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Blick auf den Finanzmarkt Dax eröffnet nach guten Vortagsdaten fester

 ·  Die deutschen Aktienmärkte starten nach guten Vorgaben aus den Vereinigten Staaten und Asien am Mittwoch im Plus. Im Fokus stehen auch die amerikanischen Arbeitsmarktdaten am Nachmittag, die für frische Impulse sorgen könnten.

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Nach dem Feiertag sind die wichtigsten deutschen Aktienindizes am Mittwoch fest in den Handel gestartet. Der Leitindex Dax kletterte im frühen Geschäft um 1,5 Prozent auf 6866 Punkte und kehrte damit deutlich über die Marke von 6800 Punkten zurück. Das Kursbarometer konnte seinen Rücksetzer vom Montag wieder mehr als ausgleichen und erreichte den höchsten Stand seit Anfang April. Der Index mittelgroßer Werte M-Dax kletterte um 1,3 Prozent auf 10.966 Punkte, und die Technologiewerte im Tec-Dax legten 1,7 Prozent auf 811 Punkte zu. Der marktbreite FAZ-Index stieg um 1,4 Prozent auf 1516 Punkte.

Die meisten am Vortag nicht geschlossenen Märkte hätten zugelegt, sagten die Experten von Close Brothers Seydler Research in einem Morgenkommentar. Der besser als erwartet ausgefallene ISM-Index hatte am Vorabend die amerikanischen Börsen nach oben geschoben und gemeinsam mit guten Daten aus China für eine freundliche Kursentwicklung an den asiatischen Märkten gesorgt. Zugleich raten die Experten von Close Brothers aber weiterhin zur Vorsicht: So habe es im späten amerikanischen Handel einige Gewinnmitnahmen gegeben. Zudem sollte die finanzielle Lage in Spanien sowie die Wahlen in Frankreich und Griechenland am Wochenende den Risikoappetit weiterhin in Schach halten. Im Fokus stehen auch die amerikanischen Daten am Nachmittag, die für frische Impulse sorgen könnten.

Deutsche Anleihen verlieren zur Eröffnung

Die deutschen Staatsanleihen sind zur Wochenmitte schwach in den Handel gegangen. Händler nannten die teils sehr festen Börsen in Asien als Belastung. Der richtungweisende Euro-Bund-Future sank am Mittwochmorgen um 0,13 Prozent auf 140,91 Punkte. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verlor 18 Basispunkte auf 140,9 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 40 Basispunkte auf 125,26 Prozent. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg um zwei Stellen auf 1,68 Prozent.

Im Tagesverlauf dürfte ein Reigen an Konjunkturzahlen großes Interesse auf sich ziehen. Im Euroraum stehen die vielbeachteten Einkaufsmanagerindizes und Daten vom deutschen Arbeitsmarkt an. Aus den Vereinigten Staaten wird der ADP-Beschäftigungsreport erwartet, der als Vorbote für den offiziellen Arbeitsmarktbericht am Freitag gilt.

Euro hält sich über 1,32 Dollar

Der Euro hat sich am Mittwoch trotz leichter Verluste über der Marke von 1,32 Dollar gehalten. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,3215 Dollar und damit etwas weniger als am Vorabend. Ein Dollar war zuletzt 0,7567 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,3214 (Freitag: 1,3229) Dollar festgesetzt.

Am Dienstag wurde feiertagsbedingt kein Referenzkurs festgesetzt. Zur Wochenmitte dürfte eine Reihe von Konjunkturdaten das Interesse der Anleger auf sich ziehen. Im Euroraum stehen die vielbeachteten Einkaufsmanagerindizes und Zahlen vom deutschen Arbeitsmarkt an. Aus den Vereinigten Staaten wird der ADP-Beschäftigungsreport erwartet, der als Vorbote für den wichtigen Arbeitsmarktbericht der Regierung gilt. Dieser wird am Freitag veröffentlicht.

Asiatische Aktienmärkte freundlich

Gute Konjunkturdaten aus China und den Vereinigten Staaten haben die wichtigsten asiatischen Börsen am Mittwoch gestützt. So hatte sich in den Vereinigten Staaten die Stimmung der Einkaufsmanager in der Industrie im April überraschend aufgehellt, wie die jüngsten Daten vom Vortag zeigten. Weil viele Handelsplätze in Asien am Dienstag wegen des Feiertages 1. Mai geschlossen geblieben waren, konnten die meisten Anleger erst zur Wochenmitte auf die amerikanischen Daten reagieren. Zudem wurden überraschend gute Einkaufsmanagerdaten aus China veröffentlicht und auch dies habe die Kurse gestützt, sagten Börsianer.

