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Vermögen Deutlich mehr Millionäre in Deutschland

Im vergangenen Jahr gab es 430.000 Millionärshaushalte in Deutschland, 23 Prozent mehr als im Vorjahr - dank der Erholung auf den Finanzmärkten. Damit rangiert Deutschland auf der Liste der Dollar-Millionäre hinter den Vereinigten Staaten, Japan, China und Großbritannien an fünfter Stelle.

© AP Hier liegen Millionen: Yachten im Hafen von Monaco

Die Reichen werden wieder reicher. Aufgrund der Erholung der Finanzmärkte und steigender Spareinlagen ist die Zahl der deutschen Millionärshaushalte im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr um 23 Prozent auf rund 430.000 angeschwollen. Das geht aus einer Studie der amerikanischen Unternehmensberatung Boston Consulting hervor, die weltweite Trends bei der Vermögensentwicklung von Privatleuten untersucht.

Die Zahl der deutschen Millionäre - gemessen an in amerikanische Dollar umgerechnetem Vermögen - ist dabei im weltweiten Vergleich überdurchschnittlich gestiegen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 11,2 Millionen Millionärshaushalte ermittelt, 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Deutschland rangiert auf der Liste der Dollar-Millionäre hinter den Vereinigten Staaten, Japan, China und Großbritannien an fünfter Stelle. Weltweit zählten allerdings weniger als ein Prozent aller Haushalte zu diesem exklusiven Kreis. Auf diese Gruppe entfallen indes 38 Prozent des global verwalteten Vermögens.

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Schweiz wichtigstes Land für Offshore-Vermögen

Insgesamt stiegen die Vermögenswerte von Privatanlegern, die in Aktien, Anleihen, Fonds oder in Bargeld investiert sind, im vergangenen Jahr um 11,5 Prozent auf 111,5 Billionen Dollar. Damit ist der Ende 2007 erzielte Rekordstand von 111,6 Billionen Dollar nahezu wieder erreicht. Europa blieb dabei die reichste Region. Mit 37,1 Billionen Dollar entfiel auf Europa ein Drittel des weltweit verwalteten Vermögens. Die Summe übertraf sogar das Niveau vor der Finanzkrise. Relativ gesehen, wuchsen die privaten Vermögenswerte in der Asien-Pazifik-Region jedoch am stärksten: Mit einer Zunahme um 22 Prozent stiegen die Anlagen in dieser Region fast doppelt so stark wie der globale Durchschnitt. „In den Schwellenländern wird das Vermögen vor dem Hintergrund eines starken wirtschaftlichen Wachstums auch weiterhin schneller zunehmen“, prognostizierte Ludger Kübel-Sorger, Geschäftsführer bei Boston Consulting. Der asiatische Stadtstaat Singapur weist die höchste Millionärsdichte auf: 11,4 Prozent aller Haushalte gehören dieser illustren Gruppe an. Nummer zwei auf der Liste ist Hongkong mit 8,8 Prozent. Mit einem Anteil von 8,4 Prozent folgt die Schweiz als das europäische Land mit der höchsten Konzentration von Millionären an dritter Stelle.

Die Zahl der Millionärshaushalte in Deutschland steigt deutlich Singapur © REUTERS Vergrößern Der asiatische Stadtstaat Singapur weist die höchste Millionärsdichte auf: 11,4 Prozent aller Haushalte gehören dieser illustren Gruppe an

Die für ihre Nummernkonten bekannte Schweiz ist auch weiterhin das wichtigste Land für sogenannte Offshore-Vermögen, also Konten und Depots in Ländern, in denen der Anleger keinen Wohnsitz hat. Boston Consulting rechnet mit einem Rückgang der Offshore-Vermögen wegen der jüngsten Kontroversen um die Veröffentlichung von Kundendaten. „Der Vorstoß zu mehr Transparenz wird viele Kunden, vor allem aus Nordamerika und Europa, dazu veranlassen, ihre Anlagen abzuziehen“, meint Kübel-Sorger.

Kundenvertrauen weiterhin angeschlagen

Nach Angaben von Boston Consulting ist die Branche der Vermögensverwalter aber noch nicht wieder zur Normalität zurückgekehrt. Die Ergebnisse der Vermögensverwalter fielen schwächer aus als vor der Krise. Das Kundenvertrauen sei weiterhin angeschlagen, hieß es.

Bis 2014 werden die globalen Vermögenswerte nach Einschätzung von Boston Consulting um durchschnittlich sechs Prozent im Jahr zunehmen. Damit wird das Wachstum zwar schwächer ausfallen als im vergangenen Jahr, als sich die Märkte von einer starken Baisse erholt hatten. Aber die Wachstumsrate würde damit immer noch über dem durchschnittlichen Jahreswachstum der vergangenen fünf Jahre liegen, hieß es.

Quelle: nks./F.A.Z.

 
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