Nach den Kursverlusten des Vortages hat der Dax am Mittwoch mit leichten Kursgewinnen in den Handel eingesetzt. Der Leitindex stieg kurz nach Eröffnung um 0,5 Prozent auf 6312 Punkte. Die Aktien der Commerzbank tendierten 2,2 Prozent fester bei 20,38 Euro. Die Bank hatte mit Beginn des Börsenhandels mitgeteilt, das operative Ergebnis im Privatkundengeschäft werde in diesm Jahr mindestens um ein Fünftel zulegen.
Die amerikanischen Börsen hatten am Vortag zwar belastet von erneuten Kursverlusten der Finanztitel schwach geschlossen. Der Future auf den amerikanischen Leitindex stand am Morgen jedoch 29 Punkte über seinem Stand zu Xetra-Schluss am Vortag.
Auch in Asien zeigten sich die Börsen zuletzt stabilisiert. Während der Nikkei-225-Index etwas niedriger schloss, gewann der Hang-Seng-Index zeitweise sogar 1,6 Prozent. Abgesehen vom wöchentlichen Ölbericht des amerikanischen Energieministeriums stehen keine wichtigen Termine auf der Agenda.
Auf dem deutschen Aktienmarkt stehen die Titel der Postbank und der Deutschen Post weiter im Fokus. Die Post will laut einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ (Mittwochausgabe) bis spätestens Anfang Oktober entscheiden, ob sie ihre Tochter verkauft. Ein Händler hält damit eine Kurserholung nach den Verlusten vom Vortag für möglich. Immerhin deute dies darauf hin, dass der Verkauf nicht auf Eis gelegt sei, wie am Dienstag befürchtet wurde. Die Aktie der Postbank tendierte im frühen Handel 1,6 Prozent höher.
Siemens-Titel reagierten mit einem Aufschlag von 0,6 Prozent auf einen Bericht von FAZ.NET. Der Mischkonzern kann im milliardenschweren Schmiergeld-Skandal auf einen Vergleich mit der amerikanischen Börsenaufsicht SEC hoffen (Vergleich mit SEC für Siemens in greifbarer Nähe). „Die Nachricht dürfte sich heute leicht positiv auf die Aktie auswirken, vor allem weil es heißt, der befürchtete Ausschluss von öffentlichen Aufträgen sei unwahrscheinlich“, kommentierte ein Händler. Ein Siemens-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern.
SAP-Aktien verteuerten sich um 0,5 Prozent nach von einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ profitieren. Demnach komme die Integration der von dem Softwareunternehmen übernommenen Business Objects (BO) schneller voran als erwartet.
Wirecard-Aktien werden von Händlern nach den endgültigen Zahlen mit Kursgewinnen erwartet. Der Zahlungsabwickler hat die vorläufigen Geschäftszahlen für das zweite Quartal bekräftigt und die Messlatte für den Jahresgewinn höher gelegt. Börsianer lobten dies. „Das dürfte die letzten Zweifel an der Bilanz beseitigen“, sagte einer und rechnet mit steigenden Kursen. Im frühen Handel wurde die Aktie um 9 Prozent höher bei 7,50 Euro gehandelt.
Leichte Kursverluste am Rentenmarkt
Die Terminkontrakte auf den Rentenmarkt an der Eurex haben am Mittwoch Kursverluste verzeichnet. Der marktführende September-Kontrakt auf den Bund legte nach der Eröffnung um 20 Basispunkte auf 114,08 Prozent zu. „Der Sprung über 115 Prozent ist gestern im ersten Anlauf gescheitert, das sorgt noch für etwas Zurückhaltung“, sagt ein Händler. Das Tageshoch liegt bisher bei 114,33 Prozent und das Tief bei 113,96 Prozent.
„Nach den gestrigen Gewinnmitnahmen dürfte sich der Bund-Future heute in Höhe seiner 200-Tages-Linie bei aktuell 114,14 Prozent einpendeln“, prognostizierte HSBC Trinkaus. Konjunkturdaten, welche die Renten-Futures beeinflussen könnten, stünden nicht zur Veröffentlichung an. Technisch sei der Bund-Future bei 114,14 Prozent stark unterstützt, bei 114,62 Prozent liege ein kleinerer Widerstand.
