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Vermögensaufbau Indexfonds für Sparpläne besonders geeignet

08.12.2006 ·  Anbieter von Sparplänen verschweigen häufig, daß ihre Produkte mit hohen Kosten verbunden sind. Kostengünstige Alternativen wie Indexfonds sind daher mehr als einen Blick wert.

Von Stefan Ruhkamp
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Die Eichhörnchen-Methode hat noch jeden reich gemacht. Geht man nur von genügend hohen Renditen aus, reichen schon geringe monatliche Beträge, um auf ein riesiges Vermögen zu kommen, wenn nur genügend Zeit ist.

Kostprobe: Ein Lehrling beginnt mit 15 Jahren, legt 100 Euro monatlich in Aktien an und hält in den nächsten 50 Jahren tapfer durch. Er wird die Rente tatsächlich als Millionär beginnen, sofern die Aktienmärkte 8 Prozent im Jahr abwerfen. Allerdings wird er sich von dem Geld in fünf Jahrzehnten wegen der Inflation weitaus weniger kaufen können als heute.

Geschickte Vermittler von Finanzanlagen motivieren ihre Kunden mit solchen Aussichten und haben auch nicht unrecht. Denn mit regelmäßigem Sparen läßt sich einiges bewegen. Vielleicht nicht ganz so leicht wie in der Beispielrechnung, denn Renditeannahmen von 8 Prozent sind in einem Umfeld mit niedriger Inflation und geringem Wachstum ambitioniert. Aber die Regelmäßigkeit eines Sparplans hat Vorteile. Die Bindung an einen Vertrag diszipliniert und verhindert, daß das Geld für einen Kurzurlaub ausgegeben wird.

Mit Gebühren bleiben statt 100.000 nur 65.000 Euro

Auch die Sparpläne der Finanzdienstleister erfüllen diesen Zweck. Sie sind auch für die langfristige Anlage oder die Altersvorsorge geeignet. Doch die Anbieter verschweigen häufig, daß ihre Produkte mit hohen Kosten belastet sind. Es lohnt sich deshalb, genauer hinzusehen. Manche Lebensversicherer arbeiten mit Abschlußprovisionen von mehr als 6 Prozent der gesamten Einzahlungen; Fondsgesellschaften verlangen nicht selten Ausgabeaufschläge von 5 Prozent. Hinzu kommen jeweils die jährlichen Verwaltungskosten. Sie betragen bei Fonds nicht selten mehr als 2 Prozent, und bei Lebensversicherungen können es mehr als 3 Prozent des investierten Kapitals sein. Das bedeutet, daß von 100 eingezahlten Euro nur 95 wirklich angelegt werden und von der jährlichen Rendite ein Teil für die Verwaltung abgezweigt wird. Die Vorsorge für das Alter beginnt also mit einem Rückschlag und wird im weiteren Verlauf gebremst.

Das kann viel Geld kosten. Ein völlig kostenfreier Sparplan mit monatlich 100 Euro und einer jährlichen Rendite von 6 Prozent verspricht nach 30 Jahren eine Auszahlung von fast 100.000 Euro. Werden dagegen wegen eines Ausgabeaufschlags nur 95 Euro wirklich angelegt und werden zudem 2 Prozent für Nebenkosten abgezweigt, reduziert sich die Auszahlung auf magere 65.000 Euro. Nun gibt es keine völlig kostenfreien Geldanlagen. Aber die Aufwendungen, die nicht zum Vermögensaufbau beitragen, lassen sich zumindest reduzieren. Meist sind kostengünstige Anlageprodukte allerdings mit weniger Beratung verbunden.

Der Anleger muß also schon wissen, was er will und welche Risiken er eingehen kann. Beliebt sind in solchen Fällen zum Beispiel börsengehandelte Indexfonds und Indexzertifikate. Beide Anlageinstrumente sind Wertpapiere, deren Preis sich fast parallel zu einem Aktien- oder Anleiheindex wie Dax oder Rex entwickelt. Bei diesen passiv verwalteten Produkten, die strikt den Vergleichsindex abbilden, sind keine hochbezahlten Fondsmanager erforderlich. Dadurch liegen die Verwaltungsgebühren unter denen normaler Investmentfonds. Mancher Indexfonds auf Staatsanleihen kommt mit jährlichen Gebühren von nur 0,1 Prozent des angelegten Vermögens aus. Bei der DAB-Bank sind solche Sparpläne ab einem Anlagebetrag von 50 Euro möglich. Bei so niedrigen Beträgen schwindet allerdings der Vorteil. Denn die Direktbank verlangt für jede Einzahlung unabhängig von der Höhe 2,50 Euro und zusätzlich 0,25 Prozent des angelegten Betrags. Lohnender wird es bei größeren Beträgen.

