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Versicherungs-Check Jetzt ausmisten und sparen

14.05.2009 ·  Viele Kunden haben zu viele und zu teure Versicherungsverträge. Wer günstig abschließt und zu teure oder überflüssige Policen kündigt, kann im Schnitt jährlich 400 Euro sparen.

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Jeder sollte sich vor existenziellen Risiken schützen - und zwar unabhängig von Alter, Familienstand und Lebenssituation. Dazu gehören Krankheiten und die finanziellen Folgen eines Schadens, den der Versicherte anderen zufügt und für den er persönlich haftet. Eine Privathaftpflichtversicherung mit einer Deckungssumme von mindestens 3 Millionen Euro ist deshalb unerlässlich, eine Krankenversicherung Pflicht.

Und wer ins Ausland reist, schützt sich mit einer Auslandsreise-Krankenversicherung. Je nach Dauer und Art einer Reise, können Urlauber einen günstigen Jahresvertrag (vgl. Testergebnisse Auslandsreise-Krankenversicherung) oder eine Spezialpolice für Langzeit­reisen abschließen (vgl. Testergebnisse Auslandsreise-Krankenversicherung).

Familien und Alleinerziehende

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für jeden sehr zu empfehlen, der von seinem Arbeitseinkommen lebt. Sie zahlt eine Rente, wenn der Versicherte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann. Wer keine Berufsunfähigkeitspolice erhält, kann sich um eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung bemühen.

Erwägen sollten Familien auch eine Kinderinvaliditätsversicherung. Sie leistet, wenn ein Kind durch Krankheit oder Unfall dauerhaft invalide wird. Nach der Ausbildung sollte das Kind ebenfalls eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Wichtig für Eltern und alle, die für andere Personen sorgen: eine preiswerte Risikolebensversicherung mit ausreichender Todesfallsumme. Sie sichert die Hinterbliebenen zumindest finanziell ab.

Situationsabhängige Policen

Eine Senioren-Unfallversicherung kann für allein lebende Senioren sinnvoll sein, die nach einem Unfall externe Hilfe benötigen. Für Hausbesitzer unverzichtbar: die Wohngebäudeversicherung fürs Eigenheim. Bei großem oder wertvollem Hausstand macht auch die Hausratversicherung Sinn.

Bauherren benötigen für die Zeit des Hausbaus eine Bauherrenhaftpflicht-Versicherung. Sie kommt während der Bauzeit für Schäden auf, die sonst der Bauherr aufgrund seiner gesetzlichen Haftpflicht ersetzen müsste. Autofahrer können von der Verkehrsrechtschutzversicherung profitieren, vor allem als Vielfahrer. Der Versicherer springt ein, wenn eine Klage Aussicht auf Erfolg hat oder der Unfallgegner zu Unrecht Schadenersatz verlangt.

Überflüssig und teuer

Einige Policen sind in der Regel überflüssig, zum Beispiel ...

1. ... die Insassenunfallversicherung. Mitfahrende sind über die Kfz-Haftpflichtversicherung des Fahrers versichert. Der Fahrer selbst ist besser über eine Berufunfähigkeits- oder Unfallversicherung geschützt.

2. ... der Autoschutzbrief. Seine Leistungen sind häufig schon in der Autoversicherung eingeschlossen. Oft stimmt auch das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht.

3. ... die Reisegepäckversicherung. Sie greift in der Regel nur, wenn der Versicherte so strenge Auflagen erfüllt, dass sein Gepäck erst gar nicht gestohlen werden kann. Zudem ist das Gepäck weitgehend über die Hausratversicherung und zum Teil über den Reiseveranstalter gedeckt.

4. ... die Krankenhaustagegeld-Versicherung. Das Krankengeld der gesetzlichen Krankenversicherung oder die private Krankentagegeldversicherung gleicht den Verdienstausfall durch den Aufenthalt im Krankenhaus bereits aus.

5. ... die Ausbildungs- und die Kapitallebensversicherung. Diese Policen sind eine Mischung aus Versicherung und Geldanlage und dadurch teuer und unflexibel. Andere Sparformen, eine separate Altersvorsorge und der Todesfallschutz durch eine Risikolebensversicherung bringen mehr.

Richtig kündigen

Positiv für Versicherte: Das seit 2009 geltende neue Versicherungsvertragsgesetz erleichtert den Ausstieg. Es gilt auch für Langzeitverträge, die Versicherte für fünf Jahre abgeschlossen haben. Sie können sie jetzt bereits nach drei Jahren kündigen.

Je nach Versicherung und Kündigungsgrund gelten unterschiedliche Fristen. Ein Blick in den Versicherungsvertrag oder auf die Übersichtstabelle informiert über mögliche Kündigungstermine und Fristen.

Tipps

Bedarf. Prüfen Sie vor Vertragsabschluss, ob Sie die angebotene Police tatsächlich benötigen. Wenn Sie einen Schaden, den diese Versicherung abdeckt, nicht aus eigener Tasche bezahlen können, ist sie sinnvoll. Eine ausführliche Übersicht von unbedingt notwendigen bis zu überflüssigen Versicherungen finden Sie in der Infografik.