Der MSCI Asia Apex 50, der die Aktienkurse der 50 größten Unternehmen Asiens exklusive Japan umfasst, gewann 1,2 Prozent auf 864 Punkte. In Tokio rückte der Nikkei 225 kurz vor Schluss um 0,6 Prozent auf 9408 Punkte vor. Angesichts der guten Stimmung an den internationalen Aktienmärkten waren besonders Exportwerte gefragt. So stiegen Toyota um 1,2 Prozent und Honda um 1,1 Prozent. In Hongkong stieg der Hang Seng Index um 1,3 Prozent auf 21.362 Punkte. Der südkoreanische Leitindex Kospi kletterte um 0,7 Prozent auf 1996 Punkte. An der Börse in Singapur ging es für den FTSE Straits Times Index um 0,5 Prozent auf 2995 Punkte hoch. Der Sensex in Mumbai gewann 0,5 Prozent auf 17.407 Punkte.

Nyse Nachbörse: Broadcom trotz guter Zahlen mit Abgaben

Etwas leichter präsentierten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Dienstag im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator fiel um 0,01 Prozent auf 2726,64 Zähler.

Mit Kursabgaben haben die Aktien von Broadcom im nachbörslichen Handel am Dienstag auf besser als erwartete Ergebnisse für das erste Quartal reagiert. So lag der bereinigte Gewinn je Aktie mit 0,65 Dollar über der Schätzung der Analysten von 0,55 Dollar und auch der Umsatz fiel mit 1,83 Milliarden Dollar über den Erwartungen von 1,78 Milliarden Dollar aus. Die Aktie verlor dennoch bis 19.59 Uhr Ortszeit auf nasdaq.com 2,1 Prozent auf 35,95 Dollar. Allerdings haben die Titel seit Jahresbeginn bereits um 25 Prozent zugelegt. Deutlich unter Druck standen auch Chesapeake Energy, die bis um 19.59 Uhr Ortszeit um 5,1 Prozent auf 18,60 Dollar nachgaben. Die Ergebnisse für das erste Quartal lagen deutlich unter den Erwartungen der Analysten. So wurde ein Gewinn je Aktie von 0,18 Dollar vermeldet, der Umsatz lag bei 2,42 Milliarden Dollar. Analysten hatten dagegen je Anteilsschein mit einem Gewinn von 0,28 Dollar und einem Umsatz von 2,71 Milliarden Dollar gerechnet.

Unerwartet starker ISM-Index treibt Dow, Dollar und Öl

Die im April unerwartet starke amerikanische Industrie hat am Dienstag an den Börsen in den Vereinigten Staaten für Kauflaune gesorgt. Während an den meisten großen Börsen rund um den Globus wegen des Maifeiertages nicht gehandelt wurde, stieg der Dow Jones Index zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit Ende 2007. Gleichzeitig legte der Dollar zum Euro deutlich zu, während die Kurse am Anleihemarkt nachgaben. Die Sorge um die Schuldenkrise in der Eurozone stecke weiter in den Hinterköpfen, am Dienstag habe aber der gute ISM-Index die Oberhand gewonnen, hieß es. Nachdem die Indizes in den Tageshochs über 1 Prozent im Plus gelegen hatten, kamen sie im späten Handel aber etwas zurück. Der Dow Jones Index gewann 0,5 Prozent auf 13.280 Punkte. Im Tageshoch hatte er bei 13.338 Zählern gelegen. Um 0,6 Prozent legte der breitere S&P-500-Index zu. Die beiden Nasdaq-Indizes retteten ein mageres Plus von jeweils 0,1 Prozent aus dem Tag.

