Dax startet vor Ifo-Index leicht im Plus
Die Anleger am Aktienmarkt haben sich am Freitagmorgen vor der Veröffentlichung des Ifo-Geschäftsklimaindex bedeckt gehalten. Der Dax notierte im frühen Handel aber 0,2 Prozent höher bei 6686 Punkten. Am Donnerstag hatte der Leitindex 0,9 Prozent eingebüßt, nachdem die Sorgen der Anleger um eine Ausweitung der Euro-Schuldenkrise wieder aufgekeimt waren.
Am Vormittag (10.00 Uhr MESZ) steht der Ifo-Geschäftsklimaindex im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Von Reuters befragte Analysten rechnen mit einem Rückgang auf 109,5 Punkte nach 109,8 Punkten im Vormonat. Am Nachmittag dürfte dann die Frühjahrstagung von IWF und Weltbank in Washington in den Blickpunkt rücken. Gefragt waren im Dax die Aktien von Fresenius Medical Care mit einem Plus von 1,3 Prozent. Unter Abschlag der Dividenden wurden die Aktien von RWE und VW gehandelt. Der Energieversorger zahlt seinen Aktionären je Anteilsschein zwei Euro aus, der Autokonzern schüttet pro Vorzugsaktie sogar 3,06 Euro an seine Anteilseigner aus. (Reuters)
Deutsche Anleihen: Leichte Kursgewinne vor ifo-Daten
Am deutschen Anleihenmarkt sind die Kurse am Freitag vor der Veröffentlichung wichtiger Konjunkturdaten mit leichten Gewinnen in den Handel gestartet. Der für den Handel richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg zum Handelsauftakt um 0,12 Prozent auf 140,79 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 1,679 Prozent.
Nach Einschätzung von Experten halten sich die Investoren vor der Veröffentlichung des stark beachteten ifo-Geschäftsklimaindex am Vormittag beim Handel am deutschen Rentenmarkt aber noch etwas zurück. Von dpa-AFX befragte Volkswirte rechnen mit einem leichten Rückgang des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers. Dagegen wollte Experte Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen eine positive Überraschung bei den ifo-Daten nach dem unerwartet guten ZEW-Konjunkturindikator vom vergangenen Dienstag nicht ausschließen. Sollte sich das ifo-Geschäftsklima tatsächlich das sechste Mal in Folge aufhellen, könnte das den Höhenflug am deutschen Rentenmarkt stoppen und die Kurse zum Wochenschluss unter Verkaufsdruck setzen. (dpa-AFX)
Konjunktursorgen belasten Wall Street
An den amerikanischen Börsen haben am Donnerstag wiederaufkeimende Konjunkturängste die Freude über die überwiegend guten Unternehmensbilanzen verdrängt. Dazu kamen Gerüchte über eine mögliche Herunterstufung Frankreichs durch eine Rating-Agentur. Diese wurden zwar rasch dementiert, sorgten bei Anlegern jedoch für neue Unsicherheit über die Schuldenkrise in Europa. Für Ernüchterung sorgte zudem die Nachricht, dass die Zahl neuer Anträge auf Arbeitslosenhilfe in Amerika nicht so rasch sinkt wie erwartet. Dies weckte Zweifel an der langersehnten Konjunkturerholung in Amerika. Gute Zahlen von Morgan Stanley, Bank of America und eBay konnten die Stimmung nicht entscheidend aufhellen. „Trotz der guten Vorgaben von den Quartalsberichten, haben ein paar wichtige Konjunkturindikatoren ihren Schwung verloren“, sagte Quincy Crosby von Prudential Financial. „Das wirft die Frage auf, ob es sich nur um eine kleine Schwächephase oder doch um etwas Ernsteres handelt.“
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte mit einem Abschlag von 0,5 Prozent bei 12.964 Punkten. Im Tagesverlauf pendelte der Leitindex zwischen 12.896 und 13.080 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1376 Zählern, ein Minus von 0,6 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,8 Prozent auf 3007 Punkte. In Frankfurt ging der Dax mit einem Minus von 0,9 Prozent bei 6671 Punkten aus dem Handel. An der Nasdaq sorgte eine starke Biotech-Branche für einen Lichtblick. Angeführt wurde der Sektor vom Gentechnikunternehmen Human Genome Sciences. Nach der Bekanntgabe eines Übernahmeangebots vom größten britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline über 2,6 Milliarden Dollar stürzten sich die Anleger auf die Papiere des Unternehmens. Die Aktie legte 98 Prozent zu und zog so den gesamten Biotech-Index nach oben, der 1,5 Prozent gewann.
