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Blick auf den Finanzmarkt Dax geht leichter in den Handel

 ·  Nach seinem deutlichen Kursanstieg vom Vortag ist dem Dax am Mittwoch die Puste ausgegangen. Der Leitindex verlor in den ersten Minuten 0,3 Prozent auf 6780 Zähler.

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Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch nach der Vortagesrally überwiegend mit Verlusten in den Handel gestartet. Der Dax verlor in den ersten Handelsminuten 0,3 Prozent auf 6780 Punkte. Der M-Dax ging um 0,2 Prozent auf 10.724 Punkte zurück und der Tec-Dax fiel um 0,4 Prozent auf 783,5 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index fiel um 0,35 Prozent auf 1507 Punkte.

Nach der steilen Aufwärtsbewegung der Märkte am Dienstag habe sich die Lage an den Finanzmärkten etwas entspannt, die Nervosität im Zusammenhang mit der europäischen Schuldenkrise sei aber weiterhin hoch, kommentierte Helaba-Analyst Christian Schmidt. Die große Frage laute, ob sich Spanien dauerhaft am Kapitalmarkt finanzieren kann oder ob es nicht doch noch unter den Rettungsschirm schlüpfen muss, fügte er hinzu. Bereits vor Eröffnung hatte sich Händler Markus Huber von ETX Capital skeptisch gezeigt, ob der Markt seine Vortagesgewinne verteidigen oder sogar ausbauen kann. Mangels wichtiger Konjunkturdaten am Mittwoch sollte sich das Augenmerk vieler Anleger bereits auf die für Donnerstag terminierte spanische Anleiheauktion und auf das Washingtoner Treffen des Internationalen Währungsfonds (IWF) am kommenden Wochenende richten, glaubt Huber.

Deutsche Anleihen starten kaum verändert

Am deutschen Anleihenmarkt sind die Kurse am Donnerstag vor einer mit Spannung erwarteten Versteigerung spanischer Staatsanleihen kaum verändert in den Handel gestartet. Der für den Handel richtungsweisende Euro-Bund-Future fiel zum Handelsauftakt um 0,07 Prozent auf 140,26 Punkte. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, fiel um 12 Basispunkte auf 140,24 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future fiel um 60 Basispunkte auf 124,84 Prozent. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 1,730 Prozent.

„Heute dürfte zunächst die Auktion lang laufender spanischer Anleihen im Mittelpunkt stehen“, kommentierte Experte Lutz Karpowitz von der Commerzbank. Er rechnet allerdings nicht damit, dass die spanische Auktion am Vormittag die Märkte weiter beunruhigen kann. „Dafür dürfte das Volumen mit 1,5 Milliarden Euro bis 2,5 Milliarden Euro einfach zu gering sein.“ Das angeschlagene Euroland wird am Vormittag Staatsanleihen mit Laufzeiten von bis zu zehn Jahren unter den Hammer bringen. Vor dem Hintergrund der jüngsten Zuspitzung der Lage am spanischen Anleihenmarkt könnte die Auktion die Kurse am deutschen Rentenmarkt trotz des vergleichsweise geringen Volumens aber zumindest kurzfristig stark bewegen, hieß es von Händlern. Bis zur Spanien-Auktion dürften sich die Anleger daher am deutschen Anleihenmarkt zurückhalten.

Euro hält sich vorerst stabil über 1,31 Dollar

Der Kurs des Euro hat sich am Mittwoch vorerst über der Marke von 1,31 Dollar stabilisiert. Die Anleger warten nach Einschätzung von Experten auf eine wichtige Versteigerung spanischer Staatsanleihen am Donnerstag und auf die Veröffentlichung des ifo-Geschäftsklimas am Freitag. Im frühen Handel stand die Gemeinschaftswährung bei 1,3114 Dollar. Ein Dollar kostete damit 0,7622 Euro. Am Vortag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3132 (Montag: 1,3024) Dollar festgesetzt.

Nach Einschätzung der Commerzbank ist die Nervosität der Anleger mit Blick auf die angespannte Lage an den Anleihenmärkten in Spanien und Italien wieder etwas abgeflaut. Von einer Entwarnung kann aber keine Rede sein: Am Donnerstag stehe mit der Versteigerung spanischer Staatsanleihen ein „wichtiger Lackmustest“ auf dem Programm, „der dem Markt noch sauer aufstoßen könnte“, warnte Commerzbank-Expertin Carolin Hecht. Bis zur Veröffentlichung der Ergebnisse der Spanien-Auktion dürften sich die Anleger am Devisenmarkt zurückhalten.

