Größter Gewinner sind die Titel der Telekom mit einem Plus von 1,65 Prozent. Zum einen kamen die Quartalszahlen des Bonner Konzerns recht gut an. Zum anderen sorgten laut Händlern auch Spekulationen über eine Fusion der kriselnden Tochter T-Mobile USA mit dem fünftgrößten amerikanischen Mobilfunkanbieter Metro PCS für Käufe.
Der marktbreite FAZ-Index gewinnt 0,3 Prozent auf 1432 Zähler. Positiv nahmen die Anleger die Zwischenberichte von SMA Solar und Solarworld auf. Solarworld-Aktien steigen um 5 Prozent, SMA um 2,3 Prozent.
Kursabschläge am Rentenmarkt
Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Donnerstag leichter. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 20 Basispunkte auf 142,60 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 7 Basispunkte auf 125,83 Prozent.
Euro in Fernost kaum verändert
Der Euro hat am Donnerstag im fernöstlichen Handel zum Dollar kaum verändert tendiert. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,2942 Dollar bewertet nach 1,2931 Dollar im späten amerikanischen Handel vom Mittwoch. Händler verwiesen auf die weiterhin komplizierte Regierungsbildung in Griechenland nach der vorgezogenen Parlamentswahl. Angesichts der schwierigen Mehrheitsverhältnisse wuchs die Sorge, dass das schuldengeplagte Euro-Land auf längere Zeit unregierbar bleiben und damit die Rettungspolitik insgesamt scheitern könnte. „Die Unsicherheit über Griechenland drückt die Märkte“, sagte Analyst Sumino Kamei von Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ. „Mittlerweile wird offen über einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone gesprochen.“ Die Gemeinschaftswährung werde wahrscheinlich nicht mehr so schnell über die Schwelle von 1,30 Dollar springen. Zum Yen tendierte die amerikanische Währung kaum verändert bei 79,68 Yen. Der Schweizer Franken notierte bei rund 0,9274 Franken je Dollar und bei etwa 1,2011 Franken je Euro.
Griechenland verunsichert asiatische Aktienmärkte weiter
Die Sorgen um Griechenland und die Eurozone lasten auch am Donnerstag auf der Stimmung der Investoren in Asien. Dazu gesellt sich eine enttäuschende Handelsbilanz in China. Nach den Verlusten zur Wochenmitte pendeln die großen Aktienindizes der Region um die Schlusskurse des Vortages. An der Tokioter Börse sackte der Nikkei im frühen Geschäft zu ersten Mal seit rund drei Monaten für kurze Zeit unter die Marke von 9.000 Punkten. Gesucht sind die Papiere von Toyota, nachdem der Autobauer mit seinem Gewinnausblick positiv überrascht hat.
In Tokio notiert der Nikkei-225-Index 0,2 Prozent leichter bei 9.028 Punkten, während der Kospi in Südkorea 0,2 Prozent auf 1.946 Punkte verliert. Am chinesischen Markt sinkt der Shanghai Composite ebenfalls um 0,2 Prozent auf 2.404 Punkte. Der S&P ASX in Sydney notiert kaum verändert bei 4.277 Punkten.
Enttäuscht zeigen sich die Anleger am chinesischen Markt über die Handelsbilanzzahlen des Landes für April. Sowohl die Exporte als auch die Importe seien deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben, so ein Analyst. Die Sorgen um die konjunkturelle Abkühlung im Reich der Mitte hätten damit einmal mehr neue Nahrung erhalten.
Unter den Einzelwerten am japanischen Aktienmarkt stechen Toyota mit einem Kursplus von rund 2 Prozent hervor. Der Autobauer hat für das laufende Geschäftsjahr einen Gewinn von 1 Billion Yen in Aussicht gestellt und damit für Zuversicht bei seinen Investoren gesorgt.
In Hongkong geht es für die Papiere der Bank of Communications um 0,9 Prozent abwärts. Die Bank hatte am Vortag nachbörslich eine Kapitalerhöhung um 9 Milliarden amerikanische Dollar angekündigt.
Nachbörsliche Kurse und Meldungen aus Amerika
Leichter präsentierten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Mittwoch im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator fiel um 0,5 Prozent auf 2607,37 Zähler.
Die Aktien von Cisco Systems standen am Mittwoch nachbörslich unter kräftigem Abgabedruck, nachdem der Netzwerkausrüster einen enttäuschenden Ausblick abgegeben hatte. Für das vierte Quartal stellt Cisco einen Umsatzzuwachs von 2 bis 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 44 bis 46 Cent je Aktie in Aussicht. Analysten hatten indessen mit einem Umsatzplus von 7 Prozent und einem Ergebnis je Aktie von 49 Cent gerechnet. Mit den ebenfalls veröffentlichten Drittquartalsergebnissen lag Cisco im Rahmen der Erwartungen. Der Kurs fiel um 8,7 Prozent auf 17,15 Dollar.
