18.03.2008 · Die amerikanische Notenbank wird heute ihre Leitzinsen noch einmal kräftig senken. Geld ist damit fast zum Nulltarif verfügbar. Die Inflationsgefahr steigt, doch die Finanzmärkte könnte es beruhigen - der Dax erholt sich daher heute.
Nach positiven Vorgaben hat sich der deutsche Aktienmarkt am Dienstag vom Kurseinbruch des Vortags etwas erholt. Der Dax legte in den ersten Minuten um 1,73 Prozent auf 6289 Punkte zu. Der MDax gewann 1,45 Prozent auf 8312 Zähler. Der TecDax verzeichnete ein Plus von 2,08 Prozent auf 709 Zähler.
Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) hatte seine Berg- und Talfahrt am Vorabend mit plus 0,18 Prozent beendet. Der Weltleitindex legte dabei im Vergleich zum Xetra-Schluss noch 165 Punkte zu - der Future stand am Morgen 52 Punkte im Plus. Der Nikkei-225-Index schloss mit plus 1,50 Prozent. Im Fokus steht neben einigen Bilanzpressekonferenzen in Deutschland vor allem die Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank am Abend. Hier wird eine weitere Zinssenkung erwartet.
Deutsche Aktien im Blickpunkt
METRO und Tui laden zur Bilanzpressekonferenz. Nach vorab veröffentlichten Informationen will der Handelskonzern Metro seine Kaufhof-Warenhäuser verkaufen. Die SB-Warenhäuser Real, die 2007 noch einen Verlust schrieben, bekommen eine Galgenfrist von zwei Jahren eingeräumt und sollen bis dahin die Wende schaffen. Nach Einschätzung eines Händlers lagen Nettoergebnis und Ebit-Wachstum über den Prognosen.
Der Reise- und Schifffahrtskonzern Tui erwartet nach seiner Rückkehr in die Gewinnzone für 2008 eine weitere Umsatz- und Ergebnissteigerung. Der Umsatz solle von 21,9 auf 26 Milliarden Euro steigen. Dazu werde auch die erstmalige ganzjährige Vollkonsolidierung der Touristik-Tochter Tui Travel beitragen. Bei TUI Travel, bei den Hotels und Ressorts des Konzerns und in der Schifffahrt erwartet Tui steigende Gewinne. Die Zahlen seien weitgehend besser als erwartet, der Ausblick klinge ebenfalls gut, sagte ein Analyst in einer ersten Reaktion. Der Hauptkurstreiber sei in den nächsten Tagen aber die Abspaltung von HAPAG-Lloyd.
Deutsche Telekom stehen wegen möglicher Ratingabstufungen in Reaktion auf den Einstieg bei Hellenic Telecom (OTE) im Blick. Die drei wichtigsten Ratingagenturen Moody's, Fitch und Standard & Poor's prüfen die Herabstufung der Kreditwürdigkeitseinstufung des Telekomkonzerns. Ein Händler kommentierte: „Das kommt nicht ganz überraschend, zumal der Zukauf eher teuer erscheint, dürfte aber dennoch den Kurs bremsen.“
Auch Eon könnten einen Blick wert sein. Der Chef des Versorgers, Wulf Bernotat, hat sich nach einem Bericht des „Handelsblatts“ für die Gründung einer deutschlandweiten Stromnetz AG ausgesprochen. Eon hatte kürzlich mit der Ankündigung überrascht, sich von seinem Übertragungsnetz trennen zu wollen. Zuletzt habe sich RWE-Chef Jürgen Grossmann ähnlich geäußert und vorgeschlagen, sein milliardenschweres Stromnetz in eine europäische Netzgesellschaft einzubringen, sagte ein Händler. Der Bericht passe entsprechend ganz gut in die aktuelle Diskussion.
Wacker Chemie sollten ebenfalls im Auge behalten werden. Der Halbleiter-Zulieferer und Chemiekonzern will nach einem kräftigen Gewinnsprung für 2007 die Dividende erhöhen. 2008 sei ein Umsatzwachstum von deutlich über zehn Prozent zu erwarten. Über den Ausblick fielen die Einschätzungen unterschiedlich aus. Ein Händler nannte die Ziele „nicht wirklich überzeugend“. Von einem anderen Börsianer hieß es indes, der Ausblick sehe auf den ersten Blick gut aus und die geplante Dividende von drei Euro sollte leicht positiv gesehen werden.
