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Blick auf den Finanzmarkt Dax klettert über 6000 Punkte

 ·  Nach positiven Vorgaben aus Übersee und gestützt auf Konjunkturhoffnungen legt der deutsche Aktienmarkt am Dienstag wieder zu. Der Dax steigt um 0,4 Prozent auf 6004 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index legt 0,5 Prozent auf 1309 Zähler zu. Zuvor hatten sich bereits die asiatischen Börsen erholt. Positiv wirken Hoffnungen der Anleger auf konjunkturstützende Maßnahmen der Politik und der Zentralbanken.

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Marktanalyst Cameron Peacock von IG Markets spricht von „hoffnungsvollem Optimismus“ vor einer Telefonkonferenz der G7-Finanzminister. Zwar sei von diesen Konferenzen zuletzt immer viel erwartet und wenig erfüllt worden, die Augen und Ohren der Marktteilnehmer blieben jedoch offen für jedes Signal eines gemeinsamen Lösungsansatzes gegen die zugespitzte Schuldenkrise. Positiv sei auch der Optimismus des Marktes, dass der Weg für eine europäische Bankenunion geebnet werden könnte, fügte Marktstratege Stan Shamu hinzu.

Gute Nachrichten kommen aus China. Dort ist das Wachstum im chinesischen Dienstleistungssektor nach dem PMI-Index der HSBC überraschend auf ein 19-Monatshoch gestiegen. Das sorge mit Blick auf Befürchtungen über eine mögliche harte Landung der chinesischen Wirtschaft für eine gewisse Entspannung.

Rentenmarkt tendiert fester

Die deutschen Staatsanleihen tendieren am Dienstag etwas fester. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 8 Basispunkte auf 145,86 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 1 Basispunkt auf 126,86 Prozent. Fundamental dürften am Dienstag vor allem die Einkaufsmanagerindizes aus dem Euroraum und den Vereinigten Staaten im Fokus stehen. Die anstehenden Zahlen aus dem Dienstleistungssektor hatten sich in den vergangenen Monaten deutlich besser geschlagen als ihre Pendants aus der Industrie.

Euro steigt auf Wochenhoch

Euro-Investoren setzen am Dienstag auf neue Lösungsansätze für die Schuldenkrise. Der Kurs der Gemeinschaftswährung steigt auf 1,2542 Dollar und damit den höchsten Stand seit einer Woche. „Das frühe Geschäft steht ganz unter dem Eindruck und der Erwartung zur Telefonkonferenz der G7“, sagt ein Händler. Vor allem die mit faulen Immobilienkrediten kämpfenden spanischen Banken werden im Fokus der Gespräche stehen. „Werden neue Schritte für den Bankensektor vereinbart? Kommt die Banken-Union? All dies könnte
die Notierungen heute nach oben bringen oder wenigstens für eine Stabilisierung sorgen“.

Leichte Zuversicht an asiatischen Aktienmärkten

Nach der Ausverkaufsstimmung am Montag macht sich an den Finanzmärkten in Ostasien am Dienstag leichter Optimismus breit. Händler führen eine Reihe von Gründen an, die für steigende Aktienkurse und eine Erholung des Euro zum Dollar sorgen. Zum Einen verweisen sie auf die im Tagesverlauf anstehende Telefonkonferenz der G-7-Finanzminister und -Notenbankchefs und damit verbundene Hoffnungen auf Maßnahmen zur Konjunkturbelebung oder zur Eindämmung der Schulden- und Bankenkrise in Europa. Zudem habe EU-Währungskommissar Olli Rehn, die bislang nicht mögliche direkte Finanzierung der Banken mit Geldern aus dem Rettungsfonds ESM als Option bezeichnet.

Hinzu kommt Zinsfantasie. So hat die australische Notenbank am Berichtstag wie erwartet die Leitzinsen um 25 Basispunkte gesenkt und auch beim Treffen des Rats der Europäischen Zentralbank am Mittwoch gilt eine leichte Zinssenkung nicht als ausgeschlossen. Daneben hält sich die Spekulation im Markt, dass möglicherweise eine weitere Liquiditätsspritze für das europäische Finanzsystem beschlossen werden könnte.

Insbesondere in Australien sorgt die Zinssenkungsfantasie für feste Börsenkurse, der S&P-ASX-200 erholt sich um 1,1 Prozent. In Tokio zieht der Nikkei-225 um 0,6 Prozent an und in Hongkong der HSI um 0,5 Prozent. Knapp im Minus liegt dagegen der Index der Börse in Schanghai.

Einer stärkeren Erholung nach den zum Teil am Vortag markierten Jahrestiefstständen an den Aktienmärkten stehe die Einschätzung von Standard & Poor’s entgegen, wonach die Wahrscheinlichkeit eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone weiter mindestens 25 Prozent betrage, heißt es im Handel. Sollte es tatsächlich dazu kommen seien beträchtliche konjunkturelle Folgen zu befürchten.

Zu den Favoriten an den Börsen der Region gehören Ölwerte vor dem Hintergrund des anziehenden Ölpreises. In Sydney ziehen Woodside Petroleum um knapp 4 Prozent und Beach Energy um 7,5 Prozent an. In Tokio gewinnen JX Holdings 2,8 Prozent und in
Hongkong Cnooc 0,9 Prozent.

