26.10.2009 · In einer unsicheren Lage beim Warten auf die Korrektur an der Aktienbörse können Bonus- und Discount-Zertifikate interessant sein, da sie die Möglichkeit bieten, auch bei schwankenden und fallenden Kursen Geld zu verdienen.
Von Dyrk ScherffSeit Wochen fragen sich die Anleger, ob die Aktienmärkte nicht gerade heißlaufen und bald einen Dämpfer bekommen. Nach dem Anstieg von mehr als 50 Prozent bei Dax & Co. seit März scheint das angebracht.
Doch wann kommt die Korrektur, wie lange dauert sie, und wie stark fällt sie überhaupt aus? In so einer unsicheren Lage können Bonus- und Discount-Zertifikate interessant sein. Mit ihnen verdienen Anleger selbst dann, wenn die Kurse zwar schwanken, aber dabei in einem Seitwärtskorridor verlaufen, oder wenn sie sogar fallen. Jedenfalls solange die Börsenkurse nicht einen bestimmten Schwellenwert unterschreiten, der für jedes Zertifikat individuell festgelegt ist.
Discount-Preis für Discount-Rendite
Discount-Zertifikate tragen ihren Namen, weil sie zu einem Preis unter dem aktuellen Marktniveau verkauft werden. Dadurch hat der Anleger einen Sicherheitspuffer. Denn beim Verkauf bekommt er den aktuellen Börsenkurs. Der Käufer macht also auch Gewinn, wenn dieser Kurs sinkt - wenn er zum Verkaufszeitpunkt nicht unter den Kaufpreis des Zertifikats gefallen ist.
Allerdings ist bei Discount-Zertifikaten auch die maximale Rendite begrenzt. Dazu wird der sogenannte Cap festgelegt. Steigt der Kurs des Papiers über diesen Cap, profitiert der Anleger davon nicht. Discount-Zertifikate sind also nur sinnvoll, wenn man bestenfalls mit einem geringen Kursanstieg rechnet, aber eher an seitwärts laufende oder fallende Kurse glaubt.
Vorbild für Banker: Der Bonus mit Verfallsgrenze
Bonus-Zertifikate dagegen zahlen mindestens einen definierten Bonus aus. Er liegt über dem aktuellen Preis des Papiers und dem Marktniveau. Zudem wird ein Sicherheitslevel eingezogen, der in der Regel weit unter dem derzeitigen Marktniveau liegt. Bezahlt wird der Bonus nur, wenn dieser Sicherheitslevel während der Laufzeit nie berührt oder unterschritten wird. Sonst bekommt der Anleger beim Verkauf nur den aktuellen Kurswert ausgezahlt, der viel niedriger sein kann als zum Kaufzeitpunkt (siehe Tabelle).
Damit sind Bonus-Zertifikate riskanter als Discount-Papiere, denn über den Erfolg der Discount-Papiere entscheidet nur die Marktlage bei Fälligkeit - der zwischenzeitliche Verlauf ist egal. Dafür sind die Gewinne bei Bonus-Zertifikaten nicht nach oben gedeckelt. Das ist gut, falls die Märkte schon nach kurzer Korrektur weiter steigen. Es gibt allerdings auch Bonus-Zertifikate mit einem Cap nach oben. Dafür zahlen Anleger weniger, die Rendite ist dann höher, wenn die Kurse unterhalb dieses Cap bleiben.
Das Risiko ist größer
Mit Discount-Zertifikaten auf den Dax kann man derzeit bei geringem Risiko fünf Prozent verdienen, also mehr als mit Anleihen. Für zweistellige Renditen müssen Käufer aber unvernünftig hohe Risiken eingehen. Mit Bonus-Zertifikaten sind dagegen bei überschaubarem Risiko Renditen von mehr als zehn Prozent möglich.
Wird allerdings der Sicherheitslevel während der Laufzeit auch nur einmal berührt, drohen Verluste von über 30 Prozent. Diese Schwelle sollte daher weit unter dem aktuellen Kurs liegen. Für alle Zertifikate gilt zudem: Geht die Bank pleite, ist das Geld verloren. Derzeit droht aber wohl bei keinem Zertifikate-Emittenten die Insolvenz.
Dyrk Scherff Jahrgang 1971, Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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