Euro zeitweise über 1,48 Dollar
Der Kurs des Euro hat sich am Mittwoch etwas von seinen Verlusten der vergangenen Tage erholt und lag zeitweise über der Marke von 1,48 Dollar. In der Spitze kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,4806 Dollar. Zuletzt ermäßigte sich der Euro auf 1,4741 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstag noch auf 1,4677 (Montag: 1,4704) Dollar festgesetzt. Der jüngste Dollar-Anstieg wurde von einer Erholung der Preise für Öl und Gold gebremst.
Kursverluste an der Börse Tokio
Nach Verlusten am Mittwochvormittag hatte die Börse in Tokio nachmittags zwar vorübergehend ins Plus gedreht, dann aber doch im Minus geschlossen. Der Nikkei-225-Index fiel um 0,1 Prozent auf 12.852 Punkte. Der marktbreite Topix-Index fiel um 0,2 Prozent auf 1233 Punkte.
Der Anstieg des chinesischen Aktienindex Shanghai Composite um 6 Prozent und Pluszeichen an anderen Börsen der Region begrenzten die Abschläge, hieß es. Ein Experte eines Handelshauses sagte zudem, dass der nachgebende Yen die Stimmung etwas aufhelle. Aufgrund des dünnen Handelsvolumens könne der Markt volatil bleiben, sagte er, das Aufwärtspotenzial bleibe begrenzt.
Kursrally in China stützt Aktien in Singapur
Die Börse in Singapur zeigte sich am Mittwochmittag etwas fester und von den Tagestiefs im Vormittagshandel deutlich erholt. Hintergrund sei die Börsenrally in Schanghai, wo sich der Index nach zuletzt deutlichen Einbußen um fast 6 Prozent erholt. Der STI gewann zum Vortagesschluss bei etwas erhöhten Umsätzen 0,5 Prozent auf 2742 Punkte, verglichen mit einem Tagestief von 2712. Einen ersten Widerstand sehen Händler bei 2750 Zählern.
Teilnehmer raten trotz der Tendenzwende in positives Terrain zu Vorsicht. Der Markt befinde sich weiter in einem Abwärtstrend und auch technisch sei die Situation eher negativ. Tagesfavoriten waren Aktien mit Chinafantasie, hieß es. Cosco gewannen 6 Prozent und Yanlord etwa 3 Prozent hinzu.
Hewlitt-Packard an der Nachbörse sehr fest
Im nachbörslichen Handel tendierten die amerikanischen Aktien etwas fester. Der Index Nasdaq-100 After Hours Indicator erhöhte sich um 0,3 Prozent auf 1914 Punkte.
Hewlett-Packard (HP) haben im nachbörslichen New Yorker Handel am Dienstagabend deutlich angezogen. Der Computerkonzern hatte nach der Schlussglocke Drittquartalszahlen vorgelegt. Bereinigt um Sondereffekte lag der Nettogewinn bei 0,86 Dollar je Aktie. Der Umsatz wuchs um 10 Prozent auf 28 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit einem Gewinn von 0,83 Dollar bei Erlösen von 27,4 Milliarden Dollar gerechnet. HP erwartet für das vierte Quartal nun einen Nettogewinn von 0,95 bis 0,97 Dollar je Aktie. Der bereinigte Nettogewinn soll bei 1,01 bis 1,03 Dollar je Anteilsschein bei Umsätzen von 30,2 Milliarden bis 30,3 Milliarden Dollar liegen. Analysten hatten bisher einen bereinigten Gewinn von 1,00 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 30,31 Milliarden Dollar prognostiziert.
Die HP-Aktie stieg nachbörslich um 2,8 Prozent auf 44,91 Dollar. Open Text gewannen 3,7 Prozent auf 35,26 Dollar, nachdem das Unternehmen über den Erwartungen liegende Quartalszahlen vorgelegt hatte. Verifone Holdings schossen um 34 Prozent nach oben auf 19,75 Dollar, gestützt von einer Anhebung des Ausblicks deutlich über die kursierenden Analystenschätzungen. Das Unternehmen begründete dies mit einem stark erwarteten Wachstum auf den internationalen Märkten und den Schwellenländern.