Daneben standen vor allem die Papiere der Unternehmen im Fokus, die ihre Zahlen vorgelegt hatten. So konnte Morgan Stanley einen fulminanten Start ins Jahr mit einer kräftigen Gewinnsteigerung vermelden, was die Börse mit einem Kursplus von 2,3 Prozent honorierte. Die Rivalin Bank of America ist trotz eines Gewinneinbruchs zu Jahresbeginn frohen Mutes für 2012. Die Investoren zeigten sich weniger zuversichtlich, die Aktie gab 1,7 Prozent ab. Auch das Online-Handelshaus eBay konnte mit einer kräftigen Gewinnsteigerung positiv überraschen. Die Aktie schoss über 13 Prozent in die Höhe. Der Chemiekonzern DuPont ist dank Preiserhöhungen ebenfalls schwungvoll ins neue Jahr gestartet. An der Börse kamen die Zahlen dennoch nicht ganz so gut an, die Aktien rutschten um 1,2 Prozent Ab. Der Kreditkartenkonzern American Express verdiente dank der Ausgabenfreude seiner Kunden mehr. Seinen Aktien notierten aber 0,8 Prozent schwächer.
Ein erfolgreiches Börsendebüt feierte die Software-Schmiede Splunk. Die Anteilscheine des Unternehmens wurden 108 Prozent über ihrem Ausgabepreis gehandelt. Auch der Hersteller von Luxus-Reisegepäck Tumi wagte sich am Donnerstag erstmals aufs Parkett. Die Anleger bauten auf eine Erholung der Tourismusindustrie sowie die anhaltende Kauflaune der Besserverdienenden und schlugen zu. An ihrem ersten Börsentag legten die Tumi-Papiere 47 Prozent zu. An der New York Stock Exchange wechselten rund 820 Millionen Aktien den Besitzer. 1223 Werte legten zu, 1750 gaben nach und 120 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,97 Milliarden Aktien 927 im Plus, 1546 im Minus und 120 unverändert.
Microsoft und AMD gesucht
Die Aktien von Microsoft und Advanced Micro Devices (AMD) haben am Donnerstag im nachbörslichen Handel von den Quartalsausweisen der beiden Unternehmen profitiert. SanDisk gerieten dagegen stark unter Druck, nachdem die Geschäftszahlen des Chipherstellers enttäuscht hatten. Microsoft gewannen bis 19.59 Uhr Ortszeit 3,1 Prozent auf 31,97 Dollar, nachdem das Unternehmen in seinem dritten Geschäftsquartal sowohl mit dem Umsatz als auch mit dem Ergebnis je Aktie die Analystenerwartungen übertroffen hatte. Die Umsatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahr war vor allem dem höheren Absatz von Windows und Unternehmenssoftware zu verdanken.
AMD schnitt bei Umsatz und bereinigtem Ergebnis ebenfalls besser ab als erwartet. Zudem überzeugte die Umsatzprognose des Unternehmens für das zweite Quartal. AMD stiegen bis 19.56 Uhr Ortszeit um 1,9 Prozent auf 8,12 Dollar. SanDisk brachen bis 19.59 Uhr Ortszeit um 13,5 Prozent auf 35,01 Dollar ein. Neben den Erstquartalszahlen enttäuschte auch der Ausblick auf das zweite Quartal. Die von SanDisk angestrebte Umsatzspanne liegt unter dem Analystenkonsens. (Dow Jones)
Amerikanische Anleihen: Gewinne - Sorgen über Euro-Krise und enttäuschende Daten
Sorgen über eine erneute Verschlimmerung der europäischen Schuldenkrise haben den amerikanische Staatsanleihen am Donnerstag moderate Kursgewinne beschert. Zudem hätten enttäuschende Wochen-Daten vom amerikanischen Arbeitsmarkt sowie die überraschend gesunkenen Verkäufe bestehender Häuser das Interesse an den als sicher geltenden Papieren gestützt. Derweil zeigte sich die Wall Street etwas schwächer.
