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Yuan Investieren für Kleinanleger

02.01.2012 ·  Noch ist es schwierig, in Yuan zu investieren. Doch Experten setzen auf Liberalisierungen, die das Angebot deutlich wachsen lassen könnten.

Von Inge Kloepfer
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Noch hat China für private Geldanleger nicht allzu viel zu bieten. Es gibt nur wenige Produkte aus diesem Währungsraum für ausländische Investoren. "Aber das dürfte sich in den kommenden Jahren rasant ändern", sagt Thomas Gitzel, Ökonom und Analyst bei der VP-Bank in Liechtenstein. "Der Markt wird tiefer, es wird neue Produkte geben. Die Attraktivität, in Yuan zu investieren, wird eindeutig steigen."

Chinas Regierung hat London als künftigen Handelsplatz für ihre Offshore-Währung ins Visier genommen, ebenso Singapur, wo derzeit - anders als in Hongkong - der Handel mit Yuan noch beschränkt ist, weil eine Renminbi-Clearing-Bank fehlt. Ist die erst da, wird der Handel explodieren.

Hoffen auf Zinsspekulationen

Zwei Möglichkeiten haben Anleger, Wetten auf den Yuan abzuschließen: Privatanleger können bei ausländischen oder chinesischen Banken Tagesgeldkonten in Yuan eröffnen. Das geht nicht nur in Hongkong, sondern auch in Deutschland, ist für den Anleger aber allein wegen der niedrigen Verzinsung im Offshore-Markt vergleichsweise unattraktiv.

Interessanter könnte es künftig werden, wenn von der chinesischen Regierung lizenzierte Auslandsbanken mit den Yuan ausländischer Anleger Zinsarbitrage-Geschäfte tätigen können. Dann könnten Anleger vom Zinsniveau im chinesischen Inlandsmarkt profitieren, und das ist höher. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Banken hier für ausländische Anleger entsprechende Produkte anbieten", meint Gitzel. "In den nächsten zwei Jahren rechnen wir mit deutlich interessanteren Möglichkeiten als heute." Allerdings versucht China hier, Wildwuchs zu vermeiden. Das Volumen dieser Transaktionen zwischen den zwei Währungskreisen ist auf 20 Milliarden Yuan begrenzt.

Unternehmensanleihen in Yuan

Eine zweite, attraktivere Investitionsmöglichkeit bietet ein junges Marktsegment für Unternehmensanleihen, die auf die chinesische Währung lauten. Seit rund eineinhalb Jahren dürfen chinesische und ausländische Firmen in Hongkong Yuan-Zinspapiere begeben, die direkt von ausländischen Investoren gezeichnet und gehandelt werden können.

Diese Bonds sind nach den kleinen asiatischen Gerichten Dim-Sum benannt. Der Markt hat zwar nur ein Volumen von knapp 30 Milliarden Dollar oder 190 Milliarden Yuan, ist aber gegenüber 2010 um das Dreifache gewachsen - mit weiter steigender Tendenz.

Unternehmen wie Volkswagen, Unilever oder Caterpillar finanzieren sich hier für Geschäfte in der Volksrepublik direkt in Renminbi. Die Kombination von bekannten, international tätigen Unternehmen, der chinesischen Währung und einer direkten Teilhabe am Wirtschaftswachstum des Landes lockt immer mehr Anleger. Interessierte Investoren sollten bei der Auswahl die Liquidität der Papiere beachten. Auch chinesischen Konzernen wird der Zugang zu dem Segment künftig erleichtert. Das könnte 2012 spannend werden.

Schwacher Euro macht chinesische Aktien attraktiver

Wer direkt chinesische Aktien kaufen will, muss sich mit den in Dollar oder Hongkong-Dollar notierten Papieren chinesischer Unternehmen begnügen. So könnte man an der Wachstumsstory verdienen, wenn auch nicht in Chinas Währung: "A-Aktien" chinesischer Gesellschaften, die in Yuan begeben werden, sind chinesischen Anlegern und wenigen ausländischen institutionellen Investoren vorbehalten.

Aus europäischer Anlegerperspektive ist beim Thema Yuan aber auch Folgendes zu bedenken: Da die Währung an den Dollar gekoppelt ist, bildet das Wechselkursverhältnis Euro-Yuan einen Teil der Kursentwicklung des Euro zum Dollar ab. Gewinnt der Euro gegenüber dem Dollar, wird auch der Yuan - trotz seiner Aufwertung gegenüber dem Dollar - in Euro weniger wert. Würde der Dollar indes gegenüber dem Euro deutlich aufwerten, hätte der Anleger auch in Yuan einen guten Schnitt gemacht.

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Jahrgang 1964, Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

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