Amerikanische Aktienmärkte erneut im Minus
Nach enttäuschenden Zahlen von Einzelhändlern und gemischten Konjunkturdaten haben die amerikanischen Börsen am Dienstag erneut im Minus geschlossen. Einmal mehr zählten Finanzwerte zu den größten Verlierern. Auch Technologiewerte lagen überwiegend im roten Bereich. Der Dow-Jones-Index verlor 1,1 Prozent auf 11.349 Punkte. Der S&P-500-Index gab um 0,9 Prozent auf 1267 Punkte nach. Der Nasdaq-Composite-Index sank am stärksten um 1,4 Prozent auf 2384 Punkte.
Für Druck auf die Kurse sorgte auch der wieder steigende Ölpreis. Ein Barrel (159 Liter) kostete zum Schluss des Parketthandels in New York 114,53 Dollar. Dies waren 1,66 Dollar mehr als am Vortag. Die Zahl der Baugenehmigungen und Baubeginne sank im Juli weiter - allerdings etwas moderater als zuvor geschätzt. Die Erzeugerpreise legten unterdessen stärker als erwartet zu.
Die steile Talfahrt der Finanztitel vom Montag setzte sich fort. Die Investmentbank Lehman Brothers (minus 13 Prozent) stellt wegen neuer drohender Milliardenverluste laut Berichten Konzernteile zum Verkauf. Am Ende des Dow-Jones-Index lagen der größte amerikanische Versicherer AIG (minus 5,9 Prozent) wegen Gerüchten zu einem noch höheren Kapitalbedarf sowie die Bank of America (minus 4,2 Prozent). Die amerikanischen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae (minus 2,3 Prozent) und Freddie Mac (minus 5,0 Prozent) litten erneut unter Spekulationen über ein zur Rettung nötiges Eingreifen des Staates.
Im Einzelhandel sorgte die weltgrößte Baumarktkette Home Depot (minus 3,7 Prozent) mit einem Gewinneinbruch für schlechte Stimmung. Der Konzern sieht sich durch die Immobilienkrise auch im Rest des Jahres schwer unter Druck. Der führende Büroartikelhändler Staples (minus 4,2 Prozent) warnte vor einem Gewinneinbruch. Auch beim zweitgrößten amerikanischen Discounter Target (minus 0,7 Prozent) fiel der Überschuss, und der Ausblick ist zurückhaltend.
Gegen den Trend legten Titel der Energiebranche zu. Kursgewinne verzeichneten der weltgrößte börsennotierte Öl- und Gaskonzern Exxon Mobil (plus 1,9 Prozent) und die Nummer zwei der Vereinigten Staaten, Chevron (plus 1,8 Prozent).
Amerikanische Anleihen leichter
Die amerikanischen Rentenmärkte haben am Dienstag nach einem unerwartet hohen Anstieg der Erzeugerpreise leicht schwächer tendiert. Richtungsweisende zehnjährige amerikanische Staatsanleihen notierten knapp einen viertel Punkt tiefer. Die Rendite stieg auf 3,841 Prozent. Positive Vorzeichen gab es nur am kurzen Ende des Marktes.
Die Notierungen am langen Ende des Marktes seien von Inflationssorgen und der Anleihe-Platzierung durch Freddie Mac belastet worden, hieß es. Der Hypothekenfinanzierer habe fünfjährige Papiere über 3 Milliarden Dollar am Markt unterbringen können. Händler erklärten die negativen Vorzeichen bei den Notierungen aber auch als technische Korrektur. Die amerikanischen Erzeugerpreise waren im Juli um 1,2 Prozent höher als im Vormonat. Volkswirte hatten nur mit einem Anstieg um 0,4 Prozent gerechnet. Die Jahresrate erreichte mit 9,8 Prozent den höchsten Stand seit 1981. Aussagen eines amerikanischen Notenbankers heizten die Zinserhöhungsfantasien am Markt zusätzlich an.
Die fallenden Rohstoffpreise sind nach Einschätzung des Präsidenten der Federal Reserve Bank of Dallas, Richard Fisher, kein Allheilmittel für die hohe Inflationsrate im Lande. Höhere Arbeits- und Produktionskosten stellten ebenfalls ein beträchtliches Risiko für die Preisstabilität dar, sagte Fisher am Dienstag in Colorado. Die amerikanische Notenbank müsse die Entwicklung genau verfolgen und gegebenenfalls handeln, wenn sie ihre Glaubwürdigkeit nicht einbüßen wolle.
