30.01.2012 · Unter den Industrieländer-Aktien gelten Zertifikate auf amerikanische Titel derzeit als aussichtsreich. Die Kursnotierungen an der Wall Street entwickeln sich besonders gut.
Von Daniel MohrDie Geldanlage in amerikanischen Aktien hat in den vergangenen Monaten an Attraktivität gewonnen. Relativ zu den Aktienmärkten der meisten anderen Länder entwickelten sich die Kursnotierungen an der Wall Street besonders gut. Während die meisten Aktienindizes das von Unruhen in der arabischen Welt, der Atomkatastrophe in Japan und der europäischen Schuldenkrise gezeichnete Jahr 2011 mit Verlusten beendeten, der Dax verlor zum Beispiel 15 Prozent, stand der Dow Jones am Jahresende gut 5 Prozent höher als am Jahresanfang, der Aktienindex S&P 500 dagegen zeigte sich unverändert.
Die Hoffnungen der Anleger richteten sich dabei weniger auf eine ausgesprochen gute Wirtschaftsentwicklung im Jahr 2011. Hier schnitt Deutschland mit einem Wirtschaftswachstum von 3 Prozent wesentlich besser ab als die Vereinigten Staaten mit 1,7 Prozent. Wie immer blickten die Börsianer voraus und sehen sich nun von den Wachstumsschätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) für das Jahr 2012 bestätigt.
Bei der Veröffentlichung der Prognosen in der vergangenen Woche ließen die IWF-Volkswirte unter allen großen Industrie- und Schwellenländern nur die Schätzung der Vereinigten Staaten unverändert auf 1,8 Prozent. Alle anderen Werte wurden gegenüber der Schätzung aus dem September mitunter deutlich reduziert. Deutschland wird nur noch ein Wachstum von 0,3 Prozent zugetraut (statt 1,3 Prozent). Für den Euroraum insgesamt wird ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,5 Prozent erwartet (zuvor plus 1,1 Prozent), und auch die Prognosen für Schwellenländer wie Russland, Indien oder China wurden deutlich zurückgenommen.
Da dieser Trend auch für 2013 gilt und den Amerikanern auch dann die höchsten Wachstumsraten unter allen großen Industrieländern zugetraut werden, ist die Nachfrage nach amerikanischen Aktien groß. Für europäische Anleger kommt hinzu, dass derzeit die Perspektiven für den Dollar an den Märkten besser eingeschätzt werden als für den Euro. Wer sich nicht die Mühe einer Einzeltitelauswahl machen möchte, kann über Indexfonds, Fonds und Zertifikate in den amerikanischen Aktienmarkt investieren.
So bietet die Deutsche Bank unter der Isin DE000DB3A0T3 ein Discount-Zertifikat mit Laufzeit bis zum 27. September 2012 an. Es kostete am Montag im Börsenhandel an der Frankfurter Derivatebörse Scoach 8,90 Euro. Steht der Dow Jones am Ende der Laufzeit mindestens auf 12500 Punkten (Schlussstand Freitag: 12660 Punkte), erhält der Anleger eine Rückzahlung von 12,50 Dollar je Zertifikat. Stünde der Euro im Herbst wie derzeit auf etwa 1,31 Dollar, betrüge die Rückzahlung 9,54 Euro. Obwohl der Dow Jones dafür sein aktuelles Niveau nur knapp zu halten braucht, erzielte der Anleger eine Rendite von gut 7 Prozent, auf ein Jahr gerechnet wären es sogar mehr als 10 Prozent.
Steigt der Dow Jones, hat der Anleger davon nichts. Erhöht sich hingegen der Wert des Dollar, profitiert der Anleger davon unbegrenzt. Würde sich der Wechselkurs zum Beispiel auf 1:1 ändern, bekäme der Anleger eine Rückzahlung von 12,50 Euro und somit eine Rendite von mehr als 40 Prozent, wobei eine solch starke Wechselkursänderung in so kurzer Zeit unwahrscheinlich ist.
Fällt der Dow Jones hingegen auf weniger als 12500 Punkte und/oder verliert der Dollar an Wert, mindert dies die Rendite des Anlegers oder lässt sie negativ werden. Bei einem Rückgang des Dow Jones auf 10.000 Punkte betrüge die Rückzahlung 10 Dollar und damit nach aktuellen Wechselkursen 7,63 Euro. Der Anleger hätte 14 Prozent verloren, während der Index um 21 Prozent gefallen ist.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |