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Zertifikate Altersvorsorgekonto - ein möglicher Baustein zur Vorsorge

14.07.2005 ·  Zertifikate sind seit einigen Jahren als Anlagegattung ins Bewußtsein der Anleger und Banken gedrungen. Kein Wunder, wenn das Geschäft damit blüht und jeder daran teilhaben will.

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Altersvorsorge ist mit Sicherheit ein Thema der Zukunft. Die Frage ist sicherlich immer nach dem besten Weg. Da hängt viel von der persönlichen Situation und Einstellung ab. Für die Postbank heißt das Produkt der Zukunft Altersvorsorgekonto.

Vom Prinzip her ist das Altersvorsorgekonto ein Sparplan in eine Zertifikatekombi, der monatlich ab 50 Euro bespart werden kann. Außerdem sind Einmalanlagen ab 500 Euro möglich, auch als zusätzliche Einzahlungen während der Laufzeit. Obendrein sind Auszahlungen jederzeit möglich, allerdings nur zum Tageskurs und mit einem Disagio von 0,5 Prozent.

Zudem enthält das Produkt eine optionale Lebensversicherungskomponente und zudem zahlt die Postbank im Todesfall die Summe der geplanten Sparraten vor Laufzeitende bis maximal 50.000 Euro aus. Die Laufzeit beträgt in Fünf-Jahres-Abständen zwischen fünf und 35 Jahren.

„Ich bin zwei Öltanks“

Basis der Anlage ist eine exklusive Zertifikatskonstruktion aus dem Hause Goldman Sachs. Dieses Zertifikat funktioniert nach dem „Ich-bin-zwei-Öltanks“-Prinzip - es sind eigentlich zwei Zertifikate, ein Aktien- und ein Rentenzertifikat, die sich auf ein gemeinsames Referenzportfolio beziehen, das über ein Aktien und ein Rentensegment bezieht.

Das Aktienzertifikat bezieht sich auf den AVK-Universal-Fonds, einen eigens aufgelegten Spezialfonds, der sich am Eurostoxx50 orientiert, das Rentenzertifikat Laufzeitbeginn auf ein Portfolio von erstklassiger Staatsanleihen, Pfandbriefen und kurzfristigen Geldanlagen. Zwischen beiden Portfoliosegmenten kann laufend umgeschichtet werden.

Dabei dient der Rentenanteil als Garantiekomponente und gibt darob auch die Grenzen der Flexibilität vor. Je näher sich der Wert des Referenzportfolios dem Wert der Rentenzertifikate annähert, desto stärker werden die Renten gewichtet. Erreicht der Wert des Portfolios indes eine kritische Größe, die von der Laufzeit abhängt, so wird die Aktiengewichtung auf Null reduziert.

Statt dessen kommt ein Rentenportfolio zum Einsatz, das Anleihen mittlerer bis höherer Qualität enthält. Darüber versucht das Management die Verluste wieder wettzumachen und die Konstruktion wieder ihrem ursprünglichen Aufbau zuzuführen. Es zeigt sich, daß die Konstruktion vor allem auf den Kapitalerhalt ausgelegt ist und im Prinzip am ehesten einem Garantiefonds gleicht.

Prinzip Garantiefonds

Dazu paßt auch die Art der Garantie, die eben nur zum Laufzeitende besteht. Das nimmt dem Produkt praktisch wieder an Flexibilität, da unter Umständen deutlich unter Wert liquidiert werden muß.

Wie bei allen Garantieprodukten wird auch beim Altersvorsorgekonto die Garantie durch den Verzicht auf Rendite bezahlt. Denn zwar ist die Summe der Einzahlungen garantiert, einschließlich Provision und Agio, doch diese kommen dann zum Tragen, wenn das Konto Gewinn abwirft. Und wie bei allen Garantieprodukten sind die Gebühren nicht unbedingt niedrig.

Die Verwaltungsvergütung wird mit jährlich 1,55 Prozent angegeben und ist damit mit der von Garantiefonds vergleichbar. Hinzu kommt ein Ausgabeaufschlag, der je nach Abstand zum Laufzeitende zwei bis vier Prozent beträgt.

Das Altersvorsorgekonto konkurriert auf diese Weise kurzfristig mit Garantiefonds. Indes bietet es einen Vorteil: Kursgewinne sind - anders als beispielsweise bei einem Aktienfonds - nach einjähriger Haltedauer entsprechend dem heutigen Rechtsstand beim Anleger steuerfrei.

Mögliche Alternative(n)

Um sich längerfristig auf ein Altersvorsorgekonto festzulegen, bedarf es doch eines großen Vertrauens in die Kompetenz des Hauses Goldman Sachs. Denn aufgrund der Konstruktion lohnt ist das Investment eigentlich nur sinnvoll, wenn man bis zum Laufzeitende durchhält. Zeichnet sich zwischenzeitlich ab, daß das Konto ein Verlustbringer ist, läßt sich schwer umschichten. Immerhin läßt sich der Sparplan jederzeit aussetzen, so daß man nicht am Ende noch gezwungen ist, gutes dem schlechten Geld hinterher zu werfen.

Wer auf Garantieprodukte setzt, für den ist das Altersvorsorgekonto sicher eine mögliche Alternative zu Garantiefonds. Indes fragt sich, ob nicht auch je nach steuerlicher Situation Sparbrief in Frage kommen oder eine Riester-Rente, die einen zusätzlichen Steuervorteil bietet. Und auch sollte man bei der Altersvorsorge wie überhaupt der Vermögensplanung nicht alle Eier in einen einzigen Korb legen - egal wie groß und bequem er ist.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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