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Frühaufsteher Dax startet etwas fester

 ·  Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch mit Kursgewinnen in den Handel gestartet. Das Papier der Deutschen Post steht nach Bekanntgabe von Quartalszahlen unter Druck und verliert 0,6 Prozent.

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Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch mit Kursgewinnen in den Handel gestartet. Der Dax notiert 0,2 Prozent höher bei 7077 Punkten. Der MDax mittelgroßer Werte rückt um ein Prozent auf 9741 Zähler vor. Der TecDax steht mit einem Prozent im Plus bei 853 Punkten. Am Dienstag hatte er mit einem Aufschlag von 0,3 Prozent geschlossen.

Das Papier der Deutschen Post steht nach Bekanntgabe von Quartalszahlen unter Druck und verliert 0,6 Prozent. Dagegen zieht die im MDax notierte K+S-Aktie um 5,2 Prozent an. Händler verweisen ebenfalls auf den Quartalsbericht des Unternehmens. Noch deutlichere Kursgewinne verbuchte EADS: Die Aktie schießt im Anschluss an die Bekanntgabe der Quartalsergebnisse um mehr als sechs Prozent in die Höhe. Bei den Technologiewerten nehmen die Investoren besonders die Zahlen von Q-Cells positiv auf, der Titel steigt mit einem Plus von 4,2 Prozent an die Spitze des TecDax.

Deutsche Anleihen mit Kursverlusten

Die deutschen Staatsanleihen tendieren am Mittwoch leichter. Der richtungweisende Euro-Bund-Future sinkt um 20 Basispunkte auf 114,01 Prozent, der Bobl-Future gibt 13 Basispunkte auf 108,58 Prozent ab.

Experten rechnen am Mittwoch gleichwohl mit einer gut behaupteten Tagestendenz. Die am Nachmittag anstehenden amerikanischen Verbraucherpreisdaten dürften nicht ausreichen, um die Anleihenkurse erneut unter Druck zu setzen, hieß es von der HSH Nordbank. Vermutlich sei die Inflation im April weitestgehend konstant geblieben, schreibt HSH-Experte Cyrus de la Rubia zur Begründung. Auftrieb könnten die Staatsanleihen indes von den Industrieproduktionszahlen aus der Eurozone erhalten, da diese eine Verlangsamung des Wachstums signalisieren sollten.

Auch die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) rechnet mit einer behaupteten Tendenz der Festverzinslichen. Vor allem die anstehenden amerikanischen Inflationsdaten sollten stützend wirken, schreibt Helaba-Experte Ulrich Wortberg in einer Studie. Den Bund-Future sieht die Helaba im Tagesverlauf zwischen 113,78 und 114,80 Punkten, während die HSH Nordbank mit 113,98 bis 114,58 Punkten eine etwas engere Spanne angibt.

Eurokurs leicht gesunken

Der Kurs des Euro ist am Mittwoch leicht gesunken. Im frühen Handel kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,5450 Dollar und damit etwas weniger als am Vorabend. Ein Dollar war damit 0,6472 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagmittag auf 1,5473 (Montag: 1,5430) Dollar festgesetzt. Damit notiert der Euro weiterhin deutlich unter seinem historischen Höchststand von knapp über 1,60 Dollar, der vor rund drei Wochen erreicht wurde.

Am Mittwoch stehen laut Experten vor allem Verbraucherpreisdaten aus den Vereinigten Staaten im Blickpunkt. Nach Einschätzung der Landesbank Hessen- Thüringen (Helaba) könnte sich der Preisdruck im Monatsvergleich trotz der rasant steigenden Ölpreise abgeschwächt haben. Zuletzt aufgekommene Zinserhöhungserwartungen in den Vereinigten Staaten dürften dadurch wieder zurückgedrängt werden und mithin den Dollar belasten, schätzt Helaba-Experte Ralf Umlauf.

Asienbörsen uneinheitlich

Die Märkte in Fernost haben am Mittwoch uneinheitlich tendiert. In Japan profitierten Exportwerte vom schwächeren Yen und ließen die Börsen im Plus schließen. Auf die Stimmung drückten jedoch pessimistische Äußerungen von amerikanischen Notenbankchef Ben Bernanke. Vor allem Finanzwerte mussten Federn lassen.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,2 Prozent höher bei 14.118 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um knapp ein Prozent auf 1373 Zähler. Auch die Indizes in Taiwan, Seoul und Shanghai tendierten im Plus. Hongkong und Singapur verbuchten dagegen Verluste.

