11.11.2005 · Dubai ist der „Börsenspitzenreiter“ des bisherigen Jahres. Das Dubai Top Select Zertifikat der Deutschen Bank bietet auch Privatanlegern Zugang zum bisher recht verschlossenen Markt. Investoren sollten aber die Risiken berücksichtigen.
Die Stimmung an den etablierten Börsen ist gut, die meisten Anleger hoffen angesichts der historischen Erfahrungen auf eine fulminante Jahresendrally, mit der sie und vor allem auch die Fondsgesellschaften ihre Bilanzen noch aufpolieren könnten. Die Aussichten dafür scheinen trotz steigender Zinsen in den Vereinigten Staaten und hoher Rohstoffpreise nicht schlecht zu sein.
In den vergangenen Monaten sind zumindest die amerikanischen Börsen nicht sonderlich gut gelaufen, dürften eine solche „Politur“ vertragen und viele andere Märkte mit nach oben ziehen. Manche, zum Beispiel die europäischen, sind immerhin noch sehr vernünftig bewertet. Bei anderen dürfte man allerdings langsam dazu übergehen müssen, genauer hinzublicken. Vor allem auch bei manchen Schwellenländermärkten, die in den vergangenen Monaten zum Teil massive Kursgewinne verbuchen konnten.
Dubai als „Börsenspitzenreiter“ des bisherigen Jahres
Spitzenreiter des Jahres ist bisher die Börse in Dubai. Der Dubai Financial Market Index kann auf Jahressicht auf ein Plus von knapp 190 Prozent in lokaler Währung verweisen. Rechnet man für Europäer noch die Währungsgewinne dazu - der Dirham ist an den Dollar gekoppelt und hat entsprechend gegen den Euro aufgewertet -, so sieht die bisherige Rendite noch deutlich besser aus.
Diese Entwicklung dürfte sich einerseits mit der wirtschaftlichen Dynamik in den Vereinigten Arabischen Emiraten erklären lassen, die mit einer liberalen Wirtschaftsordnung versuchen, mehr Unternehmen anzuziehen, um noch unabhängiger als bisher von den Öleinnahmen zu werden. Auf der anderen Seite hat eben dieses Wachstum eine stärkere Reinvestition der Öleinnahmen als bisher in der Region interessant gemacht. Vor diesem Hintergrund lassen sich auch die deutlichen Kursgewinne an der Börse des Landes und auch an den anderen Börsen der Region erklären.
Der Chart der Börse zeigt weiterhin nach oben. Allerdings ist die Bewertung mit einem inzwischen erreichten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 65 ambitioniert geworden, Dividenden werden aufgrund des religiös bedingten Zinsverbots so gut wie nicht ausgeschüttet. In diesem Sinne scheint eine vorsichtige Betrachtung der aktuellen Lage und der weiteren Entwicklung ratsam zu sein. Denn die Unternehmen des Landes müssen schon sehr deutlich wachsen können, um in die inzwischen sehr hohen Erwartungen erfüllen zu können.
Die Voraussetzungen für weiteres Wachstum scheinen zwar nicht schlecht zu sein. Denn in den Vereinigten Arabischen Emiraten gibt es weder Unternehmens- noch Einkommenssteuern, die Preisentwicklung ist bisher stabil und die liberale Wirtschaftsordnung zieht internationales Knowhow an. Die geographische Lage zwischen den großen Wirtschaftsnationen der Gegenwart und der Zukunft dürfte in Verbindung mit einer modernen Infrastruktur auch nicht die schlechteste sein.
Dubai Top Select Zertifikat bietet Privatanlegern Zugang
Allerdings sind die Zukunftspläne sehr ambitioniert. Das zeigt sich schon an der Planung für den Flughafen, der in wenigen Jahren beim Passagieraufkommen mit dem Frankfurter Airport mithalten und ihn beim Frachtverkehr deutlich übertreffen soll. Auch sonstige Projekte, unter anderem auch im Immobilienbereich, sind nicht gerade von kleinen Eltern. Das Gesamtbild erinnert an eine riesige Boomphase, bei dem man das Gefühl nicht loswird, sie müßte früher oder später platzen und zu einer gewissen Ernüchterung führen.
In diesem Zusammenhang dürfte man auch das von der Deutschen Bank vor kurzem lancierten Dubai Top Select Zertifikat mit der Isin DE000DB52810 betrachten müssen. Es ist ein Endloszertifikat auf einen Aktienkorb, der aus folgenden Werten besteht: Emaar Properties, National Central Cooling Company (TABREED), Arab Technical Construction, SHUAA Capital, Union Properties und Dubai Investment. Das sind Werte, die direkt oder indirekt vor allem mit dem Immobilien-Boom zu tun haben.
Es ist an sich zwar einzigartig, daß ein solches Produkt auf den Markt kommt und dem europäischen Privatanleger auf relativ faire Weise die Möglichkeit gibt, an der Entwicklung teilzunehmen. Allerdings dürfte der Zeitpunkt etwas spät sein, immerhin sind die Kurse in den vergangenen Monaten schon sehr, sehr gut gelaufen. Wo sollen sie angesichts der erreichten Bewertungen denn kurzfristig noch hingehen? In diesem Sinne muß natürlich jeder Anleger bei allen Reizen der „Dubai-Story“ wissen, welches Risiko er eingehen will. Immerhin sollten auch die geopolitischen Risiken nicht völlig ausgeblendet werden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |