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Veröffentlicht: 28.03.2014, 16:40 Uhr

Handel mit China Frankfurt wird Yuan-Zentrum

Frankfurt wird der einzige Ort im Euroraum für den Abschluss von Geschäften in Yuan. Unternehmen sparen im Jahr wohl mindestens 500 Millionen Euro. In ein paar Jahren könnten weiter Vorteile folgen.

von , Frankfurt und , Berlin
© LAIF Beliebte Destination: Chinesische Touristen am Finanzplatz Frankfurt

Die Abwicklung von Handelsgeschäften in der chinesischen Währung Yuan soll künftig in Frankfurt als einzigem Ort im Euroraum möglich sein. Das geht aus einem Abkommen hervor, das am Freitag in Berlin zwischen der Deutschen Bundesbank und der chinesischen Zentralbank People’s Bank of China geschlossen wurde. Demnach wird ein Finanzinstitut benannt – es deutet alles auf die Bank of China hin –, das zur Abwicklung (Clearing) von Geschäften in Yuan, auch Renminbi genannt, in Frankfurt berechtigt ist.

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Die Bank of China hat schon eine Niederlassung in Frankfurt, wird sich deutschen Regularien unterwerfen und Handels- und Clearingteilnehmer an der Deutschen Börse. Diese strategische Kooperation unterzeichneten die Bank of China und die Deutsche Börse ebenfalls am Freitag in Berlin. Chinesische Emittenten und Anleger erhalten dadurch direkten Zugang zu den deutschen und europäischen Kapitalmärkten.

Yuan-Handelszentrum Frankfurt war Chefsache

Auf die Vereinbarung hatten zahlreiche Akteure am Finanzplatz hingewirkt. Die Finanzplatzintiative Frankfurt Main Finance teilte mit, führende Vertreter des Finanzplatzes aus allen Bankengruppen hätten die Entwicklung des Standortes zum Yuan/Renminbi-Handelszentrum geschlossen zur Chefsache erklärt. Schon seit Oktober bestehe eine Swap-Vereinbarung über 350 Milliarden Yuan beziehungsweise 45 Milliarden Euro zwischen der Bundesbank und der chinesischen Zentralbank, die nun mit Leben gefüllt werde.

Für die Unternehmen aus Deutschland und dem Euroraum ist der große Vorteil der Vereinbarung, dass sie künftig Geschäfte mit chinesischen Unternehmen in Yuan abwickeln können, ohne dafür nach Schanghai oder Hongkong gehen zu müssen. Yuan-Geschäfte mussten zudem immer über amerikanische Dollar abgewickelt werden, so dass Yuan in Dollar und dann Dollar in Euro getauscht werden mussten oder umgekehrt. Zwar fanden auch schon viele Transaktionen in Euro statt

Chinesische Unternehmen verfügen jedoch nicht über die gut ausgebauten Möglichkeiten der Währungsabsicherung wie hierzulande, so dass für das Währungsrisiko Schätzungen zufolge etwa 2 bis 6 Prozent an Kosten anfielen. Frankfurt Main Finance geht davon aus, dass der Anteil der Handelsgeschäfte mit Chinesen in Yuan künftig von knapp 20 auf gut 40 Prozent steigt. In einer konservativen Rechnung geht der Finanzplatzverein allein für die kleinen und mittelständischen deutschen Unternehmen von einer Ersparnis von 500 Millionen Euro im Jahr aus.

Für global agierende Konzerne gilt dies als nicht so relevant, dennoch wird die Vereinbarung auch von der deutschen Industrie begrüßt. Frankfurt als Yuan/Renminbi-Zentrum habe eine „enorme Symbolkraft“, sagte Friedolin Strack, Geschäftsführer des Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (APA). Die Entscheidung zeige, dass China bei seinen Liberalisierungsschritten auf Deutschland setze. „Es ist für die deutsche Industrie wichtig, zu den Staaten zu gehören, die für China Priorität haben.“ Auch der Bankenverband spricht von einem großen Erfolg für den Finanzplatz Deutschland. „Zukünftig ist es möglich, Renminbi-Zahlungen auch direkt in Frankfurt abzuwickeln“, sagt Hauptgeschäftsführer Michael Kemmer. „Dies ist gerade für den exportorientierten deutschen Mittelstand von immenser Bedeutung und stellt eine erhebliche Erleichterung dar.“

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