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Frühaufsteher Die Aktienmärkte freuen sich über die Zinssenkung

19.03.2008 ·  Die amerikanische Notenbank hat wie erwartet ihre Leitzinsen noch einmal kräftig gesenkt. Das hat die Stimmung an den Aktienmärkten deutlich verbessert. In Amerika und Asien stiegen die Kurse, auch der Dax dürfte weiter anziehen.

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Deutsche Aktien sind gut in den Tag gestartet. Nach den starken Kurssteigerungen in Amerika und Asien ist der Dax am Mittwoch fester in den Handel gestartet. In den ersten Handelsminuten stieg der Index ein Prozent oder 62 Zähler auf 6.455 Punkte. Vor allem die Finanzwerte setzten ihre Rally nach der amerikanischen Zinssenkung fort. Unter anderem steigen Allianz 1,6 Prozent und Deutsche Bank um 2 Prozent.

An der Wall Street schloss der Dow-Jones-Index der Standardwerte 3,5 Prozent im Plus bei 12.392 Punkten. Der Nikkei-225-Index schloss mit plus 2,48 Prozent. Der breiter gefasste S&P-500 ging mit einem Aufschlag von 4,2 Prozent aus dem Handel. Das war der höchste Tagesgewinn seit Oktober 2002.

Deutsche Aktien im Blickpunkt

Die Aktien der Deutschen Post stehen im Fokus. Händler verwiesen auf einen Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom Mittwoch, nach dem die EU Kommission das Steuerprivileg des Dienstleisters in einem „blauen Brief“ an die deutsche Regierung kritisiert hat. Die Kommission wollte die derzeitigen Rahmenbedingungen, mit denen die Deutsche Post gegenüber Wettbewerbern bevorzugt werden, nicht akzeptieren, berichtet die Zeitung. „Diese Nachricht hat eine leicht negative Wirkung. Es ist jedoch keine Überraschung, dass sich die EU gegen die Steuerbefreiungen stellt“, kommentierte ein Händler. Eine übermäßige Kursreaktion erwartet er aber nicht auf die Nachricht.

Im MDax könnten Aktien von Gagfah in Bewegung geraten. Die Immobiliengesellschaft hat 2007 beim Gewinn zugelegt und will eine höhere Dividende an die Aktionäre ausschütten. Das Jahresergebnis stieg von 159,7 auf 588,9 Millionen Euro, wie die im MDax notierte Gesellschaft am Mittwoch in Luxemburg mitteilte. Das Ergebnis je Aktie (EPS) legte von 0,73 auf 2,61 Euro zu. Für das vierte Quartal schüttet Gagfah eine Dividende von 0,20 Euro je Aktie aus, für den Vorjahreszeitraum waren es 0,17 Euro.

Praktiker rücken mit einem Zwischenbericht des Wettbewerbers Hornbach in den Blick. Die Wortwahl von Hornbach in ihrem klinge auf den ersten Blick leicht positiv - die Aussagen der Baumarktkette seien aber sehr schwer einzuschätzen und es gebe auch keine fundierte Vergleichsmeinung wie eine aussagekräftige Konsensschätzung, sagte ein Händler. Entsprechend müssten wohl erst einmal die Kursreaktionen abgewartet werden.

Die Aktie von KUKA steht ebenfalls im Blick. Der Maschinenbauer dürfte für das laufende Jahr einen Umsatz von mehr als 1,34 Milliarden Euro anstreben und beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) eine Marge von über 5,5 Prozent anpeilen, sagten Händler. KUKA will auch für das abgelaufene Jahr wieder eine Dividende von einem Euro je Aktie zahlen und einen Aktienrückkauf starten. Zudem legt das Unternehmen endgültige Zahlen für das Jahr 2007 vor.