Zahlungsweise. Sie sparen zwischen 3 und 5 Prozent des Beitrags, wenn Sie jährlich statt in monatlichen Raten zahlen.

Durchblick. In Finanztest 5/2009 oder bei test.de finden Sie kurze, kostenpflichtige Übersichtstabellen der derzeit günstigsten oder besten Policen für Auto-, Privathaftpflicht- und Hausratversicherungen, Wohngebäude- und Elementarschadenschutz, Risikolebens- und Auslandsreise-Krankenversicherungen, Berufsunfähigkeitsversicherung plus Todesfallschutz sowie Verkehrsrechtsschutz.

Familien und Alleinerziehende

Basisschutz. Jeder sollte unbedingt eine Privathaftpflichtversicherung mit einer Versicherungssumme von mindestens 3 Millionen Euro besitzen. Achten Sie als Eltern auf nötige Zusatzleistungen. Um Ärger zu vermeiden, sollte der Versicherer zum Beispiel auch dann zahlen, wenn Ihr Kleinkind etwas anrichtet, für das es nicht haftbar gemacht werden kann. Pro Familie reicht eine Versicherung. Weitere Infos: Test Privathaftpflicht.

Krankenversicherung. Eine Krankenversicherung ist Pflicht. Sind Sie gesetzlich versichert, sind auch Ihre Kinder beitragsfrei mitversichert.

Auslandsreise-Krankenversicherung. Wenn Sie ins Ausland verreisen, sollten Sie eine Auslandsreise-Krankenversicherung abschließen. Sie zahlt zum Beispiel einen medizinisch notwendigen Krankenrücktransport. Der kann leicht mehrere tausend Euro kosten. Weitere Infos: Testergebnisse Auslandsreise-Krankenversicherung; Testergebnisse Auslandsreise-Krankenversicherung

Einkommen. Denken Sie frühzeitig an eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie zahlt Ihnen eine Rente, wenn Sie Ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen aufgeben müssen. Weiterer Vorteil. Dadurch sichern Sie auch Ihre Familie ab. Achten Sie auf die Vertragsbedingungen. Weitere Infos. Test Berufsunfähigkeitsversicherung

Invaliditätsschutz. Schließen Sie für Ihre Kinder eine Kinderinvaliditätsversicherung ab. Wenn Sie sich grundsätzlich nur die preiswertere Unfallversicherung leisten können, achten Sie auf eine hohe Progressionsstufe. Dann zahlt die Versicherungsgesellschaft zumindest bei schweren Schäden sehr viel. Weitere Infos: Test Kinderinvaliditäts-Versicherung.

Todesfallschutz. Eine Risikolebensversicherung mit ausreichender Todesfallsumme ist ein Muss, wenn Sie Ihre Lieben finanziell absichern möchten. Im Ernstfall erhält Ihre Familie eine vorher vereinbarte Summe, die sie beispielsweise für die Tilgung eines Hypothekendarlehens einsetzen kann. Weitere Infos: Testergebnisse Risikolebensversicherung

Senioren

Seniorentarif. Ab Rentenbeginn oder schon ein paar Jahre vorher bieten viele Versicherer günstige Sondertarife für Senioren an. Fragen Sie bei Ihrem Versicherer danach.

Senioren-Unfallpolicen. Viele Versicherer haben spezielle Senioren-Unfallversicherungen im Programm, die Hilfeleistungen wie Einkauf, Putzen oder einen Mahlzeiten-Bringdienst enthalten. Finanztest empfiehlt: Behalten Sie Ihre herkömmliche Unfallversicherung, wenn Sie vor allem auf die Kapitalauszahlung bei Invalidität Wert legen und die in den Seniorenpolicen enthaltenen Hilfeleistungen nicht benötigen. Eine normale Police ist oft leistungsstärker und preisgünstiger als der Senioren-Spezialtarif. Weitere Infos: Testergebnisse Senioren-Unfallversicherung

Kündigung

Kündigungstermine. Prüfen Sie, welche Kündigungsfristen für Ihre Verträge gelten: Ausführliche Übersichtstabelle der Kündigungstermine für die einzelnen Versicherungssparten.

Anruf. Reden Sie vor einer Kündigung mit dem Versicherer. Viele Anbieter bieten dann plötzlich günstigere Tarife, weil sie nur ungern Kunden verlieren.

Einschreiben. Kündigen Sie immer schriftlich - am besten per Einschreiben mit Rückschein. Gerade wenn die Kündigungsfrist in Kürze abläuft, haben Sie so einen Nachweis, dass Sie das Schreiben rechtzeitig abgeschickt haben.

Der Text und die Tabellen wurden, soweit nicht anders ausgewiesen, von unserem Kooperationspartner „Stiftung Warentest“ erstellt. Die vollständigen Informationen sind kostenpflichtig unter test.de abzurufen.

Quelle: Finanztest
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