Enttäuschende Konjunkturnachrichten aus China belasten die Aktienkurse am Montag leicht. Der Dax sinkt um 0,4 Prozent auf 6853 Punkte. Für den marktbreiten FAZ-Index geht es ebenfalls um 0,4 Prozent auf 1523 Zähler abwärts.
China hatte im Februar ein deutliches Handelsbilanzdefizit verbucht. Mit einem negativen Saldo von 31,48 Milliarden Dollar rutschte das Land zum ersten Mal seit einem Jahr in die roten Zahlen. Das Wachstum der Importe habe die Exporte bei weitem überholt. Diese Meldungen lösten leichte Sorgen aus und drückten auf die Stimmung, sagt Stratege Stan Shamu von IG Markets.
Elring-Klinger fallen nach der Veröffentlichung von Geschäftszahlen für 2011 um 6,9 Prozent auf 22,70 Euro. Der Automobilzulieferer hatte ersten Händlereinschätzungen zufolge mit seiner Profitabilität enttäuscht. Die Verschlechterung der Margen dürfte sich auch 2012 fortsetzen und das drücke auf die Stimmung für die zuletzt gut gelaufenen Aktien.
Douglas klettern um 3 Prozent auf 36,29 Euro. Nach Informationen der Sonntagszeitung trifft sich der Aufsichtsrat an diesem Mittwoch zu einer außerordentlichen Sitzung, um über den Plan zu beraten, den Handelskonzern von der Börse zu nehmen. Die Familie Kreke als Großaktionär will Douglas zurück in die Hände der Familie führen. Nun sehe es danach aus, als ob eine Entscheidung über den Rückzug von der Börse unmittelbar bevorstehe, sagte ein Händler.
Volkswagen geben um 1 Prozent nach und reagieren damit nicht positiv auf Aussagen von der Bilanz-Pressekonferenz. „Wir werden 2012 mehr Fahrzeuge verkaufen als im Vorjahr“, sagte VW-Chef Martin Winterkorn laut Redetext. Europas größter Autobauer gibt sich demnach mit dem Rekordjahr 2011 nicht zufrieden. Wegen der Zeitumstellung eröffnet die Wall Street bereits um 14.30 Uhr.
Rentenmarkt tendiert etwas fester
Am deutschen Anleihemarkt geht es mit den Notierungen zu Wochenbeginn leicht nach oben. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 16 Basispunkte auf 138,64 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 5 Basispunkte auf 124,29 Prozent.
Wenig beeindruckt zeigt sich der Bund-Future von den Beschlüssen zum griechischen Schuldenschnitt. Im Juni-Kontrakt gestaltet sich das technische Bild laut der Helaba weiterhin konstruktiv. Die Analysten sehen den neuen Kontrakt am Montag in einer Handelsspanne zwischen 138,00 und 139,00 Prozent.
Euro rutscht unter 1,31 Dollar
Der Kurs des Euro ist am Montag unter die Marke von 1,31 Dollar gerutscht. Die Gemeinschaftswährung zeigte sich nach Einschätzung der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) von der Aktivierung der Kreditausfallversicherungen im Zusammenhang mit dem griechischen Schuldenschnitt geschwächt. Im frühen Handel stand der Euro bei 1,3093 Dollar.
Am späten Freitagabend hatte der Branchenverband ISDA nach der Zustimmung der meisten privaten Gläubiger für einen Schuldenschnitt in Griechenland ein sogenanntes Kreditereignis festgestellt. Mit diesem Begriff ist ein Zahlungsausfall gemeint, der die Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps/CDS) auslöst. Die Entscheidung der ISDA sorge bei den Anlegern für Unsicherheit, hieß es weiter bei der Helaba. Von großer Erleichterung nach dem Schuldenschnitt in Griechenland sei „jedenfalls nichts zu spüren“.
Schwache Konjunkturdaten belasten Börsen in Asien
Schwache Konjunkturdaten aus China und Japan haben den Börsen in Asien am Montag einen Dämpfer verpasst. China fuhr im Februar das größte Handelsdefizit seit mindestens zehn Jahren ein. Im selben Monat sank in Japan das Verbrauchervertrauen. Für Zurückhaltung bei den Anlegern sorgten auch die anstehenden Sitzungen der Bank von Japan und der amerikanischen Notenbank (Fed). Die verbesserten amerikanischen Arbeitsmarktzahlen vom Freitag machen nach Meinung von Analysten weitere Maßnahmen der Fed zur Ankurbelung der Konjunktur wenig wahrscheinlich. „Eine Korrektur der Märkte war fällig, nachdem die Kurse auf ein Niveau gestiegen sind, das nicht tragfähig war“, sagte Naohiro Niimura von Market Risk Advisory.
