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Vermögensverwaltung Stiftungsfonds als Alternative

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Deutsche Stiftungen verwalten Vermögenswerte über etwas mehr als 100 Milliarden Euro, von denen etwa 60 Milliarden Euro wenig liquide geparkt sind, zum Beispiel in den besonders von größeren Stiftungen geschätzten Immobilien.

Das liquide Vermögen beläuft sich auf rund 40 Milliarden Euro und ist mit Blick auf den Kapitalerhalt und regelmäßige Erträge überwiegend in Zinspapieren investiert. Mit Zinspapieren guter Bonität sind aber nur noch sehr niedrige Renditen zu vereinnahmen, und so ist es wenig erstaunlich, dass auch Stiftungen nach Anlagen Ausschau halten, die mehr Renditen bei einem nicht allzu hohen Risiko versprechen.

Nicht nur für Stiftungen

Eine Möglichkeit wäre die Direktanlage in Aktien, eine andere die Anlage in Stiftungsfonds. In diesen Fonds sind derzeit rund 7 Milliarden Euro investiert. Wie sie abschneiden, untersucht eine aktuelle Studie, die von dem Frankfurter Family Office Portfolio Consulting GmbH veröffentlicht worden ist. Der Sinn der Stiftungsfonds besteht darin, einen langfristigen Kapitalerhalt nach Inflation mit regelmäßigen Ausschüttungen zu bieten. Gedacht sind sie nicht nur, aber auch gerade für mittlere und kleinere Stiftungen, die im eigenen Haus nicht die Ressourcen für umfangreiche Marktanalysen besitzen.

Stiftungsfonds sind überwiegend als Mischfonds konstruiert, die mehrere Anlageklassen, darunter üblicherweise Aktien und Anleihen, enthalten. Die Bezeichnung Stiftungsfonds ist insofern leicht irreführend, da Fondsanteile meist auch von anderen Anlegern als Stiftungen erworben werden können - jedenfalls, sofern sie den Mindestanlagebetrag mobilisieren können, der bei vielen dieser Fonds so hoch liegt, dass er viele Privatanleger abschrecken könnte.

Größer ist nicht gleich besser

Zu den gemessen am Volumen wichtigsten Stiftungsfonds zählt der Deka-Stiftungen Balance, der auf ein für diese Gattung hohes Volumen von rund einer Milliarde Euro kommt. Die Mindestanlage beträgt 25 000 Euro. Der Deka-Stiftungen Balance ist ein typischer defensiver Mischfonds, das heißt, er ist überwiegend in Zinspapieren investiert.

Die Aktienquote beträgt höchstens 30 Prozent, wobei die einzelnen Titel in anerkannten deutschen oder ausländischen Aktienindizes vertreten sein müssen. Der Anteil von Anlagen in Fremdwährungen ist auf 20 Prozent begrenzt. Viele andere Stiftungsfonds sind sehr viel kleiner, manche fahren auch spürbar höhere Aktienquoten.

Wie ein Leistungsvergleich der Fonds in der Studie zeigt, lässt sich aus der Größe eines Fonds aber nicht auf sein Abschneiden schließen. „Alles in allem haben sich die unterschiedlichen Stiftungsfonds in Zeiten großer Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten auch in den vergangenen drei Jahren noch relativ gut behauptet und können auf jeden Fall auch für kleinere und mittlere Stiftungen eine sinnvolle Ergänzung zur Diversifizierung ihres Anlagevermögens sein“, heißt es in der Untersuchung.

Große Spannbreite des Erfolgs

In bewegten Zeiten, wie sie die vergangenen drei Jahre darstellten, fallen die Ergebnisse der 43 beobachteten Stiftungsfonds weit auseinander. Sie reichen von plus 64,5 Prozent (Frankfurter Aktien für Stiftungen) bis minus 34,2 Prozent (HV Fonds-Global Endowment Portfolio). Die meisten Fonds haben in den vergangenen 36 Monaten einen Wertzuwachs im einstelligen oder niedrigen zweistelligen Prozentbereich erzielt.

Die Streuung der Ergebnisse ist wenig erstaunlich, da die Fonds eine Anlagestrategie verfolgen, die von defensiv über ausgewogen bis offensiv reichen. Der Deka-Stiftungen Balance als volumenstarker defensiver Fonds kommt in den vergangenen 36 Monaten nach den Angaben in der Studie auf einen bescheidenden Wertzuwachs von 4,5 Prozent.

Mit Stiftungsfonds ist es wie mit anderen aktiv gemanagten Investmentfonds. Ein hohes Fondsvolumen ist nicht unbedingt mit niedrigen Gebühren gleich zu setzen. Es gibt teure Fonds, die aber im Branchenvergleich keine sehr guten Ergebnisse bringen. Der Vergleich der Stiftungsfonds ist fraglos sehr interessant, aber Stiftungen sind nicht darauf angewiesen, in diese Anlageklasse zu investieren. Wer ins Risiko gehen möchte und darf, kann einen Fonds mit offensiver Anlagestrategie ins Kalkül ziehen und auf das Talent und das Glück des Fondsmanagers setzen. Als Alternative für teure defensive Fonds lassen sich aber auch Kombinationen von Indexfonds vorstellen.

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