Kosten lassen sich deutlich reduzieren

Auch bei Versicherungsprodukten sind niedrige Kostenbelastungen möglich. So sind die Verträge von Direktversicherern wie Cosmos, Europa, Asstel oder Hannoversche Leben günstiger als der Durchschnitt, weil sie keinen aufwendigen Vertriebsapparat brauchen und nur per Telefon, Post oder Internet den Kontakt zu ihren Kunden halten. Besonders niedrig sind die Nebenkosten bei einer Rentenversicherung des britischen Anbieters Legal & General, die auf börsengehandelten Indexfonds basiert und mit einer jährlichen Belastung von nur einem Prozent des angelegten Vermögens auskommt.

Selbst die Anlage in aktiv verwaltete Investmentfonds etablierter Anbieter wie DWS oder Dit ist zu niedrigen Kosten möglich, wenn sie über Vermittler gekauft werden, die für ihre Beratung Honorare statt der in Deutschland üblichen vom Anlagebetrag abhängigen Provision verlangen. Dieses gute Dutzend Honorar-Vermittler, zum Beispiel Dima-24, Fondsdiscount oder Trigonus, bietet den Kunden einen von Ausgabeaufschlägen befreiten Zugang zu zahlreichen Investmentfonds an. Die Vermittler tun das meist auch dann, wenn der neue Kunde zunächst keine honorarpflichtige Beratung wünscht.

Über solche Umwege läßt sich mit begrenztem zusätzlichen Aufwand die Kostenbelastung reduzieren. Das ermöglicht zwar nicht den Reichtum über Nacht. Aber die Eichhörnchen-Strategie wird spürbar effektiver und kann zu höheren Renditen führen.

Eine Anlage zum Spartarif

Investmentfonds locken ihre Kunden mit dem Versprechen, daß die Fondsmanager einen besseren Blick auf die Kapitalmärkte haben und so eine schöne Rendite erwirtschaften können. Diese Dienstleistung lassen sie sich bei Aktienprodukten mit durchschnittlich etwa 1,5 Prozent im Jahr bezahlen.

Einen ganz anderen Ansatz verfolgen börsengehandelte Indexfonds (ETFs), die seit einigen Jahren den Markt erobern. Das verwaltete Vermögen in den an der Deutschen Börse gehandelten Indexfonds hat sich innerhalb eines Jahres auf rund 40 Milliarden Euro verdoppelt. Die Produkte orientieren sich eng an einem Vergleichsindex, zum Beispiel für Aktien oder Anleihen. Der Index wird nahezu identisch abgebildet.

Das hat für Anleger einige Vorteile. Weil keine hochbezahlten Fondsmanager gebraucht werden und auch der Verwaltungsapparat bescheiden ist, kommen die Indexfonds mit weitaus geringeren Kosten aus. Indexfonds auf Aktien wirtschaften in der Regel mit 0,2 bis 0,5 Prozent im Jahr, die billigsten Anleiheprodukte kommen mit knapp 0,1 Prozent aus. Außerdem gibt es keinen Ausgabeaufschlag. Das ermöglicht, daß sich das Vermögen des Anlegers nahezu parallel zum Vergleichsindex entwickelt - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Bei herkömmlichen Investmentfonds ist das anders: Die Fondsmanager haben den Auftrag, eine Überrendite zu erwirtschaften. Einigen gelingt das, der Mehrheit aber nicht.

Geschaffen wurden die Indexfonds ursprünglich für institutionelle Investoren. Privatanlegern sind sie zu den gleichen Konditionen zugänglich und werden von ihnen auch immer mehr genutzt. Nach Beobachtungen des deutschen Marktführers Indexchange kommt bei den Exchange Traded Funds (ETF) - so lautet der Fachbegriff - inzwischen jede zweite Order, die über die Deutsche Börse abgewickelt wird, von Privatanlegern.

Quelle: F.A.Z., 06.12.2006, Nr. 284 / Seite C5
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Jahrgang 1968, Redakteur in der Wirtschaft.

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