurse und Meldungen aus Amerika

Gut behauptet präsentierten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Dienstag im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator stieg um 0,4 Punkte auf 2719,12 Zähler.

Quartalszahlen und Ausblick von Alcoa wurden freundlich aufgenommen. Alcoa sprach in seinem Ausblick von einer positiv erwarteten Nachfrageentwicklung, insbesondere in China. Der Aktienkurs legte um 1,1 Prozent auf 9,20 Dollar zu. Der Aluminiumkonzern eröffnet traditionell die amerikanische Berichtssaison und wies dabei dank harter Sparmaßnahmen und eines nachlassenden Preisdrucks für das Schlussquartal im Gegensatz zur Vorjahresperiode wieder einen Gewinn aus.

Um 2 Prozent auf 32,01 Dollar nach oben ging es nachbörslich für die Papiere des Festplattenherstellers Seagate. Das Unternehmen hatte seinen Umsatzausblick angehoben und rechnet im zweiten Quartal nun mit mindestens 3,6 Milliarden nach bislang 3,5 Milliarden Dollar.

Ein Übernahmeangebot von Dish Network für Clearwire trieb den Kurs der Clearwire-Aktie um 8,6 Prozent auf 3,17 Dollar nach oben. Dish Network bietet 5,15 Milliarden Dollar für Clearwire und übertrifft damit das bislang bereits von Sprint Nextel vorliegende Gebot. Sprint hatte 2,2 Milliarden Dollar für den Clearwire-Anteil geboten, der bislang noch nicht im Besitz von Sprint ist.

Wenig bewegt zeigte sich der Kurs von United Technologies, nachdem das Unternehmen seinen Ausblick für 2013 bestätigt hatte. Die Aktie gab um 0,5 Prozent nach auf 83,11 Dollar.

Wall Street schließt vor Alcoa-Zahlen abermals im Minus

Die Wall Street hat am Dienstag an die Vortagesverluste angeknüpft. Die Rally zu Jahresbeginn scheint endgültig ausgelaufen zu sein. Der Dow-Jones-Index fiel um 0,4 Prozent. Der S&P-500 sank um 0,3 Prozent und der Nasdaq Composite ermäßigte sich um 0,2 Prozent.

Nach der Fiskalklippe als beherrschendes Thema sind Anleger auf der Suche nach neuen Impulsen. Diese könnten von der beginnenden Berichtsperiode kommen, denn die ersten Unternehmen warteten mit Geschäftszahlen auf. Den Höhepunkt des Tages lieferte der Alcoa-Quartalsausweis, auf den mussten Anleger allerdings bis nach der Schlussglocke warten. Als weltweit größter Aluminiumproduzent gilt Alcoa als guter Indikator für die globale Konjunktur. Im Vorfeld präsentierte sich die Aktie unverändert.

Während die Alcoa-Zahlen noch ausstanden, legte Monsanto bereits vor. Ein überraschend gutes erstes Geschäftsquartal verhalf der Aktie zu einem Plus von 2,6 Prozent. Der Anbieter von Saatgut und Agrarchemie hob zugleich seine Prognosen an. Anleger hielten sich eher bedeckt, schon um nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden. Noch ist nicht klar, inwiefern der Haushaltsstreit in den Vereinigten Staaten die Ertragslage der amerikanischen Unternehmen im Schlussquartal 2012 beeinträchtigt hat.

Mit ihrer Einigung in letzter Minute haben Regierung und Opposition zwar drohende Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen der öffentlichen Hand abgewendet. Wegen der zögerlichen Haltung der Politik dürften viele Unternehmen aber geplante Investitionen auf Eis gelegt und Konsumenten Anschaffungen verschoben haben. Zudem droht mit dem baldigen Erreichen der Schuldenobergrenze schon das nächste Ungemach in Sachen amerikanischen Haushalt. „Eines ist sicher: Obwohl allgemein auf steigende Ergebniszahlen gesetzt wird, gehört die Phase großer Gewinnsprünge der Vergangenheit an“, fasste Marktstratege Joseph Tanious von J.P. Morgan Funds die Sorgen der Investoren zusammen.

Außer Geschäftszahlen machten am Aktienmarkt auch andere Schlagzeilen Kurse: Boeing-Papiere verbilligten sich um 2,6 Prozent, nachdem ein Treibstoffleck einen Dreamliner zur Landung gezwungen hatte. Aktien von Verizon fielen um 3,6 Prozent in Reaktion auf Aussagen des Vorstandschef. Dieser bekundete Interesse an einer Übernahme des 45-Prozent-Anteils an Verizon Wireless, der derzeit im Besitz von Vodafone ist. Die Titel von Yum Brands büßten 4,2 Prozent ein. Der Betreiber von Schnellrestaurantketten wie zum Beispiel KFC äußerte sich pessimistisch zum Chinageschäft.

Der Kurs von Sears Holding stürzte um 6,4 Prozent ab. Vorstandschef D’Ambrosio wirft zum Ende des Geschäftsjahrs am 2. Februar bei der Kaufhauskette das Handtuch. Sears kündigte ferner an, dass im Schlussquartal ein Verlust von 280 bis 360 Millionen Dollar anfallen werde. Nach einem äußerst optimistischen Ausblick schossen die Anteilsscheine von Perion Network um 20,1 Prozent in die Höhe.

Leichte Kursgewinne amerikanischer Anleihen

Im Gegenzug zu den etwas nachgebenden Aktienmärkten haben die Staatsanleihen der Vereinigten Staaten am Dienstag etwas zugelegt. Mangels entscheidender Konjunkturdaten sprachen Händler aber dennoch von einem insgesamt impulslosen Handel am Rentenmarkt. Leicht positiv angemerkt wurde, dass eine Auktion dreijähriger amerikanischen Anleihen bei Investoren auf eine überdurchschnittlich hohe Nachfrage gestoßen sei.

Zweijährige Anleihen stiegen um 1/32 Punkte auf 99 23/32 Punkte. Sie rentierten mit 0,26 Prozent. Fünfjährige Papiere legten um 4/32 Punkte auf 99 26/32 Punkte zu. Sie rentierten mit 0,79 Prozent. Richtungweisende zehnjährige Anleihen gewannen 8/32 Punkte auf 97 24/32 Zähler. Sie rentieren mit 1,87 Prozent. Schatzanweisungen mit einer Laufzeit von dreißig Jahren kletterten um 16/32 Punkte auf 93 21/32 Punkte nach oben. Ihre Rendite betrug 3,07 Prozent.

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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