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Zertifikate Mit Strategie auf die Energieeffizienz wetten

01.08.2008 ·  Es gibt eine ganz einfache Möglichkeit auf hohe Energiepreise zu reagieren: Sparen. Die UBS bietet ein Energieeffizienz-Zertifikat an, das sich auf Aktien von Unternehmen bezieht, die von der Entwicklung profitieren können.

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Es gibt eine ganz einfache Möglichkeit, auf hohe Energie- und Rohstoffkosten zu reagieren: Weniger verbrauchen. Nichts ist langfristig günstiger, als zu sparen. Das Stichwort heißt Rohstoff- beziehungsweise Energieeffizienz.

Das ist inzwischen beinahe jedem klar geworden. Angesichts hoher Strom-, Benzin-, Gas-, Wasser- und Abwassergebühren sind nicht nur große Unternehmen dabei, ihre Ausgaben in diesen Bereichen auf den Prüfstand zu stellen, sondern die Verbraucher überlegen sogar im täglichen Handeln, wie sie sich am geschicktesten Verhalten sollten.

Energieeffizienz wird bei hohen Energiekosten wirtschaftlich immer interessanter

Umfragen zeigen, dass sie das Auto öfter als zuvor stehen lassen und immer lieber öffentliche Verkehrsmittel oder gar das Fahrrad zur Erledigung ihre Anliegen verwenden. Bei der Anschaffung dauerhafter Konsumgüter achten sie nicht nur auf den Verkaufspreis an sich, sondern auch auf die Folgekosten. Seien es finanzielle oder auch ideelle in Form der Klimaschädlichkeit.

In manchen Bereichen werden sie sogar förmlich zum Handeln gezwungen. Hohe Steuern geben einen starken Anreize zum Umstieg auf schadstoffarme Fahrzeuge und wer seine Immobilie verkaufen oder vermieten will, braucht einen Energieausweis. Für Neubauten und grundlegend sanierte Immobilien ist eine Wärmebedarfsberechnung vorgeschrieben.

Selbst Shopping-Center müssen auf Energieeffizienz und den Einsatz alternativer Energiequellen setzen, um zu verhindern, dass die Kosten der Mieter aus dem Ruder laufen. Immerhin verursachen die Beleuchtung und Kühlung, die aufgrund der Sonneneinstrahlung in Glasdächer und Glasfassaden notwendig wird, mehr als die Hälfte der Energiekosten.

Von Nachfrage nach energiesparenden Produkten und Objekten profitieren verschiedenste Industrien. Genau das kann sie für Anleger interessant machen. Immerhin können sie zumindest unter normalen Umständen mit steigenden Gewinnen rechnen. Aus diesem Grund bietet die UBS neuerdings zumindest in der Schweiz ein so genanntes „Energy Efficiency Strategy Certificate“ mit der Isin DE000UB6UFT6 zu diesem Thema an. Die Wertentwicklung des Produktes orientiere sich an einem Referenzportfolio, das sich aus Aktien von Unternehmen aus dem Bereich Energieeffizienz zusammensetzt, heißt es.

Strategie-Zertifikat der UBS - günstig ist es nicht

Dazu zählen Firmen, die Materialien für die Wärme- und Kältedämmung herstellen, die verbrauchsarme Heizungs- und Kühlungsanlagen entwickeln und installieren, die die effiziente Stromerzeugung und -übertragung sichern, die den Energieverbrauch von Beleuchtungen, Motoren oder Gebäude optimieren und andere. Die Zusammensetzung des Portfolios soll regelmäßig angepasst und veröffentlicht werden.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Bank Sarasin nannte Unternehmen die in Frage kommen könnten: Dazu gehören ABB, American Superconductor, Baldor Electric, Eaga, Ener1, Everlight Electronics, Johnson Controls, Kingspan, Power Integration, Rockwool, Schulthess, Vacon, Wärtsilä und Zumtobel. Sie stellen von Elektorantrieben mit variabler Steuerung, über Supraleiter für die Stromerzeugung und Verteilung bis hin zu LED-Leuchten und Dämmstoffen alles her, was den Energieverbrauch senken kann.

Grundsätzlich bietet ein Strategiezertifikat dieser Art die Möglichkeit, das Thema „zu spielen“. Allerdings haben solche Zertifikate auch Nachteile. Erstens sind das die Kosten. Das „Termsheet“ der UBS nennt nicht nur einen Ausgabeaufschlag von bis zu zwei Prozent, sondern auch laufende „Portfoliogebühren“ in Höhe von 0,5125 Prozent - pro Quartal wohlgemerkt. Das wären mehr als zwei Prozent pro Jahr. Zudem ist nicht klar, wieso sich die Emittentin ein einseitiges Kündigungsrecht für das Produkt einräumt und nach welchen Regeln sie den Referenzindex bestimmt.

Solche Gründe können Anleger dazu bringen, auf gut gewählte Einzelwerte zu setzen. Immerhin deuten die Charts potentieller Investitionsziele darauf hin, dass die operative Entwicklung der Unternehmen recht unterschiedlich ist.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht der FAZ-Redaktion wider.

Quelle: @cri
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