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Zertifikate Bonuszertifikate auf Bewährung

 ·  Die starken Kursschwankungen an den Aktienmärkten haben den Anlegern in Bonuszertifikaten seit Mitte Januar viel Geld und Nerven gekostet. Eine bislang vernachlässigte Zusatzausstattung verringert den Verlust von Bonuszahlungen.

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Die starken Kursschwankungen an den Aktienmärkten haben den Anlegern in Bonuszertifikaten seit Mitte Januar viel Geld und Nerven gekostet. Mit dem Kauf dieser Wertpapiere gehen sie eigentlich von begrenzten Kursverlusten und unbegrenzten Gewinnen aus. Der Einbruch Mitte Januar hat die Kehrseite dieser Anlageform aufgezeigt. Bei rund einem Fünftel aller Bonuszertifikate wurden in diesem Zeitraum die Sicherungsschwellen verletzt.

Für die Käufer dieser Wertpapiere ist die Konstruktion jedoch nur sinnvoll, wenn der Kurs der zugrunde liegenden Aktie beziehungsweise der Verlauf eines zugrunde liegenden Index während einer zuvor festgelegten Laufzeit die Schwelle nach unten nicht durchbricht. Dann erhält er einen Zusatzbetrag (Bonus). Wird die Barriere jedoch verletzt, geht der Zusatzbetrag verloren. Der Anleger vollzieht dann weitgehend nur noch die Wertentwicklung der zugrunde liegenden Aktie beziehungsweise des Index nach, bis er am Laufzeitende schließlich den aktuellen Kurs ausgezahlt bekommt.

Bonus-Pro reduziert die „Barriere-Berührungswahrscheinlichkeit“

Angesichts der größeren Schwankungsanfälligkeit steht nun eine besondere Form von Bonuszertifikaten vor dem Durchbruch, die nach ihrem ersten Aufkommen vor drei Jahren von Zertifikatekäufern allenfalls am Rande wahrgenommen wurden. Unter der Bezeichnung "Bonus-Pro" funktionieren sie vom Prinzip her wie klassische Bonuszertifikate. Der entscheidende Unterschied besteht jedoch darin, dass die Bonuszahlung nur verlorengeht, wenn die Sicherungsschwelle in den letzten drei Monaten der Laufzeit verletzt wird.

Dadurch sind die meisten Bonus-Pro-Zertifikate nahezu unbeschadet durch die jüngsten Marktverwerfungen gekommen. Nach Angaben der Commerzbank, mit weitem Abstand Marktführer in diesem Segment, verloren nur 0,4 Prozent der angebotenen Bonuszertifikate mit Zusatzausstattung den Bonusanspruch. Welch Unterschied sich daraus für die Kursentwicklung ergibt, macht der Vergleich eines Bonus-Pro-Zertifikats mit einem klassischen Bonuszertifikat auf den Euro-Stoxx-50-Index deutlich (siehe Grafik). Mit einem Minus von 11 Prozent war der Verlust des Nischenprodukts seit Jahresbeginn nur halb so so hoch wie bei dem Papier mit vergleichbarer Ausstattung (minus 20 Prozent), bei dem inzwischen aber die Barriere durchbrochen ist.

Größere Sicherheit - geringere Rendite

Der Preis für die größere Sicherheit ist jedoch eine geringere Rendite. Adolf Ropeter, Gründer und Vorstand des Zertifikateanalysehauses IDC in Bad Homburg, schätzt den Renditeabschlag zu vergleichbaren klassischen Bonuszertifikaten auf durchschnittlich 10 bis 15 Prozent. Die Nachfrage sei deshalb in der Vergangenheit sehr gering gewesen. Die Sicherungsschwelle spielte in den guten Börsenzeiten in der Wahrnehmung vieler Anleger tatsächlich nur eine untergeordnete Rolle. "Es wurde zuerst auf den Bonus und erst danach auf die Barriere geschaut", blickt Nicolai Tietze aus der Zertifikateabteilung der Deutschen Bank zurück. Erst jetzt setze sich im Zielpublikum die Erkenntnis durch, dass man eigentlich anders herum vorgehen müsse.

In den vergangenen Wochen hat die Nachfrage nach Bonus-Pro-Zertifikaten wegen der schmerzhaften Verluste von Bonuszahlungen zwar nicht sprunghaft zugenommen. Immerhin berichtet die Commerzbank aber von stetig steigenden Umsätzen. Und auch die Konkurrenz wird auf die Marktnische aufmerksam. In der vergangenen Woche hat allein die Privatbank Sal. Oppenheim auf einen Schlag knapp 50 neue Bonus-Pro-Zertifikate auf deutsche Standardwerte mit einer Laufzeit bis Juni 2009 auf den Markt gebracht, um vom erhöhten Sicherheitsbedürfnis der Anleger zu profitieren.

Quelle: sfu., F.A.Z., 19.02.2008, Nr. 42 / Seite 25
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