Der Glasfaser-Spezialist ADVA Optical Networking ist 2007 trotz eines Verlusts im vierten Quartal operativ überraschend in der Gewinnzone geblieben. Im laufenden ersten Quartal rechnet das Unternehmen allerdings erneut mit einem Verlust. Die Zahlen sind nach Einschätzung eines Händlers im Großen und Ganzen wie erwartet ausgefallen. „Der Ausblick für das laufende erste Quartal überzeugt aber nicht“, bemängelte er in einer ersten Reaktion am Dienstag. Nach der jüngsten Kursentwicklung habe die Aktie allerdings nicht mehr viel Potenzial nach unten.
Balda werden von Händlern fester erwartet. Laut „Handelsblatt“ will der Hedge-Fonds Audley an dem Handyausrüster festhalten. Ein Händler kommentierte: „Wenn der größte Anteilseigner zu dem Investment steht und Balda bei einem Engpass vielleicht nochmal unterstützen kann, ist das auf jeden Fall positiv“.
Deutsche Anleihen: Kursverluste zur Eröffnung
Der deutsche Rentenmarkt ist am Dienstag nach den kräftigen Kursgewinnen an den Vortagen etwas schwächer in den Handel gestartet. Der für den Anleihemarkt richtungsweisende Euro-Bund-Future sank am Morgen um 0,14 Prozent auf 118,07 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,716 Prozent.
Die leichte Erholung an den Aktienmärkten dürfte den Bund-Future belasten, heißt es beim Bankhauses HSBC Trinkaus. Aus Sicht der Commerzbank ist der Aufwärtstrend am Rentenmarkt gleichwohl weiter intakt. So gelte beim Bund- Future 118,89 Punkte als das nächste Ziel.
Die anhaltende Verunsicherung der Marktteilnehmer angesichts der jüngsten Zuspitzung der Finanzkrise in den Vereinigten Staaten dürfte aus Sicht der HSH Nordbank den Rentenmarkt weiter stützen. Die Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank am Abend dürfte keine Überraschung bringen. Nach den Liquiditätsspritzen und der überraschenden Senkung des Diskontsatzes auf 3,25 Prozent am Wochenende werde die Fed weiter die Retterin in der Not spielen und die Zinsen deutlich senken. Die HSH Nordbank rechnet mit einer Senkung um kräftige 0,75 Prozentpunkte.
Die Märkte rechnen mit einer starken Zinssenkung in Amerika
Die amerikanischen Notenbank wird nach ihrer überraschenden Diskontsatzsenkung und der weiteren Zuspitzung der Finanzmarktkrise in den Vereinigten Staaten nach Einschätzung von Beobachtern heute eine weitere Leitzinssenkung um mindestens 0,75 Prozentpunkte vornehmen. Der Leitzins könnte dann von derzeit 3,00 Prozent auf 2,25 Prozent fallen.
Vor der jüngsten Zuspitzung der Krise war eine Mehrheit der Experten noch von einer Zinssenkung um lediglich 0,50 Punkte ausgegangen, während mittlerweile eine Reihe von Experten sogar eine Verminderung um einem ganzen Punkt nicht ausschließt. Die amerikanischen Notenbank hatte bereits im Januar ihren Leitzins um insgesamt 1,25 Punkte auf 3,00 Prozent reduziert.
Vor dem Hintergrund der Turbulenzen auf den Finanzmärkten hatte die Fed am Sonntag überraschend den Diskontsatz um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Der Satz, zu dem sich Banken bei der Fed Liquidität verschaffen können, liegt nunmehr bei 3,25 Prozent, wie die Notenbank mitteilte. Sie gab außerdem die Schaffung einer neuen Krediteinrichtung bekannt, bei der sich große Wall-Street-Investmentbanken von Montag an Kurzzeitkredite sichern können.
Die regionale Notenbank von New York und die amerikanischen Großbank J.P. Morgan Chase & hatten zudem einen Deal eingefädelt, um die angeschlagene Investmentbank Bear Stearns zu retten.
Inflationsschub droht
Doch wenn die Währungshüter die Leitzinsen zu massiv senken, droht nach Ansicht von Experten nicht nur ein neuer Inflationsschub. Auch die brutale Talfahrt des Dollar könnte dadurch noch einmal beschleunigt werden. Die Sitzung am Dienstagabend dürfte nach Einschätzung der Experten jedoch ganz durch die Liquiditätskrise und die sich verschärfende Wirtschaftsschwäche dominiert werden.