In Japan legten vor allem Exportwerte zu. Die Aktie des Industrieroboter-Herstellers Fanuc stieg um 3,5 Prozent, das Papier des Kameraherstellers Canon schloss über zwei Prozent im Plus. Auch Aktien von Unternehmen aus dem Metallbereich verbuchten Gewinne, nachdem Wissenschaftler sagten, das schwere Erdbeben in China habe die Kapazitäten zur Zinkförderung eingeschränkt. Die Aktie von Toho Zinc schloss 3,5 Prozent im Plus.

Zu den Verlierern gehörten dagegen Finanzwerte: Sie mussten Federn lassen, nachdem amerikanischen Notenbankchef Ben Bernanke gesagt hatte, die Probleme an den Finanzmärkten seien wohl noch lange nicht vorbei. Deutlich im Minus lagen etwa die Aktien der beiden größten japanischen Bankkonzerne, Mitsubishi UFJ und Mizuho Financial.

„Die Stimmung auf dem Markt - insbesondere bei den Finanzwerten - begann gerade, sich zu verbessern, aber Bernankes Äußerungen haben das praktisch im Keim erstickt“, sagte Takashi Ushio von Marusan Securities.

Aktienkurse in Hongkong mittags schwach

Gewinnmitnahmen auf breiter Front sorgen am Mittwoch nach dem deutlichen Vortagesplus an der Börse in Hongkong für Verluste. Der Hang Seng-Index verliert am Mittag (Ortszeit) 1,4 Prozent auf 25.194 Punkte, wobei 40 der 43 Indexwerte im Minus liegen. Händler berichten von geringen Umsätzen und abwartender Zurückhaltung der Anleger vor den Verbraucherpreisdaten für April aus den Vereinigten Staaten im späteren Tagesverlauf.

Marktkenner Ernie Hon von ICEA gibt sich dennoch optimistisch und verweist auf Anzeichen einer Konjunkturerholung in den Vereinigten Staaten. „Wir glauben, dass der Hang-Seng-Index das Niveau von 27.000 Punkten bis Ende Juni testen wird“, sagt er und ist auch für die Kurse in Schanghai sowie die H-Aktien optimistisch. Sinopec verlieren 4,2 Prozent auf 7,34 Hongkong-Dollar. Shenhua geben nach dem Ausweis neuer Geschäftszahlen für April um 0,9 Prozent nach auf 32,75 Hongkong-Dollar.

Nachbörsliche Meldungen und Kurse aus Amerika

Die Aktienkurse an den amerikanischen Börsen tendierten am Dienstag nachbörslich etwas leichter. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator verlor 1,49 Punkte auf 1999,12 Zähler.

Applied Materials legten etwas zu, nachdem der Ausrüster der Chip-Industrie für das zweite Quartal einen Nettogewinnrückgang um 26 Prozent gemeldet hatte. Damit lag Applied Materials dennoch besser als von Analysten erwartet und auch beim Umsatz übertraf das Unternehmen die Prognosen. Das Management des Unternehmens rechnet im laufenden Quartal mit einer Verschlechterung bei den Investitionsausgaben der Chip-Industrie, glaubt aber auch, dass bei den rückläufigen Auftragseingängen der Boden erreicht werden wird. Der Kurs lag 1,5 Prozent im Plus bei 20,18 Dollar.

Whole Foods Markets rutschten um 8,3 Prozent ab auf 30,89 Dollar. Der Lebensmitteleinzelhändler hatte einen Nettogewinnrückgang von 13 Prozent berichtet, belastet von der Übernahme von Wild Oats im August. Electronic Arts kamen um 3,4 Prozent zurück auf 52,70 Dollar, nachdem das Unternehmen eine Ausweitung seiner Verluste berichtet hatte. Bereinigt um Einmalposten lag Electronic Arts aber über den Erwartungen. Die Bruttomarge sank auf 59 Prozent von 61,7 Prozent.