Asiatische Aktienmärkte verzeichnen Gewinne

Nachlassende Sorgen um die Schuldenkrise in Europa sowie positive Wachstumserwartungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) haben am Mittwoch die asiatischen Börsen gestützt. Die Märkte folgten mit teils kräftigen Kursgewinnen der positiven Tendenz an den übrigen Weltbörsen in Europa und den Vereinigten Staaten, die vor allem von einem positiv aufgenommenen Auftreten Spaniens am Geldmarkt ausgelöst worden war. Zudem hatten positive Konjunkturerwartungen in Deutschland sowie die angehobene Wachstumsprognose des Internationalen Währungsfonds auch hier als Kurstreiber fungiert.

Der MSCI Asia Apex 50, der die Aktienkurse der 50 größten Unternehmen Asiens exklusive Japan umfasst, stieg zuletzt um 1,35 Prozent auf 846,48 Punkte. In Tokio stand der Nikkei 225 kurz vor Handelsschluss besonders deutlich mit 2,24 Prozent im Plus bei 9676,56 Punkten. Der breiter gefasste Topix kletterte um 2,1 Prozent auf 820 Punkte. Aktien des Autobauers Honda gehörten mit einem Aufschlag von fast 4 Prozent zu den größeren Gewinnern. Papiere des Baumaschinenherstellers Komatsu legten 3,6 Prozent zu. In Hongkong gewann der Hang-Seng-Index bisher 1,2 Prozent auf 20.813 Punkte. Für den Shanghai Shenzhen CSI 300 Index, der die Aktien der 300 größten festlandchinesischen Unternehmen mit einer Börsennotierung in Shanghai oder Shenzhen enthält, ging es zugleich um 1,8 Prozent nach oben auf 2.587 Punkte. Der FTSE Straits Times Index in Singapur kletterte um 0,6 Prozent auf 3004 Punkte. Der südkoreanische Kospi gewann in Seoul 1 Prozent auf 2005 Punkte und der indische Sensex in Mumbai stieg im frühen Geschäft um 0,7 Prozent auf 17.483 Punkte.

Nachbörse Wall Street: Intel trotz guter Quartalszahlen unter Druck

Deutlich leichter präsentierten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Dienstag im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator fiel um 5,49 Punkte auf 2718,09 Zähler.

Intel haben am Dienstag im nachbörslichen Handel auf nasdaq.com nachgegeben, obwohl Quartalsergebnis und Ausblick des Unternehmens die Erwartungen übertroffen hatten. Der Kursverlust von 3,1 Prozent auf 27,60 Dollar war wohl den Flüsterschätzungen zu verdanken, die noch höher lagen. Intel meldete für das erste Geschäftsquartal einen Gewinn je Aktie von 0,56 Dollar bei einem Umsatz von 12,91 Milliarden Dollar. Die Konsensschätzungen der Analysten sahen den Umsatz bei 12,85 Milliarden Dollar und das Ergebnis je Aktie bei 0,50 Dollar. Hedge-Fonds-Manager Mike Bergen twitterte indessen, dass die Flüsterschätzung für den Umsatz bei 13 Milliarden Dollar gelegen habe. Negativ sei zudem, dass Intel die Prognose für die Bruttomarge nicht angehoben habe. Vielleicht verübelten die Anleger Intel auch, dass der Umsatz mit Server-Chips im Vergleich zum Vorquartal um 10 Prozent gesunken war.

IBM gaben bis 19.59 Uhr Ortszeit um 2,4 Prozent auf 202,44 Dollar nach. Das Unternehmen hatte im ersten Quartal aufgrund rückläufiger Hardware-Umsätze die Umsatzerwartungen verfehlt, beim Ergebnis je Aktie vor Sonderposten aber besser als erwartet abgeschnitten. Zudem erhöhte IBM die Prognose für das operative Jahresergebnis je Aktie auf „mindestens 15,00 Dollar“. Bisher hatte das Unternehmen 14,85 Dollar in Aussicht gestellt, während Analysten mit 14,94 Dollar gerechnet hatten. Yahoo profitierten von überraschend guten Erstquartalszahlen. Umsatz und Ergebnis lagen über den Analystenschätzungen. Zudem kündigte CEO Thompson umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen an. Die Titel stiegen bis 19.59 Uhr Ortszeit um 2,9 Prozent auf 15,44 Dollar.