Die Aktie von Rheinmetall sollte mit der Bilanzpressekonferenz und endgültigen Zahlen für 2007 im Auge behalten werden Der Autozulieferer und Rüstungskonzern wolle 2008 den Gewinn in beiden Sparten steigern, hieß es aus dem Markt. Mittelfristig strebe das Unternehmen ein organisches Umsatzwachstum von fünf Prozent und eine Ebit-Marge von neun Prozent an.

Aktien von AMB Generali Holding stehen ebenfalls mit der Bilanzpressekonferenz im Blick. Der Versicherer dürfte seinen Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr bei stabilen Prämien gesteigert haben. Die drei von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Analysten rechnen im Schnitt mit einem operativen Ergebnis von 652 Millionen Euro - dies wären 5,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Überschuss der Tochter des italienischen Versicherers Generali dürfte um 5,1 Prozent auf 474 Millionen Euro zugelegt haben. Bei den Bruttoprämien erwarten die Experten im Schnitt einen leichten Rückgang um 0,3 Prozent auf 11,701 Milliarden Euro. Zwei der drei Analysten gehen auch hier von einem Zuwachs aus.

Deutsche Anleihen: Kursverluste zum Start erwartet

Der deutsche Rentenmarkt ist am Mittwoch nach der amerikanischen Leitzinssenkung mit leichten Verlusten in den Handel gestartet. Der für den Anleihemarkt richtungsweisende Euro-Bund-Future sank im frühen Handel um 0,09 Prozent auf 117,49 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,782 Prozent.

„Da sich die Großwetterlage an den Finanzmärkten auch nach der gestrigen FOMC-Sitzung und guten Quartalszahlen von amerikanischen Banken nicht dauerhaft beruhigen dürfte, halten wir es für verfrüht, jetzt schon auf die Trendwende am Rentenmarkt zu setzen“, heißt es im Morgenkommentar der Landesbank Hessen-Thüringen. Gleichwohl habe sich die technische Situation mit den gestrigen Verlusten eingetrübt. Technische Indikatoren ließen im Tageschart Schwächetendenzen erkennen, Verkaufssignale würden aber noch nicht generiert.

Die HSH-Nordbank erwartet nach der kräftigen amerikanischen Leitzinssenkung am Vorabend am Rentenmarkt mit einer behaupteten Tendenz. Das Verhalten der Notenbank in den vergangenen Tagen habe deutlich signalisiert, dass die Fed auf jede mögliche Art und Weise Liquidität in den Markt pumpen werde, um die Refinanzierungsprobleme der Banken abzumildern. Das Bankhaus sieht den Euro-Bund-Future im Tagesverlauf zwischen 117,42 und 118,18 Punkten. Die Fed dürfte den Leitzins nach der Senkung am Dienstagabend um 0,75 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent bis zur Jahresmitte weiter bis auf 1,00 Prozent kappen.

Bankenbilanzen und amerikanische Zinssenkung treiben Tokioter Börse an

Eine deutliche Fed-Zinssenkung und besser als erwartet ausgefallene Unternehmensberichte von amerikanischen Investmentbanken haben dem Handel an den asiatischen Aktienmärkten kräftig Auftrieb gegeben. Zu den Gewinnern gehörten vor allem Exportwerte, auch weil sich der Yen etwas schwächer präsentierte.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 2,48 Prozent fester bei 12.260 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index gewann bis Handelsschluss 2,81 Prozent auf 1196 Zähler. Auch die Aktienmärkte in Südkorea, Hongkong Taiwan, Singapur und Shanghai legten kräftig zu. „Die Fed zeigt starke Führungskraft in den sie betreffenden Angelegenheiten, und die Märkte bekommen Auftrieb durch die Tatsache, dass sie bereit ist, schnell zu Handeln“, sagte Tony Russell von ABN AMRO Morgans. Die globalen Probleme seien aber wohl noch nicht überwunden.