Nach einem ereignisarmen Frühgeschäft sprangen die Indizes mit Bekanntwerden der April-Daten aus dem verarbeitenden Gewerbe deutlich an. Die amerikanische Industrie hat im April überraschend weiter Fahrt aufgenommen. Nach Angaben des Institute for Supply Management (ISM) kletterte der nationale Index der Einkaufsmanager auf 54,8 Punkte. Ökonomen hatten im Konsens einen leichten Rückgang auf 52,9 vorhergesagt, nachdem im März für den viel beachteten Index ein Stand von 53,4 ausgewiesen worden war. „Das ist ein exzellenter Bericht“, sagte Jim McDonald, Chefstratege bei Northern Trust. Allerdings warteten viele Akteure nun auf den Arbeitsmarktbericht am Freitag, der die Märkte noch stärker bewegen dürfte. Einige Beobachter hoben in diesem Zusammenhang den ISM-Subindex für die Beschäftigung hervor, der im April ebenfalls zulegte und für Optimismus vor dem offiziellen Arbeitsmarktbericht sorgte.

Unter den Einzelwerten hinkten Pfizer dem Gesamtmarkt hinterher. Der amerikanische Pharmakonzern bekommt den Patentverlust seines Kassenschlagers Lipitor offenbar immer stärker zu spüren. In den ersten drei Monaten sank der Gewinn um fast ein Fünftel. Nach dem Verkauf der Babynahrungssparte senkte Pfizer zudem die Prognose für das Gesamtjahr. Die Aktie verlor 0,5 Prozent. Bank of America gehörten im Dow zu den Favoriten und profitierten von einem Bericht im Wall Street Journal, wonach die Bank etwa 2000 Stellen abbauen will. Die Einschnitte sollen zusätzlich zu dem im vergangenen Jahr angekündigten Abbau von 30.000 Jobs über drei Jahre im Filialgeschäft vorgenommen werden. Der Kurs gewann 2,5 Prozent. Für Gesprächsstoff sorgten zudem die Auto-Absatzzahlen im April. So konnte die von Fiat kontrollierte Chrysler Group den Absatz in den Vereinigten Staaten um 20 Prozent steigern, während die Konkurrenten Ford und General Motors Einbußen von 5 bzw. 8,2 Prozent verzeichneten. Ford verloren 0,4 Prozent, während General Motors um 1,3 Prozent überdurchschnittlich zulegten. Auffällig war das neuerliche Minus bei Apple. Die Aktie hatte im Verlauf ins Minus gedreht und damit ihren Abwärtstrend der vergangenen Woche fortgesetzt, der lediglich am Mittwoch der Vorwoche nach dem sehr guten Quartalsergebnis von einem 9-Prozent-Plus unterbrochen wurde. Apple verloren 0,3 Prozent. Im insgesamt favorisierten Energiesektor standen Chesapeake Energy mit einem Plus von knapp 6,3 Prozent im Fokus. Aufsichtsratschef und CEO Aubrey McClendon hatte zugestimmt, beide Ämter zu trennen und nur noch CEO zu bleiben. Eine Kursexplosion erlebten Imperial Sugar. Die Aktie sprang um über 58 Prozent nach oben auf 6,37 Dollar, nachdem Louis Dreyfus Commodities der Übernahme des Unternehmens zugestimmt hat. Die Übernahme bewertet Imperial Sugar mit 78 Millionen Dollar.

Amerikanische Staatsanleihen geben nach

Die amerikanischen Staatsanleihen haben am Dienstag nachgegeben. Die zehnjährigen Staatsanleihen ließen 8/32 auf 100-13/32 Federn. Sie rentierten mit 1,952 Prozent. Die 30-jährigen Anleihen verloren 20/32 auf 99-14/32 und hatten eine Rendite von 3,154 Prozent. Wegen des Feiertags blieben die Umsätze insgesamt dünn. Händler sagten, dass unerwartet gute Konjunkturdaten den Anleihen geschadet hätten. Die Papiere hätten damit an Attraktivität eingebüßt und seien als sicherer Hafen nicht mehr gefragt gewesen.

In den Vereinigten Staaten hellte sich die Stimmung der Einkaufsmanager in der Industrie im April überraschend auf. Der entsprechende Index stieg auf 54,8 Zähler von 53,4 Punkten im Vormonat. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Rückgang auf 53,0 Punkte gerechnet. Der ISM-Index gilt als zuverlässiger Frühindikator für die wirtschaftliche Aktivität. Indexstände von über 50 Punkten signalisieren eine wirtschaftliche Belebung.

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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