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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Blick auf den Finanzmarkt Dax im Minus

 ·  Nach einem freundlichen Handelsbeginn hat der Dax moderat ins Minus gedreht. Der Leitindex verliert 0,5 Prozent auf 6933 Punkte. Der M-Dax gibt 0,4 Prozent auf 11007 Punkte ab, der Tec-Dax sinkt um 0,4 Prozent auf 783 Zähler, während der breite FAZ-Index 0,6 Prozent auf 1494 Zähler abgibt.

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Für Gesprächsstoff sorgen an diesem Tag die Zwischenberichte der Telekom und der Commerzbank sowie der Machtkampf bei der Metro und eine ganze Reihe von Bilanzzahlen von Unternehmen aus der zweiten Reihe. Dass die Deutsche Telekom im zweiten Quartal den Gewinnrückgang stoppen konnte, half den Aktien nur anfangs. Dann rutschten sie mit dem Markt 0,91 Prozent ins Minus. Für die Commerzbank-Titel ging es am Dax-Ende um 4,52 Prozent bergab, nachdem die Bank für das erste  Halbjahr einen Gewinnrückgang um ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr berichtet hatte. Zudem rechnet sie angesichts der ungelösten Schuldenkrise in Europa und der schwächeren Wirtschaftslage in Deutschland für die zweite Jahreshälfte mit einem sich weiter eintrübenden Geschäft.

Symrise im M-Dax gesucht

Beim Motorenbauer Deutz  sorgten schwache Quartalszahlen und gesenkte Jahresziele für Kursverluste von 4,01 Prozent. Damit belegten die Aktien den letzten Platz im MDax. Für die Titel des Kohlenstoffspezialist SGL Group ging es um 1,33 bergab, nachdem dieser wegen der Schwäche im Carbonfasergeschäft einen unerwartet starken Gewinneinbruch erlitten hatte. Ein moderates Minus von 0,23 Prozent verbuchten die Aktien von Rhön-Klinikum. Der private Klinikbetreiber steigerte zwar im ersten Halbjahr den Umsatz. Doch der Gewinn brach ein, wofür Kosten in Zusammenhang mit dem vorerst gescheiterten Übernahmeversuch durch den Medizinkonzern Fresenius und Verzögerungen bei der Restrukturierung der Uniklinik Gießen Marburg verantwortlichwaren. Zudem bestätigte das Unternehmen den jüngst gesenkten Ausblick.

Den Symrise-Aktien bescherte die Zahlenvorlage dagegen an der MDax-Spitze ein Kursplus von 3,37 Prozent. Der Aromen- und Duftstoffhersteller konnte trotz der Konjunktur-Eintrübung in Europa und höherer Rohstoffkosten Umsatz und Gewinne überraschend deutlich steigern. Für die Papiere von Bilfinger Berger  ging es um 1,13 Prozent hoch, nachdem der Bau-Dienstleister für das erste Halbjahr eine robuste Geschäftsentwicklung berichtet und die Prognosen für das Gesamtjahr konkretisiert hatte.

Als TecDax-Schlusslicht büßten die Anteilsscheine von SMA Solar 6,60 Prozent ein. Bei der Commerzbank hieß es, die entscheidenden Kennzahlen des Solartechnikherstellers im ersten Halbjahr hätten enttäuscht. Die Aktien von Jenoptik  mussten Verluste von 0,57 Prozent hinnehmen, obwohl der Technologiekonzern Umsatz und operativen Gewinn (EBIT) im ersten Halbjahr etwas deutlicher gesteigert hatte als erwartet.

Asiens Börsen freundlich

Sinkender Preisdruck in China und fallende Arbeitslosigkeit in Australien sorgen an den ostasiatischen Aktienmärkten am Donnerstag überwiegend für Kauflaune. Die chinesischen Verbraucherpreise kletterten zwar im Juli um 1,8 Prozent und damit stärker als mit 1,7 Prozent auf Jahressicht erwartet, zugleich scheint die Inflation aber eingedämmt zu sein. Denn im Vormonat hatte der Preisauftrieb noch bei 2,2 Prozent gelegen. Der japanische Leitindex Nikkei-225 klettert um 1,1 Prozent auf 8.979 Punkte, sein südkoreanisches Pendant Kospi um 2 Prozent. In Sydney zieht der S&P/ASX-200 um 0,3 Prozent an, in Schanghai der Schanghai-Composite um 0,3 Prozent und in Hongkong der HSI um 0,8 Prozent.