Exporttitel wurden gekauft, wie etwa die Papiere des Autobauers Toyota mit einem Kursplus von 3,9 Prozent. Sony-Aktien verteuerten sich um 6,8 Prozent. Auch in Hongkong notierte Aktien der Bank HSBC sowie der japanische Großbank Mitsubishi UFJ wiesen kräftige Gewinne aus. Bereits im New Yorker Handel am Vorabend hatten Finanzinstitute stark zugelegt als bekannt wurde, dass sich die Finanzkrise in den Bilanzen der amerikanischen Banken Goldman Sachs und Lehman Brothers nicht so verheerend niederschlug wie befürchtet.

Der Euro kostet weniger als 1,57 Dollar

Der Euro legte zum Dollar in Fernost leicht zu: Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,5691 Dollar bewertet nach 1,5621 Dollar im späten New Yorker Handel. Der Dollar notierte zum Yen bei 99,30 Yen nach 100,00 Yen in den Vereinigten Staaten.

Adobe Systems nach Quartalszahlen nachbörslich gesucht

Die Aktien von Adobe Systems waren am Dienstagabend im nachbörslichen New Yorker Handel gesucht, nachdem das Unternehmen nach der Schlussglocke Zahlen zum ersten Geschäftsquartal vorgelegt hatte. Für das erste Quartal meldete Adobe ein Ergebnis je Aktie von 0,38 Dollar bei einem Umsatz von 890,4 Millionen Dollar. Vor Sonderposten betrug das Ergebnis je Aktie 0,48 Dollar.

Analysten hatten mit 0,45 Dollar gerechnet und den Umsatz auf 876 Millionen Dollar geschätzt. Die Titel kletterten bis 19.59 Uhr (Ortszeit) um 6 Prozent auf 33,80 Dollar.

Wall Street schließt nach Fed-Zinssenkung sehr fest

Sehr fest sind die Aktienkurse am Dienstag an Wall Street aus dem Handel gegangen, nachdem die amerikanischen Notenbank den Leitzins um 75 Basispunkte gesenkt hatte. Schon vor der Veröffentlichung des Zinsbeschlusses war es an den Aktienbörsen zu einer Erleichterungs-Rally gekommen, nachdem die Investmentbanken Goldman Sachs und Lehman Brothers mit ihren Quartalsbilanzen die Anleger beruhigt hatten, die zuletzt sehr skeptisch waren, was die möglichen Folgen der Kreditkrise angeht.

Unmittelbar nach Bekanntgabe des Zinsbeschlusses kam der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) zunächst deutlich zurück, weil der Markt auf eine drastischere Zinssenkung um 100 Basispunkte gehofft hatte. Die Anleger seien aber rasch zu der Einsicht gekommen, dass der 75-Punkte-Schritt der gegenwärtigen Situation angemessen sei, sagten Händler. Damit werde den Banken geholfen, ohne dass der Dollar darunter leide. Tatsächlich legte der Dollar zum Euro deutlich zu. Der Euro fiel unter die Marke von 1,57 Dollar zurück. Im europäischen Handel hatte die Einheitswährung am Vormittag noch oberhalb von 1,58 Dollar notiert.

Der DJIA schloss auf seinem Tageshoch beim Stand von 12.393 Punkten und damit um 3,5 Prozent oder 420 Punkte höher als am Montag. Der Index verzeichnete damit den höchsten absoluten Tagesgewinn seit dem 29. Juli 2002. Der S&P-500 stieg um 4,2 Prozent oder 54 Punkte auf 1.331. Der Nasdaq Composite gewann 4,2 Prozent oder 91 Punkte auf 2.268. Umgesetzt wurden 1,27 (Montag: 2,0) Milliarden Aktien. Dabei wurden 2.876 Kursgewinner und 346 -verlierer gezählt. Unverändert schlossen 46 Titel.

