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Richtig anlegen : Wohin mit dem Geld 2017?

Mit ETF können die Anleger an der positiven Entwicklung von Indizes auf der ganzen Welt profitieren - und das bei niedrigen Gebühren. Bild: Reuters

Indexfonds sind populär wie nie. Weil sie einfach und günstig sind. Ihr Siegeszug markiert eine Zeitenwende an den Finanzmärkten. Zum Wohle der Anleger.

          Man schrieb das Jahr 1976, als ausgerechnet in der amerikanischen Kleinstadt Malvern im Bundesstaat Pennsylvania die Revolution begann. Es war allerdings eine Revolution, an die zu Anfang kaum jemand glaubte. Sie ging aus von einem Mann namens John Bogle, der bis zu jenem Jahr eher erfolglos für einige amerikanische Investmentgesellschaften gearbeitet hatte. Nun hatte Bogle seine eigene Fondsgesellschaft namens Vanguard gegründet und sich als einer der Ersten einer eigenartigen Idee verschrieben: Er verkaufte den Anlegern sogenannte Indexfonds. In alten amerikanischen Börsenmagazinen kann man nachlesen, was die Fachleute damals davon hielten. Sie sprachen von „Bogle’s folly“ - frei übersetzt: eine Verrücktheit sondergleichen.

          Dennis Kremer

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Idee aber war keineswegs verrückt. Sondern sie war genial. Denn John Bogle hat mit seinen Indexfonds einer Entwicklung den Weg bereitet, die heute die Finanzwelt in ihren Grundfesten erschüttert: Die Rede ist vom Erfolg der ETF. Die Abkürzung steht für Exchange traded funds (börsengehandelte Indexfonds). Dabei handelt es sich um Fonds, die sich durch zwei Dinge auszeichnen. Sie bilden erstens die Wertentwicklung eines Börsenindex wie des Dax exakt nach: Steigt der Dax um drei Prozent, gewinnt auch der ETF drei Prozent hinzu. Fällt der Dax dagegen, verliert der ETF im gleichen Maße. Zweitens müssen die Anleger dafür kaum Gebühren zahlen, weil sich anders als bei klassischen Fonds kein hochbezahlter Fondsmanager Gedanken um die Auswahl der richtigen Wertpapiere macht.

          Pionier John Bogle war schon früh davon überzeugt, dass niemand - nicht einmal der beste Fondsmanager - im Vorhinein wissen kann, welche Aktien und Anleihen sich besser entwickeln werden als der Rest. Diese Erkenntnis, heute durch zahlreiche akademische Studien untermauert, ließ ihn 1976 den Vanguard S&P 500 auf den Markt bringen. Dieser Indexfonds, der den wichtigsten amerikanischen Aktienindex S&P 500 abbildete, war der erste ernstzunehmende Vorläufer der heutigen ETF. Er unterschied sich von ihnen nur in einem Detail: Anders als die heutigen Fonds konnte man ihn nicht jederzeit über die Börse kaufen und wieder verkaufen.

          Geringere Kosten, höhere Renditen

          Längst hat Vanguard eine moderne ETF-Variante des Fonds aufgelegt, angesichts deren gewaltigen Erfolges sich manch ein Kritiker von einst wohl im Grabe umdrehen würde. Mit einem verwalteten Vermögen von 270 Milliarden Dollar ist der Vanguard-ETF heute einer der größten Fonds der Welt. Vanguard ist eine weitgehend auf den amerikanischen Markt beschränkte Fondsgesellschaft geblieben, doch der Siegeszug der ETF hat die ganze Welt erfasst. Schwindelerregende 3300 Milliarden Dollar haben die Anleger in ETF investiert - keine Anlageform hat in den vergangenen Jahren so rasant an Bedeutung gewonnen (siehe Grafik). Noch steckt zwar mehr Geld in klassischen Fonds, doch die Indexfonds holen auf. Christian Staub, Deutschland-Chef des weltgrößten ETF-Anbieters Blackrock, geht davon aus, dass die Anleger bis zum Jahr 2020 weitere 3000 Milliarden Dollar in ETF investieren werden. Dies wäre im Vergleich zu heute eine Verdopplung.

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