Spanien und Quartalszahlen treiben amerikanische Aktienmärkte ins Plus

Die Wall Street hat am Dienstag dank neuer Hoffnungen auf eine Beruhigung der Euro-Schuldenkrise zugelegt. Zudem trieben starke Quartalszahlen von Coca-Cola, Goldman Sachs und Johnson & Johnson die Kurse an. Nach fünf Verlusttagen in Folge griffen die Anleger zudem bei Apple-Aktien wieder zu. Der Dow-Jones-Index legte 1,5 Prozent auf 13.115 Punkte zu und pendelte im Verlauf zwischen 13.131 und 12.921 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 stieg 1,6 Prozent auf 1390 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,8 Prozent auf 3042 Punkte. Der Dax hatte mit einem Plus von 2,65 Prozent bei 6801 Punkten geschlossen.

„Einer der größten Sorgenpunkte ist Spanien gewesen“, sagte Art Hogan von Lazard Capital Markets in New York. „Wenn das Land Anleihen zu akzeptablen Zinsen platzieren kann, ist der Markt in der Lage, sich auf die Berichtssaison zu konzentrieren. Und bisher haben die Bilanzen die Erwartungen übertroffen.“ Spanien sammelte bei einer Anleihenauktion mehr Geld ein als erwartet. Zwar muss das schuldengeplagte Land für die kurzfristigen Papiere mehr Zinsen zahlen als zuvor, jedoch dämpfte die hohe Nachfrage Befürchtungen der Anleger vor einem neuen Aufflammen der europäischen Schuldenkrise.

Die gute Stimmung konnte auch von dem unerwarteten Rückgang der Wohnbaubeginne im März nicht wirklich gestört werden. Der Immobiliensektor in den Vereinigten Staaten befindet sich seit Jahren in der Krise. Allerdings stieg die Zahl der erteilten Baugenehmigungen auf den höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren. Experten gehen daher davon aus, dass die Branche in diesem Quartal erstmals seit 2005 wieder zum Wachstum der amerikanischen Wirtschaft beitragen könnte.

Bei den Einzelwerten standen eine Reihe großer Namen im Fokus, die vor dem Handelsstart ihre Zahlen präsentiert hatten. Die Papiere der Bank Goldman Sachs gaben um 0,7 Prozent nach, obwohl das Geldinstitut mehr verdiente als erwartet. Die Titel von Johnson und Johnson stiegen trotz der Vorlage enttäuschender Umsätze um etwa 0,4 Prozent. Apple-Titel legten etwas mehr als 5 Prozent zu, nachdem der Wert am Vortag von Gewinnmitnahmen gezeichnet worden war. Der Getränkehersteller Coca-Cola legte dank Rückenwind aus den Schwellenländern ein Quartalsergebnis vor, das die Prognosen der Analysten übertraf. Coca-Cola-Papiere gewannen 2 Prozent.

Amerikanische Anleihen verzeichnen moderate Verluste

Die amerikanischen Staatsanleihen haben am Dienstag moderat nachgegeben. Experten verwiesen auf die nachlassenden Sorgen über die europäische Schuldenkrise und positive Konjunkturerwartungen, was risikobehaftete Anlagen wie etwa Aktien begünstige. An der Wall Street verbuchten die wichtigsten Börsenindizes zuletzt deutliche Gewinne und folgten damit der freundlichen Entwicklung in Europa. Spanien hatte sich am Dienstag erfolgreich refinanziert und am Geldmarkt das Maximalziel von 3,0 Milliarden Euro übertroffen. Allerdings musste das südeuropäische Land höhere Zinsen als noch bei der letzten vergleichbaren Auktion im März bezahlen. Zudem hatte sich die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ermittelte Konjunkturzuversicht deutscher Finanzexperten im April unerwartet weiter aufgehellt. Dagegen hatten Volkswirte mit einer Eintrübung gerechnet. Für die Eurozone ergab sich ein ähnlich positives Bild. Die Daten zu den amerikanischen Baubeginnen und -genehmigungen sowie zur Industrieproduktion fielen hingegen uneinheitlich aus.

Zweijährige Staatsanleihen verharrten bei 99 30/32 Punkten. Sie rentierten mit 0,274 Prozent. Fünfjährige Anleihen gaben um 3/32 Punkte auf 100 21/32 Punkte nach und rentierten mit 0,863 Prozent. Richtungweisende zehnjährige Anleihen verloren 6/32 Punkte auf 99 29/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,008 Prozent. Lang laufende Anleihen mit einer Laufzeit von dreißig Jahren büßten 16/32 Punkte auf 99 11/32 Punkte ein und rentierten mit 3,158 Prozent.

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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