Gesucht waren besonders Bankenwerte, die in den vergangenen Tagen regelrecht eingebrochen waren. Die Titel von Lehman Brothers sprangen um 46,4 Prozent auf 46,49 Dollar. Sie hatten zuletzt stark unter der Spekulationen gelitten, die Bank könnte in ähnlichen Liquiditätsschwierigkeiten stecken wie Bear Stearns. Bear Stearns wurde am Wochenende in einem Notverkauf zum Preis von rund 2 Dollar je Aktie an J.P. Morgan veräußert. Der Aktienkurs von Goldman Sachs, deren Geschäftszahlen ebenfalls überraschend gut ausgefallen waren, stieg um 16,3 Prozent auf 175,59 Dollar.

Im übrigen Sektor gewannen Citigroup 11,2 Prozent auf 20,71 Dollar und J.P. Morgan 6,0 Prozent auf 42,71 Dollar. Bear Stearns legten um 22,9 Prozent auf 5,91 Dollar zu. Im Tagesverlauf waren die Titel indessen bis auf 8,50 Dollar gestiegen. Einige Bear-Stearns-Aktionäre hatten angekündigt, gegen den Notverkauf der Bank an J.P. Morgan für rund 2 Dollar je Aktie vorzugehen. Die Aktien des Versicherers American International Group schlossen um 9,7 Prozent höher bei 43,46 Dollar und waren damit hinter Citigroup zweitgrößter Tagesgewinner im DJIA. General Motors legten um 8,9 Prozent auf 19,41 Dollar zu. Exxon Mobil stiegen um 3,1 Prozent auf 88,47 Dollar, nachdem sich der Ölpreis am Berichtstag erholt hatte.

An der Nasdaq rückten Yahoo! um 7,0 Prozent auf 27,66 Dollar vor. Das Unternehmen hatte sich zuversichtlich zu seinen Wachstumsaussichten geäußert und das Übernahmeangebot von Microsoft abermals als zu niedrig bezeichnet. Microsoft gingen um 4,0 Prozent höher bei 29,42 Dollar aus dem Handel.

Anleihen im späten Handel nach Fed-Zinssenkung sehr schwach

Sehr schwach haben die amerikanischen Anleihen am Dienstag im späten New Yorker Handel tendiert, nachdem die amerikanischen Notenbank ihren Leitzins um 75 Basispunkte gesenkt hatte. Viele Anleger seien vom Umfang der Zinssenkung enttäuscht gewesen, sagten Händler. Nach den jüngsten Turbulenzen an den Kreditmärkten sei mit einer drastischeren Senkung um 100 Basispunkte gerechnet worden. Allerdings hätten die Notenbanker den Investoren die Angst vor einem Liquiditätsengpass genommen.

Zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 3,500 Prozent fielen um 1-8/32 auf 100-10/32 und rentierten mit 3,46 Prozent. Der mit 4,375 Prozent verzinste Longbond sank um 1-2/32 auf 100-20/32. Seine Rendite stieg auf 4,34 Prozent. Schon vor der Bekanntgabe des Zinsbeschlusses hatten die Anleihen unter Gewinnmitnahmen gelitten. Der Markt hatte an den Vortagen von der Angst profitiert, dass sich die Krise an den Kreditmärkten verschlimmern könnte. Diese Bedenken waren nicht zuletzt von den Liquiditätsproblemen der Investmentbank Bear Stearns genährt worden.

Zudem kursierten Gerüchte, dass mit Lehman Brothers eine weitere Bank in eine Schieflage geraten könnte. Lehman ist ähnlich wie Bear Stearns stark im Geschäft mit verbrieften Hypothekenkrediten engagiert. Am Berichtstag legte Lehman Brothers jedoch eine überzeugende Quartalsbilanz vor. Die Zahlen übertrafen die Erwartungen und zerstreuten die Ängste der Anleger. Da auch die Geschäftszahlen des Wettbewerbers Goldman Sachs überraschend gut ausgefallen waren, kam es an den Aktienmärkten zu einer Erleichterungs-Rally.