Auch der Blick auf die Einzelwerte manifestiert die China-Hoffnungen: In Tokio profitieren vor allem Aktien mit starkem China-Geschäft von den Inflationsdaten und damit einhergehenden Erwartungen. Die Aktien von Komatsu gewinnen 1,5 Prozent und die von Fanuc 2,3 Prozent. Nach einer angehobenen Prognose steigen die Titel von Dowa Holdings um 11 Prozent. Dagegen hat Nikon sein Prognose gesenkt, Anleger schicken die Titel um 7,8 Prozent auf Talfahrt.

Verschnaufpause an der Wall Street

Die amerikanischen Aktienmärkte haben am Mittwoch eine Pause eingelegt. Nach dem Anstieg der drei vorigen Tage wussten die Anleger nicht, woran sie sich orientieren sollten - an positiven heimischen Konjunkturdaten oder an neuen schlechten Nachrichten aus Europa? Einerseits festigten Daten zur Produktivität den Eindruck, dass es mit der US-Wirtschaft wieder aufwärts geht. Andererseits schien ein Ende der europäischen Schulden- und Wirtschaftskrise wieder ein Stückchen weiter in die Ferne gerückt: Die Ratingagentur Standard & Poor’s bezweifelt, dass Griechenland die Bedingungen für neue Finanzhilfen erfüllen kann, die Zinsen spanischer Staatsanleihen stiegen zeitweise wieder über die kritische Marke von sieben Prozent, und die Bank of England hat ihre Erwartungen an das Wachstum der britischen Wirtschaft gesenkt.

Der Dow-Jones-Index stieg um 0,1 Prozent auf 13.176 Punkte, der S&P-500 legte um 0,1 Prozent auf 1.402 Punkte zu, und der Nasdaq-Composite gab um 0,2 Prozent auf 3.011 Punkte nach. Das Umsatzvolumen war mit 0,64 (Dienstag: 0,73) Milliarden Aktien dünn.

Die schwache Nachfrage bei einer großvolumigen Bond-Emission hat die US-Staatsanleihen am Mittwoch etwas belastet. Bei dem Verkauf zehnjähriger Papiere im Nennwert von 24 Milliarden Dollar war das Interesse der Anleger so gering wie seit drei Jahren nicht mehr - deshalb blieb das Auktionsergebnis hinter den Erwartungen zurück. Die Kursverluste wurden jedoch begrenzt von dem anhaltenden Interesse der Anleger an sicheren Investitionen angesichts der Furcht vor einer Eskalation der Euro-Krise. Das zehnjährige Papier verlor 4/32 auf 100-31/32. Die Rendite kletterte dabei auf 1,65 Prozent. Die 30-jährige Anleihe fiel 18/32 auf 105-3/32 und rentierte mit 2,75 Prozent.

Öl-und Goldpreis fester

Der Ölpreis an der New Yorker Rohstoffbörse Nymex profitierte nur vorübergehend von den unerwartet niedrigen Ölvorräten der US-Regierung. Als Impulsgeber waren die Daten nicht stark genug, wie Tariq Zahir von Tyche Capital Advisors sagte. Nach dem Anstieg der vergangenen Tage hätte es deutlicherer Signale bedurft, um den Ölpreis nachhaltig nach oben zu treiben. Der September-Kontrakt auf ein Barrel Leichtöl der Sorte WTI fiel um 0,3 Prozent bzw 0,32 Dollar auf 93,35 Dollar. Die europäische Referenzsorte Brent stieg dagegen an der ICE um 0,1 Prozent bzw 0,14 Dollar auf 112,14 Dollar.

An der Comex stieg der Goldpreis um 0,2 Prozent bzw 3,20 Dollar auf 1.616,00 Dollar. Der Anstieg gehe hauptsächlich auf das Konto der äußerst geringen Umsätze, berichteten Händler. Im Übrigen schichteten viele Anleger derzeit in Rohstoffe mit einer besseren Preisperformance wie Rohöl oder Getreide um.

Die Aktien von Monster Beverage sind am Mittwoch im nachbörslichen Geschäft in New York eingebrochen. Zeitweise ging es um 20 Prozent nach unten, gegen 19.59 Uhr Ortszeit stand ein Minus von knapp zehn Prozent auf 61,25 Dollar zu Buche. Zuvor hatte der Getränkehersteller für das zweite Quartal zwar einen Gewinnsprung von 30 Prozent auf 110 Millionen Euro bzw. 0,59 Dollar je Aktie ausgewiesen. Die Konsensschätzung von 0,62 Dollar je Aktie wurde dennoch verfehlt. Der Umsatz mit Getränken wie Monster Energy und Hansen’s Natural stieg wie erwartet um 28 Prozent auf 593 Millionen Dollar. In den vergangenen zwölf Monaten hatte sich der Kurs von Monster Beverage fast verdoppelt.

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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