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Wall Street Sind die Kursverluste im Januar ein schlechtes Omen?

05.02.2009 ·  Der Januar war für die amerikanischen Aktienmärkte der schlechteste Monat in der Geschichte des Dow Jones. Dies kann Signalcharakter für das gesamte Jahr haben. Doch es gibt noch Branchen und Unternehmen, die sich dem Abwärtstrend entziehen könnten.

Von Sam Stovall
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Der Aktienindex S&P-500 ging im Januar 2009 um 8,6 Prozent zurück und markiert damit das zweite Jahr in Folge, in dem der S&P-500 im ersten Monat des Jahres an Wert verliert. Seit 1929 gab es fünf weitere Fälle, in denen der S&P-500 in zwei aufeinanderfolgenden Jahren einen Kursrückgang im Januar verzeichnete (1956-57, 1973-74, 1977-18, 1981-82 und 2002-03).

In den verbleibenden 11 Monaten des zweiten Jahres erzielte der S&P-500 im Schnitt einen Kurszuwachs von 3,0 Prozent und konnte in drei von fünf Fällen zulegen. Man sollte sich allerdings nicht zu früh freuen. Es gab auch zwei Fälle, in denen der Markt den Januar in drei aufeinanderfolgenden Jahren mit Kursverlusten beendete (1939-41 und 1968-70).

Wie im Januar, so im ganzen Jahr

Doch warum sollte es uns interessieren, ob der S&P-500 im Januar steigt oder fällt? Weil ein altes Wall-Street-Sprichwort besagt: „Wie im Januar, so im ganzen Jahr“. Eine positive Kursentwicklung der Aktienmärkte im Januar ging in der Vergangenheit für gewöhnlich mit einer positiven Jahresentwicklung einher, während eine negative Performance im ersten Monat des Jahres üblicherweise einen Rückgang für das Gesamtjahr signalisierte.

Seit 1945 folgte auf einen Anstieg des S&P-500 im Januar in 85 Prozent der Fälle eine Aufwärtsbewegung des Marktes in den darauffolgenden elf Monaten und ein durchschnittliches Kursplus für das Gesamtjahr von 11,6 Prozent. Dies übertrifft die vom S&P-500 in den vergangenen 64 Jahren in einem Zwölfmonatszeitraum erzielte mittlere Kurssteigerung von 8,2 Prozent.

Wenn der S&P-500 im Januar jedoch mit einem Minus schloss, dann beendete er das Jahr mit einem Abschlag von 2,2 Prozent; die Trefferquote kommt in diesen Fällen mit 48 Prozent allerdings nicht über das Ergebnis eines Münzwurfs hinaus. Im letzten Jahr lag dieses „Januar-Barometer“ jedoch richtig. Im Januar 2008 sank der S&P-500 um 6,1 Prozent und schloss das Jahr mit einem Kursverlust von 34,5 Prozent.

Ein Neuanfang?

Nach meiner Überzeugung geht dieses Januar-Barometer kausal auf das Anlegerverhalten zurück. Ich denke, dass Anleger in gewisser Weise Menschen ähneln, die sich mit Diäten herumschlagen und den Januar als Neuanfang betrachten.

Sie haben Geld für Anlagezwecke zur Verfügung und möchten von Steuervorteilen langfristiger Kapitalgewinne profitieren, weshalb sie vermutlich in Papiere investieren, von denen sie annehmen, dass sie in den kommenden zwölf Monaten Früchte tragen werden. Diese Logik hat sich zwar bewährt, es sei jedoch daran erinnert, dass Wertentwicklungen in der Vergangenheit keine Garantie für zukünftige Ergebnisse sind.

Manche Branchen laufen besser

Bei der Zusammenstellung erfolgreicher Portfolios könnten Anleger den Markt sogar noch deutlicher schlagen, wenn sie sich an die drei Sektoren oder die zehn Branchen des S&P-500 halten, die im Januar die besten Ergebnisse erzielen. Seit 1990 verzeichneten die drei S&P-500-Sektoren mit der besten Wertenwicklung im Januar eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 7,5 Prozent in den darauffolgenden zwölf Monaten (Februar bis Januar), während der S&P-500 im gleichen Zeitraum 5,0 Prozent zulegte. Diese drei Sektoren übertrafen den Markt in annähernd drei von vier Fällen.

Auf Branchenebene waren die Ergebnisse sogar noch besser. Seit 1970 stiegen die zehn S&P-500-Branchen mit der besten Wertentwicklung im Januar im anschließenden Zwölfmonatszeitraum mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 14,3 Prozent gegenüber 6,0 Prozent des S&P-500 (ohne Dividenden).

Darüber hinaus schlug dieses „Januar-Barometer-Portfolio“ der Branchen den Markt in 72 Prozent der Fälle, wobei Entwicklungen in der Vergangenheit natürlich keine Gewähr für zukünftige Ergebnisse sind.

Gemischte Ergebnisse

In den beiden vergangenen Jahren lieferten die Januar-Barometer-Portfolios gemischte Ergebnisse. Während der S&P-500 vom 31. Januar 2008 bis zum 29. Januar 2009 (ohne Berücksichtigung von Dividenden) um 38,7 Prozent zurückging, sackte das Drei-Sektor-Portfolio um 51,1 Prozent ab, da Anleger zu Jahresbeginn 2008 davon ausgingen, dass den Finanzwerten in den kommenden zwölf Monaten eine Trendwende gelingen würde. Diesmal sind sie weniger optimistisch. Das Januar-Portfolio der zehn besten Branchen sank im gleichen Zeitraum derweil um 32,5 Prozent und damit etwas weniger stark als der Gesamtmarkt.

Die drei S&P-500-Sektoren mit der besten Wertentwicklung bis 29. Januar 2009 waren Gesundheitswesen, Informationstechnologie und Versorger. Die zehn besten Branchen des S&P-500 im Januar waren Kohle und Brennstoffe, Computer- und Elektronikhandel, Computerspeicher und -peripheriegeräte, Bildungsdienstleistungen, Elektronische Bauelemente, Düngemittel und Agrarchemie, Pharmavertrieb, IT-Beratung und andere Dienstleistungen, Raffination und Vermarktung von Erdöl und Erdgas sowie Mobilfunkdienstleistungen.

Fazit: Der Kursrückgang des S&P-500 im Januar könnte ein weiteres schwieriges Jahr signalisieren. Bei bestimmten Sektoren und Branchen des S&P-500 lässt sich im Januar jedoch auch Potenzial für eine überdurchschnittliche Wertentwicklung ausmachen.

Sam Stovall ist Chefstratege von S&P Equity Research Services.

Quelle: Business Week Online
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