Im Gegenzug wurden aus dem Anleihemarkt Mittel abgezogen. Die am Berichtstag veröffentlichten Konjunkturdaten zeigten kein einheitliches Bild. Die Erzeugerpreise waren im Februar wie erwartet um 0,3 Prozent gestiegen. In der Kernrate (ohne Preise für Nahrungsmittel und Energie) wurde jedoch überraschend ein Anstieg um 0,5 Prozent verzeichnet; hier hatten Volkswirte eine Zunahme um nur 0,2 Prozent erwartet. Die Zahl der Baubeginne war im vergangenen Monat mit minus 0,6 Prozent weniger stark gesunken als erwartet. Die Konsensschätzung war von minus 1,1 Prozent ausgegangen. Allerdings wurden 7,8 Prozent weniger Baugenehmigungen erteilt als im Januar. Die Zahl der Genehmigungen erreichte damit das niedrigste Niveau seit 16 Jahren.

Die deutschen Börsen atmen kurzzeitig auf

Mit einem kräftigen Kursplus hat sich der deutsche Aktienmarkt am Dienstag für die Zinsentscheidung der amerikanische Notenbank am Abend in eine komfortable Ausgangsposition begeben. Denn die am Vortag gesehenen Verluste wurden nahezu aufgeholt und der Ausverkauf zunächst gestoppt.

Sollte Fed-Chef Ben Bernanke am Abend noch an den richtigen Fäden ziehen, dürfte sich die Aufwärtsbewegung im Dax am Mittwoch fortsetzen, und das bisher schmerzlich vermisste Kaufinteresse mittelfristiger Investoren den Weg an den Aktienmarkt finden - so die allgemeine Hoffnung. Tatsächlich senkte die Federal Reserve den Leitzins von drei auf nun 2,2 Prozent.

Die Wall Street reagierte darauf mit zunehmender Volatilität. Denn manche Marktteilnehmer hatten sogar mit einer noch deutlicheren Zinssenkung gerechnet. Der Dow Jones fiel nach der Zinsentscheidung zumindest kurz bis auf 12.153 Punkte zurück, nachdem er zuvor Werte von bis zu 12.282,35 Zähler erreicht hatte.

Der Dax beendete den Handel mit einem Plus von 3,4 Prozent oder 211 Punkten bei 6.393. Umgesetzt wurden in Dax-Titeln auf Xetra rund 201,2 (Vortag 289,7) Millionen Aktien im Wert von rund 9,15 (Vortag 12,45) Milliarden Euro.

Hohe Erwartungen an die amerikanische Zentralbank

Charttechnisch konnte das Januar-Tief bei 6.378 Punkten zurückerobert werden, das am Montag ohne viel Gegenwehr den Verkaufsorders zum Opfer fiel. Damit ist zumindest die Möglichkeit gegeben, dass der deutsche Aktienmarkt den Weg in die Konsolidierungsspanne zwischen 6.400 und 7.000 punkten zurückgefunden hat.

Am Abend steht die Zinsentscheidung der amerikanische Notenbank im Fokus. Die Erwartungen an die Federal Reserve sind mit den Finanzmarktturbulenzen sprunghaft nach oben geschossen: Die amerikanische Geldmarkt-Futures gehen bereits mit Sicherheit von einer Zinssenkung um 100 Basispunkte aus. Damit würde der Leitzins auf 2,00 Prozent sinken, was dem niedrigsten Niveau seit Ende 2004 entspräche. Sogar eine Senkung der Fed Funds Rate um 125 Basispunkte wird bereits mit 22 Prozent eingepreist.

Den Turbo legten Volkswagen ein und landeten bei den Dax-Gewinnern auf dem Siegertreppchen ganz oben. Weiterhin profitiert die Aktie von dem Einstieg von Porsche, die ihre Beteiligung wohl ausbauen werden. Zudem hieß es im Handel, dass Positionen in Vorzügen gegen Stammaktien zurückgedreht würden. Das habe zu verstärktem Kaufinteresse in den Stämmen geführt, die mit einem Plus von 7,3 Prozent bei 175,90 Euro den Handel beendeten.