Amerikanische Börsen schließen uneinheitlich

Die amerikanischen Börsen haben am Dienstag uneinheitlich geschlossen. Belastet wurden die Märkte unter anderem durch ein Rekordhoch beim Ölpreis, das wieder Inflationsängste schürte. Die Verluste hielten sich allerdings nach Äußerungen von amerikanischen Notenbankern zum Preisanstieg in Grenzen. Anleger interpretierten die Bemerkungen als Zeichen, dass die Wirtschaft doch stärker als zuletzt erwartet aufgestellt sein könnte. Der Preis für amerikanisches Leichtöl stieg zwischenzeitlich auf fast 127 Dollar je Fass, sank später jedoch wieder unter 126 Dollar.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,34 Prozent tiefer bei 12.832 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 12.780 und 12.891 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index notierte unverändert bei 1403 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte dagegen 0,27 Prozent auf 2495 Zähler zu.

Die amerikanische Notenbank Federal Reserve muss sich nach Ansicht ihres Mitglieds Thomas Hoenig zunehmend auf die Kontrolle der Inflation konzentrieren. Die Fed habe den Märkten Liquidität zur Verfügung gestellt und die Dinge damit stabilisiert, sagte der Chef der Notenbank von Kansas. Die Herausforderung sei nun, die Inflation im Zaum zu halten. Auch amerikanischen Notenbank-Chef Ben Bernanke erklärte, die Liquiditätshilfen der Fed hätten den Finanzmärkten geholfen. Die Märkte seien aber nach wie vor noch weit von der Normalität entfernt, betonte er.

Finanzwerte führten die Liste der Verlierer an. Sie wurden zusätzlich dadurch belastet, dass Oppenheimer-Analystin Meredith Whitney die Papiere von Goldman Sachs, Lehman Brothers, Merrill Lynch und Morgan Stanley herabgestuft hatte. Whitney zufolge sind die Aussichten für die Investmentbanken düsterer als derzeit vom Markt bewertet.

Auch die Papiere des weltgrößten Computer-Hersteller HP verbuchten deutliche Verluste. Der Konzern will mit dem Kauf des Internet-Dienstleisters EDS IBM als Branchenprimus näher rücken. Anleger reagierten angesichts des hohen Kaufpreises aber skeptisch, die HP-Aktie verlor 5,3 Prozent.

Die Anteilsscheine von Wal-Mart verbilligten sich ebenfalls. Während der weltgrößte Einzelhändler im ersten Quartal dank Preissenkungen noch einen Gewinnanstieg verbuchte, enttäuschte der Konzern die Analysten mit einem verhaltenen Ausblick für das laufende Vierteljahr. Die Aktie verlor 2,4 Prozent.

Der Nasdaq-Index profitierte unter anderem von einem kräftigen Anstieg der Yahoo-Anteilsscheine. Nach Angaben von mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen erwägt der Investor Carl Icahn eine Kampagne gegen die Yahoo-Spitze, nachdem die Gespräche mit Microsoft gescheitert sind. Yahoo-Papiere verteuerten sich um 5,2 Prozent.

Amerikanische Anleihen im späten Geschäft schwach

Die amerikanischen Anleihen tendieren am späten Dienstagabend im New Yorker Handel schwach. Die neuen zehnjährigen Anleihen mit einem Kupon von 3,875 Prozent fielen um 28/32 auf 99-24/32 und rentierten mit 3,90 Prozent. Der mit 4,375 Prozent verzinste Longbond rutschte um 1-12/32 auf 96 glatt ab. Seine Rendite stieg damit auf 4,62 Prozent.

Mit besser als erwartet ausgefallenen amerikanischen Einzelhandelsumsätzen ex KfZ kamen die Staatsanleihen unter deutlichen Abgabedruck, nachdem sie sich zuvor mit lediglich moderaten Abschlägen hielten. Im April erhöhten sich die Einzelhandelsumsätze ohne Kfz um 0,5 Prozent, wobei ein Zuwachs um 0,2 Prozent erwartet worden war. „Diese Zahlen waren völlig überraschend“, so der Kommentar von Anleihe-Spezialist Tom di Galoma von Jefferies & Co.

Neben den Einzelhandelsumsätzen hätten die gestiegenen amerikanischen Verbraucherpreise für den April insbesondere auf dem langen Ende der Laufzeiten gelastet, hieß es mit Blick auf die Inflationstendenzen. Die Äußerungen einer Reihe von amerikanischen Notenbankern lasteten dagegen insbesondere auf den kürzeren Laufzeiten. So betonte der Fed-Präsident von Kansas City, Thomas Hoenig, dass die amerikanische Notenbank angesichts der Inflationstendenzen darüber nachdenken werde, wann der Zinssenkungszyklus umgekehrt werden müsse.

Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX, F.A.Z.

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