Für die Geldpolitik bedeutet die Diskontsatzsenkung laut Commerzbank-Volkswirt Patrick Franke, dass die Fed eindeutig auf Lockerungskurs bleibt. Angesichts der aktuellen Entwicklung sei eine Zinssenkung um 0,75 Punkte als eine absolute Untergrenze anzusehen. Ein Schritt um einen ganzen Punkt sei wahrscheinlicher geworden. Auf mittlere Sicht dürfte die Fed den Leitzins sogar bis auf 1,25 Prozent reduzieren.
Die Krise hat auch nach Einschätzung der UniCredit eine neue und unschöne Phase erreicht. Eine Senkung des Leitzinses um einen Prozentpunkt am Dienstag sei nahezu sicher, da sie das Vertrauen an den Märkten sichern wolle. Auch die Experten von HSBC Trinkaus gehen mittlerweile am Dienstag von einer Reduktion des Leitzinses um einen ganzen Punkt aus.
Die Risiken für die amerikanischen Wirtschaft dürften ganz im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Fed stehen. Die Experten verweisen auf die zuletzt enttäuschenden Frühindikatoren und die anhaltende Krise am amerikanischen Immobilienmarkt. Unter den Notenbanken scheint sich nach Einschätzung der DekaBank jedoch die Einschätzung durchgesetzt zu haben, dass die Verwerfungen auf den Finanzmärkten und damit die konjunkturellen Abwärtsrisiken durch Zinssenkungen alleine kaum zu mildern seien. Die Fed dürfte in ihrem Statement zu dem Zinsentscheid daher nur einen eher vagen Ausblick geben.
Asiatische Aktienmärkte uneinheitlich
Die asiatischen Aktienmärkte haben sich am Dienstag nach den Kurseinbrüchen des Vortags uneinheitlich präsentiert. Besonders durch die jüngsten Bankenturbulenzen gebeutelte Finanzwerte gaben der Börse in Tokio Auftrieb. Andere Handelsplätze kämpften dagegen nach wie vor mit Verlusten. Händler erklärten das Plus in Japan auch mit Hoffnungen, die Fed werde bei ihrer heutigen Sitzung kräftig den Geldhahn aufdrehen. In Asien wurde mit einer Leitzinssenkung von bis zu 100 Basispunkten auf dann zwei Prozent gerechnet.
In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um 1,5 Prozent fester bei 11.964 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index beendete den Handel 1,22 Prozent im Plus bei 1163 Zählern. Auch die Aktienmärkte in Südkorea und Taiwan wiesen Gewinne aus. An den Börsen von Hongkong und Singapur gaben die Hauptindizes dagegen nach, in Shanghai kam es gar zu regelrechten Panikverkäufen.
„In der momentanen Situation will niemand aktiv kaufen“, sagte Hiroaki Osakabe. „Es gibt Sorgen darüber, was die Unternehmensberichte von amerikanischen Finanzinstituten in dieser Woche bringen werden. Fallen sie schlecht aus, könnten die Märkte noch nervöser reagieren als jetzt.“ Andere Marktexperten sprachen von lediglich kurzfristigen Zukäufen.
Nach deutlichen Verlusten des Vortages legte in Tokio etwa der Kurs der Großbank Mitsubishi UFJ um 2,5 Prozent zu. Auch Exportwerte wie der Digitalkamerahersteller Canon verteuerten sich mit einem Plus von 2,4 Prozent deutlich.
Der Euro notiert unter 1,58 Dollar
Der Euro gewann im asiatischen Devisenhandel zum Dollar erneut an Wert. Er wurde mit 1,5781 Dollar gehandelt nach 1,5727 im späten New Yorker Handel vom Vortag. Der Dollar notierte zur japanischen Währung bei 97,15 Yen nach 97,30 Yen am Vorabend.
Ölpreis sinkt deutlich unter Rekordstand - Rezessionsängste
Der amerikanischen Ölpreis hat am Dienstag im frühen Handel angesichts gestiegener Rezessionsängste in den Vereinigten Staaten deutlich unter seinen jüngsten Rekordständen notiert. Ein Barrel (159 Liter) der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im April wurde im frühen Handel mit 106,04 amerikanischen Dollar gehandelt. Das waren 36 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Jedoch hatte der Ölpreis am Montag im frühen Handel noch einen Rekordstand von 111,97 Dollar erreicht.
Die anhaltenden Finanzmarktturbulenzen hätten die Furcht vor einer weiteren Belastung für die amerikanischen Wirtschaft geschürt, sagten Händler. Dies würde auch die Nachfrage nach Rohöl belasten. Die Vereinigten Staaten sind der weltweit größte Energieverbraucher.