Anleihen mit einer Laufzeit von zwei Jahren stagnierten bei 99 31/32 Punkten und rentierten mit 0,254 Prozent. Fünfjährige Anleihen kletterten indes um 1/32 Punkte auf 100 25/32 Punkte. Sie rentierten mit 0,835 Prozent. Die richtungweisenden zehnjährigen Anleihen stiegen um 5/32 Punkte auf 100 11/32 Punkte. Sie rentierten mit 1,960 Prozent. Die Rendite blieb so den fünften Tag in Folge und damit so lange wie seit Februar nicht mehr unter zwei Prozent. Longbonds mit einer Laufzeit von dreißig Jahren gewannen 8/32 Punkte auf 100 6/32 Punkte. Sie rentierten mit 3,114 Prozent. (dpa-AFX)
Euro vor ifo-Daten stabil über 1,31 Dollar
Der Kurs des Euro hat sich am Freitag vor der Veröffentlichung wichtiger Konjunkturdaten stabil über der Marke von 1,31 Dollar gehalten. Die Anleger dürften auf das ifo-Geschäftsklima am Vormittag warten und sich mit Käufen oder Verkäufen am Devisenmarkt zurückhalten, hieß es von Händlern. Im frühen Handel stand die Gemeinschaftswährung bei 1,3160 Dollar. Ein Dollar kostete damit 0,7598 Euro. Am Vortag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs noch etwas tiefer bei 1,3086 (Mittwoch: 1,3093) Dollar festgesetzt.
„Das ifo-Geschäftsklima steht im Mittelpunkt des Interesses“, sagte Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Für den Helaba-Experten stellt sich die „große Frage“, ob es beim wichtigsten deutschen Konjunkturbarometer nach fünf Anstiegen in Folge zu einem Rücksetzer kommen wird. Das könnte den Kurs des Euro belasten. Die von dpa-AFX befragten Volkswirte erwarten einen leichten Rückgang beim ifo-Geschäftsklima. Dagegen wollte Experte Wortberg nach einem überraschenden Anstieg des ZEW-Konjunkturindikators am Dienstag eine positive Überraschung bei den ifo-Daten nicht ausschließen. (dpa-AFX)
Ölpreise steigen leicht - Hoffnung auf bessere Konjunktur
Die Ölpreise haben am Freitag leicht zugelegt. Eine gelungene Versteigerung spanischer Staatsanleihen am Vortag habe die Sorge um eine neue Eskalation der Euro-Schuldenkrise gedämpft und die Hoffnung auf eine bessere konjunkturelle Entwicklung in der Eurozone verstärkt, erklärten Händler die Kauflaune zum Wochenschluss. Im frühen Handel stieg der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordsee-Sorte Brent mit Auslieferung im Juni um 40 Cent auf 118,40 Dollar. Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) ebenfalls mit Auslieferung im Juni verteuerte sich um 42 Cent auf 103,14 Dollar, nachdem der Preis für amerikanisches Öl zur Wochenmitte noch zeitweise um mehr als zwei Dollar abgerutscht war.
Im weiteren Handelsverlauf dürfte die Veröffentlichung wichtiger Konjunkturdaten in den Fokus der Anleger am Ölmarkt rücken. Am Vormittag wird das ifo-Geschäftsklima veröffentlicht. Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer liefert Hinweise, wie stark sich die Konjunktur in der größten europäischen Volkswirtschaft entwickelt. Die ifo-Daten geben damit auch indirekt Hinweise auf die künftige Nachfrage nach Rohöl. (dpa)
Tokios Börse schließt leichter
Die Börse in Tokio hat am Freitag in Folge negativer Vorgaben der Wall Street leichter geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte ging mit einem moderaten Abschlag von 27,02 Punkten oder 0,28 Prozent beim Stand von 9561,36 Punkten aus dem Handel. Der breit gefasste Topix büßte um 2,19 Punkte oder 0,27 Prozent auf den Stand von 811,94 Zählern ein. In der Wochenbilanz gab der Nikkei um 0,80 Prozent und der Topix um 0,43 Prozent nach.
Zu den Verlierern des Tages zählten Toyota und Honda, die um 1,93 Prozent beziehungsweise 1,04 Prozent nachgaben. Die Aktien des Elektronikkonzerns Sony, der am 10. Mai seine Jahresbilanz vorlegt und dabei erwartungsgemäß einen Rekordverlust ausweisen wird, büßten 0,94 Prozent ein. Zu den Gewinnern zählten die Papiere des von einem Bilanzskandal erschütterten Kameraherstellers Olympus. Der Konzern wählte vor Börsenschluss auf einer außerordentlichen Hauptversammlung eine neue Führung, um Olympus aus der schweren Krise zu führen. (dpa)
Börsen in Lateinamerika uneinheitlich
Die Leitbörsen in Lateinamerika haben am Donnerstag uneinheitlich geschlossen. Im brasilianischen São Paulo verlor der Index der Bovespa-Börse (Ibovespa) 392 Punkte oder 0,62 Prozent und endete bei 62 618 Punkten. In Mexiko stieg der IPC-Index um 65,52 Punkte oder 0,17 Prozent auf 39 395,64 Zähler. In Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires schloss das Wertpapiergeschäft leicht im Minus: Der Merval-Index sank dort um 4,84 Punkte oder 0,20 Prozent auf 2352,83 Zähler. (dpa)
