23.06.2010 · Einige Analysten sehen Einstiegskurse / Griechenland-Risiken für Crédit Agricole teuer
chs. PARIS, 23. Juni. Die Serie schlechter Nachrichten reißt für die französischen Banken nicht ab. Wie am Mittwoch bekannt wurde, wird sie eine neue Bankensteuer in Höhe von mehreren hundert Milliarden Euro treffen, nachdem die Finanzunternehmen schon im vergangenen Jahr 360 Millionen Euro für ihre Bonuszahlungen zusätzlich in die Staatskasse einzahlen mussten. Dass auch die Konkurrenten in Deutschland und Großbritannien von ihren jeweiligen Regierungen zur Kasse gebeten werden, ist im weltweiten Wettbewerb kein Trost. Die französische Bankenvereinigung klagte über ein "schweres Handikap" für die europäischen Volkswirtschaften.
Mehr noch als die Bankensteuern ziehen jedoch die südeuropäischen Kreditrisiken sowie ein nur schwacher Konjunkturaufschwung die Aktien französischer Banken in die Tiefe. Der drittgrößte Finanzkonzern Frankreichs, der Crédit Agricole, verlor seit Jahresbeginn rund ein Viertel seines Wertes. Die Nummer zwei des Landes, die Société Générale, liegt auf ähnlichem Niveau. Das belgisch-französische Finanzinstitut Dexia hat 26 Prozent abgegeben. Der Marktführer BNP Paribas schneidet etwas besser ab, hat aber einen Wertverlust von 12 Prozent seit Anfang 2009. Einige Analysten meinen indes, dass die Banktitel jetzt auf einem Niveau verlockender Einstiegskurse angekommen seien. Die Aktie von Société Générale sehe auf dem aktuellen Stand vom 0,8-Fachen des Buchwertes "attraktiv" aus, sagt Kian Abouhossein von JP Morgan. Die Bank sorgt einerseits aufgrund des Prozesses gegen den Skandalhändler Jérôme Kerviel derzeit für schlechte Nachrichten, verkündete vor wenigen Tagen jedoch neue ehrgeizige Mehrjahresziele. Der Analyst hält einen Anstieg des Kurses von derzeit 37 auf 58 Euro für möglich. Phuong Pham, Analystin von S&P Equity, rät bei der Société Générale ebenfalls zum Kauf - so wie auch bei der Aktie von BNP Paribas.
Die Risiken aus Ländern wie Griechenland und Spanien halten einige Analysten für kontrollierbar und bereits eingepreist. Der Crédit Agricole, dem in Griechenland die fünftgrößte Bank Emporiki gehört, meldete am Dienstag neue Belastungen: Im zweiten Quartal ist eine weitere Abschreibung von 400 Millionen Euro nötig. Rund vier Milliarden Euro haben die Franzosen bisher in die Bank investiert und erwarten das Erreichen der Gewinnzone frühestens 2012. Die Aktie der französischen Bank verlor am Dienstag mehr als fünf Prozent und lag auch am Mittwoch im Minus.
Keinen Grund zur Freude hat auch Marktführer BNP Paribas, den die Ratingagentur Fitch von "AA" auf "AA-" herabstufte. Die Analysten bemängelten die im Vergleich mit einigen Konkurrenten höhere Gewichtung des Investmentbanking und stellten eine Verschlechterung in der Qualität der Aktiva sowie der Eigenkapitalquote fest. BNP Paribas gehört freilich immer noch zu den robustesten Banken Europas, wie auch Fitch betont. Daher hat die Aktie in diesem Jahr weniger verloren als die der französischen Konkurrenten. BNP- Paribas-Chef Baudouin Prot betonte, dass er der Veröffentlichung der für den Juli erwarteten Stresstestergebnisse zuversichtlich entgegenblicke. Nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hielten die französischen Banken Ende 2009 in Spanien Kredite in Höhe von 248 Milliarden Dollar. Das waren noch 46 Milliarden Dollar mehr als die deutschen Häuser. In Griechenland hält der Crédit Agricole die höchsten Risiken unter den französischen Banken, wie Fitch ermittelte. Daneben muss auch die Société Générale ein scharfes Auge auf ihre griechische Tochtergesellschaft Geniki werfen, die allerdings deutlich kleiner ist als Emporiki von Crédit Agricole. "Doch mögliche Rekapitalisierungskosten für diese Tochtergesellschaften sind gut zu managen", sagt Eric Dupont, Analyst bei Fitch.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.264,38 | −0,26% |
| FAZ-INDEX | 1.364,39 | −0,33% |
| TecDAX | 751,01 | −0,01% |
| MDAX | 10.147,80 | −0,59% |
| SDAX | 4.823,45 | +0,10% |
| REX | 437,51 | +0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.114,53 | −0,08% |
| F.A.Z. EURO | 68,54 | −0,23% |
| Dow Jones | 12.421,10 | +0,01% |
| Nasdaq 100 | 2.522,34 | −0,59% |
| S&P500 | 1.313,32 | −1,43% |
| Nikkei225 | 8.542,73 | −1,05% |
| EUR/USD | 1,2374 | +0,04% |
| Rohöl Brent Crude | 101,87 $ | −1,34% |
| Gold | 1.540,00 $ | 0,00% |
| Bund Future | 145,94 € | +0,32% |