In Tokio durchbrach der 225 Werte umfassende Nikkei-Index im frühen Handel zwischenzeitlich die Marke von 10.000 Punkten und stieg auf ein neues Sieben-Monats-Hoch. Zu Handelsschluss notierte er aber 0,4 Prozent im Minus bei 9889 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index lag ebenfalls 0,4 Prozent niedriger bei 845 Stellen. Auch die Börsen in Taiwan, Korea und Hongkong, Shanghai, Singapur und Australien registrierten Abschläge.
Unter den Einzelwerten ragten vor allem Stahlaktien heraus. Sie profitierten vom Kursrückgang des Yen und der Aussicht auf geringere Eisenerz-Preise. Kyoei Steel kletterten um 1,6 Prozent und Kobe Steel um 0,8 Prozent.
Aktienbörse in China etwas leichter
Belastet von Verlusten in Banken- und Immobilienwerten tendieren die chinesischen Aktienmärkte am Montag leichter. Der Shanghai Composite Index verliert 0,4 Prozent auf 2.429 Stellen, der HSI in Hongkong gibt 0,3 Prozent nach auf 21.029 Punkte. Daten zu neuen Yuan-Darlehen im Februar blieben unter den Prognosen und zeigen damit eine nachlassende Nachfrage nach Krediten bei einer sicher verlangsamenden Konjunktur an. Analysten rechnen damit, dass der Shanghai Composite Index bei 2.400 Punkten Unterstützung findet. Zu den schwächsten Titeln gehören China Vanke mit minus 3 Prozent auf 8,34 Yuan. China Minsheng Banking fallen um 1,6 Prozent auf 6,37 Yuan.
Nachbörsliche Kurse und Meldungen aus Amerika
Praktisch unverändert präsentierten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Freitag im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator stieg um 0,05 Punkte auf 2646,90 Zähler.
Anthera Pharmaceuticals brachen um 51 Prozent auf 3,16 Dollar ein, nachdem das Unternehmen eine klinische Studie zu einem Herzinfarkt-Präparat abgebrochen hat. Das Kontrollgremium zur Datensicherheit hatte dem Medikament eine ausreichende Wirksamkeit abgesprochen. Anthera zeigte sich „überrascht“ von dieser Aussage.
Amerikanische Konjunktur stärkt Optimismus an Wall Street
Ermutigt von positiven Signalen aus der amerikanischen Wirtschaft dürften in der kommenden Woche die kauflustigen Anleger an der Wall Street die Oberhand behalten. Nach dem zuletzt nur kurz unterbrochenen Höhenflug des S&P 500 gehen viele Investoren davon aus, dass er auch in den kommenden Tagen noch einmal um eine Korrektur herumkommt. Schließlich stieg das Börsenbarometer auch in der vergangenen Woche - und der schlechteste Handelstag des Jahres 2012 am Dienstag dürfte damit als Fehlalarm gedeutet werden.
Vor allem vom Arbeitsmarktbericht nahmen die Investoren erfreuliche Nachrichten mit ins Wochenende und werteten auch den griechischen Schuldenschnitt als erfreulichen Schritt. Bereits den dritten Monat in Folge entstanden im Februar mehr als 200.000 Jobs - was es seit rund einem Jahr nicht mehr gab.
In der kommenden Woche haben sie die Möglichkeit, in einer ganzen Reihe von Daten nach Bestätigungen für ihre Hoffnungen zu suchen. So werden sie am Dienstag die Februar-Zahlen der Einzelhändler unter die Lupe nehmen. Die Branche soll Prognosen zufolge ein Prozent und damit deutlich mehr als im Januar gewachsen sein. Mit Blick auf die gestiegenen Ölpreise werden die Börsianer auch Inflationsdaten wachsam beobachten: Am Donnerstag werden die Erzeugerpreise, am Freitag die Verbraucherpreise veröffentlicht. Am letzten Handelstag der kommenden Woche stehen zudem Zahlen zum Verbrauchervertrauen im Fokus der Wall Street.
Für gute Stimmung auf dem Parkett sorgen auch Spekulationen, dass die amerikanische Notenbank der Wirtschaft abermals mit Käufen von Staatsanleihen unter die Arme greift. Nach Hinweisen darauf können die Börsianer gleich am Dienstag fahnden, wenn die Fed nach dem Treffen ihres Offenmarktausschusses voraussichtlich eine Stellungnahme abgibt.
