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Wachstumsfonds Die „Megatrends“ bringen auch nicht mehr als der Dax

27.09.2007 ·  Klimawandel und Demographie sind die großen Menschheitsthemen. Das hat jetzt auch die Finanzindustrie erkannt und bietet entsprechende Fonds und Zertifikate an. Mehr Rendite als der Dax bringen sie leider nicht.

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Die Menschheit steht vor großen Herausforderungen. Ganz großen. Der Klimawandel. Die Demographie. Wo soll das alles nur enden? Politiker und Publizisten haben die Brisanz und Eleganz dieser Megathemen (für sich) schon lange erkannt. Auch die Finanzindustrie ist dabei, daraus Kapital zu schlagen. Banken von ABN Amro bis WestLB werben für neue Klimaschutzzertifikate. Und Fondsgesellschaften legen entsprechende Themenfonds auf.

Zum Beispiel die Schweizer UBS, die schon früh auf die Idee gekommen ist, dass sich mit sozialen und ökologischen Themen gutes Geld verdienen lässt. Bereits seit Juni 2001 existiert der UBS Global Innovators Fonds (Isin LU0130799603). Er investiert laut Produktprospekt in Firmen, die „zu einer nachhaltigen Entwicklung unserer Umwelt beitragen“ und die „von der demographischen Entwicklung, dem Klimawandel und der Wassersituation betroffen sind“.

Drei Viertel Klima, ein Viertel Demographie

Damit ist nicht gemeint, dass die Firmen nur Senioren beschäftigen oder des öfteren unter Überschwemmungen der Werkshalle leiden. Statt „betroffen“ ist wohl eher „profitieren“ gemeint, nur mag offiziell niemand von Notlagen „profitieren“. Die „globalen Innovatoren“ im Fonds sind in erster Linie Firmen, die sich auf erneuerbare Energien wie Sonne und Wind spezialisiert haben.

Zu den größten Positionen im Portfolio des Fonds gehören gemäß dem zuletzt Ende August veröffentlichten Monatsbericht Firmen wie der Windmühlenbauer Vestas und die Solarunternehmen Solarworld und Q-Cells. Auf diese Unternehmen entfallen Anteile von jeweils drei bis vier Prozent im Fonds.

Zu drei Vierteln ist der „Global Innovators“ im Thema Klimawandel (Energie, Mobilität) investiert. Jeweils gut zehn Prozent nehmen die Bereiche Wasser und Demographie ein. Das zieht bei den Anlegern: Der UBS Global Innovators stellt keine kleine Veranstaltung mehr dar. Mit 818 Millionen Euro (Stand Ende Juli) ist das Fondsvolumen von der Milliardenmarke nicht mehr weit entfernt.

Die Comdirect fand die Sammlung von 50 bis 70 kleinen bis mittelgroßen AGs so gut, dass sie das Produkt zum „Fonds des Monats“ machte. Statt des regulären Ausgabeaufschlags von fünf Prozent sind Kunden mit einem halben Prozent dabei. Die Mindestsumme für Einmalanlagen beträgt 1.000 Euro, über einen Sparplan können Anteile ab 25 Euro monatlich erworben werden.

Jung und wachstumsstark...

Comdirect preist das Angebot überschwenglich (auch wenn man im Kleingedruckten darauf hinweist, dass die Auswahl des Fonds des Monats keine Empfehlung oder Beratung darstelle): Das Produkt werde von einem erfahrenen Team um den früheren Klimaforscher Gerhard Wagner gemanagt. Zunächst suche dieses Team weltweit „junge und wachstumsstarke Unternehmen“ aus - die „Innovatoren“ also. Anschließend erfolge die traditionelle Überprüfung nach finanzpolitischen Faktoren. Und dann werde der Investmentprozess noch mit persönlichen Treffen der Unternehmensvertreter und Besuchen der Geschäftsbereiche abgerundet.

Das alles kostet natürlich Geld. Jahr für Jahr müssen die Anleger eine Managementgebühr von 2,04 Prozent zahlen. Dafür aber habe der Fonds, betont Comdirect, in den vergangenen drei Jahren auch ein Plus von 102 Prozent erzielt.

...aber nicht besser als der Dax

Klingt hervorragend, zumal der „Global Innovators“ auch noch vier (von maximal fünf) Sterne der Ratingagentur Morningstar aufweisen kann. Wer das Produkt allerdings mit so traditionellen Aktienkörben wie dem Deutschen Aktienindex vergleicht, wird schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Im Fünf-Jahres-Vergleich haben Anleger mit dem Dax - beispielsweise mit einem kostengünstigen Indexzertifikat - mehr herausholen können als mit dem Wachstumsfonds aus dem Hause UBS (siehe Grafik).

Natürlich lässt sich argumentieren, dass deutsche Standardwerte nicht der angemessene Vergleichsmaßstab für ein solch innovatives Produkt sind. Dieses Argument, das die Anbieter in solchen Fällen häufig bringen, ist für den normalen Anleger, der an ordentlicher Rendite interessiert ist, aber nicht wirklich schlagend.

Zudem ist zu berücksichtigen, dass die Anlage in kleine Firmen wie Vestas oder Solon höhere Risiken bergen als ein Investment in Allianz- oder Siemens-Aktien. Es ist schon richtig: Wer vor vier Jahren mit wenig Geld Solarworld-Anteile (die sich auch im Fonds finden) gekauft hat, ist heute Multi-Millionär. Umso enttäuschender nimmt sich dagegen die Entwicklung des UBS-Portfolios aus. Immerhin haben sich die Investoren damit ein reines ökologisches Gewissen erkauft.

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