Für die Papiere von Priceline.com ging es um 3,9 Prozent auf 690,88 Dollar abwärts. Das Online-Reiseportal Priceline.com hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres zwar ein Gewinnwachstum von 73 Prozent hingelegt und damit die Erwartungen von Analysten übertroffen, enttäuschend fiel jedoch auch hier der Ausblick des Unternehmens aus. So hat Priceline.com für das zweite Geschäftsquartal einen Gewinn je Aktie von 7,20 bis 7,40 Dollar in Aussicht gestellt. Der Konsens liegt aktuell bei 7,39 Dollar je Aktie.
Mit einem Plus von 1,9 Prozent auf 19,75 Dollar zeigten sich indes die Papiere von News Corp. Der Medienkonzern hat unbeeindruckt vom monatelangen Abhörskandal seinen Gewinn zu Jahresbeginn um fast die Hälfte gesteigert. Von Januar bis März verdiente der Konzern bei einem leicht auf 8,4 Milliarden Dollar gesteigerten Umsatz unter dem Strich 937 Millionen Dollar. Vor einem Jahr waren es noch 639 Millionen Dollar gewesen. Bereinigt um einmalige Vorkommnisse wuchs der Gewinn je Aktie auf 37 Cent. Analysten hatten zuvor durchschnittlich mit 31 Cent gerechnet. News Corp, der diese Nachrichtenagentur gehört, verdoppelte mit Bekanntgabe der Ergebnisse das Aktienrückkaufprogramm. Insgesamt sollen nun für zehn Milliarden Dollar eigene Anteilsscheine erworben werden.
Griechenland-Sorgen drücken Kurse an der Wall Street
Befeuert durch politische Turbulenzen in Griechenland hat die Wall Street den fünften von sechs Handelstagen in Folge Verluste verbucht. Allerdings begrenzten die wichtigsten Indizes im Handelsverlauf ihre Abschläge wieder. Auftrieb erhielten die Kurse, nachdem Griechenland Kreisen zufolge trotz Probleme bei der Regierungsbildung und scharfer sparkritischer Töne aus Athen die Freigabe zumindest für Teile von Hilfsgeldern erhielt. Allerdings gab der Rettungsfonds EFSF mit der Zurückhaltung von einer Milliarde Euro einen deutlichen Warnschuss ab.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Minus von 0,75 Prozent bei 12.835 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1354 Punkten, ein Abschlag von 0,7 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,4 Prozent auf 2934 Zähler.
Neben Griechenland könnte Spanien immer tiefer in den Strudel der Schuldenkrise geraten. Die EU-Kommission fürchtet, dass der unter einer Rezession, hoher Arbeitslosigkeit und einer geplatzten Immobilienblase leidende Staat ohne Kursschwenk seine Sparziele dieses und nächstes Jahr verfehlen wird, wie aus der Brüsseler Behörde verlautete. In den Vereinigten Staaten gelistete Aktien von Banco Santander stürzten mehr als fünf Prozent ab.
Auch amerikanische Finanzwerte gehörten zu den Verlierern an der Wall Street. Die Aktien von JP Morgan gaben 1,8 Prozent nach, die Papiere der Citigroup büßten 2,8 Prozent ein.
Aktien von Metro PCS Communications kletterten 14 Prozent. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte berichtet, dass die Deutsche Telekom ein Zusammengehen von T-Mobile Vereinigten Staaten mit dem fünftgrößten amerikanischen Mobilfunkanbieter diskutiere. Die Deutsche Telekom und Metro PCS lehnten einen Kommentar ab.
Gegen den Trend zulegen konnte mit einem Plus von 1,6 Prozent auch Walt Disney. Der Unterhaltungskonzern konnte seinen Quartalsgewinn vor allem dank gut besuchter Freizeitparks und florierender Werbeeinnahmen im TV-Geschäft überraschend kräftig
steigern.
Amerikanische Staatsanleihen uneinheitlich
Amerikanische Staatsanleihen haben am Mittwoch trotz aufflammender Sorgen vor einem Euro-Austritt Griechenlands kaum Gewinne verbucht. Die Zuwächse im Handelsverlauf gaben die als sicherer Hafen geltenden Bonds wieder ab, nachdem das südosteuropäische Land mit der Auszahlung einer seit längerem zugesagten Hilfstranche rechnen kann. Die Nachricht dämpfte dennoch Sorgen vor einer Eskalation der Krise und machte Aktien als Anlageform wieder attraktiver. Das zehnjährige Papier gewann 1/32 auf 101-14/32. Die Rendite lag bei 1,8384 Prozent. Die dreißigjährige Anleihe gab um 4/32 nach auf 101-19/32 und rentierte mit 3,0431 Prozent.
