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Volatilitäten Steigende Volatilitäten verändern die Anlagestrategie

 ·  Die Volatilitäten sind vergleichsweise tief und dürften steigen. Goldman Sachs sieht eine Verbindung zwischen dem Stadium des konjunkturellen Zyklus und der Schwankungsintensität der Märkte. Anleger sollten ihre Strategie anpassen.

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Nach den hektischen Zeiten der Baisse erholten sich die Märkte in den vergangenen Monaten. Das führte zu deutlich sinkenden Volatilitäten. Sie haben nach zum Teil extremen Tiefständen in den vergangenen Wochen wieder angezogen, befinden sich allerdings im langfristigen Rückblick immer noch auf einem tiefen Niveau. Und zwar über alle Vermögensklassen.

Es gibt zwar die verschiedensten Erklärungsansätze für das Phänomen. Allerdings halten sie selten einer quantitativen Überprüfung stand. Die Analysten von Goldman Sachs sehen am ehesten eine Verbindung zwischen dem Stadium des konjunkturellen Zyklus und der Schwankungsintensität der Märkte. So scheinen fallende und niedrige Volatilitäten in Frühphasen einer ökonomischen Expansion normal zu sein, während sie in der Vergangenheit mit zunehmender „Reife“ der Entwicklung anzogen. Während der Rezessionen lagen sie über dem langfristigen Durchschnitt.

Zusammenhang zwischen steigenden Zinsen und zunehmender Nervosität

Schlußendlich scheint es einen Zusammenhang zwischen steigenden Zinsen und zunehmender Nervosität an den Märkten zu geben. Das dürfte kaum überraschen, wirken sich doch höhere Zinsen auf verschiedensten Kanälen auf die Wirtschaftsentwicklung aus. So gebe es denn auch verschiedene Gründe, die in den kommenden Monaten steigende Volatilitäten erwarten lassen können.

Erstens befänden sich die Volatilitäten immer noch am unteren Rande dessen, was in den vergangenen Jahren an den Finanzmärkten üblich war. Zweitens befänden sich sowohl Börsen als auch die Devisenmärkte in einem Stadium, in welchem die Nervosität üblicherweise zunimmt. Drittens kämen dazu die steigenden Zinsen, die zu höheren Risikoprämien führen dürften und sollten. Immerhin sind sie in manchen Marktsegmenten extrem tief. Viertens führten steigende Zinsen in einem Umfeld extremer makroökonomischer Ungleichgewichte zu einer größeren Ungewißheit darüber, wohin sich das ganze entwickeln könnte, als normalerweise üblich ist in einer solchen Phase. Fünftens komme dazu die Ablösung von Alan Greenspan, die auch zu einer gewissen Verunsicherung führen könne.

Steigende Volatilitäten - höhere Optionspreise und ausweitende Bonitätsprämien

Es sei zwar kaum möglich, vorauszusagen, was wann passieren werde. Allerdings sei klar, daß steigende Volatilitäten zu höheren Optionspreisen und sich ausweitenden Bonitätsprämien an den Rentenmärkten führen würden. In diesem Sinne dürften nicht nur manche Unternehmensanleihe in die Defensive geraten, sondern im Rahmen einer defensiven Strategie dürften sich auch Aktien großer Unternehmen relativ besser entwickeln als jene von kleineren oder mittleren Unternehmen.

Gleichzeitig dürfte es ratsam sein, sämtliche Produkte, bei welchen die Volatilität eine Rolle spielt, genauer und vor allem auch kritischer zu betrachten. Denn nicht selten führen steigende Volatilitäten zu Kursverlusten. Das gilt nicht nur für exotische Produkte, bei denen die Volatilität unter Umständen gleich mehrfach gewichtet wird, sondern auch für einfache Konstruktionen wie Diskontzertifikate oder Aktienanleihen. Hier nimmt bei zunehmender Unsicherheit nicht nur der Wert des Zertifikats während der Laufzeit ab, sondern gleichzeitig können auch die Basiswerte aus dem Ruder laufen.

In diesem Sinne mögen sollte man sich nicht von oberflächlichen Magazinberichten oder glänzenden Prospekten in Produkte locken lassen, die sich nur schwer einschätzen lassen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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