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Fondsbericht Mutige Investoren werden bei Rentenfonds belohnt

08.02.2012 ·  Manche nutzten die Gunst der Finanzkrise und investierten gegen den Strom in Anleihen. Das zahlt sich jetzt aus.

Von Christian von Hiller
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Lange nichts von Pioneer Investments gehört. Doch jetzt meldet sich die Fondsgesellschaft eindrucksvoll zurück. Gleich mit drei Fonds unter den besten vier plaziert sich die Fondsgesellschaft, die wie die Hypo-Vereinsbank zur Unicredit gehört, an der Spitze unserer jüngsten Rangliste der Rentenfonds mit der besten Wertentwicklung. Anfang Dezember, bei der jüngsten Auswertung dieser Fondskategorie, stellte Pioneer zwar auch schon den Spitzenreiter. Doch damals war der Pioneer Funds Euro Strategic Bonds auch der einzige Pioneer-Fonds, der in unserer Rangliste vertreten war.

Die Ereignisse rund um die Finanzkrise vom Herbst 2008 schlagen nun auf die Rangliste durch, die das Fondsanalysehaus Lipper regelmäßig für diese Zeitung berechnet. Damals flohen die Anleger in Scharen aus allen Investments, die den geringsten Hauch von Ausfallrisiko trugen. Besonders stark betroffen waren Unternehmensanleihen. Selbst Emittenten wie dem Autohersteller Daimler, die heute wieder zu den soliden Adressen zählen, schlug damals das geballte Misstrauen der Anleger entgegen. Fondsmanager, die gegen die allgemeine Marktstimmung Anfang 2009 in Unternehmensanleihen investierten, brauchten eine gehörige Portion Mut. Doch den belohnt die Börse manchmal. Heute fahren diese Fondsmanager in der Entwicklung der Drei-Jahres-Rendite, auf der die Lipper-Auswertung beruht, reichliche Ernte ein.

So hatte Asoka Wöhrmann Anfang 2009 beherzt bei Unternehmensanleihen zugegriffen, um - wie er damals meinte - die ungerechtfertigten Unterbewertungen auszunutzen. Ende 2008 war er gerade erst zum Anleihenchef bei der DWS, der Fondsgesellschaft der Deutschen Bank, aufgestiegen und lancierte eine Reihe Laufzeitfonds, die sich sehr gut entwickelten. Auch die DWS-Fonds Europe Convergence und Euro-Corp High Yield nutzten die rasante Erholung von Unternehmensanleihen, die im Laufe des Jahres 2009 einsetzte. Dass die DWS nach Jahren der Schwäche auch wieder als Rentenfonds-Anbieter Profil gewann, wurde Wöhrmann in Form einer Beförderung entlohnt. Er leitet heute die gesamte Anlagestrategie der DWS.

Pioneer hatte in den vergangenen Jahren eine wechselvolle Geschichte hinter sich. 1928 gründete der amerikanische Wirtschaftsjournalist Philip Carret seinen ersten Fonds - es war erst der dritte Aktienfonds in den Vereinigten Staaten - und nahm damit eine Pionierrolle ein. 1969 war Pioneer die erste ausländische Fondsgesellschaft, die in den deutschen Markt eindrang, um den damaligen Platzhirschen Deka, Adig, Dit und DWS den Rang streitig zu machen. Im Jahr 2000 landete Pioneer im damals stark expandierenden Reich der Unicredit.

2006, nach der Übernahme der Hypo-Vereinsbank durch die Unicredit, fiel der italienischen Großbank die Fondsgesellschaft Activest zu. Diese selbst war wenige Jahre zuvor nach der Fusion von Bayerischer Vereinsbank und Bayern-Hyp entstanden. Die Adig wiederum gehörte zuvor gemeinsam der Vereinsbank und der Commerzbank. Die Adig ging an die Commerzbank und mutierte zu Cominvest, die schließlich in Allianz Global Investors verschwand. Aus der Hypo-Invest wurde für kurze Zeit Activest.

Es ist ein Wunder, dass Pioneer diese wechselvolle Geschichte überstand und nicht daran zerbrach, zumal der Unicredit-Vorstand Pioneer Investments im Zuge der Finanzkrise eine Zeitlang zum Verkauf gestellt hatte, ohne freilich einen Käufer zu finden.

Nun scheint Pioneer Investments wieder an Profil zu gewinnen. Auf dem deutschen Markt zählt ein Aktienfonds Deutschland zu den erfolgreichen Produkten. Bei Rentenfonds punktet Pioneer gleich zweimal mit Euro-Hochzinsanleihen. Dem Euro Strategic Bond kam zugute, dass er nicht auf den Euroraum beschränkt ist, sondern Anleihen aus Schwellenländern beimischen darf. Dies hat er aktuell zu rund 21 Prozent getan und ist Positionen in der Türkei, in Indien oder auch in Rumänien eingegangen. Deutsche Bundesanleihen machen gut 10 Prozent des Portfolios aus. Doch diese Positionen sind schon etwas älter - eine läuft im Juli aus, eine andere Anfang 2015. Daneben hält der Euro Strategic Bond italienische Staatsanleihen, die freilich etwas riskanter sind.

Hochzinsanleihen sind generell das Thema, mit dem Rentenfondsmanager derzeit punkten. Mehr als ein Drittel der 30 Rentenfonds mit der besten Wertentwicklung sind auf dieses Segment ausgerichtet. Dabei ist die Zahl der Fonds, die Lipper hier berücksichtigt, mit rund 1750 Fonds relativ klein. Bei Aktienfonds mit der besten Wertentwicklung greift Lipper auf ein Universum von gut 3800 Fonds zu.

Doch Hochzins bedeutet zugleich Hochrisiko - dessen sollten sich Anleger stets bewusst sein. In der Finanzmathematik wird versucht, sämtliche Risiken, auch das Ausfallrisiko eines Anleiheschuldners, in Zahlenform zu erfassen. Doch ein Risiko zeigt sich nicht immer in einer höheren Schwankungsanfälligkeit. Dennoch lagen die Schwankungen der 30 besten Rentenfonds mit geringem Verlustrisiko um ihren durchschnittlichen Wertzuwachs zuletzt meist bei weniger als 10 Prozent, häufig bei Werten um 2 bis 3 Prozent. Bei Rentenfonds mit der besten Wertentwicklung ist die Standardabweichung spürbar höher. Das sollte Anleger zu erhöhter Vorsicht mahnen.

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