Nachbörslich sind an der Wall Street Fannie Mae und Freddie Mac gesucht
Die Aktien der staatlich kontrollierten Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac waren am Montagabend im nachbörslichen New Yorker Handel gefragt. Zuvor hatte das „Wall Street Journal“ berichtet, Pläne zur Stützung der beiden Unternehmen durch die Regierung kämen voran. Mit der Regierungsinitiative soll erreicht werden, dass die beiden Unternehmen zu Stützung des Immobilienmarktes mehr Hausfinanzierungen anbieten und garantieren können.
Für Fannie Mae ging es auf nasdaq.com bis 19.59 Uhr (Ortszeit) um 2,6 Prozent auf 22,78 Dollar nach oben, Freddie Mac kletterten bis 19,37 Uhr um 3,1 Prozent auf 21,25 Dollar.
Wall Street schließt uneinheitlich
Uneinheitlich haben die Aktienkurse am Montag eine volatile Sitzung beendet. Die Krise der Investmentbank Bear Stearns und die Angst vor einer Konjunkturschwäche ließen den größten Teil des Marktes die Verluste der Vorwoche ausbauen. Kursgewinne in den Aktien von J.P. Morgan führten den Dow-Jones-Index (DJIA) jedoch in positives Terrain. J.P. Morgan will die angeschlagene Bear Stearns zum Preis von rund 2 Dollar je Aktie kaufen.
Die am Berichtstag veröffentlichten Konjunkturdaten zu Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung sowie der Empire State Index waren schwächer ausgefallen als erwartet und schürten die Angst vor einer Rezession. Der DJIA schloss beim Stand von 11.972 Punkten und damit um 0,2 Prozent oder 21 Punkte höher als am Freitag. Der Index war im frühen Handel zunächst gestiegen, dann bis auf ein Tagestief von 11.757 Punkten gefallen, um in der letzten Handelsstunde vorübergehend auf ein Tageshoch bei 12.076 Punkten zu steigen.
Diese Entwicklung zeige, dass von Panik keine Rede sein könnte, sagte ein Beobachter. Wahrscheinlich habe der Markt seinen Boden erreicht. Der S&P-500 fiel um 0,9 Prozent oder zwölf Punkte auf 1.277. Der Nasdaq Composite sank um 1,6 Prozent oder 36 Punkte auf 2.177. Umgesetzt wurden 2,0 (Freitag: 1,86) Milliarden Aktien. Kursgewinne verzeichneten 543 Titel, während 2.653 Verlierer gesehen wurden. Unverändert schlossen 61 Titel.
Zentrales Thema neben dem Notverkauf von Bear Stearns an J.P. Morgan war die Senkung des Diskontsatzes der amerikanischen Notenbank. Beide Maßnahmen waren überraschend am Wochenende beschlossen worden. Es gilt als sicher, dass die Notenbank bei der Sitzung ihres Offenmarktausschusses am Dienstag auch den Leitzins drastisch senkt. Viele Beobachter rechnen mit einer Senkung um bis zu 100 Basispunkte.
Die Aktien von J.P. Morgan stiegen um 10 Prozent auf 40,31 Dollar. Die Bear-Stearns-Aktie, die am Freitag bei 30 Dollar geschlossen hatte, brach dagegen um 84 Prozent auf 4,81 Dollar ein. Der von J.P. Morgan gebotene Kaufpreis von 2 Dollar je Aktie wurde von Beobachtern als unangemessen niedrig bezeichnet. Es sei zweifelhaft, dass J.P. Morgan den kleineren Wettbewerber tatsächlich zu diesem Preis übernehmen könne. Allein die Immobilie, in der sich die Zentrale von Bear Stearns befinde, sei rund 1 Milliarde Dollar wert, hieß es.
Die Aktien anderer Banken litten unter der Angst, dass der Kreditkrise noch mehr Unternehmen der Branche zum Opfer fallen könnten. Besonders hart traf es Lehman Brothers, deren Aktienkurs in Reaktion auf entsprechende Gerüchte zeitweise um über 40 Prozent einbrach. Die Titel schlossen bei 31,75 Prozent Dollar und damit um 19 Prozent niedriger als am Freitag.
Merrill Lynch sanken um 5,4 Prozent auf 41,18 Dollar, Goldman Sachs um 3,7 Prozent auf 151,02 Dollar und Citigroup um 5,9 Prozent auf 18,62 Dollar. Die Aktien des Wertpapierhändlers MF Global brachen um 65 Prozent auf 6,0 Prozent Dollar ein, obwohl das Unternehmen seinen Kunden versichert hatte, es sei finanziell gut ausgestattet.
