Home
http://www.faz.net/-gv6-16pjl
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
CIO View

Vermögen Deutlich mehr Millionäre in Deutschland

Im vergangenen Jahr gab es 430.000 Millionärshaushalte in Deutschland, 23 Prozent mehr als im Vorjahr - dank der Erholung auf den Finanzmärkten. Damit rangiert Deutschland auf der Liste der Dollar-Millionäre hinter den Vereinigten Staaten, Japan, China und Großbritannien an fünfter Stelle.

© AP Hier liegen Millionen: Yachten im Hafen von Monaco

Die Reichen werden wieder reicher. Aufgrund der Erholung der Finanzmärkte und steigender Spareinlagen ist die Zahl der deutschen Millionärshaushalte im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr um 23 Prozent auf rund 430.000 angeschwollen. Das geht aus einer Studie der amerikanischen Unternehmensberatung Boston Consulting hervor, die weltweite Trends bei der Vermögensentwicklung von Privatleuten untersucht.

Die Zahl der deutschen Millionäre - gemessen an in amerikanische Dollar umgerechnetem Vermögen - ist dabei im weltweiten Vergleich überdurchschnittlich gestiegen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 11,2 Millionen Millionärshaushalte ermittelt, 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Deutschland rangiert auf der Liste der Dollar-Millionäre hinter den Vereinigten Staaten, Japan, China und Großbritannien an fünfter Stelle. Weltweit zählten allerdings weniger als ein Prozent aller Haushalte zu diesem exklusiven Kreis. Auf diese Gruppe entfallen indes 38 Prozent des global verwalteten Vermögens.

Mehr zum Thema

Schweiz wichtigstes Land für Offshore-Vermögen

Insgesamt stiegen die Vermögenswerte von Privatanlegern, die in Aktien, Anleihen, Fonds oder in Bargeld investiert sind, im vergangenen Jahr um 11,5 Prozent auf 111,5 Billionen Dollar. Damit ist der Ende 2007 erzielte Rekordstand von 111,6 Billionen Dollar nahezu wieder erreicht. Europa blieb dabei die reichste Region. Mit 37,1 Billionen Dollar entfiel auf Europa ein Drittel des weltweit verwalteten Vermögens. Die Summe übertraf sogar das Niveau vor der Finanzkrise. Relativ gesehen, wuchsen die privaten Vermögenswerte in der Asien-Pazifik-Region jedoch am stärksten: Mit einer Zunahme um 22 Prozent stiegen die Anlagen in dieser Region fast doppelt so stark wie der globale Durchschnitt. „In den Schwellenländern wird das Vermögen vor dem Hintergrund eines starken wirtschaftlichen Wachstums auch weiterhin schneller zunehmen“, prognostizierte Ludger Kübel-Sorger, Geschäftsführer bei Boston Consulting. Der asiatische Stadtstaat Singapur weist die höchste Millionärsdichte auf: 11,4 Prozent aller Haushalte gehören dieser illustren Gruppe an. Nummer zwei auf der Liste ist Hongkong mit 8,8 Prozent. Mit einem Anteil von 8,4 Prozent folgt die Schweiz als das europäische Land mit der höchsten Konzentration von Millionären an dritter Stelle.

Die Zahl der Millionärshaushalte in Deutschland steigt deutlich Singapur © REUTERS Vergrößern Der asiatische Stadtstaat Singapur weist die höchste Millionärsdichte auf: 11,4 Prozent aller Haushalte gehören dieser illustren Gruppe an

Die für ihre Nummernkonten bekannte Schweiz ist auch weiterhin das wichtigste Land für sogenannte Offshore-Vermögen, also Konten und Depots in Ländern, in denen der Anleger keinen Wohnsitz hat. Boston Consulting rechnet mit einem Rückgang der Offshore-Vermögen wegen der jüngsten Kontroversen um die Veröffentlichung von Kundendaten. „Der Vorstoß zu mehr Transparenz wird viele Kunden, vor allem aus Nordamerika und Europa, dazu veranlassen, ihre Anlagen abzuziehen“, meint Kübel-Sorger.

Kundenvertrauen weiterhin angeschlagen

Nach Angaben von Boston Consulting ist die Branche der Vermögensverwalter aber noch nicht wieder zur Normalität zurückgekehrt. Die Ergebnisse der Vermögensverwalter fielen schwächer aus als vor der Krise. Das Kundenvertrauen sei weiterhin angeschlagen, hieß es.

Bis 2014 werden die globalen Vermögenswerte nach Einschätzung von Boston Consulting um durchschnittlich sechs Prozent im Jahr zunehmen. Damit wird das Wachstum zwar schwächer ausfallen als im vergangenen Jahr, als sich die Märkte von einer starken Baisse erholt hatten. Aber die Wachstumsrate würde damit immer noch über dem durchschnittlichen Jahreswachstum der vergangenen fünf Jahre liegen, hieß es.

Quelle: nks./F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Nach jahrelanger Hausse Schwere Kursverluste an der chinesischen Börse

Die Kurse in Schanghai haben in zwei Wochen fast 20 Prozent verloren. Für die Regierung könnte ein Ende des Börsenbooms zum Problem werden – sie haben ihre Bürger zum Aktienkauf verführt. Mehr Von Hendrik Ankenbrand, Schanghai

27.06.2015, 08:32 Uhr | Finanzen
Erbschaftssteuer Die oberen zehn Prozent - Erben genügt als Beruf

Die Erbschaftswelle in Deutschland rollt. Die vorangegangene Generation hat Vermögen angehäuft. Während manche von der Rendite ihres Erbes leben, fällt es Arbeitnehmern immer schwerer aus ihrem Lohn Rücklagen bilden. Mehr

19.01.2015, 10:48 Uhr | Wirtschaft
Börsen in Asien Chinas Kurse fallen – nicht nur wegen Griechenland

Die Aktienkurse in Schanghai sacken in die Tiefe. Doch für Griechenland interessiert sich kaum jemand. Die Chinesen haben ihre ganz eigenen Probleme. Mehr Von Hendrik Ankenbrand, Schanghai

29.06.2015, 06:45 Uhr | Wirtschaft
SwissLeaks So hat die HSBC Geld gewaschen und Steuern hinterzogen

Unter dem Namen SwissLeaks sind spektakuläre Vorwürfe gegen die Schweizer Tochter der britischen Bank HSBC bekannt geworden: Systematische Beihilfe zu Steuerhinterziehung und Geldwäsche.Es geht um Vermögen von mehr als 100 Milliarden Euro. Wie die Bank das gemacht hat... Mehr

25.02.2015, 10:44 Uhr | Wirtschaft
Wahlkampf in Amerika Jeb Bush macht Steuerunterlagen aus 33 Jahren öffentlich

Der Republikaner Jeb Bush sorgt für Transparenz bei seinen Einkommensverhältnissen. Im Vergleich zu anderen vermögenden Politikern gibt es in den Unterlagen eine Auffälligkeit. Mehr

01.07.2015, 04:15 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 11.06.2010, 06:00 Uhr

Name Performance 1 Jahr
 
 
 
 
 
 
Wertpapiersuche