Automobil- und Finanzwerte verbuchen deutliche Kursgewinne

BMW profitierten von am Morgen vorgelegten guten Geschäftszahlen und einem ebensolchen Ausblick auf 2008. Vor allem der Anstieg der Gewinnmarge kam im Handel gut an. „Besser als erwartet“, lautete das Votum von Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler mit Blick auf BMW. Das gelte nach den 2007er Zahlen nun auch für den Ausblick auf 2008. Die Aktie gewann 4,9 Prozent auf 32,63 Euro.

Die Bankentitel erhielten positive Impulse von jenseits des Atlantiks. Nachdem in den vergangenen Wochen die negativen Nachrichten über Kreditausfälle die Richtung für die Geldinstitute vorgegeben hatten, legten die amerikanische Investmentbanken Goldman Sachs und Lehman Brothers mit guten Zahlen den Grundstein für die Erholungsrally. Hypo Real Estate gewannen 6,5 Prozent auf 13,86 Euro, Deutsche Bank sprangen um 6,3 auf 69,91 Euro und Commerzbank um 5,5 Prozent auf 17,70 Euro.

Metro stellten nach Vorlage der Geschäftszahlen für 2007 den größten Verlierer im Dax und gaben gegen den Trend um 6,7 Prozent auf 51,53 Euro nach. Der Handel war enttäuscht darüber, dass immer noch kein Verkauf der Real-Warenhäuser bekannt gegeben wurde, hieß es. Erstaunt zeigte sich LBBW-Analyst Hans-Peter Kuhlmann angesichts der Prognose des Einzelhändlers für 2008. Vor allem die Ebit-Vorhersage liege mit einem Wachstum von 6 Prozent bis 8 Prozent deutlich unter den Schätzungen der LBBW.

Siemens stiegen um 6,5 Prozent auf 70,79 Euro und konnten damit einen Teil des Vortagesverlustes aufholen. Die zahllosen Abstufungen nach der Gewinnwarnung des Konzerns am Montag durch diverse Banken seien eingepreist, hieß es im Handel. Zudem lägen die Kursziele teilweise deutlich über dem aktuellen Kurs.

Im MDax legten Wacker Chemie um 9,1 Prozent auf 125,26 Euro zu. Vor allem die kräftige Dividendenerhöhung kam im Handel gut an. Gegen den Trend verloren AWD 8,4 Prozent auf 27,44 Euro, nachdem das Übernahmeangebot von Swiss Life in der Vorwoche ausgelaufen war. Im TecDax sprangen Bechtle um 9,7 Prozent auf 19,21 Euro, nachdem sie von Merrill Lynch auf „Buy“ heraufgestuft worden ist. Gegen den Trend gaben ADVA nach der Vorlage schwacher Zahlen um 6,9 Prozent auf 1,34 Euro nach.

Eurokurs vor der amerikanischen Zinsentscheidung kaum verändert

Der Kurs des Euro hat sich am Dienstag vor der Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank kaum verändert. Die europäische Gemeinschaftswährung kostet 1,5784 amerikanischen Dollar. Am Montag hatte der Euro noch mit 1,5903 Dollar einen neuen Rekordstand erreicht.

Nach dem dramatischen Kursanstieg der vergangenen Tagen habe der Wechselkurs vor der Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank (Fed) eine Verschnaufpause eingelegt, sagen Händler. Nach der überraschenden Diskontsatzsenkung der Fed am Sonntag herrsche am Markt eine große Unsicherheit über die Entscheidung der Notenbank. Die Spanne der Erwartungen für eine Zinssenkung reichten von 0,50 bis 1,25 Prozentpunkten. Derzeit liegt der Leitzins noch bei 3,0 Prozent.

Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX, F.A.Z.

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