Die Beruhigung des Yen-Anstiegs zum Dollar stützt in Tokio die Kurse exportsensitiver Technologietitel wie Fujitsu und Sony, die um 4,9 oder. 2,8 Prozent zulegen. Canon verteuern sich um 3,5 Prozent, nachdem das Unternehmen einen Aktienrückkauf angekündigt hat. Schwache Umsatzzahlen belasten dagegen den Kurs des Einzelhändlers Fast Retailing. Die Aktie verliert in Tokio rund 7 Prozent an Wert.

Einen Kurseinbruch verzeichnet das Papier der australischen Fluglinie Qantas. Das Unternehmen hat wegen des schwachen internationalen Geschäfts eine Gewinnwarnung ausgegeben. Die Aktie rutscht um rund 17 Prozent ab. Das Papier des Konkurrenten Cathay Pacific Airways gibt daraufhin in Hongkong um 0,8 Prozent nach.

Nachbörsliche Kurse und Meldungen aus Amerika

Leichter präsentierten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Montag im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator fiel um 0,22 Prozent auf 2472,78 Zähler.

Mit Abgaben haben die Aktien von Starbucks auf die Bekanntgabe der Übernahme einer Bäckerei reagiert. Für 100 Millionen Dollar hat die Kaffeehaus-Kette La Boulange übernommen. Die Akquisition ist Bestandteil der Starbucks-Strategie, die Produktpalette kontinuierlich zu erweitern um vor allem am Nachmittag mehr Kunden in die Filialen zu locken. Nachdem die Aktie nachbörslich zunächst positiv auf die Nachricht reagiert hatte, gab sie 1,8 Prozent auf 52,91 Dollar nach.

Der Aktienkurs von Dollar General fiel um 2,7 Prozent auf 47,20 Dollar. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, dass sich einige Großaktionäre von insgesamt 25 Millionen Aktien trennen wollen. Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten um rund 52 Prozent zugelegt. Gleichzeitig gab das Billig-Warenhaus Ergebnisse für das erste Quartal bekannt. Der Umsatz lag mit 3,9 Milliarden Dollar leicht über der Erwartung der Analysten von 3,83 Milliarden Dollar. Zudem hob das Unternehmen den Ausblick für das Gesamtjahr an. Es wird nun ein Gewinn je Aktie von 2,68 bis 2,78 Dollar erwartet.

Nervöse Anleger halten Kurse amerikanischer Standardwerte am Boden

Die Verschärfung der Euro-Schuldenkrise und die weltweit eingetrübten Konjunkturaussichten haben zum Wochenauftakt auch an der Wall Street für neue Verunsicherung gesorgt. Einen weiteren Hinweis auf die Konjunkturmisere lieferte am Montag das Washingtoner Handelsministerium, das einen überraschenden Auftragseinbruch der amerikanischen Industrie im April vermeldete.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verabschiedete sich 0,1 Prozent leichter bei 12.101 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 schloss praktisch unverändert bei einem Stand von 1278 Zählern. Der Nasdaq-Index stieg dagegen um 0,5 Prozent auf 2760 Stellen.

„Es ist ein sehr nervöser Markt und das wird so bleiben“, sagte Börsenanalyst Peter Cardillo von Rockwell Global Capital. Der Auftragseinbruch der amerikanischen Industrie im April erwischte die Investoren kalt, hatten Analysten doch ein Plus von 0,2 Prozent prognostiziert. Doch wegen fehlenden Interesses an Erzeugnissen von Autos über Maschinen bis hin zu Computern ließen die Bestellungen zum Vormonat um 0,6 Prozent nach. Dieser dritte Rückgang in vier Monaten lieferten den Anlegern ein weiteres Detail, das ihr Schreckensszenario der weltweiten Konjunkturschwäche noch ergänzte.

Weitere Rückschläge einstecken mussten vor allem Aktien des Bankensektors. Der KBW-Branchenindex büßte 2,2 Prozent ein. Um 2,9 Prozent in die Tiefe ging es für das Geldhaus Morgan Stanley, dessen Kurs seit Ende März bereits rund 40 Prozent eingebüßt hat. Auch Facebook setzten ihre Talfahrt fort und gingen fast drei Prozent leichter bei 26,90 Dollar aus dem Handel.

Die Erwartung weiterer Absatzeinbrüche schickte zudem die Aktien des Blackberry-Herstellers Research in Motion weiter in den Keller. In New York fiel der Kurs um 5,8 Prozent und beendete den Handel mit einem Wert von unter zehn Dollar. Der Kurs von Johnson & Johnson stieg dagegen gegen den Markttrend um 0,9 Prozent auf 62,34 Dollar. Auslöser waren ermutigende Studienergebnisse für ein Prostatakrebs-Mittel. Auch der Kurs des Pharmakonzerns Bristol-Myers Squibb legte 0,9 Prozent zu und schlossen bei 33,66 Dollar. Hier wirkten sich ebenfalls für das Unternehmen positive Testresultate aus.

Amerikanische Anleihen unter Druck

Die amerikanischen Staatsanleihen haben am Montag schwächer notiert. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen nach der jüngsten Rally, die die Renditen in der vergangenen Woche auf Rekordtiefs gedrückt hatte. Doch die Verkäufe der als sicher geltenden Bonds hielten sich zum Wochenauftakt in Grenzen, wie auch unter den Anlegern die Unsicherheit über die Zukunft der Weltwirtschaft anhielt. Die zehnjährigen Papiere verloren auf 102-02/32. Die Rendite erholte sich auf 1,52 Prozent. Die dreißigjährigen Anleihen sanken auf 109-02/32 und rentierten mit 2,56 Prozent ebenfalls wieder höher.

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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