Es gab indessen auch Kursgewinner in der Bankenbranche. Dabei handelte es sich um Unternehmen, die weniger auf den Wertpapierhandel, sondern mehr auf das traditionelle Bankengeschäft setzen. Wells Fargo legten um 1,2 Prozent auf 28,78 Dollar zu. Bank of America stiegen um 0,8 Prozent auf 35,96 Dollar. Unterdessen sprang der Verkaufsdruck von den Aktien auf die Rohstoffmärkte über: Im Energiesektor verloren Chevron 1,4 Prozent auf 84,19 Dollar, nachdem der Ölpreis deutlich nachgegeben hatte. Dagegen stiegen die Aktien des Eisenbahnbetreibers CSX um 4,8 Prozent auf 51,31 Dollar, nachdem das Unternehmen einen überraschend guten Ausblick gegeben hatte.
Dax-Futures schließen sehr schwach
Sehr schwach, aber deutlich erholt von ihren Tagestiefs sind die Dax-Futures am Montag aus dem Handel gegangen, nachdem es an den amerikanischen Börsen im späten Handel zu einer Erholung gekommen war.
Der marktführende März-Dax verlor 136 Punkte auf 6.265,5. Das Tageshoch lag bei 6.317,5 und das -tief bei 6.174 Punkten. Umgesetzt wurden 345.923 Kontrakte. Händler sprachen von einem nervösem Geschäft.
Man befürchte weitere Hiobsbotschaften aus dem Bankenbereich. Die amerikanischen Konjunkturdaten waren zum Teil sehr schwach ausgefallen. Der Empire State Index hat nach seinem Absturz im Vormonat im März nochmals massiv nachgegeben und erreichte den niedrigsten jemals verzeichneten Stand seit Auflegung des Stimmungsbarometers Mitte 2001.
„Der Headline-Index befindet sich damit auf Rezessionsniveau. Allerdings werde dies nicht durch die Subindizes bestätigt, die anders als z.B. beim nationalen ISM-Index nicht zu einer Gesamtzahl verdichtet werden“, sagte ein Volkswirt. Die amerikanischen Industrieproduktion war im Februar stärker gefallen als prognostiziert. Unterstützt sei der Futures im Bereich des Tagestiefs und bei 6.130 Punkten, merkten technische Analysten an.
Konjunkturängste stützen die Anleihen im späten Handel
Fest haben die amerikanischen Anleihen am Montag im späten New Yorker Handel tendiert. Der Markt sei abermals Nutznießer der Kreditkrise und der Angst vor einer Konjunkturschwäche gewesen, sagten Händler. Zehnjährige Titel mit einem Kupon von 3,500 Prozent stiegen um 25/32 auf 101-8/32 und rentierten mit 3,35 Prozent. Der mit 4,375 Prozent verzinste Longbond gewann 25/32 auf 101. Seine Rendite sank auf 4,31 Prozent.
Neben enttäuschenden Konjunkturdaten schürten die Liquiditätsprobleme der Investmentbank Bear Stearns die Angst vor einer Rezession. Die Anleger fürchteten, dass die Turbulenzen an den Kreditmärkten die gesamte amerikanischen Wirtschaft schädigen könnten, hieß es.
Die am Berichtstag veröffentlichten Daten zur Industrieproduktion und zur Kapazitätsauslastung waren schwächer ausgefallen als erwartet. Die Produktion war im Februar nach Angaben der Federal Reserve um 0,5 Prozent gesunken. Volkswirte hatten mit einem Rückgang um 0,1 Prozent gerechnet. Die Kapazitätsauslastung betrug im vergangenen Monat 80,9 Prozent.
Hier hatten Ökonomen einen Wert von 81,3 Prozent erwartet. Der von der Federal Reserve Bank of New York ermittelte Empire State Index für die allgemeine Geschäftstätigkeit im verarbeitenden Gewerbe des Distrikts ist im März auf ein Rekordtief bei minus 22,23 gefallen. Prognostiziert war ein Indexstand von minus 6,0.
Beobachter rechnen nun mit einem drastischen Zinsschritt durch die Fed. Die Wahrscheinlichkeit einer Senkung um 100 Basispunkte sei am Montag schon zu 90 Prozent eingepreist worden. Am Freitag seien es nur 50 Prozent gewesen.
Faß ohne Boden
Herbert Rohrer (100WorteReporter)
- 18.03.2008, 13:53 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |