11.01.2006 · Mit Fondssparplänen will die Investmentbranche den Lebensversicherern das Leben künftig schwerer machen. Die DWS haucht der AS-Fonds-Idee neues Leben ein. Die Zielsparfonds kommen erst allmählich in Schwung.
Mit Fondssparplänen, deren Risikoprofil sich automatisch dem Lebensalter anpaßt, will die Investmentbranche den Lebensversicherern das Leben künftig schwerer machen. Derzeit ist die Konkurrenz der Versicherer im Geschäft mit der privaten Altersvorsorge noch übermächtig.
Doch seit dem Wegfall des Steuerprivilegs für Lebensversicherungen vor einem Jahr sehen Fondsanbieter zunehmend die Möglichkeit, im Wettbewerb um das Geld der Anleger Boden gutzumachen. „2006 wird das Jahr sein, in dem sich die Investmentfonds im direkten Wettbewerb mit den Versicherern um die Altersvorsorge der Deutschen profilieren sollten“, erwartet der Fondsberater Björn Drescher. Dabei dürften Zielsparfonds in noch stärkerem Maße das Alltagsbild bestimmen als schon in der Vergangenheit.
Risiko ist überschaubar
Zielsparfonds - zuweilen auch Lebenszyklusfonds genannt - haben wie Versicherungen eine festgelegte Laufzeit und eine vergleichbare Sparrate. Allerdings sind die Ertragschancen hier höher und die anfallenden Kosten wesentlich besser nachvollziehbar. Durch automatische Umschichtungen während der Laufzeit bleibt das Risiko überschaubar. Außerdem kommt der Automatismus der Bequemlichkeit von Anlegern entgegen, die sich nicht selbst um notwendig werdende Umschichtungen kümmern wollen.
Während zu Beginn der Laufzeit im Normalfall das angesparte Vermögen vor allem in Aktien investiert ist, wird das Verlustrisiko zum Ende hin durch eine Verlagerung des Schwerpunkts in Anleihen oder Geldmarkttitel begrenzt. Die Suche nach dem passenden Fonds ist für Anleger nicht schwer: Das Zieljahr ist Bestandteil des Fondsnamens.
Ausgestaltung ist sehr unterschiedlich
Innerhalb dieses Rahmens ist die Ausgestaltung der bisher angebotenen Zielsparfonds jedoch sehr unterschiedlich. In der klassischen Variante konzentriert sich beispielsweise die amerikanische Fondsgesellschaft Fidelity mit ihren fünf Target-Fonds (2010, 2015, 2020, 2025 und 2030) vollständig auf die Anlage in Aktien und Anleihen. Der deutsche Marktführer DWS fügt in seiner Flex-Pension-Produktfamilie darüber hinaus noch eine Garantiekomponente hinzu. Der Sparkassen-Investmentdienstleister Deka nutzt eine Dachfondskonstruktion, mit der in Aktien- beziehungsweise Rentenfonds investiert wird. Bei der Allianz-Fondsgesellschaft DIT basieren wiederum die staatlich geförderten Riester-Fonds auf dem Lebenszyklusmodell. In dieser Woche hat die DWS ihr Angebot an Zielsparfonds mit einer zweiten Produktfamilie ausgebaut. Mit ihren zunächst drei Zukunftsfonds (2025, 2030 und 2035) erweckt sie dabei die Grundidee der sogenannten Altersvorsorge-Sondervermögen (AS-Fonds) zu neuem Leben. Diese können nicht nur in Aktien und Anleihen, sondern als zusätzlicher Risikopuffer auch in Immobilien investieren. Nach ihrer Einführung 1998 konnten sie sich jedoch nie richtig durchsetzen.
Entscheidend hierfür war vor allem die in Aussicht gestellte, aber nie eingelöste staatliche Förderung dieser Sparform. Auch die DWS-Zukunftsfonds werden in den drei Anlageklassen Aktien, Anleihen und Immobilien unterwegs sein und diesen Ansatz mit dem Lebenszyklusmodell verbinden. Die verantwortliche Produktmanagerin Dorothee Wetzel sieht in dieser Verbindung den großen Vorteil der neuen Fonds: „Mit der breiten Diversifikation, der automatischen Umschichtung und der Ausrichtung an einem Ziel sind die Zukunftsfonds individuell zugeschnittene Produkte für die Altersvorsorge.“
Noch ein paar Jahre Geduld
Zielsparfonds sind in Deutschland noch relativ neu auf dem Markt. Das Geschäft komme erst allmählich in Schwung, ist bei Fidelity zuhören. Die Gesellschaft war vor zweieinhalb Jahren einer der Vorreiter auf diesem Gebiet.
Allerdings hat es auch in den Vereinigten Staaten ein paar Jahre gedauert, bis sich das Anlagemodell schließlich durchsetzte. Inzwischen hat dort das verwaltete Vermögen in Zielsparfonds die Schwelle von 100 Milliarden Dollar überschritten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |